Dark Heroine 1: Dinner mit einem Vampir – Abigail Gibbs

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ivi Verlag
Broschierte Ausgabe
ca. 608 Seiten
16,99 Euro
April 2014
Originaltitel: The Dark Heroine. Dinner With a Vampire
ISBN: 978-3492702973
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Inhalt

(lt. amazon.de):

Die Vampire sind zurück – und wie! »Dark Heroine. Dinner mit einem Vampir« wurde zur Droge für 17 Millionen Fans in England. Jetzt erscheint der internationale Bestseller auf Deutsch und sorgt mit Charme, Witz und Erotik für ein völlig neues Blutsauger-Vergnügen! Diese Nacht verändert Violets Leben für immer: Mitten auf dem Trafalgar Square in London geschieht ein furchtbarer Mord, und die 18-Jährige ist die einzige Augenzeugin. Erfolglos versucht sie, vor den Tätern zu fliehen – und wird in ein abgelegenes Herrenhaus verschleppt, das von nun an ihr Gefängnis ist. Doch Violets Kidnapper sind keine Menschen, sondern Vampire, faszinierend und todbringend zugleich. Der charismatische Blutsauger Kaspar hat besondere Pläne mit Violet, denn sie ist Teil einer gefährlichen Prophezeihung. Wird sie sich Kaspar hingeben, um zur sagenumwobenen dunklen Heldin zu werden – oder hat er Violets Mut unterschätzt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen?

 

Gewähltes Zitat

Ich stieß hörbar die Luft aus. Es war irgendetwas zwischen einem Lachen und einem Schnauben. »Das mit anzusehen war ein Schock. Versteht mich nicht falsch, ich habe den Trafalgar Square nicht vergessen … aber ich hätte nicht gedacht, dass ihr fähig seid, euren eigenen Artgenossen so etwas anzutun. Und jetzt benehmt ihr euch, als wäre gar nichts passiert … das ist so abartig.«
(S. 253)

Meine Meinung

Nie hätte Violett geglaubt, dass es Vampire gibt. Bis sie mitten im London, nach einer durchgefeierten Nacht einen Massenmord beobachtet. Schlimmer als dieses Erlebnis ist jedoch, dass die mordenden Vampire sie einfach mitnehmen und nicht mehr gehen lassen. Dafür hat Violett zu viel gesehen. Nun soll sie sich freiwillig dazu entschließen selbst ein Vampir zu werden. Aber sie ist fest entschlossen kein elender Blutsauger sein zu wollen …

Leider konnte mich „Dark Heroine“ nicht komplett begeistern und auch nicht restlos überzeugen. Mittlerweile bin ich mit Vampirromanen eigentlich gut bedient, in den letzten Jahren gab es ja etliche davon. Da ich im Vorfeld gelesen hatte, dass dieses Buch anders sein sollte, der Untertitel auch etwas Witz versprach und das Buch in England ja der Hit wurde, wollte ich es trotz des Vampir-Themas lesen und war richtig gespannt.

Wirklich witzig fand ich das Buch nicht. Klar, die Protagonistin ist recht frech, ein paar nette Sprüche gab es, aber ansonsten ist es alles andere als witzig. Für ein Jugendbuch fand ich es sogar äußerst brutal und auch recht freizügig, aber das sei nur mal am Rande angemerkt. Jedenfalls war es nicht so, wie ich es mir erhofft hatte.

Die Protagonisten waren mir eigentlich allesamt recht unsympathisch. Violett ist zwar recht taff und frech, aber irgendwie wirkte sie auf mich nie wirklich authentisch. Einerseits findet sie das Verhalten von Kaspar absolut schändlich, andererseits kann sie einfach fix drüber hinwegsehen. Nee, das war mir tatsächlich zu einfach.
Kaspar selbst … tja, was soll ich dazu sagen? Zu Beginn war er einfach ein absolut großes … naja, kein netter Kerl. Überhaupt nicht. Aber auf einmal ist er dann doch ganz nett. Aha. Hä? Woher dieser Sinneswandel? Das war für mich wirklich alles überhaupt nicht überzeugend dargestellt, mir ging dieses hin und her eher auf die Nerven.
Ebenso alle anderen Figuren. Irgendwie kam es mir so vor, als gäbe es nur extremes Verhalten in die eine oder andere Richtung, aber nie den normalen Mittelweg.

„Dark Heroine“ konnte sich meiner Ansicht nach auch tatsächlich nicht großartig von anderen Vampirbüchern abheben, die Thematik war ähnlich, die Probleme auch. Fremde Welt, fremde Wesen, ekliges Blut, die Verwandlungsproblematik und natürlich nicht zuletzt Liebe und Erotik. Erst ziemlich spät kam hier noch die Geschichte der Prophezeiung mehr zum Tragen. Das fand ich auch ganz gut, aber das Geplänkel vorher war mir einfach zu seicht, zu durchschaubar und langatmig.
Irgendwie schade, denn die Idee mit der Prophezeiung war eigentlich toll und hatte (bzw. hat immer noch) viel Potential. Nur die Umsetzung fand ich nicht so gelungen, hier wurde einfach viel Potential zugunsten undurchsichtigen und schmalzigen Szenen vergeudetet.

Fazit

Insgesamt merkt man hier einfach, dass die Autorin dieses Buches noch recht jung war. Die Geschichte kommt mir an vielen Stellen einfach sehr sprunghaft und dadurch wenig glaubhaft vor. Eine saubere Ausarbeitung wäre hier wünschenswert gewesen, aber ich hoffe einfach darauf, dass der nächste Band „Dark Heroine – Autumn Rose“ besser sein wird, denn diesen werde ich auf jeden Fall ebenfalls lesen, dafür hat mir die Idee zu gut gefallen.
Trotzdem nur drei Punkte, weil die Kritikpunkte dann doch etwas schwerer wiegen, obwohl mir das Buch insgesamt doch noch gefallen hat.

 

Meine Wertung:

RegenbogenRegenbogenRegenbogen

Weil ich Will liebe – Colleen Hoover

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Deutscher Taschenbuch Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 368 Seiten
9,95 Euro
Mai 2014
Originaltitel: Point of Retreat
ISBN: 978-3423715843
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Inhalt

(lt. amazon.de):

Es ist jetzt über ein Jahr her, dass Will Layken zum ersten Mal begegnet ist. Und ihre Liebe scheint täglich stärker zu werden. Doch als Will im neuen Studienjahr auf seine Ex-Freundin Vaughn trifft, beschließt er, Layken nichts davon zu erzählen. Ein fataler Fehler, denn als Layken die beiden zufällig sieht, missversteht sie die Situation.

 

Gewähltes Zitat

»Das ist der Beleg, den ich bekommen habe, als ich uns das erste Mal Drinks an der Bar hier geholt habe.
Ich habe ihn behalten, weil das, was draufsteht, mich zum Lachen gebracht hat.
Kakao on the Rocks?
Wer bestellt denn so was?
Aber du bist eben anders und es ist dir egal.
Du bist einfach du selbst.
Und auch das war einer der Momente,
in denen ich mich in dich verliebte.
Weil du so bist, wie du bist.
Weil du du bist.
Tja, und das hier …?«
(S. 240)

Meine Meinung

Es ist nun ungefähr ein Jahr her, dass Layken ihre Mutter verloren hat und nun ihren Bruder alleine aufzieht, ebenso wie ihr Freund Will, den das gleiche Schicksal ereilte und ihr gegenüber wohnt. Sie beide gehen mittlerweile aufs College und eigentlich könnte alles gut sein, wenn das Leben nicht wieder einmal ein paar besondere Überraschungen bereit halten würde, dieses mal vor allem in Form von Wills Ex-Freundin Vaughn…

Nachdem mich „Weil ich Layken liebe“ so begeistern konnte, war die Fortsetzung für mich natürlich Pflicht. Der erste Teil war so emotional und hat mich einfach total mitgerissen und so war ich auf „Weil ich Will liebe“ schon sehr gespannt und konnte es kaum erwarten. So habe ich das Buch auch sofort verschlungen, als ich es schließlich in Händen hielt und war nicht enttäuscht. Allerdings auch nicht so extrem begeistert wie noch beim ersten Teil. Aber mal von vorne …

Der zweite Teil wird nun aus der Sicht von Will erzählt, was mich zu Beginn ein wenig irritiert hat, aber ich habe mich schnell an die geänderte Sicht gewöhnt. Der Stil von Colleen Hoover ist auch in der geänderten Perspektive noch der selbe locker-flüssige wie bereits beim ersten Teil.
Auch hier wird dieser flüssige Stil wieder durch einige Poetry Slam-Einlagen aufgelockert.
Das ist auch das besondere Stilmittel in diesem Buch: die Poetry Slam-Einlagen. Poetry Slam ist ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem jeder seinen selbstgeschrieben Text einem Publikum vortragen kann. Vortragen bedeutet dabei nicht nur das reine Vorlesen oder Aufsagen, sondern die gesamte Performance und Selbstinszenierung des Vortragenden. Genau das geschieht in diesem Buch, viele der Figuren tragen ihre Texte vor und wir als Leser lesen die teils sehr poetischen Texte selbst mit und erfahren, wie Colleen Hoover sich deren Vorträge vorstellt.
Diese Elemente haben mir besonders gut gefallen, sie waren teils sehr witzig, teils traurig, immer ehrlich.
Leider gibt es in diesem Buch allerdings etwas weniger davon als noch im ersten Band, trotzdem aber genügend um sie erwähnen zu müssen.

Die Geschichte ist wieder sehr emotional, aber nicht ganz so dramatisch wie noch im ersten Teil. Dieses mal ist das Drama eher hausgemacht, denn es geht vor allem um Eifersucht und Unsicherheiten und Gewissheit.
Da das Buch dieses Mal aus der Sicht von Will geschrieben wurde, habe ich ab und an Laykens Handlungen nicht so recht nachvollziehen können und stand eher wie ein Mann vor dem großen Mysterium Frau. Aber diese Episoden waren immer nur sehr kurz. Dafür gab es ein paar Rückblicke Wills zum Anfang der Beziehung der beiden, die ein wenig klarer gezeigt haben, wie die ersten Begegnungen der beiden damals aus Wills Sicht abliefen. Das fand ich wirklich klasse.

Die Geschichte ist auch dieses Mal wieder in zwei große Abschnitte unterteilt und diese jeweils noch in zahlreiche, kurze Kapitel. Von der Optik her passt „Weil ich Will liebe“ perfekt zu seinem Vorgänger, was mir auch total gut gefällt.

Fazit

Insgesamt hat mir auch „Weil ich Will liebe“ wieder sehr gefallen und ich habe mit den lieb-gewonnenen Figuren mitgefiebert, gelacht und gelitten. Trotzdem war ich emotional nicht ganz so sehr involviert wie noch beim ersten Teil, bei dem ich schon beinahe das Gefühl hatte, ihn selbst zu erleben.
Ich möchte hier trotzdem noch die volle Punktzahl vergeben, weil ich mir tatsächlich kein Punkt einfällt, der mir nicht gefallen hat. Auch dieser zweite Band der Geschichte um Layken & Will war einfach toll und ich bin wirklich traurig, dass es nun wohl wirklich zu Ende ist …

 

Meine Wertung:

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Selection 2: Die Elite – Kiera Cass

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Sauerländer Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 384 Seiten
16,99 Euro
Februar 2014
Originaltitel: The Elite
ISBN: 978-3737362429
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Inhalt

(lt. amazon.de):
Das ganz große Glück?
Von den 35 Mädchen, die um die Gunst von Prinz Maxon und die Krone von Illeá kämpfen, sind mittlerweile nur noch 6 übrig. America ist eine von ihnen, und sie ist hin- und hergerissen: Gehört ihr Herz nicht immer noch ihrer großen Liebe Aspen? Aber warum hat sich dann der charmante, gefühlvolle Prinz hineingeschlichen? America muss die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Vorfall, der alles ändert.
Auch im zweiten Band der ›Selection‹-Trilogie geht es um die ganz großen Gefühle! Kiera Cass versteht es meisterhaft, das im ersten Band vorgestellte Liebesdreieck noch ein bisschen verzwickter zu machen und die Leserinnen gemeinsam mit America hin- und her schwanken zu lassen: Maxon oder Aspen? Aspen oder Maxon?
Endlich: Die Fortsetzung des weltweiten Bestsellers!
Selection – Die Elite schoss bei Erscheinen in den USA direkt auf Platz 1 der New York Times Bestsellerliste!

Gewähltes Zitat

Er kam mir so nah, dass ich automatisch einen Schritt zurückwich. Seine Stimme klang jetzt bedrohlich und viel beängstigender, als wenn er geschrien hätte. »Sie werden lernen müssen, Ihre Zunge im Zaum zu halten, Lady America. Ansonsten werden wir beide Feinde sein. Und glauben Sie mir, Sie möchten nicht, dass ich Ihr Feind bin.«
(S. 373 ff.)

Meine Meinung

Neben America Singer sind nur noch fünf weitere Mädchen im Rennen um den Prinzen und die damit verbundene Krone. Unter ihnen auch Americas Freundin Marlee, die ihr allerdings anvertraut, dass die Maxon gar nicht liebt und außerdem noch ein anderes Geheimnis mit sich herum trägt. Während auch America sich über ihre Gefühle klar werden muss, wird der Palast immer wieder von Angriffen der Rebellen erschüttert, die offenbar ein ganz bestimmtes Ziel haben…

Der zweite Band der „Selection“-Reihe gefiel mir noch viel besser als der erste Band, weil es in diesem um viel mehr ging, als um die bloße oberflächliche Bachelor-Geschichte.
Wo im ersten Band noch die Liebe und Gefühle im Vordergrund standen, werden im zweiten Band Themen wie Politik und Verantwortung ganz groß geschrieben.

Optisch passt diese Ausgabe wunderbar zum ersten Band. Wo der erste Band noch ganz in blau gehalten wurde, ist nun rot angesagt. Das Motiv gefällt mir wirklich gut!

Die Protagonistin America Singer ist mir bereits im ersten Band schon sehr ans Herz gewachsen. Sie ist eine junge Frau, für die Verhältnisse aus der sie stammt sehr gebildet, hübsch, natürlich, besonnen, sympathisch. Im ersten Band hielt ich sie beinahe schon für zu perfekt, im zweiten Band konnte sich dieser Eindruck selbst ein wenig relativieren, denn im zweiten Band benahm sie sich teils so nervig, dumm und naiv, dass es mich richtig aufregte.
Dieses Verhalten passte im ersten Band viel eher zu Prinz Maxon, den ich in diesem Band aber wiederum noch viel sympathischer fand und viel weniger naiv als noch im ersten. Wohl, weil wir über ihn in diesem zweiten Band viel mehr erfahren, was seinen Charakter und seine Beweggründe und überhaupt sein gesamtes Leben angeht.
Auch Americas erste Liebe Aspen lernen wir in diesem Band von einer anderen Seite kennen und ich bin mir wirklich nicht sicher, ob er mir noch sympathisch ist oder eher nicht mehr, denn eigentlich bin ich ja tatsächlich pro Maxon und deswegen voreingenommen.
Auf jeden Fall agieren die männlichen Figuren in diesem Band viel authentischer, ich kann ihre Beweggründe hier viel besser nachvollziehen als noch im ersten Band.

Die Geschichte selbst wird in diesem zweiten Teil nicht so wirklich voran getrieben. Lange Zeit wird auf der Stelle getreten was die Wahl von Prinz Maxon der Elite gegenüber angeht. Es tut sich in diese Richtung nur wenig und es scheint sogar, als würden sich Maxon und America eher auseinander entwickeln, denn beide haben mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen und vertrauen sich nicht mehr wirklich.
Dafür werden nun andere Themen wichtig, was mir so richtig gut gefallen hat, denn so entwickelt sich die Story von dieser oberflächlichen „Prinz sucht Mädchen“-Nummer in eine viel ernsthaftere Richtung. Es geht nicht mehr nur um die Wahl des Prinzen, sondern um weitreichende politische Entscheidungen, die das gesamte Volk von Illeá und dessen Zukunft betreffen.

Diese ernsthaften Entwicklungen und Überlegungen fand ich sehr gelungen dargestellt. Über den Charakter des amtierenden Königs und seiner Beziehung zur Königin, also dem Vater und der Mutter Maxons, war ich allerdings sehr erstaunt. Ohne zu viel verraten zu wollen, aber mit diesen Enthüllungen hatte ich nicht gerechnet und ich bin auch sehr gespannt, was die weiteren Hintergründe dazu angeht, die hoffentlich im nächsten Band noch etwas näher beleuchtet werden.

Fazit

Insgesamt hat mir der zweite Band wirklich noch besser gefallen als bereits der erste Band. Wo der erste Band noch der gelungene Einstieg in die Geschichte war, ein echter süchtig-Macher, ging der zweite Band jetzt viel tiefer.
Ich hoffe sehr, dass wir nicht allzu lange auf den dritten Band werden warten müssen, denn ich möchte endlich ein paar Antworten haben und das nicht nur auf die Fragen, für den sich America entscheiden wird, denn um Prinz Maxons Wahl geht es ja schon lange nicht mehr.

 

Meine Wertung:

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Selection – Kiera Cass

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Sauerländer Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 360 Seiten
16,99 Euro
Februar 2013
Originaltitel: The Selection
ISBN: 978-3737361880
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Inhalt (lt. amazon.de):
Die Chance deines Lebens?
35 perfekte Mädchen – und eine von ihnen wird erwählt. Sie wird Prinz Maxon, den Thronfolger des Staates Illeá, heiraten. Für die hübsche America Singer ist das die Chance, aus einer niedrigen Kaste in die oberste Schicht der Gesellschaft aufzusteigen und damit ihre Familie aus der Armut zu befreien. Doch zu welchem Preis? Will sie vor den Augen des ganzen Landes mit den anderen Mädchen um die Gunst eines Prinzen konkurrieren, den sie gar nicht begehrt? Und will sie auf Aspen verzichten, ihre heimliche große Liebe?

Zitat:
Mir war jedoch klar, dass ich mich nicht einfach über Nacht in Maxon verlieben würde. Das würde mein Herz mir nicht erlauben. Doch ich fand mich plötzlich in der Situation wieder, dass es da etwas gab, das ich vielleicht haben wollte. Deshalb sann ich oft still darüber nach, obwohl ich nicht nur einmal versucht war, mein Geheimnis auszuplaudern.
(S. 289)

Kommentar:
In der Zukunft sind die Menschen in unterschiedlichen sozialen Schichten unterteilt, genannt Kasten. Die junge America Singer gehört mit ihrer Familie der fünften Kaste an und ist damit Hunger und Entbehrungen gewohnt. Als sie eines Tages die Chance bekommt am Auswahlverfahren teilzunehmen, bei dem Prinz Maxon von Illeá seine zukünftige Frau finden will, wird sie von ihrer gesamten Familie und Freunden gedrängt daran teilzunehmen. Doch America zögert. Einerseits wäre ein Sieg für ihre Familie die Möglichkeit endlich aufzusteigen und ein sorgloses Leben zu führen. Und auch wenn sie nicht siegen würde, wäre allein schon ihre Teilnahme ein Garant dafür, dass ihre Familie für eine ganze Weile ausgesorgt hätte. Andererseits ist sie sich nicht sicher, ob sie diesem eingebildeten und aufgeblasenen Prinzen wirklich umwerben will und außerdem ist da ja auch noch ihre heimliche Liebe Aspen, dessen Heiratsantrag sie sehnlichst erwartet…

Dieses Buch lag hier eine kleine Ewigkeit herum und jetzt, kurz vor Erscheinen des zweiten Bandes habe ich es mir endlich geschnappt und konnte kaum aufhören zu lesen.
Der Schreibstil von Kiera Cass ist klasse und als absolut locker und leicht zu bezeichnen. Man fliegt förmlich durch die knapp 360 Seiten.

Die Geschichte selbst erinnert tatsächlich ein wenig an „Der Bachelor“ – viele hübsche Mädels kämpfen um die Gunst eines Mannes und das in aller Öffentlichkeit und fürs Fernsehen. So oberflächlich wie sich dieses Szenario auch anhört, ist es allerdings dann doch nicht. Jedenfalls nicht ganz. Im Vordergrund geht es zwar um den Kampf um den Traummann und die Krone und der damit einhergehenden Macht und dem Reichtum, aber im Hintergrund geht es vor allem auch um die gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse, die besonders in den Gesprächen zwischen America und Maxon immer wieder zur Sprache kommen, wenn sie versucht ihm nahezubringen, wie die Welt außerhalb des goldenen Käfigs wirklich ist, wenn man nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde, sondern innerhalb der fünften Kaste oder sogar einer noch niedrigeren angehört.

Obwohl „Selection“ in einer fernen Zukunft, weit hinter dem vierten Weltkrieg spielt, merkt man davon nicht allzu viel. Die Welt hat sich zwar drastisch verändert, vor allem was die Länderumverteilung und Politik angeht, allerdings kann von Fortschritt nicht unbedingt die Rede sein, schon gar nicht von einem technischen Fortschritt. Das hat mich allerdings überhaupt nicht gestört. Ich habe die Geschichte sehr genossen, nur halt zu keiner Zeit im Kopf gehabt, dass sie in der Zukunft spielt, außer, wenn von der Zeit vor den ganzen Veränderungen die Rede war, in der die Welt noch so beschrieben war, wie sie heute ist.

Die Protagonistin America Singer ist mir sehr ans Herz gewachsen. Sie ist eine junge Frau, für ihre Verhältnisse sehr gebildet, hübsch, natürlich, besonnen, sympathisch – ja, eigentlich schon viel zu perfekt! Tatsächlich hat die Protagonistin nur wenige Fehler, aber die paar machen sie noch einmal liebenswerter. Das empfindet wohl auch Prinz Maxon. Seine Figur ist ähnlich angelegt, hinzu kommt noch eine Portion Naivität, denn ein zukünftiger erwachsener Regent, der als durchaus interessiert und intelligent dargestellt wird und trotzdem kaum Ahnung von der Welt dort draußen zu haben scheint, den kann ich nur als naiv bezeichnen. Trotzdem würde auch ich ihm mein Herz schenken, denn seine Naivität macht er definitiv mit seinem Charme wett.
Die weiteren Figuren bleiben allesamt ein wenig blasser, was allerdings nicht allzu schlimm ist, denn sie sind eh eher Nebenfiguren.
Ein wenig hervorheben könnte man hier vielleicht noch Americas erste Liebe Aspen, auf die sie im Palast wieder stößt. Eigentlich ist Aspen ebenfalls ganz nett und ich kann gar nicht genau beschrieben wieso, aber mir ist er tatsächlich nie sonderlich sympatisch gewesen. Ob das von der Autorin gewollt ist oder ob da doch mehr meine Vorliebe für den Prinzen durchscheint, das werde ich wohl erst am Ende der Reihe wissen, wenn ich weiß, für wen America sich schlussendlich entscheiden wird. 

Einerseits ärgere ich mich, dass ich diese tolle Buch nicht schon früher gelesen habe, andererseits freue ich mich auch, weil ich jetzt beinahe nahtlos zu Band 2 übergehen kann und mich allzu lange warten muss, denn das Ende ist schon gemein und absolut offen!

 

Meine Wertung:
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Für immer die Liebe – Cynthia J. Omololu

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Dressler Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 384 Seiten
17,95 Euro
Januar 2014
Originaltitel: Intuition
ISBN: 978-3791515076
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Inhalt (lt. amazon.de):
Kann die Liebe dein Schicksal besiegen? Seit Cole weiß, dass sie ein Mensch ist, der sich an seine früheren Leben erinnert, hat sich einfach alles verändert. Sie ist zum ersten Mal in ihrem Leben verliebt. Griffon macht sie überglücklich und sie möchte nie wieder ohne ihn sein. Doch dann drängt sich der charismatische Drew in Coles Leben. Plötzlich weiß Cole nur noch eines: dass sie nichts mehr weiß! Sie liebt Griffon doch, oder? Warum bloß übt Drew dann so eine Anziehung auf sie aus? Ist er vielleicht ihr Schicksal?

Zitat:
Die beiden tauschen einen langen Blick, und obwohl alle behaupten, dass selbst die ältesten Akhet keine telepathischen Fähigkeiten besitzen, bin ich mir da manchmal nicht so sicher. Ich könnte wetten, dass die beiden gerade intensiv kommunizieren.
(S. 75)

Kommentar:
Als Nicole, genannt Cole, in Drew einen Mann erkennt, den sie in einem früheren Leben einmal geliebt hat, lässt Griffon ihr die Entscheidung, ob sie mit ihm zusammen sein möchte. Und Cole freundet sich auch tatsächlich näher mit Drew an. Durch ihn lernt sie auch weitere Aketh kennen, die allerdings teilweise eine andere Einstellung haben als der Sekhem. Es ist an ihr und ihren empathischen Fähigkeiten auszumachen, wer der Bösewicht ist. Währenddessen sorgt auch Veronica noch einmal für Ärger, indem sie Coles bester Freundin Rayne weis machen will, dass sie ihre Freundin aus einem früheren Leben wäre und Rayne auch bald eine Aketh werden würde…

„Für immer die Liebe“ passt mit seinem äußeren perfekt zum ersten Teil. Nicht nur der Schutzumschlag ist schön gestaltet, sondern auch der Bucheinband da drunter ist wunderschön farblich gestaltet, was mir sehr gut gefällt, denn das Auge ‚isst‘ ja bekanntlich mit.

Der zweite Teil setzt ziemlich nah am Ende des ersten Bandes wieder ein. Cole, eigentlich Nicole, kann durch ihren Unfall nicht mehr so gut Cello spielen, wie zuvor, was ihr schon zu schaffen macht. Trotzdem hat sie nun mit Griffon und ihrem Dasein als Aketh einen neuen Lebensinhalt gefunden.

Anders als noch im ersten Band, geht es in diesem Band doch mehr um die Liebe. Cole ist hin und her gerissen zwischen Griffon und Drew. Griffon liebt sie eigentlich, aber Drew entpuppt sich als ihr ehemaliger Geliebter aus einem vergangenen Leben und ihn hat sie damals auch innig geliebt. Als Griffon ihr die Entscheidung abnimmt und Cole verlässt, lässt sie sie schließlich tatsächlich mit Drew ein. Diese innere Zerrissenheit seitens Cole ist also in diesem Band ein großes Thema, aber trotz dem das Buch wieder aus der Sicht von Cole geschrieben wurde, konnte ich ihre Gefühle dieses mal nicht so wirklich nachvollziehen. Ich fand, dass sie dieses mal alles zu leicht genommen hat, also, ihre Handlungen nicht wirklich authentisch waren, nicht zu ihrem Charakter passten. Das fand ich ein wenig schade, ich fand, dass es sich die Autorin hier zugunsten des Erzähltempos ein wenig zu leicht gemacht hat.

Dabei fand ich den Schreibstil von Cynthia J. Omololu auch dieses mal wieder flüssig und mitreißend, das kann ich nicht anders sagen.

Ein wenig zu kurz gekommen sind mir dieses mal auch die Rückblicke in Coles frühere Leben. Die gab es zwar auch dieses mal, aber sie waren im Vergleich zum letzten Band dieses mal eher belanglos, es gab keine großen Erkenntnisse oder ähnliches. Das fand ich insgesamt ein wenig schade, denn diese haben im ersten Band doch sehr den Reiz der Geschichte ausgemacht, weswegen ich mir ähnliches auch hier gewünscht hätte.

Die Geschichte selbst war aber trotzdem auch dieses mal interessant und schön mit zu verfolgen, wenn ihr auch der gewisse Reiz des ersten Bandes fehlte. Trotzdem hat mir die Lektüre auch dieses Mal wieder viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf die Fortsetzung, vor allem nach der überraschenden Enthüllung, die es zum Schluss noch gab.
Vier gute Sterne für diese Fortsetzung!

 

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

Weil ich Layken liebe – Colleen Hoover

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dtv Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 352 Seiten
9,95 Euro
November 2013
Originaltitel: Slammed
ISBN: 978-3423715621
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Inhalt (lt. amazon.de):
Nach dem Tod ihres Vaters zieht die 18-jährige Layken mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von Texas nach Michigan. Nie hätte Layken gedacht, dass sie sich dort bereits am ersten Tag Hals über Kopf verliebt. Und dass diese Liebe mit derselben Intensität erwidert wird. Es sind die ganz großen Gefühle zwischen Layken und Will. Das ganz große Glück – drei Tage lang. Denn dann stellt das Leben sich ihrer Liebe mit aller Macht in den Weg…

Zitat:
»Das ist nicht der Tod, der euch eins in die Fresse haut, sondern das Leben, Layken. Das Leben ist nun mal so, dass einer Menge Leute verdammt viel Scheiße passiert. Zu vielen Leuten zu viel Scheiße.«
(S. 233)

Kommentar:
Der 18jährigen Layken spielt das Schicksal übel mit. Zuerst stirbt ihr Vater überraschend, dann zieht sie mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder von Texas nach Michigan und muss ihre gewohnte Umgebung und ihr bisheriges Leben zurück lassen und dann entpuppt sich noch ihre Bekanntschaft Will, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt und dem sie vertraut, als ihr neuer Lehrer. Natürlich müssen sie ihre Beziehung sofort beenden, noch bevor sie richtig begonnen hat, denn er hat die Verantwortung für seinen kleinen Bruder inne und ist auf seinen Lehrerverdienst angewiesen. Als ob das noch nicht genug wäre, kommt es schließlich noch dicker …

„Weil ich Layken liebe“ wollte ich tatsächlich aufgrund der vielen begeisterten Bloggerstimmen lesen. Ich konnte mir nicht so recht vorstellen, dass mich eine Liebesgeschichte so mitreißen könnte und wollte mich einfach selbst davon überzeugen, was hinter diesem Buch steckt. Und ja, das Buch hat es absolut geschafft mich so richtig mitzureißen. Ich las das Buch zu Hause, auf dem Spielplatz und unterwegs im Auto (natürlich als Beifahrer) und lachte und weinte. Die Liebesgeschichte zwischen Will und Layken konnte mich wirklich mitreißen. Obwohl … eigentlich ist es keine reine Liebesgeschichte, es geht nämlich um viel mehr. Um große Emotionen. Natürlich um Liebe, aber auch um Leben und Tod, um Freundschaft, ums Erwachsen werden, darum Verantwortung zu übernehmen. Ich habe mich während des Lesens wirklich sehr wohl gefühlt, Colleen Hoover hat hier eine wirklich mitreißende Geschichte geschrieben und das in einem wirklich locker leichtem Stil, der durch zahlreiche Poetry Slam-Einlagen verfeinert wurde.

Das ist auch das besondere Stilmittel in diesem Buch: die Poetry Slam-Einlagen. Poetry Slam ist ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem jeder seinen selbstgeschrieben Text einem Publikum vortragen kann. Vortragen bedeutet dabei nicht nur das reine Vorlesen oder Aufsagen, sondern die gesamte Performance und Selbstinszenierung des Vortragenden. Genau das geschieht in diesem Buch, viele der Figuren tragen ihre Texte vor und wir als Leser lesen die teils sehr poetischen Texte selbst mit und erfahren, wie Colleen Hoover sich deren Vorträge vorstellt.
Diese Elemente haben mir besonders gut gefallen, sie waren teils sehr witzig, teils traurig. Auf jeden Fall haben sie mich neugierig auf tatsächliches Poetry Slam gemacht.

Ansonsten ist das Buch in zwei große Abschnitte unterteilt, dem ersten und dem zweiten Teil. Innerhalb dieser Teile gibt es natürlich auch noch viele Kapitel.

Wie bereits erwähnt ist die Geschichte wirklich mitreißend und emotionsgeladen. Die Figuren habe ich wirklich allesamt ins Herz geschlossen und zwar so sehr, dass selbst das Beenden des Buches für mich traurig war, denn ich hätte Will und Layken so gerne noch weiter begleitet. Glücklicherweise wird dies in Kürze möglich sein, denn bereits in wenigen Monaten erscheint der zweite Teil der großen Liebesgeschichte von Will und Layken, der da heißt: “Weil ich Will liebe”.

Von mir gibt es für diese wirklich tolle Geschichte, die viel mehr ist als eine reine Liebesgeschichte volle fünf Sterne! Für weniger hat es mir persönlich einfach zu gut gefallen!

 

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

Herz aus Glas – Kathrin Lange

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Arena Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 416 Seiten
16,99 Euro
Januar 2014
ISBN: 978-3401069784
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Inhalt (lt. amazon.de):
Juli ist wenig begeistert, die Winterferien auf Martha’s Vineyard verbringen zu müssen. Auf der Insel trifft sie den verschlossenen David, dessen Freundin bei einem Sturz von der Klippe ums Leben kam. Bald erfährt Juli, dass ein Fluch für den Tod weiterer Mädchen verantwortlich sein soll. Nachts hört sie flüsternde Stimmen. Als sie sich in David verliebt, merkt sie nicht, welche Gefahr dies bedeutet.

Zitat:
In diesem Moment zersprang mein Herz aus Glas in tausend winzige Splitter, die meinen Brustkorb füllten und einen so scharfen Schmerz verursachten, dass ich aufkeuchte.    
(S. 255)

Kommentar:
Die 17jährige Juli begleiten ihren Vater auf seine Bitte hin nach Martha’s Vineyard aufs Anwesen seines Verlegers, wo er sein Buch fertig schreiben und einige Recherchen für selbiges anstellen will. Juli, die eigentlich Juliane heißt, soll sich ein wenig mit dem etwas älteren Sohn anfreunden um ihn abzulenken. David hat erst vor wenigen Wochen seine Verlobte bei einem Unfall verloren und wird seitdem als Selbstmordgefährdet eingestuft.
Wirkliche Lust hat Juliane dazu nicht, für ihren Vater lässt sie sich jedoch auf dieses Projekt ein.
Auf Martha’s Vineyard angekommen, fühlt sich Juli schnell von David angezogen. Sein Verhalten bleibt jedoch abweisend und er ist recht unfreundlich, so dass es zu vielen Spannungen zwischen den beiden kommt. Hinzu kommt noch, dass Juli von einem Fluch erfährt, der angeblich über Sorrow liegen soll und in der Vergangenheit bereits für viele Tote gesorgt haben soll. Juli wird ganz anders und mit ihrem Vater kann sie nicht wirklich darüber sprechen, weil er viel zu sehr mit seiner Arbeit beschäftigt ist. Glücklicherweise kann sie jedoch mit Davids bestem Freund Henry reden, der sich ebenfalls um David sorgt und viel mit Juli und David unternimmt…

„Herz aus Glas“ ist der Auftakt einer Jugendbuchreihe, der allerdings auch so alleine für sich stehen bleiben könnte.
Die Autorin hat hier einen sehr besondere Stimmung geschaffen. Von Beginn an ist die Atmosphäre ein wenig gedrückt, fast schon unterkühlt, was die Geschichte aber nicht abschrecken, sondern umso spannender werden lässt. Durch die mystischen Elemente wurde ich sehr ans Buch gefesselt, denn ich wollte unbedingt herausfinden, was nun hinter dem allen steckt, was Davids Geheimnis ist, was es mit diesem Fluch zu tun hat und ob es vielleicht wirklich Geister auf Sorrow gibt.

Die Protagonisten stechen hier wirklich sehr heraus, sie relativieren eigentlich die düstere Atmosphäre des Buches, denn die Figuren muss man einfach wirklich mögen. Angefangen mit der Hauptfigur Juli, die uns diese Geschichte erzählt. Wir Leser erleben dieses Buch aus Julis Sicht, sie erzählt die vergangenen Ereignisse, was mich dazu gebracht hat ein engeres Verhältnis mit Juli einzugehen. Dabei ist sie recht offen, was sie sehr sympathisch macht. David ist ein wenig das Gegenteil. Er ist alles andere als offen, kommt sehr verschlossen und unfreundlich rüber. Einfach sehr geheimnisvoll, was ihn total interessant macht, denn man merkt einfach, dass mehr hinter dieser Figur steht.
 
Auch alle anderen Figuren fand ich total gelungen dargestellt, aber die gelungene Darstellung bezieht sich nicht alleine auf die Figurendarstellung, sondern auch auf die Geschichte selbst, denn diese ist ebenfalls super konstruiert. Zunächst dachte ich, ich hätte sehr früh durchschaut, worauf das alles hinauslaufen würde. Und kurz vor Schluss schien es auch genau so gewesen zu sein. Und dann kam die Wende und Kathrin Lange konnte mich wirklich überraschen. Das hat wirklich Spaß gemacht!

Insgesamt mochte ich dieses Buch richtig gerne und habe es innerhalb weniger Stunden verschlingen müssen! Obwohl das Buch, wie ich eingangs schon sagte, auch für sich alleine stehen könnte, gibt es noch Raum für eine Fortsetzung, auf die ich jetzt auch wirklich sehr gespannt bin, obwohl ich mir noch nicht so wirklich vorstellen kann, wo uns diese hinführen wird. Trotzdem freue ich mich sehr auf ein Wiedersehen mit Juli und David!
Von mir gibt es für diese tolle und einnehmende Geschichte volle fünf Sterne!

 

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

Rette mich vor dir – Tahereh H. Mafi

rettemichvordir

Goldmann Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 416 Seiten
16,99 Euro
September 2013
Originaltitel: Unravel me
ISBN: 978-3442313044
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Inhalt (lt. amazon.de):
Wenn die Liebe Fluch und Erlösung zugleich ist …
Juliette ist die Flucht gelungen. Sie und Adam sind den Fängen des grausamen Regimes entkommen und haben Zuflucht gefunden im Omega Point, dem geheimen Stützpunkt der Rebellen. Hier gibt es andere wie sie mit übernatürlichen Kräften, und zum ersten Mal fühlt Juliette sich nicht mehr als Außgestoßene, als Monster. Doch der Fluch ihrer tödlichen Berührung verfolgt sie auch hier – zumal Adam nicht länger völlig immun dagegen ist. Während ihre Liebe zueinander immer unmöglicher scheint, rückt der Krieg mit dem Reestablishment unaufhaltsam näher. Und mit ihm das Wiedersehen mit dem dunklen und geheimnisvollen Warner, hinter dessen scheinbar gefühlloser Fassade sich so viel mehr verbirgt, als es den Anschein hat …

Zitat:
Ich blicke um mich.
Auf den Boden.
Auf die Folgen meiner Tat

Und zum ersten Mal begreife ich, dass ich die Kraft habe, alles zu zerstören.
(S. 62)

Kommentar:
Nachdem Juliette und Adam im Rebellenlager Omega Point gut aufgenommen wurden, zieht sich Juliette nun immer mehr zurück. Auch Adam scheint etwas vor Juliette zu verbergen, was sie noch zusätzlich verunsichert. Hinzu kommt, dann Warners Truppen immer noch auf der Suche nach dem Rebellenhauptquartier sind und offenbar auch nach Juliette selbst suchen, denn Warner ist immer noch besessen von ihr. Als schließlich zwei der Rebellen als Geisel genommen werden, verlangt der Oberbefehlshaber, Warners Vater höchstpersönlich, dass Juliette sich im Gegenzug stellt. Damit löst er den unausweichlichen Krieg schneller aus, als es den Rebellen lieb war und schließlich überrascht Warners Vater noch mit seiner bisher geheim gehaltenen Identität…

Ich war sehr froh, dass ich den ersten Band „Ich fürchte mich nicht“ so spät erst gelesen habe, dass ich den zweiten Band direkt im Anschluss an diesen lesen konnte. Und das war auch gut so!
Der zweite Band knüpft beinahe nahtlos ans Ende des ersten Bands an. Nur wenige Tage sind seitdem vergangen. Juliette schwankt zwischen innerer Sicherheit und totaler Zerrissenheit hin und her, was beinahe noch schlimmer ist als bereits im ersten Band und auf jeden Fall ein kleiner Rückschritt im Vergleich zum Ende des ersten Bandes. Auch alle anderen Figuren haben in diesem Band extrem mit sich und ihren Emotionen zu kämpfen, sowohl Adam, als auch Kenji und sogar Warner. Während mir Adam in diesem Band etwas unsympathischer durch seine melodramatischen Handlungen und Entscheidungen war, wurde mir Warner teils sympathischer, obwohl er immer noch ein ziemliches Ekel ist. Allerdings zeigt sich hier wieder sehr deutlich, dass niemand einfach nur gut oder schlecht ist, so einfach macht es uns die Autorin hier nicht und das gefällt mir so richtig gut. So bleibt es interessant, die Figuren bleiben total überraschend und facettenreich und entwickeln sich immer weiter und zwar so, dass es wirklich realistisch und nachvollziehbar bleibt.

Der Stil der Autorin ist ähnlich wie im ersten Band. Einfache Sprache, sehr poetisch und emotional. Durchgestrichene Worte, Passagen und Absätze gibt es hier zwar immer noch, allerdings nicht mehr in dem Umfang, wie es sie im ersten Band bereits gab, was mich eigentlich ein wenig irritiert, denn das passt gar nicht so mit meinem Bild von Juliette zusammen, die für meine Begriffe in diesem Band noch viel mehr mit sich, ihrer Umgebung und der ganzen Welt hadert, als es noch im letzten Band der Fall war. Vielleicht drückt das auch lediglich aus, dass sie sich mittlerweile ein wenig mehr an eine normale Kommunikation gewöhnt hat, die ihr bis zu Beginn des ersten Bandes ja für lange Zeit verwehrt geblieben war.

Die Geschichte selbst ist ziemlich überschaubar, es passiert genug um etwas zu erzählen zu haben, aber zu wenig um es als actionreich zu bezeichnen. Das muss meiner Meinung aber auch gar nicht sein. Die wenigen Action-Szenen reichen absolut und bringen immer wieder frischen Wind in die Geschichte. Generell überraschen mich die Handlungen oftmals eh sehr, es gibt einfach viele unvorhergesehene Wendungen, die dann aber schließlich doch super ins Bild passen. Und ansonsten lebt dieses Buch meiner Ansicht nach auch einfach von seinen tollen Charakteren.

Insgesamt bin ich also auch von „Rette mich vor dir“ wieder sehr begeistert und fiebere jetzt dem dritten Band entgegen, auf den ich jetzt dann doch einige Zeit warten muss.

Meine Wertung:
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