Touched 3: Die Macht der ewigen Liebe – Corrine Jackson

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Thienemann Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 448 Seiten
16,99 Euro
März 2014
Originaltitel: Touched – Ignited
ISBN: 978-3522201667
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Inhalt

(lt. amazon.de):

Remy zwischen Asher und Gabriel, … für wen wird sie sich entscheiden? Remys Großvater, einer der wenigen männlichen Heiler, hält ihren Vater in Gefangenschaft. Von ihren Freunden unterstützt, versucht Remy, ihn zu befreien. Sie taucht dabei tief ein in die Geschichte der Heiler und Beschützer und erfährt, welche Rolle ihr zugedacht ist. Welche ganz besondere Rolle. Daraufhin bekämpft sie nicht länger ihre beiden zerrissenen inneren Hälften, sondern akzeptiert sie. In einem aufwühlenden Kampf besiegt sie ihren Großvater, ihr Vater kann befreit werden. Das alles verändert Remy und ihre Beziehung zu Asher sehr. Wie soll sie damit umgehen? Und mit ihrer zarten Liebe zu Gabriel?

 

Gewähltes Zitat

Ein Schauder der Angst überlief mich. Wer zum Teufel war dieser Typ, wenn er nicht für meinen Großvater arbeitete oder für die Männer, die meinen Vater in ihrer Gewalt hatten? Und was wollte er von mir? Mit einem Mal kam es mir sehr viel schlimmer vor, mit einem unbekannten Feind zu tun zu haben als mit einem bekannten. Ich sah mich im Raum um, spähte nach dem Ausgang und rechnete mir meine Chancen aus, lebend zu entkommen.
(S. 238)

Meine Meinung

Nachdem es im letzten Teil gelungen ist Asher aus der Hand seiner Entführer zu befreien, sind er, Remy, Lucy fortan auf der Flucht vor Remys Großvater und seine Leute und versuchen sich einen Plan zurecht zu legen, mit dem sie Ben aus Francs Klauen befreien können. Remys und Lucys Mutter liegt derzeit weiter schwer verletzt im Krankenhaus, wird von Lottie bewacht, aber es sieht nicht gut aus … und Gabriel hat sich erst einmal abgesetzt um seinem Bruder und Remy nicht mehr im Weg zu stehen …

Diese Reihe ist wirklich der Wahnsinn! Die Idee dahinter hat mir ja schon vom ersten Band an gefallen, obwohl ich im ersten Band den Erzählstil noch etwas holprig fand, aber auch das hat sich mittlerweile gelegt und so passt hier im dritten Band jetzt nahezu alles!

Die Geschichte nimmt so überraschende Wendungen, dass ich sie wirklich nicht vorhergesehen habe. Das ist toll, so hatte ich wirklich den Eindruck mal etwas komplett neues vor mir zu haben. Eine Geschichte, die mich noch komplett überraschen kann. Deswegen werde ich mich in meiner Rezension hier auch ein wenig vorsichtig und schwammig ausdrücken, um allen zukünftigen Lesern dieser Reihe die Überraschung nicht vorweg zu nehmen.

Die Dreiecksgeschichte, die schon im zweiten Band ihren Lauf nahm, konnte mich bei dieser Reihe tatsächlich mal komplett überzeugen, obwohl ich sonst bei solchen Dreiecksgeschichten eher genervt bin. Aber hier hat es mir wirklich gefallen. Lediglich das schwammige hin und her zwischen Asher und Remy hat mich in diesem Band ein wenig gefuchst, aber es hat tatsächlich gepasst, wenn man beachtet, was Asher so alles hinter sich hatte. Und Remy ja sowieso.
Ein wenig überrascht hat mich in diesem Band Lucy, die bisher immer der absolute Sonnenschein war und total ausgeglichen und verständnisvoll rüberkam. Diese Charakterentwickung fand ich am beeindruckendsten. Aber auch alle anderen Figuren haben mir in diesem Buch gefallen, wenn sie oftmals auch nicht zu ihrem Vorteil gehandelt haben. Zumindest waren ihre Handlungen aber immer klar nachvollziehbar, was ich als großen Pluspunkt empfinde.

Die Geschichte selbst hat mich – wie bereits erwähnt – oftmals überrascht. Obwohl gerade dieser dritte Band am Anfang eine Startschwierigkeiten hatte und nur sehr langsam in Gang kam, hatte ich nicht das Gefühl, dass es großartige Längen gab. Das Tempo wurde zugunsten der Figurenentwicklung ein wenig angezogen.
Die Idee um die Gemeinde der Heiler und Beschützer hat mir gut gefallen und wurde auch toll umgesetzt, vor allem auch mit ihrer fiktiven Geschichte und Entwicklung, die jetzt im dritten Band ihren Höhepunkt fand.

Fazit

Insgesamt konnte mich diese Trilogie auf jeden Fall begeistern. Und nicht nur die Trilogie, sondern auch der Abschluss war absolut überzeugend. Die Idee war klasse, die Umsetzung top und die Figuren wirkten authentisch. Das hat mir insgesamt sehr gefallen und obwohl die Geschichte jetzt insoweit abgeschlossen ist, hätte ich nichts dagegen, wenn es weitere Geschichten aus der Welt der Heiler und Beschützer geben würde, denn dafür ist meiner Meinung nach noch genügend Raum. Diese Trilogie ist jetzt allerdings beendet und ich vergebe für diesen tollen Abschluss viereinhalb Sterne, die ich auf volle fünf aufrunde.

 

Meine Wertung:

RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

Herz aus Glas – Kathrin Lange

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Arena Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 416 Seiten
16,99 Euro
Januar 2014
ISBN: 978-3401069784
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Inhalt (lt. amazon.de):
Juli ist wenig begeistert, die Winterferien auf Martha’s Vineyard verbringen zu müssen. Auf der Insel trifft sie den verschlossenen David, dessen Freundin bei einem Sturz von der Klippe ums Leben kam. Bald erfährt Juli, dass ein Fluch für den Tod weiterer Mädchen verantwortlich sein soll. Nachts hört sie flüsternde Stimmen. Als sie sich in David verliebt, merkt sie nicht, welche Gefahr dies bedeutet.

Zitat:
In diesem Moment zersprang mein Herz aus Glas in tausend winzige Splitter, die meinen Brustkorb füllten und einen so scharfen Schmerz verursachten, dass ich aufkeuchte.    
(S. 255)

Kommentar:
Die 17jährige Juli begleiten ihren Vater auf seine Bitte hin nach Martha’s Vineyard aufs Anwesen seines Verlegers, wo er sein Buch fertig schreiben und einige Recherchen für selbiges anstellen will. Juli, die eigentlich Juliane heißt, soll sich ein wenig mit dem etwas älteren Sohn anfreunden um ihn abzulenken. David hat erst vor wenigen Wochen seine Verlobte bei einem Unfall verloren und wird seitdem als Selbstmordgefährdet eingestuft.
Wirkliche Lust hat Juliane dazu nicht, für ihren Vater lässt sie sich jedoch auf dieses Projekt ein.
Auf Martha’s Vineyard angekommen, fühlt sich Juli schnell von David angezogen. Sein Verhalten bleibt jedoch abweisend und er ist recht unfreundlich, so dass es zu vielen Spannungen zwischen den beiden kommt. Hinzu kommt noch, dass Juli von einem Fluch erfährt, der angeblich über Sorrow liegen soll und in der Vergangenheit bereits für viele Tote gesorgt haben soll. Juli wird ganz anders und mit ihrem Vater kann sie nicht wirklich darüber sprechen, weil er viel zu sehr mit seiner Arbeit beschäftigt ist. Glücklicherweise kann sie jedoch mit Davids bestem Freund Henry reden, der sich ebenfalls um David sorgt und viel mit Juli und David unternimmt…

„Herz aus Glas“ ist der Auftakt einer Jugendbuchreihe, der allerdings auch so alleine für sich stehen bleiben könnte.
Die Autorin hat hier einen sehr besondere Stimmung geschaffen. Von Beginn an ist die Atmosphäre ein wenig gedrückt, fast schon unterkühlt, was die Geschichte aber nicht abschrecken, sondern umso spannender werden lässt. Durch die mystischen Elemente wurde ich sehr ans Buch gefesselt, denn ich wollte unbedingt herausfinden, was nun hinter dem allen steckt, was Davids Geheimnis ist, was es mit diesem Fluch zu tun hat und ob es vielleicht wirklich Geister auf Sorrow gibt.

Die Protagonisten stechen hier wirklich sehr heraus, sie relativieren eigentlich die düstere Atmosphäre des Buches, denn die Figuren muss man einfach wirklich mögen. Angefangen mit der Hauptfigur Juli, die uns diese Geschichte erzählt. Wir Leser erleben dieses Buch aus Julis Sicht, sie erzählt die vergangenen Ereignisse, was mich dazu gebracht hat ein engeres Verhältnis mit Juli einzugehen. Dabei ist sie recht offen, was sie sehr sympathisch macht. David ist ein wenig das Gegenteil. Er ist alles andere als offen, kommt sehr verschlossen und unfreundlich rüber. Einfach sehr geheimnisvoll, was ihn total interessant macht, denn man merkt einfach, dass mehr hinter dieser Figur steht.
 
Auch alle anderen Figuren fand ich total gelungen dargestellt, aber die gelungene Darstellung bezieht sich nicht alleine auf die Figurendarstellung, sondern auch auf die Geschichte selbst, denn diese ist ebenfalls super konstruiert. Zunächst dachte ich, ich hätte sehr früh durchschaut, worauf das alles hinauslaufen würde. Und kurz vor Schluss schien es auch genau so gewesen zu sein. Und dann kam die Wende und Kathrin Lange konnte mich wirklich überraschen. Das hat wirklich Spaß gemacht!

Insgesamt mochte ich dieses Buch richtig gerne und habe es innerhalb weniger Stunden verschlingen müssen! Obwohl das Buch, wie ich eingangs schon sagte, auch für sich alleine stehen könnte, gibt es noch Raum für eine Fortsetzung, auf die ich jetzt auch wirklich sehr gespannt bin, obwohl ich mir noch nicht so wirklich vorstellen kann, wo uns diese hinführen wird. Trotzdem freue ich mich sehr auf ein Wiedersehen mit Juli und David!
Von mir gibt es für diese tolle und einnehmende Geschichte volle fünf Sterne!

 

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

Whisper Island 2: Wetterleuchten – Elisabeth George

whisperislandwetterleuchten

Egmont Ink Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 448 Seiten
19,99 Euro
Oktober 2013
Originaltitel: The Edge of the water
ISBN: 978-3863960025
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Inhalt (lt. amazon.de):
Die 14-jährige Becca King ist auf der Flucht. Ihr Stiefvater hat seinen Geschäftspartner ermordet und er weiß, dass Becca es weiß, denn sie kann die Gedanken anderer Menschen hören. Nun ist sie auf einer abgeschiedenen Insel untergetaucht, ganz allein, mit einem neuen Namen, einer neuen Haarfarbe und einer neuen Identität. Ein Neuankömmling versetzt die Inselbewohner in Aufregung. Die junge Meeresbiologin Annie hofft auf eine wissenschaftliche Sensation die Entdeckung einer unbekannten Spezies. Die Inselbewohner misstrauen Annie, und auch Becca will herausfinden, was Annie wirklich vorhat. Bei einem dramatischen Tauchgang macht Becca eine ungeheuerliche Entdeckung und trifft eine Entscheidung auf Leben und Tod…

Zitat:
Giftig bedeutete tödlich, das wusste Becca. Tiere, die von einer Ölschicht bedeckt waren, starben. Sie fragte sich, was mit Menschen geschah, die mit dem Öl in Kontakt kamen. Drang es in ihre Haut ein? Wurde es in den Körper aufgenommen, den ihr Blut? Drang es bis ins Gehirn? Und nagte es an ihrem Verstand?
(S. 210)

Kommentar:
Jedes Jahr zur selben Zeit besucht eine schwarze Robbe Whisper Island. Und das schon seit Jahren. Das besondere: schwarze Robben gibt es eigentlich nicht. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sich Jahr für Jahr mehr Reporter auf Whisper Island einfinden um die Robbe zu sehen und mehr über sie herauszufinden. Genau das will auch die Biologin Annie. Sie hat vor eine Genprobe der Robbe zu ergattern und muss deswegen sehr nah an sie herankommen. Helfen soll ihr dabei Jenn, Becca Kings ärgste Konkurrentin. Aber nicht nur Annie hat ein Interesse an der Robbe. Der Robbenschutzverein will verhindern, dann Annie sich der Robbe nähert und der Inselverrückte würde sie am liebsten erschießen. Schnell wird sowohl Jenn, als auch Becca klar, dass es viel mehr Geheimnisse rund um die schwarze Robbe gibt. Aber welche? Und wer musste dafür in der Vergangenheit sterben?

Dieser zweite Band der Whisper Island-Reihe hat mir viel besser gefallen als der erste, den ich nicht so besonders mochte, aber trotzdem war ich ja gespannt, wie die Geschichte rund um Becca King, die Gedanken ‚hören‘ kann, weiter gehen würde. Dahingehend wurde ich zwar enttäuscht, weil Becca dieses Mal gar nicht so sehr im Vordergrund stand, aber das war überhaupt nicht schlimm, weil mir die sonstige Geschichte sehr gefallen hat.

Obwohl in diesem Band auch wieder viele kleine Schicksale thematisiert werden, stand die Hauptgeschichte rund um die mysteriöse schwarze Robbe, die jedes Jahr zur gleichen Zeit nach Whisper Island kommt, immer im Vordergrund. Das war ein Punkt, den ich im ersten Band kritisiert habe, denn dort stand die Haupthandlung irgendwann eher im Hintergrund, was ich wirklich schade fand.
Ein wenig überrascht war ich allerdings schon, dass dieses Mal Becca King dieses mal nicht die Hauptfigur war, sondern Jenn, die wir bereits mehr flüchtig aus dem ersten Band kannten. Daher rückten auch die besonderen Fähigkeiten Beccas sehr in den Hintergrund, aber trotzdem gab es genügend mystische Elemente zwischendrin und am Ende auch welche, mit denen ich niemals gerechnet hätte.
Die Figuren haben mir in diesem Band viel besser gefallen als noch im ersten. Endlich habe ich die Tiefe gefunden, die mir im ersten Band noch ein wenig gefehlt hat.

Die Geschichte selbst ist nicht soooo spannend wie sie im ersten Band war, aber durchaus interessant. Jedenfalls so interessant, dass ich sie unbedingt mitverfolgen wollte und selbst hinter das Geheimnis der schwarzen Robbe kommen wollte. Aber dieser Band lebt tatsächlich eher von seinen toll ausgearbeiteten Protagonisten als von der Geschichte selbst.

Der Schreibstil ist der einer gekonnten Bestsellerautorin. Elisabeth George schreibt fesselnd und flüssig, bleibt dabei dennoch ein wenig distanziert und überlegen. Hier ist klar, wer die Herrin über Whisper Island ist.

Dieser zweite Band hat für mich die Fehler des ersten wett gemacht, so dass ich mich jetzt tatsächlich schon auf den dritten Band und ein neues Abenteuer auf Whisper Island freue. Von mir gibt es hierfür sehr gute vier Sterne!

 

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

Das Labyrinth jagt dich – Rainer Wekwerth

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Arena Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 345 Seiten
16,99 Euro
August 2013
ISBN: 978-3401067896
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Inhalt (lt. amazon.de):
Fünf Jugendliche. Sie haben gekämpft, sich gequält und zwei Welten durchquert, um die rettenden Tore zu erreichen. Und wieder stellt sie das Labyrinth vor unmenschliche Herausforderungen, denn auch in der neuen Welt ist nichts, wie sie es kannten. Sie sind allein mit ihrer Vergangenheit, ihren Ängsten, ihren Albträumen. Neue Gefahren erwarten sie, aber letztendlich entpuppt sich etwas Unerwartetes als ihr größtes Hindernis: die Liebe. Jeder von ihnen mag bereit sein, durch die Hölle zu gehen, doch wer würde das eigene Leben für seine Liebe opfern?

Zitat:
Sie hörte ihn nicht. Entschlossen packte er sie und küsste sie lange und intensiv. Ein Zucken lief über Jennas Gesicht, dann gab sie seinem Kuss für einen Moment nach, bevor sie ihn von sich stieß. Jeb stolperte.
»Bitte, versprich mir, dass du überlebst. Egal, was passiert. Tu es für uns!«, flüsterte Jenna heiser und nahm seine Hand. 
(S. 135)

Kommentar:
Nachdem die übrigen fünf Jugendlichen Tian und Kathy verloren haben, finden sie sich nun in einer weiteren Welt vor. Und wieder geht es ums nackte Überleben. Die erste Welt unterscheidet sich dieses Mal extrem von der zweiten Welt, die wir in diesem Band kennen lernen und in denen es für Jeb, Jenna, Leon, Mary und Micha ums nackte Überleben geht. Es ist klar, dass nicht alle diesen zweiten Band überleben werden. Aber wer wird dieses Mal auf der Strecke bleiben?

Meistens empfinde ich innerhalb einer Trilogie den zweiten Teil als langweiliger und schlechter als den ersten. Bei „Das Labyrinth jagt dich“ ist dies allerdings überraschenderweise nicht der Fall. Bei diesem Buch hatte ich überhaupt nicht den Eindruck, dass es sich um einen füllenden Mittelteil handelt.
Den ersten Teil fand ich noch ziemlich lahm, es passierte mir einfach zu wenig. Jetzt im zweiten Band habe ich das anders empfunden. Dadurch, dass es mittlerweile weniger Protagonisten gibt, konnten sich die Figuren noch besser entfalten, ich bekam gerade zu einigen Figuren, die ich im ersten Band noch so gar nicht nachvollziehen konnte, einen viel besseren Zugang und konnte so viel besser mit den Figuren mitfiebern. Gerade Leon habe ich in diesem Band viel lieber gemocht als noch im ersten Band, weil ich ihn durch seinen Background kennen lernen konnte und auch mehr aus seiner Gefühlswelt miterleben durfte. Bei Jeb war es das genaue Gegenteil. Ihn mochte ich durch die neu gewonnenen Erkenntnisse weniger als noch im ersten Band.
Insgesamt finde ich, dass Rainer Wekwerth hier eine wirklich gelungene Charakterzeichnung aller Figuren hinbekommen hat, die gerade durch die schwierigen Verhältnisse in denen sich Jeb, Jenna, Leon, Mary und Mischa befinden, so richtig interessant und wichtig wird.

Aufgebaut ist „Das Labyrinth jagt dich“ ähnlich wie bereits der erste Teil. Unterteilt ist das Buch in zwei Teile und in jedem Teil treffen unsere Hauptfiguren auf eine ganz andere Welt innerhalb dieses ungewöhnlichen Labyrinths, die sich dieses Mal auch extrem unterscheiden. Im ersten Teil geht es daher noch um jeden Einzelnen und um sein Verhalten und den Charakter, in der zweiten Welt, die allerdings einer der fünf Jugendlichen nicht erreichen wird, geht es dann vor allem um Zusammenhalt.
Mein großer Kritikpunkt, den ich am ersten Band hatte, nämlich der fehlende Hintergrund, der wird auch dieses Mal nicht wirklich beleuchtet, ich habe auch jetzt noch keine Ahnung, was es mit diesem Labyrinth auf sich hat, aber dieser fehlende Background wird dieses Mal sehr durch die Hintergründe und wieder kehrenden Erinnerungen der Jugendlichen ins Abseits gedrängt und fällt für mich deswegen nicht allzu sehr ins Gewicht.

Ich bin jetzt total auf den finalen dritten Band gespannt, auf den wir ja leider noch eine Weile warten müssen. Ideen wie es ausgeht habe ich nicht wirklich, denn der Autor hat hier so viele Wege offen gelassen, indem er so viele Andeutungen fallen gelassen hat, dass zumindest ich es unmöglich finde, irgendwelche wahrscheinlichen Prognosen zu stellen. Umso mehr sehne ich mir jetzt allerdings den dritten Band her…

Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

The Shadow Force 1: Raven – Andrea Mertz

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Sieben Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 200 Seiten
14,90 Euro
Juli 2013
ISBN: 978-3864431357
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Inhalt (lt. amazon.de):
Spionageaktivitäten im Inland und Ausland, geheime Kampfeinsätze, Terror- und Spionageabwehr – die Agenten der britischen Eliteeinheit Shadow Force sind immer dort im Einsatz, wo andere Einheiten versagen oder nicht weiter vorstoßen dürfen. Captain John ‘Raven’ McDermott kennt nach seiner Flucht aus der Gefangenschaft nur ein Ziel: Er muss die Schwester seines besten Freundes Frank aus großer Gefahr retten und beschützen. Gefoltert an Körper und Seele, verfolgt und allein, muss er den Kampf mit einem übermächtigen Gegner aufnehmen und ein Komplott in den eigenen Reihen aufdecken, das zum Ende der Shadow Force führen könnte, wenn niemand die Drahtzieher enttarnt. Jede Sekunde zählt. Dass seine attraktive Schutzbefohlene Lianne ungewohnte Gefühle in ihm weckt und ihren eigenen Kopf hat, macht sein Leben und die Erfüllung seiner Pflichten nicht gerade leichter.

Zitat:
Er liebte die Herausforderung, brauchte die Gefahr wie die Luft zum Atmen. Nur dann fühlte er sich wirklich frei, wenn er dem Tod ins Auge blickte und ihm ein Schnippchen schlug. Vielleicht war das nicht normal, aber so war sein Leben. Er ging nicht daran. Scheinbar war er deshalb erfolgreich und noch nicht getötet worden.
(S. 34)

Kommentar
Die Elite-Soldatentruppe ist eine geheime Organisation aus Männern mit ungewöhnlichen Fähigkeiten. Bei einem Einsatz werden Captain John McDermott, kurz Raven, und sein Kollege Frank gefangen genommen und wochenlang gefoltert, bis zumindest Raven schließlich fliehen kann und Franks Schwester Lianne aufsucht um sie zu beschützen, so wie er seinem Kollegen versprochen hat, denn ein sehr mächtiger Gegner ist nicht nur hinter die Elite-Truppe von Raven her, sondern auch hinter Lianne …

Als Leser werden wir direkt zu Beginn in die Geschichte reingeworfen und machen die erste Bekanntschaft mit den ungewöhnlichen Fähigkeiten mit denen die Soldaten der Shadow Force ausgestattet sind. Sehr actionreich geht es direkt weiter und eigentlich ist das Tempo auch das ganze Buch über recht rasant.
Die Autorin Andrea Mertz erzählt die Geschichte schnell und auf den Punkt kommend ohne viel Schnick-Schnack zwischendurch, so dass man als Leser kaum zum atmen kommt. Dabei ist der Schreibstil angenehm flüssig, man kann also einfach so durch die Seiten fliegen.

Die Idee an sich ist sicherlich nicht neu, aber soweit gut umgesetzt. Ohne zu viel zu verraten, aber ich fand einige Dinge weniger logisch, da hätte ich mir mehr Transparenz und eine genauere Ausarbeitung gewünscht.
Die Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten war recht schön geschildert und prickelnd, aber auch nicht so ganz nachvollziehbar.

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war also die zügige Erzählweise, das hat einfach Spaß gemacht, so wünsche ich mir tatsächlich eine Serie mit solchem Setting. Wenn jetzt noch die Handlung ein wenig durchdachter und die Logikfehler verschwunden wären, dann wäre es eine ganz tolle Reihe, so würde ich leider doch Punkte abziehen und für diesen Auftakt drei Sterne, allerdings drei wirklich gute Sterne, vergeben.

Auf den Nachfolger, dem ich auf jeden Fall noch eine Chance gebe mich zu überzeugen, bin ich schon gespannt, denn trotz aller Kritik bin doch begierig zu wissen wie es weiter gehen wird.

Meine Wertung:
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Zeitenzauber 1: Die magische Gondel – Eva Völler

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Baumhaus Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 336 Seiten
16,99 Euro
August 2011
ISBN: 9783833900266
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Inhalt (lt. amazon.de):
Die 17-jährige Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Bei einem Stadtbummel erweckt eine rote Gondel ihre Aufmerksamkeit. Seltsam. Sind in Venedig nicht alle Gondeln schwarz? Als Anna kurz darauf mit ihren Eltern eine historische Bootsparade besucht, wird sie im Gedränge ins Wasser gestoßen – und von einem unglaublich gut aussehenden jungen Mann in die rote Gondel gezogen. Bevor sie wieder auf den Bootssteg klettern kann, beginnt die Luft plötzlich zu flimmern und die Welt verschwimmt vor Annas Augen …

Zitat:
Mit den Büchern war es wie mi den Gewürzen. Weil sie in dieser Zeit so selten und teuer waren, konnte sich kaum jemand welche leisten. Alles mit meiner Harry-Potter-Reihe wäre ich hier eine sagenhaft gute Partie, und hätte ich noch meine Biss-Romane draufgepackt, würden die heiratswilligen Junggesellen bei mir nur so Schlange stehen. Kurz schwelgte ich in der Vorstellung, mit ein par Büchern und einem Pfefferstreuer zum angesagtesten It-Girl Venedigs zu werden, als mein Blick an dem großen Holzglobus hängen blieb, der auf einem Tischchen prangte.
(S. 241)

Kommentar:
Als Anna mit ihren Eltern in Venedig Urlaub macht und mit ihnen eine spontane kleine Gondenfahrt machen will, geschieht plötzlich das Unglaubliche.  Anna fällt ins eklige Kanalwasser und als sie schließlich wieder erwacht, ist nichts mehr so wie es war. Es ist plötzlich Nacht, sie ist nackt und die Gegend sieht komplett anders aus. Es fällt Anna schwer zu glauben wo sie gelandet ist, aber es ist eindeutig. Anna hat eine unfreiwillige Zeitreise hinter sich und befindet sich nun im Venedig des Jahres 1499. Der geheimnisvolle Sebastiano, der etwas mit der ganzen Sachen zu tun, allerdings nicht mit der Sprache raus rücken will, besorgt Anna für die nächsten Wochen einen Platz wo sie bleiben kann, denn erst dann kann sie versuchen wieder nach Hause in ihre gewohnte Zeit zu kommen, denn vorher hat sie eine Aufgabe zu erledigen …

Eva Völler hat mit “Zeitenzauber” einen tollen Zeitreiseroman erschaffen, der sich in Prolog, Epilog und vier großen Teilabschnitten gliedert. Der schön gestaltete Schutzumschlag passt wunderbar zur Geschichte und auch im Buch finden sich ein paar kleine Illustrationen, die schön zur Geschichte passen.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der Protagonistin, der 17jährigen Anna, die aus ihrer Zeit, unserer Gegenwart, ins Venedig des Jahres 1499 reist. Sehr amüsant löst die Autorin hier das Problem, dass es zu dieser Zeit natürlich kaum etwas gegeben hat, was heute Standard ist und Anna keine Ahnung davon hat, was wie das Leben früher gelaufen ist. Anna werden nämlich ganz einfach während des Sprechens andere Worte in den Mund gelegt, die in diese Zeit besser passen. Aus Toilette wird so zum Beispiel der Abtritt. Ganz einfach so. Wenn Anna irgend etwas sagen will, was für diese Zeit nicht relevant war und für das es auch damals einfach noch keine anderen Begriffe gegeben hat, dann kommt mitunter gar nichts aus ihrem Mund. Zumindest beim Lesen hat dies für einige Lacher gesorgt. Mir hat diese Idee sehr gefallen und ich fand das Buch insgesamt sehr humorvoll, was so Sachen wie das oben genannte Zitat wahrscheinlich belegen.

Die Geschichte selbst ist recht gut durchdacht, was bei Zeitreise-Geschichten ja doch immer wichtig ist, mir jedenfalls. Ab und gab es allerdings auch Längen in diesem Buch, wo ich es dann nicht mehr so spannend fand und mir einfach wünschte, dass es jetzt doch endlich mal mit der Handlung weiter gehen könnte. Diese Längen hielten sich aber noch in argen Grenzen.

Was mir sehr positiv aufgefallen ist, das war die tolle Beschreibung von Venedig. Vor einigen Jahren war ich selbst in Venedig und habe mir die Stadt dadurch super vorstellen können, zusammen mit den Beschreibungen der Autorin hatte ich ein perfektes Bild der Schauplätze vor Augen.

Insgesamt also ein recht gelungener Einstieg, der schon Lust auf die Fortsetzung macht, die es mittlerweile auch schon gibt: Zeitenzauber – Die goldene Brücke: Band 2. Von mir gibt es hierfür vier von fünf Regenbögen.

 


Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen