Es wird keine Helden geben – Anna Seidl

eswirdkeineheldengeben

Oetinger Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 256 Seiten
14,95 Euro
Januar 2014
ISBN: 978-3789147463
Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Berührend, fesselnd, unfassbar: Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt – aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe? Das großartige Debüt von Anna Seidl, die erst 16 Jahre alt war, als sie diese aufwühlende Geschichte geschrieben hat: eine intensive Auseinandersetzung mit den Folgen eines Amoklaufs für die Überlebenden, mit Schuld und Trauer, schonungslos erzählt.

Zitat:
Manchmal müssen wir einsehen, dass wir nicht perfekt sind. Dass nicht immer alles perfekt laufen kann. Und vielleicht ist das okay. Vielleicht müssen wir nicht immer perfekt funktionieren wie Maschinen, um das perfekte Leben führen zu können. Vielleicht sind es ja genau diese kleinen Fehler, die das Leben lebenswert machen.   
(S. 200)

Kommentar:
Als der Schuss ertönt, wissen die Schüler gar nicht wie ihnen geschieht. Auch Miriam versteht zunächst nicht, dass es sich um einen Amoklauf an ihrer eigenen Schule handelt, aber so ist es: ein Mitschüler schießt um sich. Er erwischt auch Miriams Freund und sie kann nicht helfen. Hilft nicht. Denn Miriam hat Angst. So wie alle anderen …

In “Es wird keine Helden geben” geht es um ein sehr ernstes und aktuelles Thema. Es geht um Amokläufe an Schulen. Ein Thema, das für die meisten irgendwie weit weg ist, weil sie noch nie damit in Berührung bekommen sind, außer durch die Medien. Aber was passiert, wenn man schließlich doch mittendrin ist? Wie verhält man sich dann?
Anna Seidl greift diese Thematik in diesem Buch auf und schildert gerade zu Beginn des Buches sehr überzeugend, wie sich die Protagonistin Miriam fühlt, als sie sich schließlich einer solchen Situation gegenüber sieht. Gerade diesen Anfang fand ich besonders stark, denn – wie der Titel schon sagt – geht es hier nicht um Helden und heldenhafte Taten, sondern einfach um Gefühle und Angst, die in solchen Situationen einfach Überhand nehmen müssen. Hier konnte mich Anna Seidl voll überzeugen und mitreißen, von diesem Einstieg war ich wirklich gleichermaßen gefesselt wie berührt.

Zugegeben hat diese Faszination im Laufe der Geschichte ein wenig nachgelassen. Stark fand ich zwischendrin immer wieder die Gedanken, die Miriam sich über das Leben macht und teils auch ihre Versuche, wieder ins Leben zurück zu finden. Allerdings war es mir an einigen Stellen dann doch etwas übertrieben, vor allem in Hinblick darauf,  dass es in weiteren Szenen dann wieder zu locker und leicht rüber kam.
Interessant fand ich innerhalb der Geschichte auch, die unterschiedlichen Ansätze, wie Miriam und ihre Mitschüler wieder versucht haben in den Alltag zurück zu finden und wie es ihnen gelungen ist oder auch nicht. Hier gab es ebenfalls einige erschütternde Momente, die ebenfalls sehr zum Nachdenken anregen konnten.
Insgesamt fand ich die Geschichte also recht gut, allerdings mit einigen Schwächen im zur Mitte und zum Ende hin.

Den Schreibstil der jungen Autorin fand ich überraschend gut. Anna Seidl schreibt gut auf den Punkt gebracht, schnörkel- aber trotzdem auch lückenlos.
Mir hat dieses Debüt wirklich sehr gut gefallen und auch mit den kleineren Schwächen hat es gerade wegen der Thematik und des mitreißenden Einstiegs viel Potential zu DER Lektüre zum Thema überhaupt zu werden!

 

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen


ewkhg_banner

Am Donnerstag wird es im Rahmen der großen Blogger-Aktion hier bei mir einen kleinen Beitrag geben, in dem ich mir ein paar Gedanken über den Titel “Es wird keine Helden geben” mache und dazu auch die Autorin befragen durfte. Am Freitag startet dann das Gewinnspiel dazu! Reinsehen lohnt sich also!

Und wer bis dahin nicht warten möchte, der sollte sich bei LovelyBooks.de für die Leserunde bewerben! *Klick*
Viel Erfolg!

Breathe 2: Flucht nach Sequoia – Sarah Crossan

breathe2

dtv Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 368 Seiten
16,95 Euro
November 2013
Originaltitel: Resist
ISBN: 978-3423760799
Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Der Kampf gegen BREATHE geht weiter: Nach der Zerstörung des Rebellenhains fliehen Quinn und Bea ins Ödland – und werden erneut getrennt. Während es Bea zurück zur Kuppel verschlägt, gelangt Quinn zum Rebellenstützpunkt. Doch auch dort findet er keine Hilfe. Im Gegenteil: Die autoritäre Vanya hat sich zur Führerin ernannt und ein totalitäres System errichtet. Sie will eine neue Rasse von Menschen züchten, die außerhalb der Kuppel zu leben vermögen. Doch zunächst müssen dafür die »alten« Menschen aus dem Weg geräumt werden – mit einem Giftgasanschlag auf die Kuppel. Nun hat Quinn es mit zwei Feinden zu tun, aber vor allem muss er Bea retten…

Zitat:
Dahinter habe ich ein ehemaliges Gefängnis erwartet, eine verlassene Schule oder ein Krankenhaus, doch Sequoia ist nichts dergleichen. Es ist ein weißes Riesenpalais, praktisch unversehrt und von zwei funkelnden Gewächshäusern flankiert. Davor steht ein ausgetrockneter, mit Kupferengelchen verzierter Brunnen, hier und da winden sich säuberlich geharkte Kiespfade und Zierwege.
(S. 79)

Kommentar:
Das Rebellenquartier ist zerstört, alle Bäume und Pflanzen mit ihm. Während es Quinn zurück in die Kuppel verschlägt, gelangen Bea und Alina schließlich getrennt nach Sequoia, wo ihnen ein weiteres totalitäres System begegnet, in dem sie auch nichts zu lachen haben. Nun stehen sie vor der großen Aufgabe aus Sequoia flüchten zu müssen und etwas gegen Breathe zu unternehmen …

Nach dem bösen Cliffhanger im ersten Teil war ich so gespannt, wie es weiter gehen würde und der zweite Teil schließt auch nahezu nahtlos an den zweiten Teil an.

„Flucht nach Sequoia“ wird aus vier unterschiedlichen Sichtweisen erzählt. Zunächst einmal aus der von Quinn, Bea und Alina, die wir bereits gut aus dem ersten Band kennen und außerdem noch aus der Sicht von Oscar, den Sohn des verstorbenen Präsidenten, den wir erst in diesem Band näher kennen lernen. Die Geschichte ist in fünf Teile gegliedert und die ca. 368 Seiten sind wirklich groß bedruckt!

Die kurzen Kapitel und die große Schrift lassen einen auch wirklich durch das Buch fliegen, großartige Längen gibt es überhaupt nicht. Man könnte also meinen, dass es in diesem Buch nichts überflüssiges gibt, aber leider habe ich die ganze Zeit in Sequoia als total überflüssig empfunden, bzw. das, was in Sequoia gemacht  wurde und was dort abgelaufen ist, denn auch wenn natürlich klar verständlich ist, dass in einer solchen Welt absolute Disziplin und Ordnung an der Tagesordnung sein muss, damit ein solch geheimes Rebellenlager lange weiter existieren kann, so habe ich überhaupt nicht verstanden, wie es solche Ausmaße annehmen konnte, wie in Sequoia. Die dortige Anführerin Vanya macht nämlich eher den Anschein, als wäre sie total verrückt, als einfach nur auf Sicherheit bedacht. Das fand ich in diesem gesamten Setting doch eher sehr übertrieben und unnötig und hätte mir das ganze doch anders gewünscht.

Sehr schön gelungen fand ich die Einführung von Oscar und seinen Wechsel auf die Seite der Rebellen. Diese Wandlung war nämlich so richtig schön nachvollziehbar, sehr gelungen beschrieben.
Alle weiteren Figuren fand ich hier wieder sehr sympathisch, allerdings auch weniger facettenreich beschrieben und das trotz der jeweiligen Perspektiven. Das kommt aber wahrscheinlich daher, dass die gesamte Handlung absolut schnörkellos ablief und gar keine Zeit für entsprechende Tiefe war.

Zum Ende hin hat mich das Tempo dann doch etwas gestört, das lief mir alles zu schnell ab und ich kam gar nicht mehr wirklich mit und wusste eigentlich gar nicht mehr so genau, wie jetzt jeder was wo genau hinbekommen hat. Das kam einfach viel zu schnell und wirkte viel zu einfach.
Wie es nach dem Endkampf weiter ging hat mir allerdings wieder ganz gut gefallen! Mit diesem Ende kann ich dann doch gut leben, das passte meiner Meinung nach.

Eigentlich hätte ich für den Abschluss der Breathe-Reihe nur drei Sterne vergeben, weil mir das Buch aber insgesamt dann doch zu sehr gefallen und gefesselt hat und das trotz aller Kritikpunkte, vergebe ich hier trotzdem noch vier Sterne!

 

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

Die Tribute von Panem 3: Flammender Zorn – Suzanne Collins

dietributevonpanem3

Oetinger Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 430 Seiten
18,95 Euro
Januar 2011
Originaltitel: The Hunger Games 3: Mockingjay
ISBN: 978-3789132209
Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss‘ Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.

Zitat:
»Volk von Panem, wir kämpfen, wir wagen, wir wollen endlich Gerechtigkeit!« So lautet der Text. An der Art, wie sie ihn präsentieren, kann ich erkennen, dass sie Monate, vielleicht Jahre daran gefeilt haben und richtig stolz darauf sind. Aber auf mich wirkt er wie ein Zungenbrecher. Und steif dazu. Ich kann mir nicht vorstellen, so etwas im echten Leben zu sagen – höchstens ironisch, mit Kapitolakzent.  
(S. 85)

Kommentar:
Was habe ich mich gefreut, als ich erfuhr, dass wir nicht bis zum Sommer auf den letzten Band der Panem-Trilogie warten müssten. Und was war ich gespannt. Erwartungen hatte ich trotzdem keine, aber dennoch wurde ich irgendwie vom dritten Teil überrollt. Aber mal von vorne.

Der dritte Band schließt direkt an den zweiten Band an. Katniss wurde von den Rebellen gerettet und befindet sich nun in Distrikt 13, allerdings in einem desolaten Zustand. Ihre alte Heimat – Distrikt 12 – wurde zerstört und nur wenige haben überlebt. Peeta befindet sich in Gefangenschaft des Kapitols. Zunächst lässt Katniss sich wieder als Spielball gegen das Kapitol verwenden, bis sie auch davon überzeugt ist, dass es wirklich Sinn hat den Spotttölpel, das Maskottchen der Rebellen zu mimen. Zusammen mit alten Freunden wie Gale, Haymitch und Finnick holen sie zum finalen Schlag gegen das Kapitol aus. Aber kommen dadurch auch wirklich die richtigen an die Macht? Wird das Leben der Menschen außerhalb des Kapitols wirklich besser werden?

Während es in den ersten beiden Teile schon nicht zimperlich zu sich ging, ist der dritte Teil jetzt noch einmal brutaler. Schlimm? Nein, realistisch. Panem befindet sich im Krieg, alle wollen überleben und greifen zu den Waffen, viele überwinden ihre Scheu vor Gewalt und Töten und Verletzen, Blut fließt in Massen. Das hört sich jetzt vielleicht an wie sinnloses Gemetzel, aber das ist es nicht. Suzanne Collins schildert hier eher realistisch die Kriegshandlungen und die Taten ihrer Charaktere und das machte dieses Buch auch für mich so ergreifend. Ich fühlte mich teils wirklich überrollt von den Geschehnissen.
Zu keinem Zeitpunkt war die Handlung für mich wirklich vorhersehbar. Natürlich, einige grundliegende Handlungen erwartete man schon, aber im Großen und Ganzen hatte ich schon mehr ein Ende erwartet, was einem Friede, Freude, Eierkuchen-Szenario ähnelt. Dennoch fühlte ich mich nicht enttäuscht.
Aufgrund der detaillierten Schilderungen der brutalen Handlungen und düsteren Gedankengänge kann ich die Altersempfehlung allerdings nicht verstehen. Ich denke nicht, dass diese Buchreihe schon etwas für 12jährige Kinder ist und würde empfehlen diese Reihe erst älteren Jugendlichen zugänglich zu machen.

Flammender Zorn ist ein passender Abschluss einer großartigen Trilogie. Realistisch, fesselnd und schockierend.

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

Die Tribute von Panem 2: Gefährliche Liebe – Suzanne Collins

dietributevonpanem2

Oetinger Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 431 Seiten
18,95 Euro
Mai 2010
Originaltitel: The Hunger Games 2: Catching Fire
ISBN: 978-3789132193
Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Spürst du, was sie wirklich fühlt? Seitdem Katniss und Peeta sich geweigert haben, einander in der Arena zu töten, werden sie vom Kapitol als Liebespaar durch das ganze Land geschickt. Doch da ist auch noch Gale, der Jugendfreund von Katniss. Und mit einem Mal weiß sie nicht mehr, was sie wirklich fühlt oder fühlen darf. Als immer mehr Menschen in ihr und Peeta ein Symbol des Widerstands sehen, geraten sie alle in große Gefahr. Und Katniss muss sich entscheiden zwischen Peeta und Gale, zwischen Freiheit und Sicherheit, zwischen Leben und Tod. Die grandiose Fortsetzung des Bestsellers „Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele“.

Zitat:
Ich fange mit dem Abend an, als Peeta und ich zu den Siegern der Hungerspiele gekrönt wurden und Haymitch mich vor dem Zorn des Kapitols warnte. Ich erzähle von der Sorge, die mich nicht losließ, selbst als ich schon zu Hause war, von Präsident Snows Besuch, den Morden in Distrikt 11, den Spannungen in den Bevölkerung, dem allerletzten Rettungsversuch durch die Verlobung, der Andeutung des Präsidenten, dass es nicht gereicht hat, von meiner Überzeugung, dass ich werde büßen müssen.   
(S. 111)

Kommentar:
Der einzige Grund, dem Buch nicht ebenso viele Punkte zu geben wie schon dem ersten Teil ist der, dass man dieses Mal auf alles vorbereitet ist und einem diese düstere, aber nicht zu abwegige Zukunftsversion nicht mehr allzu sehr schockiert. Trotzdem: Volle Punktzahl, denn auch der zweite Band ist wieder unheimlich fesselnd!

Ansonsten beginnt der zweite Teil genau da, wo der erste Teil endete. Wir erfahren endlich, wie es während der Hungerspiele in den Distrikten zugegangen ist, auch wenn uns das gesamte Ausmaß erst einmal verborgen bleibt.
Auch die Geschichte um Katniss und Peeta und auch Gale entwickelt sich mühsam weiter.
Wer aber glaubt, dass Katniss und Peeta jetzt in Sicherheit sind, da sie ja die letzten Hungerspiele überlebt haben, der irrt, denn durch ihre Aktion im ersten Teil fühlt sich das Präsident bloß gestellt und will seine alles umfassende Macht demonstrieren. Die nächsten Hungerspiele stehen schon wieder vor der Tür, dieses Mal mit neuen Kandidaten …

Auch der zweite Teil ist wieder unheimlich spannend aufgebaut, so dass man das Buch wieder nicht aus den Händen legen will, bis man weiß, was mit Katniss, Peeta und auch Gale und all den anderen geschieht. Wenn man darauf gefasst ist, dass es einen weiteren, bösen Cliffhanger geben wird, dann kommt das Ende nicht ganz so überraschend, auch wenn ich mir schon gewünscht hätte, dass am Ende ein klein wenig mehr davon noch in Erfahrung gebracht würde, was sich in der Zwischenzeit tatsächlich in den Distrikten abgespielt hat. So heißt es jetzt warten auf Teil 3 …

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

Die Tribute von Panem 1: Tödliche Spiele – Suzanne Collins

dietributevonpanem1_thumb

Oetinger Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 414 Seiten
18,95 Euro
Juli 2009
Originaltitel: The Hunger Games 1
ISBN: 978-3789132186
Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Überwältigend! Von der Macht der Liebe in grausamer Zeit … Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf. Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben. Katniss beginnt zu zweifeln – was empfindet sie für Peeta? Und kann wirklich nur einer von ihnen überleben? Eine faszinierende Gesellschaftsutopie über eine unsterbliche Liebe und tödliche Gefahren, hinreißend gefühlvoll und super spannend.

Zitat:
Plötzlich werde ich stinkwütend. Weil sie nicht einmal den Anstand besitzen, mir Aufmerksamkeit zu schenken, wo doch mein Leben auf dem Spiel steht. Weil mir ein totes Schwein die Schau stiehlt. Mein Herz beginnt zu hämmern, ich spüre, wie mein Gesicht brennt. Ohne nachzudenken, ziehe ich einen Pfeil aus dem Köcher und feuere ihn geradewegs auf den Tisch der Spielemacher ab.  
(S. 115)

Kommentar:
Die Zukunft schaut düster aus. Jedenfalls laut Suzanne Collins neustem Buch. Die Welt wie wir sie kennen existiert nicht mehr. Die Menschen leben in einer Klassengesellschaft und müssen hart für ihr Überleben arbeiten – und töten.

Dieser Roman ist mitreißend und – was am schlimmsten ist – realistisch. Collins hat mit diesem Buch den ersten Teil einer brutalen Saga verfasst, in dem unschuldige Kinder zum töten gezwungen werden. Schockierend, aber sind wir von dieser Wirklichkeit noch so weit entfernt?

Um ihre kleine Schwester zu retten hat sich Katniss freiwillig für die Hungerspiele gemeldet. Aus ihrem Distrikt wird ebenfalls der junge Peeta ausgewählt. Zusammen müssen sie die Hungerspiele im Kapitol überstehen und gegen 22 weitere Gegner bestehen. Das Problem: bei diesem Spiel handelt es sich um Ernst, denn es kann nur einer Überleben.
Um sich eine Strategie auszudenken um ihr Überleben zu sichern und genügend Sponsoren an Land zu ziehen, spielen Katniss und Peeta das dramatische Liebespaar. Nur, dass es für mindestens einen von beiden doch gar kein Spiel ist. Oder? Ihre Strategie geht jedoch auf und gerade das macht das Buch noch einen Ticken interessanter, als es ohnehin schon ist. Denn eben durch diese ausweglose Situation wird es dem Leser nicht einfach gemacht das Buch mal aus der Hand zu legen.
Man will einfach wissen wie es weiter geht, wer wird überleben? Wird sich etwas an den unmenschlichen Verhältnissen ändern?
Fragen über Fragen und obwohl wir die Hauptperson Katniss, aus deren Sicht auch sämtliche Geschehnisse geschildert werden, als eine unnahbare, verbitterte und oft unfreundliche junge Dame kennen lernen, ist sie einem trotzdem von Anfang an sympathisch, denn ihre Angst um diejenigen, die sie liebt kann wohl jeder nachempfinden und verstehen.

Obwohl die Geschichte in sich abgeschlossen ist und am Ende zumindest die diesjährigen Hungerspiele beendet sind und der Sieger feststeht, endet das Buch eigentlich mit einem Cliffhanger, denn wer will nicht wissen, was sich in der Zwischenzeit in den Distrikten getan hat, was sich verändert hat und inwieweit irgendwann wieder menschenwürdige Verhältnisse hergestellt werden?

Für mich war das Buch ein absolutes Highlight und jetzt fiebere ich dem zweiten Teil entgegen und hoffe, dass dieser nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen wird.
Erwähnt sei noch, dass sich unter dem optisch schon sehr reizvollen Schutzumschlag noch ein weiteres optisches Highlight verbirgt, denn auch ohne Schutzumschlag schaut das Buch einfach toll aus.

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

Das Tal 2.4: Die Entscheidung – Krystyna Kuhn

dastal2.4dieentscheidung

Arena Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 239 Seiten
9,99 Euro
November 2013
ISBN: 978-3401067285
Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Nur wenige Stunden bleiben und nur zu acht können sie verhindern, dass sich das Böse in der Welt ausbreitet. Katie, Robert, David und die anderen müssen ins Herz des Tals gelangen, um es zu stoppen und das Geheimnis zu entschlüsseln. Während die Studenten das Undenkbare auf sich nehmen, stürzen immer dramatischere Katastrophen die Kontinente ins Chaos. Und als sie Hilfe von unerwarteter Seite bekommen, stehen die Freunde am Ende vor der entscheidenden Frage: Kann nur Vertrauen alles retten?

Zitat:
Irgendwie hatte sie es geschafft, in dem Ganzen bis jetzt noch eine gewisse Logik zu erkennen. Es gab Dinge zwischen Himmel und Erde … okay, nicht alles war begreifbar, klar … Und der Mensch an sich war nun mal nur ein Nebenprodukt im Universum. Es war vermutlich gut, sich nicht allzu wichtig zu nehmen.   
(S. 147)

Kommentar:
Julia, Chris, David, Rose, Debbie, Ben, Robert und Katie haben der Evakuierung des Tals getrotzt und sind zurück gekehrt. Zusammen wollen sie ihrer inneren Stimme folgen und auch das letzte Geheimnis lüften. Dazu müssen sie zurück in die Kathedrale unter dem See, der mittlerweile das halbe Tal überflutet hat. Hinzu kommt, dass ein schlimmer Sturm wütet und die acht Freunde nicht wissen, wie sie zurück in die unterirdische Zentrale kommen sollen. Als sie schließlich doch einen Weg finden, kommt es zu einer unerwarteten Begegnung und dem lang erwarteten Finale…

Seit dem letzten Band, ist wieder ein halbes Jahr vergangen. Länger als erhofft, aber okay. Vom letzten Band war ich ja ziemlich enttäuscht, weil man ihm einfach angemerkt hat, dass er nur als Lückenfüller diente. Dieser finale Abschlussband schließt auch direkt an den letzten an. Die acht Freunde flüchten aus dem Bus, der sie aus dem Tal hinaus bringen sollte und kehren zurück um etwas zu vollenden, was sie nicht begreifen und wovon sie selbst nicht wissen was es überhaupt ist.
Während unsere Protagonisten also versuchen zurück in die unterirdischen Katakomben zu gelangen, geht der Rest der Welt sprichwörtlich unter. Wir als Leser verfolgen die Geschehnisse durch Katie, aus deren Sicht wir die Geschehnisse hauptsächlich miterleben. Ein paar kurze Einschübe gibt es auch immer aus der Sicht von Julias Bruder Robert und außerdem erfahren wir durch kurze Breaking News, was im Rest der Welt gerade los ist.
In der ersten Buchhälfte war ich noch sehr gespannt darauf, wie nun alles enden würde, denn so lange hat es gedauert, bis unsere Hauptfiguren endlich dort angekommen sind, wo sie hinwollten. Dort offenbart sich ihnen auch, wieso sie alle zusammen ins Tal gekommen sind und wer sich dafür verantwortlich zeichnet, was nun wirklich nicht mehr schwer zu erraten war. Außerdem wird ihnen klar, was nun von ihnen verlangt wird um nichts geringeres zu tun als die Welt zu retten.

Hört sich großartig an, ja. Ganz so großartig fand ich die Umsetzung allerdings nicht. Ohne zu viel verraten zu wollen, versuche ich mal ein wenig zu erklären, wieso ich mit diesem Finale nicht zufrieden bin.
Zufriedenstellend gelöst fand ich, wie die acht Jugendlichen miteinander in Verbindung stehen und ans Grace-College gelangen konnten. Ebenso was die Vergangenheit und die damaligen verschollenen Studenten anging.
Obwohl klar ist, dass die Geschehnisse mit einer großen Prise Fantastik zu erklären sind, war ich von der grundsätzlichen Aufklärung, was es mit dem Tal auf sich hat, mit den gesamten Geschehnissen und wie es dazu kommen konnte überhaupt nicht zufrieden, denn meiner Ansicht nach fehlt diese Aufklärung irgendwie komplett oder vielleicht war die gesamte Auflösung auch so komplex und verworren, dass ich es einfach nicht begriffen habe, das kann natürlich auch sein. Aber wie auch immer, das Tal hinterlässt mich leider immer noch mit einem Fragezeichen im Gesicht und auch wenn ich den letzten Band ziemlich spannend und gut geschrieben fand, kann und will ich aus diesen Gründen nicht mehr als drei Sterne vergeben.
Diese drei Sterne sind nicht schlecht, aber sie zeigen, dass mir zu einem wirklich gelungenen Finale einfach noch etwas gefehlt hat.

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogen

Ich und Earl und das sterbende Mädchen – Jesse Andrews

ichundearlunddassterbendemaedchen

Heyne fliegt Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 304 Seiten
14,99 Euro
September 2013
Originaltitel: Me & Earl & The dying girl
ISBN: 978-3453267848
Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Ein Junge, der Filme dreht. Ein Mädchen, das stirbt. Eine Geschichte, die einen nicht mehr loslässt.
Was Greg mag: sich in der Schule so unauffällig zu verhalten, dass er nahezu unsichtbar wird. Gelegentlich mit seinem Freund Earl einen Film zu drehen. Seine Ruhe. Was er nicht mag: die Idee seiner Mutter, der todkranken Rachel beizustehen. Womit er nicht gerechnet hat: Rachel selbst, die keinen braucht, der sie bemitleidet, und die ihre ganz eigene Vorstellung von jenen Tagen hat, die ihre letzten sein könnten …
Die Taktik des siebzehnjährigen Greg ist ganz klar: Sich möglichst aus allem raushalten, so übersteht man die Highschool-Jahre am besten, ohne in irgendeiner unliebsamen Clique zu stranden. Einzig mit dem zynischen Earl ist Greg befreundet – wobei »befreundet« es nicht ganz trifft. Earl und er haben vielmehr ein gemeinsames Projekt. Sie drehen Filme, in denen sie den Klassikern der Filmgeschichte nacheifern. Als Gregs Sandkastenfreundin Rachel an Leukämie erkrankt und Greg sich »um sie kümmern« soll, sieht er nur eine Chance, dem Auftrag nachzukommen und gleichzeitig seinen Prinzipien treu zu bleiben: Greg und Earl drehen einen Film für Rachel. Und irgendwann währenddessen kommt Greg dann doch aus der sicheren Distanz hinter der Kamera hervor und nimmt von Rachel Abschied …

Zitat:
Naja, ich bin ja eigentlich derjenige, der gerade beschlossen hat, dass ihr was über die Filme lesen müsst, deswegen ist die eigentliche menschliche Scheißfabrik kein anderer als ich selbst.
Was wohl niemanden hier überraschen dürfte. 
(S. 128)

Kommentar:
Greg ist ein typischer Teenager, unsicher in dem was er tut und in dem was er will. Zusammen mit seinem besten (und einzigen) Freund Earl dreht er Filme, zeigt sie aber niemanden. Als er eines Tages erfährt, dass seine damalige Freundin Rachel an Leukämie erkrankt ist und seine Mutter ihn zwingt sich wieder mit ihr anzufreunden, tut er dies widerwillig und verbringt mit Rachel und Earl viel, viel Zeit. Rachel ist auch die erste die ihre Filme sehen darf…

Vorab: Wer hier ein Buch im Stile von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ erwartet, der wird schwer enttäuscht werden. Die Geschichte wird aus Gregs Sicht erzählt und direkt zu Beginn auf Seite 8 erklärt er dazu „Falls das eine korrekte Wiedergabe eurer Gedanken ist, solltet ihr das Buch am besten gleich in die nächste Tonne treten und dann so schnell wie möglich wegrennen“. Und damit hat er absolut recht. Greg selbst sagt, dass dies kein Krebsbuch ist. Jedenfalls kein typisches. Irgendwie hat er recht und irgendwie auch wieder nicht. Ich finde schon, dass es ein Krebsbuch ist, allerdings eher eines, was die Sicht eines unwillig Beteiligten schildert, der unbedarft an diese Dinge ran geht, wenig emotional ist und sich selbst erst noch begreifen muss: aus der Sicht des Teenagers Greg nämlich.

Greg ist wie gesagt die Hauptfigur in diesem Buch, aus dessen Sicht wir die Geschichte mitbekommen. Er ist unsicher und versucht generell jedem gefällig zu sein, ohne jedoch seine eigene Individualität zu entwickeln oder überhaupt erst zu entdecken. Er hat mit den typischen Teenager-Problemen zu kämpfen, nämlich in der Schule nicht zu sehr aufzufallen um nicht gedisst zu werden, irgendwie mit seinen Eltern und Schwestern klar zu kommen und überhaupt seinen eigenen Weg zu finden, zu verstehen, wer er überhaupt ist. Natürlich spielen auch Mädchen eine große Rolle und auch wenn er noch keine großen Erfahrungen in dieser Sache hat, ist es ihm eine Herzensangelegenheit, wie natürlich jedem Jungen in seinem Alter. In dieser Situation wird er von seiner Mutter dazu gedrängt wieder Kontakt mit Rachel aufzunehmen, die schwer erkrankt ist, wahrscheinlich sterben wird, und mit der er seitdem er sie damals noch im Kindesalter ziemlich verletzte hat, keinen Kontakt mehr pflegte. Greg legt sich also mächtig ins Zeug um dem Wunsch seiner Mutter nachzukommen und es gelingt ihm sich wieder mit Rachel anzufreunden. Zunächst ist auch alles gut, die beiden und schließlich auch Earl kommen gut miteinander aus. Greg weiß zwar, dass Rachel wahrscheinlich sterben könnte und findet dies auch schlimm und traurig, aber – so wird es in der Geschichte deutlich – er versteht eigentlich nicht, was dies genau bedeutet. Erst im Laufe der Zeit, wenn es Rachel schlechter und schlechter geht, wird aus Gregs Verhalten deutlich, dass er langsam zu begreifen beginnt.

Ich kann verstehen, dass das Buch zu Beginn ziemlich nerven kann, denn Greg erläutert wirklich Dutzende von Malen, dass er nix kann und nix ist und auch nicht versteht, dass jemand diesen Stuss, den er da schreibt überhaupt lesen kann. Das ist am Anfang noch recht amüsant, fängt dann aber doch schnell an zu nerven. Auch mich hat dies zwischenzeitlich genervt, aber ich fand den Schreibstil ganz angenehm flüssig und auch den ungewöhnlichen Aufbau des Buches interessanter, so dass ich einfach weiter lesen musste. Dieses Buch drückt nicht auf die Tränendrüse indem es vom Leiden der Kranken erzählt und vom Leid und der Trauer der Angehörigen, ich finde, hier geht es viel subtiler vor. Zwischen den Zeilen wird dem Leser zu verstehen gegeben, wie sehr Greg mit der gesamten Situation überfordert ist, wie sehr er eigentlich mit sich selbst beschäftigt ist und das nicht aus egoistischen Gründen, sondern weil er selbst erst erwachsen werden muss, an dieser Situation, in die er hinein gedrängt wurde, aber verzweifelt und am Ende bricht. Und das hat mich wirklich gerührt. Nicht zu Tränen, muss ich gestehen, wie es bei anderen Büchern dieser Art der Fall war, aber es hat mich gerührt.

Insgesamt fand ich dieses Buch schon recht gut und vor allem aber auch viel realistischer als andere Krebsbücher, weil hier die Protagonisten einfach als das beschrieben wurden, was sie waren: Heranwachsende, die ihren Weg erst noch finden müssen.

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

Untot 2: Sie sind zurück und hungrig – Kirsty McKay

untot2

Chicken House Verlag
Broschierte Ausgabe
ca. 416 Seiten
16,99 Euro
August 2013
Originaltitel: Unfed
ISBN: 978-3551520531
Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Na toll! Eine Glatze, eine Narbe und 6 Wochen Koma. Als Bobby erwacht, ist bereits ganz Schottland zombifiziert und zur Sperrzone erklärt worden. Ausgerechnet in einem schottischen Krankenhaus festzusitzen, ist also eher ungünstig. Dass auch Alice und Pete dort untergebracht sind, ist zumindest eine gute Nachricht. Doch wo steckt Smitty? Und wieso hat Bobbys Mutter, die angeblich tot sein soll, verschlüsselte Nachrichten auf dem Handy hinterlassen? Die ungleichen Freunde müssen schnellstens hier weg. Denn die Untoten sind lernfähig und hungrig und verdammt gefährlich. Und sie sind nicht die Einzigen, die ihnen hinterher jagen …

Zitat:
Ich hoffe, sie erledigen mich zuerst; es wäre zu viel, mit anzusehen, wie die anderen vor mir sterben. Viel schlimmer als die erste Kugel ist die Angst. Das Wissen, dass man sterben wird. Andererseits sollte ich vielleicht lieber hoffen, dass sie Alice als Erste finden. Sie ist extrem hübsch. Vielleicht kann sie die Typen irgendwie bequatschen. Wenn sie uns rettet, dann bin ich nie wieder gemein zu ihr, ich schwöre. 
(S. 135)

Kommentar:
Bobby erwacht sechs Wochen nach den Geschehnissen in Band 1 aus dem Koma. Ohne Haare und mit Narbe am Kopf muss sie feststellen, dass sich die Situation in der Zwischenzeit verschlechtert hat. Ganz Schottland steht nun unter Quarantäne und die Untoten treiben nach wie vor in Scharen ihr Unwesen. Zu alledem soll auch noch Bobbys Mutter und Smitty bei dem Unfall am Ende des ersten Bandes ums Leben gekommen sein, was Bobby jedoch aufgrund einer mysteriösen Handy-Nachricht bezweifelt. Zusammen mit Alice, Pete und dem neu hinzugestoßenen Russ kämpfen die Jugendlichen – mal wieder – ums nackte Überleben …

„Untot – Sie sind zurück und hungrig“ setzt sechs Wochen nach den Geschehnissen des ersten Bandes wieder ein und schließt nahtlos an die bisherige Erzählung an. Natürlich verfolgen wir Leser die Geschichte wieder aus Bobbys Perspektive, wie es bereits im ersten Teil der Fall war.

Die Protagonisten sind auch in diesem Band allesamt recht stereotypisch charakterisiert, was aber innerhalb der Geschichte absolut ausreicht und wunderbar funktioniert, gerade weil sich die Geschichte selbst gar nicht mal so ernst nimmt. Das macht meiner Meinung nach allerdings auch den Reiz dieser Reihe aus. Alice, die Klassendiva, die im ersten Band noch ein wenig genervt hat mit ihrer herablassenden Art, ist mittlerweile kaum noch weg zu denken und ihre Streitigkeiten mit Bobby, die mittlerweile einfach unübersehbar liebevoll und freundschaftlichen Charakter haben, haben mittlerweile ihren eigenen Charme entwickelt. Pete hat in diesem Band noch ein neues Outfit verpasst bekommen, ist immer noch der Nerd unter den Teens, allerdings nun mit mehr Selbstbewusstsein als noch im ersten Teil. Zunächst dachte ich, dass der neue Russ Smitty ersetzen soll, aber außer den äußerlichen Attributen haben beide eigentlich nicht allzu viel gemein.

Obwohl das grundsätzliche Setting recht gruselig ist und es auch viele Tote gibt, sorgt der vorhandene Humor für einen tollen Ausgleich, so dass dieses Buch trotz der realistisch beschriebenen Zombiefizierung irgendwo doch auch noch für Jugendliche empfohlen werden kann.
Wie bereits angedeutet strotzt auch dieser zweite Band wieder ziemlich vor Selbstironie und nimmt sich selbst nicht ernst. Das hat einfach viel Charme und bringt viel Witz mit sich. Ich konnte mich während der Lektüre einfach königlich amüsieren und das Buch dadurch einfach nur sehr genießen und das, obwohl die Geschichte alles andere als logisch durchdacht und realistisch ist.

Auch dieser zweite Band lässt wieder einigen Raum für eine Fortsetzung, die es hoffentlich noch geben wird. Mich würde es jedenfalls sehr freuen, denn diese Reihe ist doch mal erfrischend anders!

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen