Das Land der verlorenen Träume – Caragh O’Brian

das_land_der_verlorenen_traeume Heyne Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 464 Seiten
16,99 Euro
Februar 2012
ISBN: 3453267281Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Sei stark und mutig, Gaia!
Die sechzehnjährige Gaia Stone, eine junge Hebamme, muss aus ihrer Heimat fliehen, mit nichts als den Kleidern am Leib und ihrer neugeborenen Schwester im Arm. Alles wurde ihr genommen – sind doch ihre Eltern ermordet und die Liebe ihres Lebens verhaftet worden, und die zerstörte Welt, in der sie lebt, straft unbarmherzig jede Schwäche. Als ein Fremder sie mitten im Ödland vor dem Verdursten bewahrt, scheint sie zunächst gerettet. Doch das Dorf des Fremden nimmt Gaia erst die Schwester und dann auch noch die Freiheit. Verzweifelt und entmutigt gibt sie beinahe auf. Schließlich besinnt sich Gaia jedoch darauf, dass vor allem anderen das Leben zählt – und sie stellt sich ihrem Schicksal, ihrer Verantwortung für ihre Schwester und einer neuen, zarten Liebe …

Kommentar:
Nachdem Gaia bereits im ersten Band „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ aus den Fängen der Enklave geflohen ist, wird sie nun in „Das Land der verlorenen Träume“ gerettet und findet den Ort, zu dem schon ihre Großmutter geflohen ist. Dort angekommen findet sie aber leider keine angenehmen Verhältnisse vor, man nimmt ihr zunächst einmal ihre kleine Schwester weg und verlangt von ihr sich an merkwürdige Gesetze zu halten, die für Gaia keinen Sinn machen. In Sylum herrschen nämlich die Frauen. Diese sind zwar in der Unterzahl, weswegen das Dorf auch auszusterben droht, aber Männer haben nichts zu sagen und fügen sich. Gaia kommt also vom Regen in die Traufe, denn natürlich kann sie sich mit Regeln, die ihr zuwider sind nicht anfreunden und rebelliert…

Den ersten Teil von Caragh O’Briens Geschichte um die Hebamme Gaia fand ich bereits klasse, aber der zweite Teil stellt den ersten jetzt noch einmal in den Schatten. Die Autorin schafft hier eine unglaubliche Gemeinschaft, die in sich funktioniert und sogar logisch scheint, obwohl eigentlich alles in einem rebellieren will.
Während des Lesens war ich so oft hin und her gerissen zwischen Abneigung gegen die Matrarch, die gewählte Anführerin Sylums, und Verständnis für sie und ihre Entscheidungen. Einfache schwarz/weiß Malerei gibt es in diesem Buch nicht, niemand ist einfach nur böse oder einfach gut, jede Figur wird so menschlich dargestellt wie nur irgendwie möglich und ich denke, genau das zeichnet diese Autorin auch aus. Sie entwirft einfach so authentische Figuren, man kann sich einfach jede einzelne in ihrem Handeln vorstellen, ich hatte alle Personen vor Augen, habe ihre Worte in meinem Kopf gehört. Und das schafft sie, ohne sich in zu viele Details zu verlieben, ohne dass es langatmig wird.

Ich will gar nicht allzu viel von der Handlung verraten, denn für mich war diese Fortsetzung schon eine Überraschung und anders als ich es erwartet habe. Dafür habe ich jetzt eine gute Vorstellung davon wie die Fortsetzung aussehen könnte, aber wahrscheinlich werde ich dann erneut überrascht sein. Aber ich lasse mich ja gerne überraschen, vor allem, wenn das Ergebnis wieder so absolut gut, so überzeugend sein wird wie dieser zweite Teil.
Wem der ersten Teil bereits gefallen hat, der wird diesen zweiten Band sicherlich lieben!

Neva – Sara Grant

neva_pan Pan Verlag
Klappenbroschur Ausgabe
ca. 352 Seiten
16,99 Euro
März 2011
ISBN: 3426283484

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Inhalt (lt. amazon.de):
Die 16-jährige Neva hat es satt, keine Antworten auf Fragen zu bekommen, die sie nicht einmal laut stellen darf: Warum wird ihr Heimatland von einer undurchdringbaren Energiekuppel von der Außenwelt abgeschottet? Warum verschwinden immer wieder Menschen spurlos? Und was ist mit ihrer Großmutter geschehen, die eines Tages nicht mehr nach Hause kam? Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sanna beschließt Neva, Antworten zu verlangen und nicht mehr brav alle Gesetze und Regeln zu befolgen. Doch dabei verliebt sie sich nicht nur in den einen Jungen, der für sie tabu sein muss – sondern gerät auch in tödliche Gefahr … 

Kommentar:
Die Welt in der Zukunft. Ein Teil der Welt hat sich selbst isoliert und lebt abgeschieden vom Rest der Welt unter einer Halbkugel. Laut ihrer Regierung gibt es außerhalb nichts mehr, außer Tod und Verderben. Die Geschichte wie wir sie kennen und alles ist vernichtet worden und alles was mit ihr zu tun hat. Neva ist ein typischer Teenager und rebelliert mit ihrer Freundin Senna gegen das System. Sie wollen ausbrechen, wollen mehr. Sie wollen herausfinden was außerhalb ist und warum so viele Menschen verschwinden. Nevas Vater arbeitet für die Regierung und als Neva in Schwierigkeiten gerät muss er sich entscheiden, ob er zu seiner Tochter steht oder zu seiner Regierung.

Diese Dystopie folgt den üblichen, bekannten Abläufen, ist aber deswegen nicht schlecht. Die Autorin hat einen erfrischenden Schreibstil und hält sich nicht lange mit Erklärungen und Einleitungen auf. Als Leser wird man direkt zu Beginn in diese neuartige andere Welt geschmissen, kann sich aber schnell orientieren und versteht worum es geht.

Neva, die Hauptfigur in diesem Buch erscheint sehr sympathisch, wenn sie auch ein wenig grau bleibt. Ebenso auch alle anderen Charaktere. Sie bleiben allesamt ein wenig farblos und ihre Motivationen sind nicht oder nur unzureichend nachvollziehbar.

Besonders habe ich jedoch gemocht, dass die Autorin auch schlimme Handlungen nicht beschönigend umschreibt, sondern klar benennt. So gibt es auch ein paar schockierende Erkenntisse in der Geschichte, die insgesamt gesehen ins Bild passen, aber leider dennoch kein Gesamtbild dieser sich selbst zerstörenden Gesellschaft abgeben.

Mit den Fragen nach dem Wie, Weshalb und Warum wird der Leser nahezu alleine gelassen, muss sich vieles selbst zusammen reimen, wobei die Betonung eher auf dem Reimen liegt. Umso enttäuschender ist es da, dass bislang kein zweiter Teil angedacht ist, obwohl die Geschichte insgesamt offen bleibt.

Trotz der Kritikpunkte hat mir das Buch gut gefallen, eine der besseren Geschichten die in diesem Genre momentan auf dem Markt sind.

Die Kane-Chroniken 1: Die rote Pyramide – Rick Riordan

Die Kane Chroniken Carlson Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 608 Seiten
18,90 Euro
Dezember 2011
ISBN: 3551555877

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Inhalt (lt. amazon.de):

Ein Besuch im Museum? An Heiligabend? Eine bescheuerte Idee, findet Sadie. Sie sieht ihren Vater, den berühmten Ägyptologen Dr. Julius Kane, ja ohnehin nur zwei Mal im Jahr – und dann muss er sie und ihren Bruder Carter ausgerechnet ins British Museum schleppen. Aber ihr Vater will ihnen gar keine verstaubten Sarkophage zeigen – er plant nicht weniger, als den ägyptischen Gott Osiris zu beschwören. Doch das geht schief, und er wird von einem unheimlichen glutroten Typen entführt. Um ihn zu befreien, müssen Sadie und Carter es mit der gesamten ägyptischen Götterwelt aufnehmen.

Kommentar:

Nach der Percy Jackson-Reihe führt uns Rick Riordan nun in die ägyptische Götterwelt und spinnt eine neue, spannende Geschichte für Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene. Die Helden in den Kane-Chroniken sind dieses Mal zwei Geschwister, Sadie und Carter Kane, die von den Pharaonen abstammen.

Sadie lebt nach dem Tod ihrer Mutter bei ihren Großeltern in England, während Carter mit seinem Vater, einem Archäologen, durch die Welt reist. Während eines der seltenen Treffen mit Sadie geschieht etwas merkwürdiges. Sadies und Carters Vater wird bei einem Museumsbesuch von einem angsteinflößenden roten Mann angegriffen und verschwindet im Erdboden, nachdem er irgendein Ritual durchgeführt hat. Das Leben von Sadie und Carter gerät total durcheinander. Hat ihr Vater da gerade einen Zauber ausgeführt? Gibt es so etwas überhaupt? Und war die rote Gestalt wirklich ein Gott? Zusammen mit ihrem bis dahin verschollenen Onkel machen sich Sadie und Carter auf um ihren Vater zu suchen und die Wahrheit über ihre Vergangenheit zu erfahren und erleben dabei ein phantastisches Abenteuer…

Zu Beginn des Buches erklärt eine Warnung, dass die Geschichte eine Abschrift einer Tonaufnahme sei, aufgenommen von Sadie und Carter. So wird die Geschichte abwechselnd mal aus Sadies und mal aus Carters Sicht erzählt. Zwischendrin gibt es immer mal wieder ein paar flotte Bemerkungen. Der Autor schreibt zwar so, dass man durchaus daran glauben kann die Worte eines frechen Teenagers zu lesen, allerdings macht er da keinen Unterschied zwischen den Geschwistern, was ich ein wenig schade finde. Wenn über den Kapiteln nicht jeweils „Sadie“ oder „Carter“ stehen würde, dann könnte man (außer anhand der Perspektive) leider nicht erkennen, wer da gerade erzählt. Das fand ich ein wenig schade, da wurde meiner Meinung nach vielversprechendes Potential verschenkt. Der sonstige Schreibstil machte mir aber Spaß, ich mochte die flapsige Art, sie hat perfekt gepasst.

Das Tempo der Erzählung ist auch recht rasant, die Handlungen überschlagen sich nahezu. Gut, denn so wird es nicht langweilig und die knapp 600 Seiten sind schnell gelesen.

Natürlich ist die Geschichte rund um die ägyptische Götterwelt sehr konstruiert, aber sie macht Spaß. Ich hatte jedenfalls viel Freude bei der Lektüre und freue mich jetzt schon auf den nächsten Band der Reihe.
Insgesamt gute vier Sterne für einen wirklich unterhaltsamen Jugendroman, der auch von junggebliebenen Erwachsenen gut gelesen werden kann.

Die Flucht: Cassia & Ky 2 – Ally Condie

41VsTBJ6yJL__SL500_AA300_ Fischer Jugendbuch Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 464 Seiten
16,99 Euro
Januar 2012
ISBN: 384142144XBestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):

Nach ›Die Auswahl‹ von Ally Condie jetzt endlich der 2. Band der Bestsellerserie um Cassia & Ky.
Wie durch ein Wunder gelingt Cassia die Flucht in die Äußeren Provinzen. Sie will nach Ky suchen, ihrer großen Liebe.
Dort kämpft Ky als Soldat für die Gesellschaft und ist ununterbrochen brutalen Angriffen ausgesetzt. Als Cassia endlich auf eine Spur von Ky stößt, ist er bereits entkommen und auf dem Weg in die wilden Canyons in den Grenzgebieten.
Verzweifelt macht sich Cassia auf den lebensgefährlichen Weg. Was wird sie am Ende der ihr bekannten Welt finden? Zwischen steinigen Schluchten und staubigen Pfaden sucht Cassia nicht nur nach Ky – sondern auch nach sich selbst.

Kommentar:

Nach „Die Auswahl“ war ich unheimlich gespannt auf „Die Flucht“, leider konnte mich dieser neue Teil nicht wirklich überzeugen.
Der zweite Teil setzt auch genau da wieder ein, wo der erste aufgehört hat. Ky befindet sich mittlerweile in den äußeren Provinzen und Cassia nimmt einige Gefahren auf sich um ihm zu folgen und ihn zu finden. Beide, sowohl Cassia als auch Ky, haben neue Freunde die sie auf ihrem Weg begleiten. Nach einer langen und gefährlichen Reise findet Cassia Ky auch endlich und zusammen machen sie sich auf zur Erhebung, der Rebellion, die gegen die Gesellschaft kämpft…

Wie schon der erste Teil ist auch der zweite eher ruhig und langsam in seiner Handlung. Eine Ewigkeit passiert so gut wie nichts, es wird zwar viel Zeit dafür verwendet die neuen Charaktere vorzustellen, die in diesem Buch an Cassias und Kys Seite sind, aber wirklich überzeugen konnten diese mich nicht. Gerade Indie, die Cassia auf ihrer Suche begleitet hat und sich selbst der Rebellion anschließen will, bleibt mir ein kleines Rätsel. Allerdings nicht, weil noch nicht alle Geheimnisse um sie gelüftet wurden, sondern weil ich ihre Beweggründe und ihre Kombinationsgabe leider überhaupt nicht nachvollziehen konnte.

Ab dem Zeitpunkt, wo Cassia endlich auf Ky trifft und die Gruppe sich zusammen auf die Suche nach der Erhebung macht, passieren ebenfalls einige Dinge, die ich auch so nicht nachvollziehen kann. Vertrauen auf der einen Seite, Verrat auf der anderen, mir kamen diese Dinge teilweise leider so vor, als wäre es der Autorin just in diesem Moment eingefallen. Diese plötzlichen Wendungen haben mich also eher unangenehm überrascht und das nicht weil sie überraschend waren, sondern einfach, weil sie für mich nicht nachvollziehbar waren.
Das Ende fand ich dann ebenfalls sehr schnell und unbefriedigend. Ohne zuviel verraten zu wollen: Ich hatte eher den Eindruck, als wenn sowohl Cassia als auch Ky wieder dort angelangt waren, wo sie herkamen: am Anfang. Die Reaktionen darauf hätten mich ebenfalls interessiert, aber leider war das Buch an dieser Stelle zu Ende. Ein sehr unbefriedigendes Ende, denn ein wirklicher Cliffhanger war es nicht, ich hatte eher das Gefühl von „auf der Stelle treten“.

Das hört sich jetzt so an, als hätte mir das Buch überhaupt nicht gefallen. Hat es aber doch. Ich habe nur einige Kritikpunkte die ich loswerden wollte. Insgesamt mochte ich das Buch, ich fand es aber auf keinen Fall so großartig und fesselnd wie den ersten Band. Auf den dritten Band warte ich jetzt allerdings auch schon wieder ungeduldig und gehe jetzt auch nicht gelassen in die Lesepause bis selbiger erscheint.

Zirkel – Sara Bergmark Elfgren, Mats Strandberg

779ecb4eff Dressler Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 608 Seiten
19,95 Euro
Februar 2012
ISBN: 3791528548Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):

Die sechs Mädchen könnten nicht verschiedener sein. Abgesehen davon, dass sie in der schwedischen Kleinstadt Engelsfors leben, auf dieselbe Schule gehen und sich nicht mögen, haben sie nichts gemeinsam. Glauben sie. Doch eines Nachts werden sie im Wald zusammengeführt. Sie sind auserwählt, das Böse, das in der Stadt lauert, zu bekämpfen. Schaffen sie es, miteinander auszukommen? Denn nur mit vereinten Kräften können sie die dunklen Mächte besiegen. Reinster Nervenkitzel aus Schweden, dem Land der Krimi-Meister. „Zirkel“ ist der grandiose Auftakt der Engelsfors-Trilogie.

Kommentar:

Das Autorenduo aus Sara Bergmark Elfgren und Mats Strandberg hat mit „Zirkel“ sein Debüt abgeliefert. Für beide ist es das erste Jugendbuch und auch gleich der erste Teil einer Trilogie.

Die schwedische Kleinstadt Engelsfors ist besonders für Jugendliche wenig attraktiv und bietet wenig Zukunftsaussichten. Minoo, Vanessa, Linnéa, Anna-Karin, Ida, Rebecka und zu Beginn auch noch Elias sind einige von ihnen. Sie gehen aufs Gymnasium und stehen vor düsteren Zukunftsaussichten. Da sie allesamt aus unterschiedlichen sozialen Schichten stammen, gehen sie auch unterschiedlich mit ihrer jeweiligen Situation um, den Autoren ist es hier also gelungen einige, sehr vielschichtige Charaktere zu entwerfen.
Als schließlich Elias stirbt gehen zunächst alle von einem Selbstmord aus und auch als ein weiterer Jugendlicher stirbt glaubt die breite Masse noch daran. Nur die Mädchen wissen, dass mehr dahinter steckt und sich die Jugendlichen nicht selbst umgebracht haben, denn ihnen wurde ihr Schicksal offenbart: sie sind Hexen.

Da die Mädchen allesamt total unterschiedlich sind fällt es ihnen alles andere als leicht miteinander auszukommen. Das müssen sie allerdings, denn sie allein sollen den Kampf gegen das Böse antreten, den Kampf gegen die Macht, die Elias ermordet hat. Und diese Aufgabe können sie nur bewältigen, wenn sie zusammen halten.
Obwohl dieses Buch mit seinen über 600 Seiten sehr dick ist, flogen die Seiten nur so dahin und schwupps … war das Buch zu Ende gelesen. Die Geschichte fesselt einfach so sehr, obwohl im ersten Band noch gar nicht allzu viel passiert, aber die Autoren haben einen unheimlich erfrischenden Schreibstil, so dass das Lesen viel Spaß macht und man sich schon sehr überwinden muss das Buch wieder zur Seite zu legen.
Die so unterschiedlichen Charaktere tragen auf jeden Fall dazu bei, denn die Mädchen werden alle sehr authentisch beschrieben und wer sich noch ein wenig an seine eigene Schulzeit erinnert, der wird sicherlich den einen oder anderen Mitschüler in einem der Charaktere wiederfinden.
Dabei bleiben die Charaktere allerdings nicht einfach oberflächlich, die Autoren gehen auch auf deren soziale und familiäre Situation ein, so dass auch ein biestiger und unbeliebter Charakter als Mensch mit Herz gesehen werden kann.

In diesem Teil wurde nicht allen Charakteren gleich viel Platz eingeräumt. Ein paar Personen wurde mehr Raum gewidmet als anderen. Ich kann mir vorstellen, dass im zweiten Teil der Fokus auf anderen Personen liegt, so dass wir alle Mädchen und deren Fähigkeiten mal ein wenig näher kennen lernen können.

Ansonsten hat mich die Geschichte insgesamt sehr an eine Mischung aus Buffy (der Rat, der Lehrer), Charmed (Hexen und Fähigkeiten), Harry Potter (die Schule und das Alter) erinnert. „Zirkel“ ist allerdings auf keinen Fall ein bloßer Abklatsch, die Mischung ist einfach eine besondere und insgesamt ist das ganze so realistisch aus Sicht unserer heutigen Zeit widergegeben, dass man sich die Geschehnisse, so phantastisch sie auch sein mögen, auch wirklich vorstellen kann. Ich glaube, genau das war irgendwie auch der Reiz des Buches.

Leider soll der zweite Band erst in einem Jahr erscheinen. Eine lange Zeit, aber ich freue mich wirklich drauf.

Whisper Island 1–Sturmwarnung – Elisabeth George

51sXYNzbiNL__SL500_AA300_ INK Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 448 Seiten
19,99 Euro
Niovember 2011
ISBN: 3863960017

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Inhalt (lt. amazon.de)

Becca King hat eine Gabe, die gleichzeitig ein Fluch ist. Sie kann die Gedanken anderer Menschen hören. Sie umgeben sie wie ein ständiges Rauschen, dem sie nicht entrinnen kann. Jetzt ist Becca auf der Flucht, weil ihr Stiefvater ihre Fähigkeiten skrupellos ausnutzen wollte. Sie hat eine neue Haarfarbe und eine neue Identität. Auf einer geheimnisvollen, abgeschiedenen Ins.el hofft Becca, Unterschlupf bei einer Freundin ihrer Mutter zu finden. Doch als sie dort ankommt, erfährt sie, dass die Freundin drei Wochen zuvor gestorben ist. Verzweifelt versucht Becca, ihre Mutter zu erreichen ohne Erfolg: Das Handy ist tot

Kommentar:

Seit ich vom neuen Verlagsprogramm von Egmont gehört habe, nämlich dem neuen Egmont Ink Programm und mir die dort erscheinenden Bücher angesehen habe, war ich auf dieses Buch sehr gespannt und habe mich sehr darauf gefreut. Die Kurzbeschreibung hörte sich spannend an und noch dazu war das Buch schließlich von einer Top-Autorin, von der ich persönlich aber zugegeben bisher noch nichts gelesen hatte. Meine Erwartungen waren also recht hoch und wurden leider nicht erfüllt.

Becca King, die eigentlich Hannah heißt, hat eine besondere Gabe, sie kann nämlich Gedanken lesen. So erfährt sie auch, dass der Mann ihrer Mutter seinen Geschäftspartner ermordet hat und da sie mit diesem Wissen kaum zur Polizei gehen kann, sind sie und ihre Mutter seitdem auf der Flucht und Hannah wird zu Becca um unauffindbar zu werden.
Während ihre Mutter ein neues Zuhause für sie organisieren will, soll Becca auf Whisper Island bleiben, bei einer Freundin ihrer Mutter, nur dass diese Freundin tot ist als Becca ankommt. So schlägt sie sich alleine auf der Insel durch, wo glücklicherweise aber viele hilfreiche Menschen bereit stehen.

Die Idee ist wirklich toll, die Umsetzung hat mir allerdings weniger gefallen. Nachdem es wirklich spannend losging folgten irgendwann nur noch mehr oder weniger langweilige und langatmige Probleme der diversen Inselbewohner. Jeder hat ein Geheimnis und natürlich ist auch jedes Geheimnis irgendwie relevant und muss erörtert werden. An vielen Stellen konnte ich mich auch nur an den Kopf fassen und mich fragen, warum sich die Protagonisten jetzt gerade so dämlich verhalten.
Realistisch ist die Handlung in meinen Augen nämlich weniger gewesen, ich hab den Charakteren ihr Verhalten zumindest nicht abgenommen.
Der Schreibstil ist allerdings gut. Das Buch lässt sich meist flüssig lesen, nur die Handlung hat mich irgendwann einfach sehr angeödet und gelangweilt. Im Epilog wird es dann schließlich noch einmal kurz spannend, so dass das Buch natürlich mit einem Cliffhanger endet, aber selbst mit diesem bin ich nicht sicher, ob ich den zweiten Band wirklich brauche.

Schade eigentlich, aber wenn man das Gefühl hat, dass ein Buch nur noch aus Nebenhandlungen besteht, dann kommt irgendwann einfach Langeweile auf.

Das Tal 2.1 Der Fluch – Krystyna Kuhn

Das-Tal-Der-Fluch Arena Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 245 Seiten
9,99 Euro
November 2011
ISBN: 3401066072

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Inhalt (lt. amazon.de)

Das Tal ist zur Ruhe gekommen. So scheint es zumindest. Nur Robert ist der Einzige, der der Wahrheit über den versteckten Ort mitten in den Rocky Mountains ein Stück nähergekommen ist. Doch während er verzweifelt versucht, seine Erkenntnisse zu überprüfen, gerät Rose in große Gefahr. Wer ist der Unbekannte, der ständig in ihr Zimmer im College einbricht? Und was hat das mit Roses Vergangenheit zu tun? Während das sonst so ruhige Mädchen mehr und mehr außer sich gerät, entdeckt Robert das Unfassbare…

Kommentar:

Ein paar Monate mussten wir ja schon auf die zweite Season und damit den fünften Band von „Das Tal“ warten. Mir kam die Wartezeig glücklicherweise gar nicht so lange vor, trotzdem war ich sehr gespannt wie es weiter gehen würde.
Natürlich habe ich mir gewünscht, dass wir endlich mehr erfahren, mehr Geheimnisse offenbart werden. Daran geglaubt, dass es so schnell geht, habe ich allerdings nicht und so war es dann ja schließlich auch.

Im fünften Band steht Rose nun endlich auch mal im Vordergrund und wir erfahren mehr über das sympathische Mädchen mit der Glatze. Ihre Geschichte ist spannend und rührend und wird auch aus ihrer Sicht erzählt. Ebenso gibt es alle paar Seiten ein paar Auszüge aus Dave Yellards Tagebuch, was allerdings nicht in direktem Zusammenhang mit Rose‘ Geschichte steht, für den weiteren Verlauf aber wohl sehr interessant sein wird.
Am Ende des fünften Bands erzählen Robert, David und Katie den anderen auch endlich von ihren Erlebnissen unterhalb des Sees, ansonsten erfahren wir in diesem Band nicht mehr allzu viel darüber und was es mit dem unterirdischen Labyrinth aus dem vierten Teil auf sich hatte. Sehr, sehr schade, aber so erhöht sich die Vorfreude auf Band sechs nur noch mehr.

Ansonsten hat das Lesen des fünften Bands wieder viel Spaß gemacht und war viel zu schnell vorbei. Werden die Bände eigentlich immer kürzer?
Ein wenig irreführend ist die Kurzbeschreibung des Buchs allerdings schon gewesen. Von Roberts großer Erkenntnis war nämlich in diesem Band weit und breit keine Spur und wenn er wirklich dem großen Geheimnis des Tals auf die Spur gekommen ist, dann hat er es gekonnt für sich behalten. So hoffe ich einfach mal, dass wir im nächsten Band wieder mehr erfahren werden. Also heißt es nun wieder einmal: Warten.

Ark Malikum–Kampf gegen die Verschwörer–Andrew Peters

arkmalikum Carlsen Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 464 Seiten
16,95 Euro
September 2011
ISBN: 3551520216

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Inhalt (lt. amazon.de)

Das war knapp! Beinahe hätten sie Ark erwischt. Dabei wollte er doch nur seinen Job erledigen. Ark konnte ja nicht ahnen, dass er dabei Ohrenzeuge einer Verschwörung gegen den König wird. Seitdem sind ihm seine mörderischen Verfolger dicht auf den Fersen. Sie jagen ihn quer durch Arborium, eine fast vergessene Baumwelt, kilometerhoch über dem Erdboden. Auf der Flucht kommt Ark in Regionen, aus denen keiner jemals wieder zurückgekehrt ist. Doch warum greifen ihn die riesigen Raben mit ihren messerscharfen Krallen nicht an? Und wieso interessieren sich die Herrscher aus dem hoch technologisierten Schlundreich plötzlich für Arborium? Ark bleiben nur sechs Tage Zeit es herauszufinden. Dann soll der König ermordet werden.

Kommentar:

Arktorius Malikum, kurz: Ark, ein junger Klempner, belauscht unbeabsichtigt ein Gespräch in dem es um eine Verschwörung gegen den König von Arborium geht. Fortan wird der Junge von den Verrätern gejagt und befindet sich auf der Flucht. An seiner Seite befindet sich sein Freund Mucum. Zusammen versuchen sie den König zu warnen und Arborium zu retten.

Arborium ist eine abgelegene Baumwelt und wird von dem hoch technologisiertem Schlundreich bedroht. Das Thema ist also Natur gegen Technik, was ein angeschnittenes Thema dieses Romans ist. Generell werden viele Themen angeschnitten, weswegen ich mich auch ein wenig schwer tue für dieses Buch irgendeine Empfehlung ausgesprochen, es wimmelt nur so von Themen. Ein wenig Umweltschutz hier, ein wenig Freundschaft, Selbstvertrauen da, Andersartigkeit wird auch angesprochen, zudem macht mir das Buch von der Struktur her eher den Eindruck ein Kinderbuch zu sein, aber dafür ist die Sprache zu derb, deswegen vielleicht eher ein Jugendbuch, aber dafür ist die Geschichte zu lahm, also eher was für Erwachs… nein, das ganz bestimmt nicht.

Insgesamt war ich eher gelangweilt und verwirrt von dieser Lektüre, die nicht wirklich viel zu bieten hat. Ein paar schöne Passagen gab es schon, die durch schöne, vielleicht sogar ein wenig nachdenklich stimmende Aussagen einfach schön wurden, insgesamt strotzte dieses Buch aber eher so vor Belanglosigkeiten und Zusammenhangslosigkeit.
Von mir gibt es hierfür keine Leseempfehlung, dafür müsste das Buch, das durchaus Potential gehabt hätte, erst einmal komplett überarbeitet werden, so dass irgendeine klare Struktur hineinkommt. Es gibt massenhaft gute Kinder- und auch Jugendbuchliteratur, dieses hier gehört leider nicht dazu.