Die Erben der Nacht 5: Vyrad – Ulrike Schweikert

32540439n cbt Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 576 Seiten
12,99 Euro
September 2011
ISBN: 3570306550

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Inhalt (lt. amazon.de):

Schreckliche Kerker und schlimme Verbrechen – der fünfte Band führt die Akademie ins London zur Zeit Jack the Rippers. Vom Clan der Vyrad sollen die jungen Vampire lernen, wie man das Tageslicht erträgt und sich in Nebel auföst. Ivy sieht eine schreckliche Gefahr heraufziehen, die alle Clans bedroht. Doch sie kann ihre dunkle Ahnung mit niemandem teilen, denn nach wie vor ist sie aus der Akademie ausgeschlossen, seit entdeckt wurde, dass sie eine Unreine ist. Zudem wagt sie nicht einmal ihren Bruder Seymour einzuweihen, auf welche Weise sie ihr Wissen um diese Bedrohung erlangt hat …

 

Kommentar:

Nun ist es vorbei. Die Erben der Nacht sind erwachsen geworden und die fünf Jahre der Akademie sind vergangen.
„Vyrad“ ist der fünfte und letzte Band der „Erben der Nacht“-Buchreihe von Ulrike Schweikert. Die Geschehnisse spielen sich dieses Mal in London ab, beim Clan der Vyrad, dem englischen Vampirclan. Die Erben begehen ihr fünftes Akademiejahr und haben wieder alle Hände voll zu lernen, denn die Vyrad haben erstaunliche Fähigkeiten die sie den Erben der anderen Clans gerne beibringen.
Neben den Erben treffen wir auch Ivy wieder, obwohl ihr Geheimnis im letzten Teil aufgeflogen ist. Ebenso ist Clarissa wieder mit dabei, die junge Frau, die im Vorjahr in Wien von Luciano zum Vampir gewandelt wurde. Selbstverständlich fehlt auch Bram Stoker nicht und auch Oscar Wilde, van Helsing und Latona sind wieder mit von der Partie. Und zu guter letzt steht ja dann auch noch die Fehde mit Dracula an, die zuletzt ja nicht komplett beendet wurde und in London seinen Höhepunkt findet …

Ulrike Schweikert schreibt in ihrer Danksagung, dass die Reise durchs Europa des 19. Jahrhunderts nun beendet ist. Leider hat sie recht. Recht, weil die Erben der Nacht-Reihe wirklich eine schöne Reise durch das Europa des 19. Jahrhunderts war. Neben einer spannenden Lektüre konnten wir viel über Kunst, Kultur, Religion, Politik und Rechtssystem aus den diversen Ländern erfahren und die Städte Italiens, Irlands, Frankreichs, Österreichs und Englands kennen lernen.

Für mich war es ein unvergleichliches Leseerlebnis. Mir hat es sehr gut gefallen wie die Autorin es geschafft hat viele bekannte und reale Persönlichkeiten in diese fiktionale Erzählung einzubauen.
Die Erben sind mir unheimlich ans Herz gewachsen und mit jedem Band konnte man die Entwicklung, die die jungen Vampire durchlebt haben, nachvollziehen und verfolgen. So auch in diesem fünften Band, in dem die Erben vor ihren letzten großen Abenteuer stehen.

Die einzige Kritik die ich habe ist einfach die, dass es sich hier um den letzten Band handelt und nichts mehr nachkommen wird, aber selbst diese Kritik spricht ja nur für das Buch.
Wem die ersten Bände gefallen haben, der wird auch diesen Band lieben, denn er steht den ersten in nichts nach.

Dead Beautiful–Deine Seele in mir – Yvonne Woon

51H1V0tZrRL__SL500_AA300_ Deutscher Taschenbuch Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 480 Seiten
16,95 Euro
Oktober 2011
ISBN: 3423760389

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Inhalt (lt. amazon.de):

Nur einen Kuss – nichts wünscht sich die 16-jährige Renée sehnlicher von ihrem schönen, doch seltsam unnahbaren Mitschüler Dante. Noch nie zuvor hat sie zu einem Jungen eine solch starke Seelenverwandtschaft empfunden. Aber obwohl die Anziehung zwischen ihnen spürbar ist, verweigert ihr Dante diesen Kuss. Warum? Und was hat es mit den ganzen seltsamen Fächern wie Bestattungskunde und Gartenbau an ihrer neuen Schule auf sich? Renée ist fasziniert von den alten Riten an ihrem Internat und gleichzeitig verunsichert. Denn es kommt immer wieder zu mysteriösen Todesfällen unter den Schülern …

Kommentar:

Nach schönen Vampiren kommen nun die nächsten schönen Untoten, nämlich Zombies. Oder jedenfalls etwas, was diesem Begriff nahe kommt…

„Dead Beautiful“ ist der erste Roman von Yvonne Woon und meiner Meinung nach durchaus gelungen. Erfreulicherweise geht es hier nicht um Vampire, wie ich des Titels wegen zunächst annahm, sondern um eine neue und äußerst gelungene Umsetzung von Untoten innerhalb eines Jugendfantasyromans.

Als Renée Winters an ihrem 16. Geburtstag ihre Eltern tot im Wald auffindet bricht für sie zunächst eine Welt zusammen. Ihr neuer Vormund ist ihr Großvater, zu dem sie jahrelang keinerlei Kontakt hatte und der schickt sie aufs Gottfried-Institut. Ein Internat auf dem etwas unkonventionellere Fächer unterrichtet werden. So finden sich auf Renées Stundenplan ab sofort Fächer wie Gartenbau wieder. Schnell wird klar, dass das Gottfried etwas verbirgt und auch Dante Berlin, der geheimnisvolle Junge, dem Renée sich merkwürdig verbunden fühlt, scheint etwas zu verbergen. Hinzu kommt, dass im Internat ebenfalls merkwürdige Todesfälle eintraten, die denen von Renées Eltern ähnelten. Zusammen mit ihren neuen Freunden versucht Renée herauszufinden welchen Zusammenhang es zwischen diesen Todesfällen gibt und ob es sich tatsächlich um Mord handelt.

Mich hat dieses Buch total in seinen Bann gezogen. Der locker-leichte Schreibstil hat einfach Spaß gemacht und mich dieses Buch an einem Nachmittag weglesen lassen. Die Charaktere sind zwar allesamt ein wenig stereotyp und ja, sie erinnern teilweise wirklich an Charakere aus anderen bekannten Reihen, aber das war es auch schon mit den Ähnlichkeiten. Ansonsten ist die Story wirklich gut durchdacht und entwickelt.

Als sehr ärgerlich empfinde ich allerdings den deutschen Untertitel und ich frage mich wirklich was der Verlag sich hierbei gedacht hat, denn er verrät quasi schon das Ende, so dass man ab Mitte des Buches gar nicht mal weiter darüber nachdenken muss. Nun ja.

Obwohl dieses Buch in sich schon als abgeschlossen betrachtet werden kann, wird es viele wohl freuen zu hören, dass es im nächsten Jahr ein Sequel geben wird. „Life Eternal“ wird im Januar erscheinen und die Geschichte von Renée und Dante weiter erzählen.
Ich freue mich schon sehr auf diese Fortsetzung und kann es kaum erwarten wieder in die fesselnde Atmosphäre des Gottfried Institutes einzutauchen.

Alterra 3: Der Krieg der Kinder – Maxime Chattam

51mQV9Q3POL__SL500_AA300_ PAN Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 432 Seiten
16,99 Euro
September 2011
ISBN: 3426283077

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Inhalt (lt. amazon.de):

Nachdem ein grauenvoller Orkan die Welt in eine andere verwandelt hat, ist für Matt, Ambre und Tobias nichts mehr so wie vorher. Seit einer halben Ewigkeit irren sie nun schon zusammen mit anderen Kindern durch den Blinden Wald, auf der Flucht vor einem unheimlichen Schattenwesen und den Soldaten der gefährlichen Königin Malronce. Sie haben keine Wahl mehr: Entweder sie kämpfen oder sie werden sterben. Während die Gemeinschaft der Kinder einen Schlachtplan entwirft, versuchen Matt und Ambre, die geheimnisvolle Karte, die Ambre auf ihrem Körper trägt, zu entschlüsseln. Nur wenn es gelingt, ihr Rätsel zu lösen, kann es für das Leben auf Erden eine neue Chance geben … 

 

Kommentar:

Da ist er nun, der finale Band der Alterra-Trilogie. Wobei ich gehört habe, dass es gar nicht so final bleiben soll, wie ursprünglich angedacht, denn der Autor will scheinbar noch ein paar Bände schreiben, die in der Welt von Alterra spielen. Die Geschichte um die Gemeinschaft der Drei, Ambre, Matt und Tobias ist allerdings zu Ende erzählt.

Der dritte Band „Der Krieg der Kinder“ knüpft direkt ans Ende des zweiten Bandes an und ist noch um einiges brutaler als es sein Vorgänger schon war. „Krieg der Kinder“ ist nämlich wörtlich zu nehmen. Der Krieg zwischen den Pans und den Zyniks beginnt und fordert tausende Todesopfer. Maxime Chattam scheut auch nicht vor den blutigen Szenen zurück und beschreibt die Kriegshandlungen recht realistisch, was mich dieses Buch dann doch eher für junge Erwachsene als für Kinder und Jugendliche empfehlen lässt.
Ohne zuviel verraten zu wollen kann ich sagen, dass die wichtigsten Fragen, die sich innerhalb der Trilogie ergeben haben, endlich beantwortet werden. Eine erneute Reise in die Welt von Königin Malronce steht an, die klären soll, was es genau mit der Hautjagd auf sich hat, was Ambre für eine Karte sein soll und wir erfahren weiterhin, was es mit dem Torvaderon auf sich hat und warum er Matt für sich haben will.

Natürlich begegnen wir auch vielen neuen Charakteren und unheimlichen Wesen, aber auch einigen alten Bekannten. Maime Chattam hat mit Alterra wirklich eine außergewöhnliche Welt erschaffen und ich würde mich freuen, wenn wir noch einige Geschichten aus dieser Welt lesen könnten. Nur diese ist jetzt zu Ende.

David und Juna: Das verbotene Eden – Thomas Thiemeyer

das-verbotene-eden-david-und-juna PAN Verlag
Gebunde Ausgabe
ca. 464 Seiten
16,99 Euro
August 2011
ISBN: 3426283603Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):

Männer und Frauen. Feuer und Wasser. David und Juna. Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen. Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer … Faszinierend düster und wunderbar romantisch – der neue Bestseller von Thomas Thiemeyer

 

Kommentar:

David und Juna – eine Liebesgeschichte wie Romeo und Julia. Beinahe jedenfalls.
Die Geschichte spielt ungefähr 65 Jahre nach dem Jahr 2015, nach unserer Zeitrechnung also ca. 2080, also in der Zukunft. Die Welt ist nicht mehr so wie wir sie kennen, aber trotz Zukunftsvision denkt man beim Lesen eher an die Vergangenheit als an die Zukunft, denn von technologischem Fortschritt ist die dortige Gesellschaft weit entfernt. Sie leben eher wie wir uns das Mittelalter vorstellen mit einem großen Unterschied: Männer und Frauen sind getrennt. In dieser Gesellschaft leben Männer und Frauen nicht zusammen, respektieren sich nicht, hassen und verteufeln sich, und verfolgen eigene Ziele. So ist es auch, dass die Menschheit kurz vor ihrem Aussterben steht.
Dies alles haben wir in diesem Roman nicht einer mysteriösen Begebenheit zu verdanken, sondern einem ’self-made‘-Virus, der bewirkt, dass die Menschen eine Abneigung gegen das jeweils andere Geschlecht entwickeln. In der Geschichte wird diese Zeit des Untergangs als die „dunklen Jahre“ bezeichnet und zum Zeitpunkt der Geschichte kann sich kaum noch jemand vorstellen, dass es einmal so etwas wie eine friedliche, geschweige denn liebevolle, Koexistenz der Geschlechter gegeben hat.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen David und Juna, die sich ineinander verlieben und versuchen den drohenden Krieg ihrer beiden ‚Völker‘ zu verhindern…

Wow! Ich habe in den letzten Wochen wirklich viele Romane gelesen in denen es um düstere Zukunftsvisionen geht und dieser gehört wirklich mit zu den besten. Was mir persönlich sehr gefallen hat, ist, dass dieser ‚Untergang‘ nichts mit irgendwelchen mysteriösen Ereignissen zu tun hat, sondern ganz einfach durch einen läppischen Virus, getarnt als Grippeimpfstoff. Ich denke, dass kann gut nachvollzogen werden, sind doch diverse Impfstoffe und deren unerwünschte Nebenwirkungen immer wieder in der Kritik, vom daher habe ich dies schon als ein wenig realitätsnäher empfunden.

Die Zustände zu dieser Zeit werden schön beschrieben, wie erwähnt erinnert einen das eher ans Mittelalter. Ein wenig mehr hätte ich mir hier allerdings schon erhofft. Nämlich ein wenig mehr Erklärungen, warum genau die Menschheit damals nach dem Ausbruch des Virus sich die damalige Technologie nicht zunutze gemacht hat. Dies kann man wohl nur damit erklären, dass die Zustände damals einfach sehr schlimm gewesen sein musste, aber leider werden diese nur ein wenig angedeutet.
Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits ist, dass wir wenig über den Rest der Welt erfahren. Die Geschichte spielt sich in einem örtlich sehr begrenztem Umfeld ab (ich könnte mich irren, aber die Beschreibungen erinnerten mich schon sehr an Köln) und von anderen Ländern oder gar Kontinenten erfahren wir nichts. Man könnte daraus schließen, dass die Menschen dort schon zu einem Großteil tot und ausgerottet sind, sonst hätte man ja sicherlich mal Wanderer erlebt, die erzählen wie es woanders ausschaut, aber leider erfahren wir darüber so gut wie nichts.

Die Protagonisten fand ich sehr gelungen, vor allem den David, den ich sehr ins Herz geschlossen habe. Ein wenig schade fand ich, dass die Liebe, die sich zwischen David und Juna entwickelt doch auch sehr rasch behandelt wurde. Ein wenig ausführlicher wäre mir unter Berücksichtigung der besonderen Situation (Hass zwischen Männdern und Frauen) lieber gewesen, aber das ist wohl persönlicher Geschmack.

Wie ich ja schon erwähnte, erinnerte mich ja schon der Titel an Shakespeares „Romeo und Julia“ und auch da wurde ich nicht enttäuscht. Es gibt einige Parallelen zwischen den Geschichten, aber auch inhaltlich spielt Shakespeares Tragödie eine wichtige Rolle. Dazu will ich allerdings hier gar nicht zu weit ausholen, das soll jeder für sich selbst entdecken.

Mir hat dieser Roman wirklich, wirklich gut gefallen, trotz der genannten Kritikpunkte, für die gibt es dann auch leider einen Punkt Abzug, und ich würde ihn allen weiterempfehlen, die gerne Jugendromane lesen in denen es um die düstere Zukunft unserer Erde geht, um eine schwierige Liebesbeziehung und natürlich auch allen, die Shakespeares Romeo und Julia lieben.
Schade, dass diese Geschichte nicht weiter geht, aber sie hat einen würdigen Abschluss gefunden.

Ashes 01: Brennendes Herz – Ilsa J. Bick

51aTxpqSQzL__SL500_AA300_ Egmont Ink Verlag
Gebunde Ausgabe
ca. 502 Seiten
19,99 Euro
August 2011
ISBN: 386396005X

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Inhalt (lt. amazon.de):

Die siebzehnjährige Alex befindet sich auf einer Wanderung in den Bergen, als plötzlich die Natur um sie herum verrücktspielt und eine Druckwelle sie zu Boden wirft. Was war das? Alex hat keine Ahnung, aber sehr schnell wird klar, dass die Welt, die sie kannte, nicht mehr existiert. Die meisten Städte sind zerstört und die Überlebenden werden zur lauernden Gefahr. Das Einzige, worauf Alex noch zählen kann, ist ihre Liebe zu Tom. Gemeinsam versuchen die beiden, sich durchzuschlagen. Doch dann wird Tom verwundet, und Alex muss ihn schweren Herzens zurücklassen, um sein Leben zu retten. Als sie mit Hilfe zurückkehrt, ist er verschwunden. Eine packende Suche beginnt. Eine Suche nach Antworten, sich selbst und nach der einen ganz großen Liebe. Denn Alex weiß: Tom lebt, und sie wird ihn finden, komme, was wolle …

 

 

Kommentar:

Alex ist siebzehn Jahre alt und hat nicht mehr lange zu leben. Als sie sich alleine auf eine Wanderung begibt Lgeschieht das Unglück und die Welt ist nicht mehr wie sie einmal war. Zusammen mit der kleinen Ellie kämpft sie sich durch die Wildnis bis sie auf den etwas älteren Tom treffen in den sich Alex verliebt. Die drei schließen sich zusammen um bessere Überlebenschancen zu haben und begeben sich auf die Reise nach Norden, in der Hoffnung dort mehr Überlebende und bessere Lebensbedingungen vorzufinden. Schnell werden sie jedoch überfallen, verlieren die kleine Ellie und Alex muss schließlich auch den schwer verletzten Tom zurück lassen um Hilfe zu holen. Als sie zurück kommt ist dieser allerdings spurlos verschwunden und so lebt Alex erst einmal in dem Dorf Rule, in dem sich eine merkwürdige Dorfgemeinschaft zusammen getan hat…

 
„Ashes“ ist der erste Teil einer Reihe. Es geht um die Erde in einer düsteren Zukunft, nach einer Katastrophe. Von solchen Geschichten gibt es momentan ja recht viele. In vielen kurzen Kapiteln und unterteilt in vier Abschnitte erzählt die Autorin eine wirklich fesselnde Geschichte, deren Lektüre wirklich Spaß macht. Den Einstieg in die Geschichte fand ich zwar ein wenig holprig, aber je weiter ich kam, desto mehr habe ich die Charaktere ins Herz geschlossen, vor allem Alex und Ellie. Wir erfahren nur nach und nach was für eine Katastrophe das sein könnte, die sich da auf der Erde ereignet hat, anhand der Theorien, die sich die Protagonisten machen. Sie klingen allesamt recht schlüssig, aber so wirklich weiß man nicht was sich ereignet hat. Woher auch? Die Welt steht Kopf.

Was ich am meisten bemängeln würde an diesem Buch ist, dass die Beziehung zwischen Alex und Tom irgendwie nicht so wirklich rüber kommen mag. Bis auf wenige Situationen sehe ich da eigentlich nicht so die große Liebesgeschichte die da angekündigt wurde. Und auch das spätere Techtelmechtel zwischen Chris und Alex kommt mir mehr wie eine kurze Jugendliebe vor, ein kleines Intermezzo, wenn man denn so will. Irgendwie nicht so ganz nachvollziehbar und schlüssig. Vielleicht ist es auch gar so gewollt, mich stört dann eigentlich nur, dass das Buch hauptsächlich mit dem Charakter dieser Liebe beworben wird, statt mit dem was eigentlich wichtig ist, nämlich die erschreckende Darstellung unserer Welt nach einer horrenden Katastrophe, in der sich jeder selbst der nächste ist. Das zumindest ist eine recht gelungene realistische Darstellung, wie ich finde.

Ansonsten ist die Darstellung auch oftmals sehr brutal. Es fließt viel Blut, Augäpfel werden ausgestochen, Menschen werden gefressen. Für noch junge Jugendliche würde ich dieses Buch nicht empfehlen, für alle, die alt genug sind und gerne Dystopien lesen ist dieses Buch sicherlich spannende Unterhaltung.
Jetzt heißt es nur noch auf den zweiten Teil warten …

Die Chroniken vom Anbeginn: Emerald–John Stephens

cover_240x290 cbj Verlag
Gebunde Ausgabe
ca. 464 Seiten
19,99 Euro
April 2011
ISBN: 3570152928

Inhalt (lt. amazon.de):

Drei Geschwister, drei Bücher, ein großes Geheimnis.
Als die drei Geschwister Kate, Michael, und Emma, die als Kleinkinder von ihren Eltern getrennt wurden, auf dem Weg in ein neues Waisenhaus in dem abgelegenen Herrenhaus des geheimnisvollen Dr. Pym landen, ahnen sie nicht im Geringsten, wohin sie diese Reise führen wird. Denn bevor sie sich versehen, sind die besonnene Kate, der kluge Michael und die tollkühne kleine Emma in den Kampf um drei magische Bücher voll unermesslicher Macht verstrickt. Sie müssen erfahren, dass es ihre Aufgabe ist, diese zu finden, wollen sie je ihre Eltern wiedersehen. Auf dem Weg dorthin treten sie gegen finstere Gegner an, finden unerwartete, liebenswerte Verbündete, meistern ihre magischen Talente, entdecken unvorstellbare Wesen und beginnen das Geheimnis ihrer Familie zu lüften.

 

Kommentar:

Eben mit dem Buch fertig geworden bin ich immer noch sehr begeistert – wenn auch ein wenig traurig, dass es nun vorbei ist und der zweite Teil noch einige Monate auf sich warten lassen wird. Aber mal von vorne …

Kate, Michael und Emma wurden zehn Jahre zuvor von ihren Eltern verlassen. Seitdem wurden sie von einem Waisenhaus ins nächste abgeschoben und eines war schlimmer als das vorherige. Bis sie schließlich nach Cambridge Falls kommen, in das merkwürdigste Waisenhaus in dem sie je waren, denn dort sind sie die einzigen Kinder. Durch Zufall stoßen sie auf ein geheimnisvolles Buch und damit beginnt ihr Abenteuer durch die Zeit…

„Die Chroniken vom Anbeginn“, das ist der Titel von John Stephens erster Jugendtrilogie, einem Autoren, der bisher hauptsächlich Drehbücher geschrieben hat. Und das merkt man beim Lesen auch. Die Dialoge im ersten Band „Emerald“ sind sehr lebhaft und die Story actionreich und rasant. Trotzdem sind die Beschreibungen allesamt sehr detailiert und man kann sich alle Orte schön vorstellen.

Es stimmt schon, dass der Autor mit dieser Geschichte das Rad sicherlich nicht neu erfunden hat, aber das macht nichts, denn es macht trotzdem Spaß und die Charaktere wachsen einem ans Herz. Zu Beginn wurde ich auch ein wenig an den Beginn der Harry Potter-Reihe erinnert, als die Kinder von einem netten, alten Mann in Sicherheit gebracht werden, damit sie sicher aufwachsen und ihr Schicksal erfüllen können. Wobei es hier hauptsächlich an dem ein oder anderen Charakter lag, der mir die Erinnerungen an die Reihe von J.R. Rowling brachte. Ein Abklatsch ist es deswegen aber sicherlich nicht, falls das jetzt wer vermuten mag. Der Autor hat es geschafft all seinen Charakteren sehr viel Leben einzuhauchen und sie sehr liebenswert zu gestalten. Jedenfalls den Guten. Die Bösen sind halt die Bösen und können getrost nicht gemocht werden.

Durch die vielen Zeitsprünge ist es an der einen oder anderen Stelle vielleicht einmal nicht so einfach der Geschichte zu folgen, jedenfalls kann ich mir vorstellen, dass es für jüngere Leser hier schwierig wird, weswegen ich dieses Buch auch für den etwas älteren Leser empfehlen würde, zumal einige Beschreibungen dann teilweise vielleicht doch ein wenig brutal sind.

Insgesamt aber ein wirklich, wirklich tolles Jugendbuch und ich freue mich schon sehr, wenn im März 2012 der zweite Band der Chroniken erscheinen wird.

Die Rebellion der Maddie Freeman – Katie Kacvinsky

344bab7be15243edab625336c7156a6e_front_cover Boje Verlag
Gebunde Ausgabe
ca. 368 Seiten
15,99 Euro
Juli 2011
ISBN: 3414823004

Inhalt (lt. amazon.de):

Eine Stadt in den USA, wenige Jahre in der Zukunft: Maddie, 17, lebt wie alle um sie herum ein digitales Leben. Schule und Verabredungen ═ das alles findet im Netz statt. Doch dann verliebt sie sich in Justin – für den nur das wahre Leben offline zählt. Gemeinsam mit seinen Freunden kämpft Justin gegen die Welt der sozialen Netzwerke, in der alles künstlich ist. Dieser Kampf richtet sich gegen die ganz oben ═ und damit auch gegen Maddies Vater, der das System der Digital School gesetzlich verankert hat. Maddie wird für die Bewegung zu einer Schlüsselfigur. Und sie muss sich entscheiden: Auf welcher Seite will sie stehen? In welcher Welt wollen wir leben ═ und uns verlieben?

Kommentar:

Die Geschichte spielt ca. 50 Jahre in der Zukunft. Die Welt hat sich sehr verändert, Leute verlassen das Haus kaum noch, das Leben spielt sich virtuell ab. Sogar zur Schule müssen Schüler nicht mehr, dafür gibt es jetzt verpflichtend die Digital School, erfunden von Kevin Freeman, der nun eine große Anhängerschar um sich versammelt und großen Einfluss in der Politik hat. Maddie Freeman, die Hauptprotagonistin der Geschichte, eigentlich Madeline, ist seine Tochter und sympathisiert mit den der Gegenseite, nämlich den Gegnern des Digital School-Systems, die sich dafür einsetzen, dass das Leben wieder zurückkehrt in die Realität.

In Zeiten wie den unseren, wo ebenfalls immer mehr digital und per Internet abläuft, könnte man diese Geschichte sicherlich ein wenig als Gesellschafskritik sehen. Als solche ist es sicherlich auch ein wenig gedacht, allerdings kam mir persönlich die Geschichte dafür dann doch ein wenig zu unausgegoren vor, zu wenig nachvollziehbar. Das ist auch der größte Kritikpunkt den ich an diesem Roman habe. Die Geschichte an sich ist interessant und macht eigentlich auch Spaß, aber leider erfährt man zu wenig über diese Welt, die Katie Kacvinsky sich da ausgedacht hat. Einerseits läuft alles digital ab, weil der Staat die totale Kontrolle und alles überwachen will. Andererseits soll es relativ einfach machbar sein Dutzende Jugendliche aus Polizeigewahrsam zu holen und das immer und immer wieder. Es scheint beinahe, als hätten die Rebellen viel mehr Möglichkeiten als der Staat selbst, das macht die Geschichte an vielen Stellen einfach sehr unglaubwürdig. Vieles wird auch gar nicht genauer erklärt, viele Gesellschaftsstrukturen bleiben eher schwammig. Post scheint es zum Beispiel schon zu geben, aber wie diese eigentlich funktioniert, das wird nicht erklärt. Schon schwer vollstellbar in einer Zeit in dem kaum noch jemand das Haus verlässt.

Der Schwerpunkt lag bei diesem Buch auch wieder sehr auf der Liebesgeschichte zwischen Maddie und Justin, einem attraktiven und selbstverständlich absolut selbstlosen jungen Mann, der sich nur für die Sache (die Rebellion) einsetzt. Ich will eigentlich nicht schon wieder irgendwelche Vergleiche anstellen, aber ich denke, dass es mittlerweile im Jugendbuchgenre nichts Neues mehr ist einen männlichen Hauptcharakter zu entwerfen, der nicht nur mit seinem atemberaubendem Aussehen und seiner Selbstlosigkeit der Hauptprotagonistin den Kopf verdreht, sondern dazu auch noch dieser versucht klar zu machen, dass er selbst nicht der richtige für sie sei, weil sie etwas besseres verdient hätte.
Ob dieser Vergleich also angebracht ist (ich denke es wird nahezu jeder wissen womit ich hier gerade vergleiche) oder auch nicht, aber mir ging diese mittlerweile schon beinahe klischeehafte Liebesbeziehung auf die Nerven, zumal dieser auch noch sehr viel Raum innerhalb der Geschichte gewährt wird, was überhaupt nicht nötig gewesen wäre, die Geschichte hätte auch gut mit einer total ’normalen‘, unkomplizierten Liebesgeschichte (und wahrscheinlich auch sogar mit gar keiner) funktioniert. Stattdessen hätte ich mir gewünscht mehr über die vorherrschende Gesellschaft zu erfahren.

Ich weiß nicht, ob dieses Buch vielleicht der Auftakt einer Reihe sein soll. Falls nein und das Buch ist ein Einzelband, dann ist das Ende ein recht bescheidenes. Falls es eine Reihe wird, dann sehe ich allerdings auch nicht mehr allzu viel Potential für eine Fortsetzung. Wie dem auch sei, das Ende ist also mehr als unbefriedigend.

Ansonsten war das Buch nett und gut zu lesen, es ist in viele Kapitel unterteilt und ab und an trifft man auf einen kleinen Tagebucheintrag von Maddie.

Todeswald – Ritta Jacobsson

Inhalt (lt. amazon.de):

Als der Wagen langsam neben ihr herfuhr, liefen ihr kalte Schauer über den Rücken. Sie dachte an die ewigen Reden ihrer Mutter über Mädchen, die in Autos gezerrt worden waren, und musste den Impuls bekämpfen, voller Panik davonzurennen. Vorsichtig schielte sie rüber. Nur eine einzelne Person am Steuer. Das Gesicht konnte sie nicht erkennen, aber sie hatte das unangenehme Gefühl, dass jemand sie ansah. Das Seitenfenster wurde runtergelassen. „Soll ich dich mitnehmen?“ An einem kalten Novemberabend verschwindet Sveas Freundin Mikaela spurlos. Einige Tage später findet man das Mädchen tot im Wald. Als Svea unfreiwillig in die Ermittlungen hineingezogen wird, ist sie schon bald in ein Netz aus Lügen, Indizien und gefährlichen Intrigen verstrickt. Sie beginnt zu ahnen, dass sie den Täter kennt. Und der hat verstanden, dass sie schon zuviel weiß …

Kommentar:

Als eines Tages Sveas Mitschülerin Mikaela vermisst wird, glaubt Svea zunächst einmal nicht an ein Verbrechen und lebt ihr Leben weiter wie bisher, samt aller negativen Gedanken gegenüber ihrer Hass-Freundin Mikaela. Bis Mikaela schließlich tot aufgefunden wird. Ab da ermittelt Svea zunächst auf eigene Faust, später dann auch zusammen mit dem Nachbarsjungen Linus, in den sie heimlich verliebt ist…
Ich habe noch nie einen Krimi gelesen, der direkt für Jugendliche geschrieben ist, sich aber mit einem so ernsten und brutalen Thema wie Mord befasst und war da auch zunächst einmal skeptisch.
Das Buch ist komplett aus der Sicht von Svea geschrieben. Svea ist ein normaler schwedischer Teenager mit teenietypischen Problemen. Der Autorin ist es meiner Meinung nach ganz gut gelungen die Handlung so zu beschreiben, dass sie aus der Sicht eines Teenagers glaubhaft erscheinen. Leider wird allerdings nur der Charakter von Svea auch ausreichend facettenreich dargestellt, alle anderen Protagonisten bleiben ein wenig blass und eintönig was aber vielleicht gar nicht mal so schlimm ist, da es sich hierbei ja um ein Jugendbuch handelt.
Die Erzählung wird in knapp 50 kleinen Kapiteln erzählt, manche davon sind nicht einmal eine komplette Seite lang, andere gehen dafür über mehrere Seiten, was zur Folge hat, dass man das Buch gut und schnell weg lesen kann und auch zwischendurch immer mal wieder Freude dran hat.
Die Geschichte an sich ist nicht sehr umfangreich, ein paar falsche Fährten wurden gelegt und so ganz wird bis zum Schluß nicht deutlich wer der Täter sein würde, es kommen mehrere in Betracht.
Alles in allem aber eine solide Leistung mit der Jugendliche ein paar spannende Lesestunden verbringen können.

todeswald-id4631365 Kosmos Verlag
Taschenbuchausgabe
ca. 256 Seiten
10,95 Euro
Februar 2011
ISBN: 3440123758