Krähenmann – Corina Bomann

Coppenrath Verlag
Broschierte Ausgabe
ca. 448 Seiten
14,95 Euro
August 2014
ISBN: 978-3649616764
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Inhalt

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Rügen/Eliteinternat Rotensand: Ein Serienmörder tötet auf grausame Weise. Seine Spur reicht weit in die Vergangenheit zurück. Auf der fieberhaften Suche nach dem unheimlichen „Krähenmann“ kämpft sich die 16-Jährige Stipendiatin Clara durch ein Labyrinth aus Verdächtigen und falschen Fährten. Die Mordserie reißt nicht ab und schließlich gerät Clara selbst ins Visier des rachedurstigen Killers …

Gewähltes Zitat

Doch jetzt fühlte ich mich hilflos – und ich hatte Angst. Was, wenn wirklich ein Mörder in der Schule war? Wer kam darauf, einer Toten Flügel anzunähen? Vielleicht die Biologielehrer? Sie hatten mit toten Tieren zu tun, vielleicht war bei einem von beiden eine Sicherung durchgebrannt, und sie versuchten nun, Vogelmädchen zu erschaffen? 

(S. 131) 

Meine Meinung

Clara ist 16 Jahre alt und Vollwaise. Seitdem sie ihre Eltern bei einem Unfall verloren hat, lebt sie im Heim. Sie ist eine gute Schülerin, auch wenn sie wenige soziale Kontakte hat, und so gelingt es ihr auch ein Stipendium für das Eliteinternat Rotensand zu bekommen, worüber sie sich sehr freut, denn sie möchte etwas aus sich und ihrem Leben machen. Auf Rotensand angekommen machen ihr aber nicht nur ihre neuen Mitschülerinnen das Leben schwer, auch die mysteriösen Mordfälle auf Rotensand setzen ihr zu und erreichen ihren Höhepunkt auch dann noch nicht, als der Mörder Kontakt mit Clara aufnimmt …

Corina Bomann hat mit “Krähenmann” ihren ersten Thriller geschrieben. Clara ist die jugendliche Protagonistin und so ist das gesamte Buch natürlich auch für Jugendliche ausgelegt. Dennoch fehlen hier weder die Thriller- noch die Schockelemente.

Schon auf den ersten Seiten geht es zur Sache, denn wir erleben den Prolog durch das erste Opfer des Mörders, ohne jedoch zu wissen wer sie ist und unter welchen Umständen alles geschieht. Das macht direkt neugierig, verrät aber nahezu nichts. Nach wenigen Seiten beginnt die Geschichte dann mit einem Wochentag.
Generell ist das gesamte Buch in Tagesabschnitte unterteilt, die wiederrum in zumeist kurze Kapitel aufgeteilt sind.

Clara ist eine sehr selbstbewusste Protagonistin, die mir allerdings durch ihre Art besonders zu beginn ein wenig auf die Nerven ging. Clara hat zwar eine ziemlich schweres Schicksal erlitten, aber dafür hält sie sich recht tapfer und hat dafür auch eine Schutzmauer um sich errichtet, die sie selbst vor Eingriffen von außen schützen soll und sie somit ziemlich verschlossen und unnahbar scheinen lässt. Nur langsam habe ich mich an Clara gewöhnt und war froh um den recht sympathischen männlichen Protagonisten Alex, der sich – natürlich – auf Clara eingelassen hat.
Den Großteil der Geschichte erleben wir aus Claras Sicht mit. Ab und an erhalten wir allerdings auch Einblick in die Wahrnehmung des Täters, was die Sache noch einmal spannend macht, denn so erfahren wir immer ein wenig mehr über seinen Antrieb zu Morden ohne jedoch wirklich etwas zu erfahren.

Die Geschichte selbst ist zum größten Teil spannend. Ich selbst liebe Internatsgeschichten sehr, wenn ich sie auch früher als normale Mädchenbücher kennen gelernt habe und weniger als Thriller. Diese Mischung hier hat mir aber gut gefallen. Es gab auch hier die üblichen Teenager-Themen rund um alles was ‘in’ oder auch ‘out’ ist, Schule, Liebe und Freundschaft. Diese Themen dominieren aber tatsächlich nicht, klingen aber immerzu an und haben mir ebenso gefallen wie auch der Thriller, der sich durch das Buch zieht.

Das Ende ist gut nachvollziehbar und – ohne zu viel zu verraten – sowohl abgeschlossen als auch offen! Am zweiten Teil schreibt Frau Bomann bereits.    

Fazit

Insgesamt hat mir “Krähenmann” von Corina Bomann auch wieder sehr gut gefallen. Mir hat die Mischung total gut gefallen, es war spannend und einfach flüssig und gut zu lesen gewesen, so dass ich durch die Seiten flog.
Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch die tolle Optik, denn der Schnitt des Buches ist komplett rot, was ich richtig klasse finde. Insgesamt schrammt das Buch ganz, ganz knapp an der vollen Punktzahl vorbei, denn dafür fehlte mir noch so ein wenig das besondere. Dennoch sehr lesenswert!  

Meine Wertung

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Gated: Die letzten 12 Tage – Amy Christine Parker

gateddieletzten12tage

dtv Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 336 Seiten
16,95 Euro
September 2014
Originaltitel: Gated
ISBN: 978-3423760980
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Inhalt

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Bis vor Kurzem glaubte die siebzehnjährige Lyla, die Gemeinschaft von Mandrodage Meadows, in der sie mit ihrer Familie lebt, bewahre sie vor dem Bösen in der Welt und dem bevorstehenden Weltuntergang. Dann trifft sie Cody, einen Jungen von außerhalb, und stellt fest, dass sie in Wahrheit in einem perfiden Unterdrückungssystem gefangen ist. Doch Lylas Versuch, gegen Pioneer, den ebenso charismatischen wie gefährlichen Führer der Gemeinschaft, zu rebellieren, führt zum Kampf . . .

Gewähltes Zitat

Es ist ein Stapel Zeitschriften. Zwar habe ich noch nie eine in der Hand gehabt, aber auf unseren Besorgungsfahrten habe ich sie in den Geschäften ausliegen sehen. Wenn meine Mutter mich dabei erwischte, wie ich sie anstarrte, zwang sie mich wegzuschauen. Pioneer verbietet es uns, Zeitungen oder Zeitschriften zu lesen, denn je weniger Verbindung wir zur Welt haben, desto einfacher wird es werden, ihr Auf Wiedersehen zu sagen.

(S. 137) 

Meine Meinung

Die junge Lyla zieht nach dem Verschwinden ihrer Schwester mit ihren Eltern in eine abgelegene Kommune, in der sie unter sich bleiben. Jahre später hat die mittlerweile 17jährige Lyla keinen Kontakt mehr zur Außenwelt, ist Will versprochen, der auch ihr bester Freund ist, den sie aber nicht liebt. Die Gemeinde bereitet sich auf den Weltuntergang vor, denn ihr Anführer Pioneer wird mit Informationen der Brüder versorgt, der diesen Untergang, der kurz bevor steht, vorhergesagt hat und sie als die Auserwählten auserkoren hat, die, die überleben sollen…

Dieses Buch war ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte mit die inhaltliche Beschreibung groß nicht durchgelesen um nicht gespoilert zu werden. Bei mir blieb nur „Weltuntergang“ hängen und genau das hatte ich auch erwartet. Umso erstaunter war ich, als ich irgendwann mitten im Buch feststellen musste, dass es hier gar nicht um einen tatsächlichen Untergang geht, sondern um eine sektenähnliche Gemeinschaft, dessen selbsternannter Führer das Ende lediglich erfunden und seine Untertanen davon überzeugt hat. Also genau das, wovon man sonst nur in den Nachrichten hört und in der Regel nur den Kopf schütteln kann, weil es einfach außerhalb der eigenen Vorstellungskraft liegt, dass es Menschen gibt, die in unserer heutigen aufgeklärten Zeit noch auf so etwas hereinfällt.

Genau so ist es in diesem Buch aber geschehen. Pioneer hat sich ein ganzes Dorf untertan gemacht und um sich gescharrt, die unabhängig und abgeschottet vom Rest der Welt tatsächlich an den Weltuntergang glauben. In diesem Buch wurde wunderbar beschrieben, wie dem Anführer das gelungen ist, wie er es schaffen konnte die Menschen von seinen Ansichten zu überzeugen, so dass sie mitziehen. Ich fand es sehr interessant mitzuerleben, wie die Manipulationen auf die Menschen gewirkt haben und auch, dass es manches mal gar nicht allzu viel Überzeugungskraft braucht um Menschen zu überzeugen, wenn sie in einer Situation sind, in der sie die reale Welt gerade nicht mehr aushalten (wollen).

Aber auch die Entwicklung von Lyla wurde sehr eindrucksvoll und vor allem überzeugend geschildert. Ihre Begegnung mit der realen Welt, ihre widersprüchlichen Gefühle und Eindrücke und die Umkehr ihrer eigenen Überzeugung, die Zerstörung ihrer Welt, wie sie sie bisher kannte.

Passend dazu gab es vor jedem Kapitel ein Zitat des erfundenen Sektenführers Pioneer oder einem tatsächlich existenten Sektenführers wie z.B. Charles Manson, die die Geschichte noch untermauerten.

Der Stil der Autorin ist also sehr eindrücklich und flüssig. Sie schreibt sehr realistisch, ich konnte mich sehr gut in dieser Geschichte zurecht finden und das Lesen hat wirklich Spaß gemacht. Obwohl mir dieses Szenario sehr fern lag, war ich sehr gefesselt von den Geschehnissen. Vielleicht aber auch gerade deswegen. Nach den ersten hundert Seiten, als ich endlich total in der Geschichte angekommen war, konnte ich auch einfach nicht mehr aufhören zu lesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Lyla weiter gehen wird.

Im Frühjahr 2015 soll bereits ein weiterer Band erscheinen, obwohl dieser Band so auch für sich stehen könnte, denn die Handlung ist soweit abgeschlossen und das Ende auch zufriedenstellend. Auf den zweiten Teil bin ich trotzdem sehr gespannt, auch wenn ich mir gar nicht vorstellen kann, wie dieser noch funktionieren soll, aber lasse mich gerne überraschen.

Fazit

Insgesamt hat mich „Gated“ nachdem ich mich nicht mehr über die unerwartete Ernsthaftigkeit wunderte, sehr fesseln und begeistern können. Es war ein sehr eindrucksvolles Buch mit einer sehr realistischen Schilderung von Geschehnissen, die man sich gar nicht wirklich ausmalen kann, wenn man nicht selbst drin steckt.

Meine Wertung

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Das Labyrinth ist ohne Gnade – Rainer Wekwerth

daslabyrinthistohnegnade

Arena Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 344 Seiten
16,99 Euro
August 2014
ISBN: 978-3401067902
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Inhalt

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Sie sind nur noch zu dritt und sie sind geschwächt. Aber sie wollen überleben – um jeden Preis. Zweifel überschatten den Kampf gegen das Labyrinth, das mit immer neuen Mysterien für die Jugendlichen aufwartet. Ihr mühsam erworbener Teamgeist scheint nicht zu brechen, doch lohnt sich für Jeb, Jenna und Mary der gemeinsame Kampf, wenn nur einer von ihnen überleben kann? Die entscheidende Frage aber wagt niemand zu stellen: Was erwartet den letzten Überlebenden hinter dem sechsten Tor?

Gewähltes Zitat

Das Labyrinth hatte es wahrhaftig geschafft, dass sie mittlerweile nur noch zu dritt waren. Das alles hatte er während des Kampfs ums Überleben, den sie nun schon stunden-, nein, tagelang führten, nicht mehr an sich rangelassen. Jetzt, da er das erste Mal in Ruhe innehalten konnte uns sich zumindest vorerst in Sicherheit fühlte – da brach diese Erkenntnis mit umso größerer Heftigkeit über ihn herein.
Sie waren sieben gewesen.
Nun waren sie nur noch zu dritt.
Und das Labyrinth war noch lange nicht mit ihnen fertig.

(S. 15) 

Meine Meinung

Jeb, Jenna und Mary haben es in die nächste Welt geschafft und sind umgeben von Wasser. Wie sollen sie auf dem offenen Meer überleben? Aber natürlich hält das Labyrinth auch hier wieder einige Überraschungen bereit. Es ist zwar ohne Gnade, aber fair und so schaffen es zumindest zwei Protagonisten zu den nächsten zwei Toren. Wer wird am Ende nun übrig bleiben?

Lange, lange haben ich auf diese Fortsetzung, die ja gleichzeitig leider auch das Ende dieser Geschichte ist, gewartet. Zugegeben, der erste Band der Trilogie konnte mich nicht total begeistern, aber ich fand ihn gut und er hat mich neugierig gemacht. Den zweiten Teil fand ich dann schon viel besser, spannender. Der dritte Band konnte mich jetzt total mitreißen!

Schon im letzten Band wurden wir von Rainer Wekwerth im Meer zurück gelassen oder vielmehr unsere verbliebenen Protagonisten Jeb, Jenna und Mary. Ich war jetzt monatelang gespannt, wie sich die drei wohl aus dieser aussichtslosen Lage retten könnten und wurde auch hier nicht enttäuscht. Natürlich wurde es sehr spannend, aber auch mehr als das. Jeb, Jenna und Mary treffen in der ersten Welt auf unerklärliche Dinge und ich wurde schier verrückt, weil ich mir einfach nicht erklären konnte, was es mit diesen Begegnungen auf sich haben könnte. Da half einfach nur weiter lesen. Die Geschichte wurde einfach mit jeder Seite immer spannender, so dass ich das Buch kaum noch zur Seite legen konnte. 

Natürlich erreichen in dieser zweiten Welt auch wieder nur zwei Personen die Tore. Welche das sind werde ich natürlich nicht verraten, ebenso wenig welche Person das aller letzte Tor erreicht oder was es mit dem Labyrinth auf sich hat.
Diese Fragen werden aber dennoch alle in diesem letzten Band beantwortet und dennoch hatte ich auf der letzten Seite zunächst einmal das Gefühl betrogen worden zu sein, denn – wieder ohne zu viel zu verraten – der Schluss ist so gar nicht, wie ich ihn mir vorgestellt habe.
Nachdem ich allerdings ein wenig drüber nachdenken konnte, war ich schließlich doch sehr zufrieden mit diesem Ende, das laut Rainer Wekwerth auch von Anfang an so fest stand. Es passte einfach total. Ebenso wie die gesamte Geschichte, alle verrückten Ereignisse, die das Labyrinth in den vergangenen Bänden so für uns bereit hielt, hatten irgendwie eine Bedeutung, die man schließlich zuordnen und verstehen konnte. Ich würde die Bücher jetzt gerne noch einmal am Stück lesen, damit ich die ganzen Andeutungen und Zusammenhänge noch einmal geballt mitbekomme, denn das würde der Geschichte sicherlich noch einmal einen kleinen Kick geben, obwohl ich sie dann ja schon kenne.

Fazit

Insgesamt war ich von diesem Buch sehr begeistert! Die Labyrinth-Reihe ist eine der wenigen, die mir mit zunehmendem Band immer besser gefallen haben. Meistens ist es eher umgekehrt oder gleichbleibend, aber diese Reihe konnte mich immer weiter begeistern. Vom Schreibstil des Autors müssen wir hier gar nicht reden, der ist spitze, wenn auch der Zielgruppe entsprechend, womit ich nicht sagen will, dass Jugendliche nicht anspruchsvoll sind. Von mir gibt es für diesen Abschluss schlussendlich noch fünf Sterne!

Meine Wertung

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Bis zum letzten Tropfen – Mindy McGinnis

biszumletztentropfen

Heyne Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 320 Seiten
14,99 Euro
August 2014
Originaltitel: Not a Drop to Drink
ISBN: 978-3453268975
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Inhalt

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Nach einer Choleraepidemie und dem Zusammenbruch der Zivilisation ist sauberes Wasser das wertvollste Gut. Die sechzehnjährige Lynn hat schon früh gelernt, es um jeden Preis zu verteidigen. Gemeinsam mit ihrer Mutter bewohnt sie ein einsames Farmhaus und verbringt ihre Tage damit, Brennholz und Nahrung zu beschaffen. Und den Teich hinter dem Haus vor durstigen Eindringlingen zu schützen. Als eines Tages ein Fremder auftaucht und Lynn und ihre Mutter Fußspuren um den Teich herum entdecken, wird ihnen sofort klar, dass jemand ihre geheime Quelle entdeckt hat. Der Ernstfall, auf den Lynn seit Jahren vorbereitet ist, scheint einzutreten. Eigentlich hat sie keine Angst. Doch dann wird ihre Mutter von Kojoten schwer verletzt. Und Lynn muss sich in den umliegenden Siedlungen Hilfe suchen, denn allein kann sie die Farm nicht retten.

Gewähltes Zitat

Und eigentlich sollte sie wütend auf ihn sein, weil er für sie beide gesprochen hatte, als er Eli und Neva seine Hilfe angeboten hatte, dachte Lynn bitter, als sie den ersten Eimer in das eisige Wasser tauchte. Stebbs schien zu glauben, sie wären nun für die Flüssler verantwortlich, und sie wusste nicht, ob sie anderer Meinung war. Sie waren so unfähig für sich selbst zu sorgen, dass sie noch vor dem Winter tot sein würden. Sie und Stebbs hatten die Chance, das zu verhindern.

(S. 121) 

Meine Meinung

Lynn ist ihr ganzes Leben lang von anderen Menschen abgeschottet gewesen. Ihre übervorsichtige Mutter hat jeden Menschen erschossen, der sich ihrem Haus und der einzigen zuverlässigen Wasserquelle weit und breit nähern wollte. Nur ein einziges Mal hat Lynn Kontakt zu einem anderen Menschen gehabt und das war vor vielen Jahren als Stebbs, ein weiterer einsamer Bewohner der näheren Umgebung sich verletzt und Hilfe bei Lynns Mutter suchte. Als Lynns Mutter nun überraschend stirbt steht Lynn ganz alleine vor der großen Aufgabe sich selbst durchzubringen und ihr Haus und den Weiher zu verteidigen. Eine Aufgabe, der sie kaum gewachsen ist …

Alles an diesem Buch schrie „Lies mich!“. Die Optik gefiel mir, die Inhaltsbeschreibung fand ich ansprechend und auch der Titel sagte mir zu. Dies alles weckte in mir hohe Erwartungen. Erwartungen, die der Inhalt des Buches schließlich nicht erfüllen konnte.
In diesem Kontext sei vielleicht erwähnt, dass der Klappentext hier auch wieder ein etwas anderes Bild der Handlung vermittelt, als es tatsächlich ist, aber ich will hier nicht zu viel verraten und zu sehr ins Detail gehen.

Die Geschichte selbst beginnt mittendrin ohne große Einleitung. Dennoch habe ich mich als Leser nicht ins kalte Wasser geworfen gefühlt, denn die Handlung schreitet sehr ruhig und fast schon mühselig voran. Dabei ist der Stil der Autorin ganz klar und präzise, wenig verspielt. So lässt sich das Buch wirklich gut lesen.

Die Welt, in der Lynn lebt, wird nur recht grob beschrieben. Der Leser bekommt zwar alle nötigen Informationen und auch eine Vorstellung davon, wie es dazu kam, aber mehr auch nicht. Diese Dystopie lebt nicht von ihrer Geschichte oder ihrem Setting. Das ist einerseits gut, denn hier wird mal eine etwas andere Richtung ausprobiert, andererseits aber auch wieder schade, weil dieses Setting und Szenario eigentlich sehr interessant und vielversprechend klang.

Diese Geschichte lebt eher von der Charakterentwicklung Lynns. Es ist nämlich sehr interessant Lynn dabei zu begleiten, wie sie gesellschaftsfähig wird, soziale Kontakte knüpft und beginnt über ihren Tellerrand hinaus zu sehen. Das ist wirklich interessant, leider aber auch nicht immer gut gelungen. An vielen Stellen fand ich Lynns Reaktionen doch etwas unglaubwürdig, an anderen Stellen wieder grandios gelöst.
Die restlichen Figuren bleiben allesamt etwas blass, was ich sehr schade finde. Gerade durch die teilweise doch sehr eindrucksvollen Taten und Handlungen hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe bei den Nebenfiguren gewünscht, denn hier war definitiv Potential vorhanden um diese ebenfalls groß aussehen zu lassen. So blieb allerdings nichts als ein kleiner Hauch von Ahnung davon zurück, was in diese Eli, Stebbs und Neva angetrieben haben könnte.

Fazit

Insgesamt konnte „Bis zum letzten Tropfen“ meine Erwartungen leider nicht erfüllen und das nicht nur, weil die Beschreibung des Klappentextes nicht so wirklich zutreffend war. Meiner Ansicht nach hat Mindy McGinnis hier viel Potential verschenkt und ihre Figuren nicht immer glaubwürdig genug agieren lassen. Trotzdem mochte ich die Geschichte irgendwie. Ich vergebe hier für ein grundsolides Buch mit sehr interessantem Szenario gut drei Sterne!

Meine Wertung

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Everflame 1: Feuerprobe–Josephine Angelini

everflamefeuerprobe

Dressler Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 480 Seiten
19,99 Euro
September 2014
Originaltitel: Trial by Fire
ISBN: 978-3791526300
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Inhalt

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Liebe schmerzt. Welten kollidieren. Feuer tötet. Feuerrote Locken, unglücklich verliebt und so ziemlich gegen alles allergisch, was es gibt: Lily Proctor ist 17 und die Außenseiterin an der Highschool von Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als von hier zu verschwinden – und findet sich in einem furchterregenden anderen Salem wieder, in dem mächtige Frauen herrschen. Die stärkste und grausamste dieser »Crucible« ist Lillian – und Lily wie aus dem Gesicht geschnitten. Sind Lilys Allergien und Fieberschübe tatsächlich magische Kräfte und ist sie selbst eine Hexe? In einem Strudel aus gefährlichen Machtkämpfen und innerer Zerrissenheit, begegnet Lily sich selbst – und einer unerwarteten Liebe. Ein mitreißender Pageturner mit starken Gefühlen: schicksalhafte Entscheidungen, Magie, Spannung und Liebe mit einer Heldin zwischen zwei Männern, zwei Welten und zwei Identitäten.

Gewähltes Zitat

Lily zuckte mit den Schultern. Sie nahm an, dass ihre Bedeutung darin lag, dass sie eine Kopie der Hexe von Salem war. Aber da sie nicht wusste, wie man auch nur im Entferntesten etwas Hexenmäßiges machte, ohne dass Rowan ihr sagte, wie es ging, konnte sie sich nicht vorstellen, irgendwem von Nutzen zu sein – von Rowan vielleicht abgesehen. So wie sie es sah, war sie unbedeutend. Ein Freak.

(S. 254) 

Meine Meinung

Lily ist ein ganz normaler Teenager und auch doch wieder nicht. Sie wäre es ganz gerne, aber ihre zahlreichen Allergien und Krankheiten verhindern immer wieder, dass sie wie alle anderen um sie herum auf Partys gehen und sich mit Jungs treffen kann, ihre verrückte Mutter tut ihr übriges dazu Lily wie eine Außenseiterin da stehen zu lassen. Ihr bester Freund ist Tristan, den sie schon von klein auf kennt und in den sie verliebt ist, nimmt sie eines Tages doch mit auf eine Party, die dann allerdings für Lily sehr schnell mit einem Desaster endet, so dass sie sich der Stimme in ihrem Kopf hingibt und sich weg wünscht … und tatsächlich auch an einem anderen Ort wieder erwacht, der aber eigentlich auch gar kein anderer Ort ist …

Everflame – Feuerprobe ist der neue Reihenauftakt von Josephine Angelini, der Autorin der Göttlich-Trilogie. Diese Trilogie mochte ich schon sehr und habe mit Everflame etwas ähnliches erwartet. Aber Everflame ist anders als Göttlich … besser!

Die Geschichte beginnt ganz normal und genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Mit einem recht normalen Mädchen, das trotzdem ein wenig besonders ist. Lily ist unsere Protagonistin und ich mochte sie vom ersten Augenblick an. Sie ist einfach sympathisch. Recht normal, aber sehr sympathisch. Direkt auf den ersten Seiten bahnt sich dann auch die Krise mit ihrem Sandkastenfreund und heimlicher Liebe Tristan an, so dass ich mit Lily gerne mitgelitten habe. Umso erboster war ich, als dieses normale Geplänkel, auf das ich mich eingelassen hatte, plötzlich zu Ende war, als Lily in einer Parallelwelt wieder zu sich kam und sich quasi selbst gegenüber steht. Ich hatte ein paar Seiten lang Probleme mich darauf einzulassen und den bisherigen gewohnten Schauplatz zu verlassen, aber das hielt nicht lange an, da war ich ebenso wie Lily auch schon Teil dieser Parallelwelt und in dieser gefangen.

Die Parallelwelt, die sich die Autorin hier ausgedacht hat, ist wirklich gut gelungen. Sie ist unserer Welt sehr ähnlich, aber gleichzeitig auch ganz anders. In dieser Welt herrschen hauptsächlich die Frauen – Hexen. In dieser Welt wird die Magie genutzt und gefeiert und Wissenschaft in verpönt. Wissenschaftler werden sogar gejagt. Den Grund dafür kennt allerdings niemand und den versucht Lily herauszufinden. Jedenfalls so ganz nebenbei, denn eigentlich ist sie sehr damit beschäftigt Magie zu erlernen, für die sie eine besondere Begabung hat, und einen Weg zurück in ihre eigene Welt zu finden.

Die Geschichte scheint auf dem ersten Blick etwas komplex, aber eigentlich ist bisher alles ganz einfach. Mein Problem war einfach, dass ich mich in diese fantastische Welt erst einmal nicht so richtig einfinden konnte. Das hat aber wirklich nur wenige Seiten gedauert und dann war ich total in der Geschichte drin und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Der Schreibstil von Josephine Angelini tut hier noch sein übriges dazu. Trotz der für ein Jugendbuch doch ungewöhnlich langen Kapitel, ist das Buch nämlich super zu lesen und kaum hat man begonnen ist es auch schon wieder zu Ende.

Die ganze Geschichte über zieht sich natürlich die Frage nach dem Warum. Warum wurde Lily in diese Welt gebracht? Was hat es damit auf sich, welche Aufgabe soll sie dort erfüllen? Mit den Antworten auf diese Fragen werden wir in diesem Buch noch nicht wirklich versorgt, denn dieser erste Band endet mit einem fiesen Cliffhanger und auf den zweiten Band werden wir wohl noch eine Weile warten müssen. Ich hoffe nur, dass die Wartezeit nicht zu lang wird, denn dieses Buch war einfach spitze. Ich fand es viel besser als die Göttlich-Trilogie und bin jetzt einfach nur total ungeduldig und möchte gerne wissen wie es weiter geht.

Fazit

Insgesamt gibt es von mir die volle Punktzahl für dieses Buch. Trotz meiner minimalen Kritik, denn diese basiert eigentlich nur auf meiner Erwartungshaltung. Was ich erwartet habe wäre bestimmt toll gewesen, aber was ich bekommen habe, das ist noch viel besser! Fantastischer und fantasievoller. Ich will sofort die Fortsetzung lesen!

Meine Wertung

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Dein eines, wildes, kostbares Leben – Jessi Kirby

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Kosmos Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 304 Seiten
14,99 Euro
Juni 2014
Originaltitel: Golden
ISBN: 978-3440144480
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Inhalt

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„Sag mir, was hast du vor mit deinem einen, wilden und kostbaren Leben?“ Diese Frage stellt ein Englischlehrer seiner Abschlussklasse. Die Antworten darf jeder in ein Tagebuch schreiben, das danach eingesammelt und zehn Jahre unter Verschluss gehalten wird. Die 17-jährige Parker Frost weiß zumindest, was man von ihr erwartet: zum Medizinstudium nach Stanford. Am besten mit dem Stipendium, das zu Ehren von Julianna und Shane eingerichtet wurde, die vor zehn Jahren nach einem Autounfall verschwanden. Als Parker durch Zufall das Tagebuch von Julianna findet und darin liest, ist sie erschüttert. Denn deren Leben stellt sich plötzlich ganz anders dar. Was geschah damals, in der Nacht des Unfalls? Und ist es möglich, dass Julianna noch am Leben ist? Das Ergründen von Juliannas Geheimnis bedeutet für Parker letztlich eine Reise zu ihrem innersten Selbst und zu dem, was sie wirklich will…

Gewähltes Zitat

Oben in meinem Zimmer muss ich wieder an das Abenteuer des heutigen Tages denken und das Gefühl von Freiheit, das ich hatte, als ich etwas Riskantes tat. Für circa 99% der Leute ist Schuleschwänzen wahrscheinlich keine große Sache. Es war eine kleine Entscheidung. Aber gleichzeitig fühlte sie sich groß an, und zwischen ihr und dem, was meine Mutter gerade gesagt hat, spüre ich diesen leichten Stich der Reue, wenn ich daran denke, wie viel ich möglicherweise verpasst habe in den letzten Jahren, weil ich Angst davor hatte, ein Risiko einzugehen oder zu schüchtern war, um etwas zu sagen, oder zu besorgt, um wagemutig zu sein. Immerhin ist es mein eines, wildes und kostbares Leben.

(S. 94) 

Meine Meinung

In ihrem letzten Schuljahr soll die 17jährige Parker ihrem Lehrer helfen 10 Jahre alte Tagebücher an seine ehemaliger Schüler, die diese damals geschrieben haben, zu verschicken. Dabei trifft sie auf das Tagebuch einer ehemaligen Schülerin, mit mittlerweile Tod ist. Eigentlich gegen ihre Überzeugung nimmt sie das Tagebuch an sich und liest darin. Zeitgleich steht Parker unter Druck, weil sie heraus finden muss, was sie zukünftig mit ihrem Leben anfangen will…

„Dein eines, wildes, kostbares Leben“ ist eine wirklich schöne Geschichte. Jessi Kirby schreibt hier aus der Sicht der Protagonistin Parker. Die Tagebucheinträge der verstorbenen Julianna lockern die Geschichte ein wenig auf. Generell ist der Stil aber sehr einfach gehalten und lässt sich sehr gut lesen.

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Parker ist ein sehr zielstrebiger Teenager, der ungern Risiken eingeht, nie etwas neues ausprobiert und sich meist regelkonform verhält. Aus Angst andere zu enttäuschen und etwas falsches zu tun trifft sie die Entscheidungen, die von ihr erwartet werden und denkt mit Kopf, nie mit dem Bauch. Eine richtige Streberin eben. Das sie mit diesen Entscheidungen nicht wirklich glücklich ist, wird ihr zum Ende ihrer Highschool-Zeit dann selbst bewusst und sie versucht sich und ihr Leben zu reflektieren. Dabei hilft ihr das Tagebuch, in der eine verstorbene Schülerin Jahre zuvor fest legen sollte, wer sie überhaupt ist und was sie mit ihrem Leben anfangen möchte. Auf der Suche nach Juliannas wahrer Persönlichkeit, entdeckt Parker auch ihre eigene nach und nach und erkennt, dass sie eigentlich anders sein möchte als sie ist.

Ich mochte Parker wirklich gerne und konnte ihre Gedankengänge gut nachvollziehen. Im Teenageralter war ich selbst oft unsicher und wusste nie, was mich überhaupt ausmacht und was ich mal mit meinem Leben anfangen wollte. Man neigt ja schon dazu Dinge zu tun, die von einem erwartet werden und nicht immer das, was man wirklich gerne machen würde. Dieses Buch regt auf jeden Fall ein wenig zum nachdenken an. Über sich, sein Leben und sein Verhalten.
Parkers Freundin Kat hingegen fand ich oftmals ein wenig unglaubwürdig. Vorneraus sehr oberflächlich, dann doch wieder viel tiefgründiger als gedacht, dann aber teils doch wieder sehr unbedacht. Eigentlich das genaue Gegenteil von Parker und ich hatte auch so den Eindruck, dass Kat in diesem Buch wirklich nur ein Gegensatz zur Protagonistin sein sollte, denn ihr fehlte auf jeden Fall ein wenig der Tiefgang, was ich sehr schade fand.

Die Geschichte rund um die beiden verstorbenen Teenager Shane und Julianna, fand ich sehr dramatisch mit zu verfolgen. Zum Teil aber auch sehr vorhersehbar, denn Hinweise auf das Ende werden schon sehr früh in die Handlung eingeflochten. Trotzdem hat mir die Lektüre Spaß gemacht.

Fazit

Insgesamt war „Dein eines, wildes, kostbares Leben“ ein sehr schöner Roman darüber, was wir aus unseren Leben machen, wer wir sind, was Entscheidungen mit uns machen und was wir überhaupt wollen. Das Buch gibt zwar keine tiefgründigen oder gar zufriedenstellenden Antworten auf derlei Fragen, aber es regt ein wenig zum nachdenken an. Für ein Jugendbuch wirklich sehr schön, aber auch für junge Erwachsene sicherlich nicht verkehrt. Mir hat es Spaß gemacht!

Meine Wertung

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Das Haus der verschwundenen Kinder – Claire Legrand

dashausderverschwundenenkinder

Heyne Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 320 Seiten
14,99 Euro
August 2014
Originaltitel: The Cavendish Home for Boys and Girls
ISBN: 978-3453267787
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Inhalt

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Das Leben in der beschaulichen Kleinstadt Belleville ist genau so, wie die zwölfjährige Victoria es gern hat: übersichtlich, vorhersehbar und aufgeräumt. Und Victoria mit ihrem strengen Zopf, den ordentlichen Kleidern und den hervorragenden Noten passt perfekt nach Belleville. Eine einzige Unregelmäßigkeit erlaubt sie sich: den verträumten und vergesslichen Lawrence, der so ganz das Gegenteil von ihr ist. Lawrence ist ihr bester Freund. Als er plötzlich spurlos verschwindet, ist es allerdings vorbei mit Victorias geordnetem Alltag. Sie würde es nie zugeben, aber sie vermisst ihn furchtbar. Daher stellt sie auf eigene Faust Nachforschungen an. Was Victoria entdeckt, gefällt ihr gar nicht: Unter der glatten Oberfläche von Belleville verbirgt sich ein dunkles Geheimnis. Eines, das offenbar in der Erziehungsanstalt von Mrs. Cavendish seinen Ausgang nimmt. Die rebellischen Kinder, die dorthin geschickt werden, kommen ungewöhnlich still und brav zurück – oder gar nicht mehr. Steckt Mrs. Cavendish hinter Lawrences Verschwinden?

Gewähltes Zitat

Verwirrt riss Victoria die Augen auf, sagte aber nichts. Was sollte das für einen Zweck haben? Niemanden kümmerte, was sie zu sagen hatte. All ihre Anstrengungen, perfekt zu sein, bedeuteten gar nichts. Ihre Eltern interessierten sie und ihre Medaillen und Urkunden und Anstecknadeln nicht. Niemanden. Und wer war Victoria ohne das alles? Nichts. Sie war nichts.

(S. 231) 

Meine Meinung

Victoria ist zwölf Jahre alt, lebt in Belleville, wo einfach alles perfekt und durchorganisiert ist. Ebenso auch Victoria. Sie ist ein braves Kind und davon besessen immer die beste sein zu müssen. Eine zwei in Musik bringt sie zur Verzweiflung und lässt ihre Welt einstürzen. Ihr bester und einziger Freund ist Lawrence. Sie würde nie zugeben, dass sie ihn mag, aber als Lawrence eines Tages verschwindet, scheint Victoria die Einzige zu sein, die ihn vermisst und nach ihm sucht. Nach und nach fallen ihr auch andere Unregelmäßigkeiten auf, die offenbar alle mit dem Waisenhaus von Mrs. Cavendish zu tun haben …

Zunächst einmal: Dieses Buch musste ich allein der Optik wegen schon haben. Das Cover gefiel mir so richtig, richtig gut mit der geprägten Silberschrift und dem blauen Hintergrund. Richtig schön, also optisch ein echter Hingucker.
Auch von innen ist dieses Buch besonders gestaltet, es gibt nämlich einige ganzseitige Illustrationen mit Untertiteln, immer passend zur Geschichte. Ich finde, das ist mal eine nette Abwechslung im Buch. Mir hat diese Auflockerung sehr gut gefallen.

Der Schreibstil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, jedenfalls ging es mir so. Ich fühlte mich teils, als würde mir die Geschichte vorgelesen werden, was hinterher allerdings auch sehr angenehm war, so konnte ich mich wirklich auf die Geschichte, die doch ein wenig anders war als gedacht, einlassen.

Das Buch ist für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Vom Stil her würde ich auch zustimmen. Das passt einfach. Vom Inhalt her … puhhh. Mir schwirrte gegen Ende des Buches der Vergleich mit Stephen Kings Romanen im Kopf. Konfus, wirr und gruselig. Wenn der Stil ein wenig anders wäre, dann könnte ich mir dieses Buch wirklich als Horror-Roman aus der Feder Kings vorstellen. Die Geschichte ist genauso bizarr, wie ich es vom Meister des Horrors kenne. Mir hat es als Erwachsene an einigen Stellen schon leicht gegruselt und ich weiß nicht, ob das wirklich für zart besaitete zwölfjährige wirklich geeignet ist. Zumal man wirklich sehr viel Fantasie haben muss um der Geschichte überhaupt folgen zu können.
Im ersten Teil ist noch alles normal und sehr ruhig. Hier zieht sich die Geschichte teilweise auch richtig, denn erst zur Mitte hin wird es auch wirklich spannend. Der Rest ist eher Vorgeplänkel. Gut gemacht, aber ein wenig langwierig. Wer auf Spannung wartet, der braucht hier schon ein wenig Geduld.
Zum Ende hin geht dann alles sehr schnell und man muss gut aufpassen um nichts zu verpassen.

Fazit

Das Buch fand ich also insgesamt eher mittelmäßig. Der Stil ist gut, die Handlung wirr und bizarr. Erst zieht es sich, dann geht es fast schon zu schnell. Das Ende fand ich gut und sehr passend, ich kann mir aber vorstellen, dass jüngere Leser da eher wenig mit zufrieden sind.
Insgesamt würde ich diesen Horrorroman für Kinder eine mittlere Wertung verpassen.

Meine Wertung

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Der Giftschmecker – Fletcher Moss

dergiftschmecker

Chicken House Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 336 Seiten
14,99 Euro
Juli 2014
Originaltitel: The Poison Boy
ISBN: 978-3551520647
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Inhalt

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Dalton Fly hat schon eine Menge Gift geschluckt. Der Waisenjunge kostet das Essen der Schönen und Reichen von Highlions vor und merkt sofort, wenn irgendetwas damit nicht stimmt. Doch nach dem letzten Auftrag ist sein Freund Bennie tot und Dalton kommt nur mit viel Glück davon. Wer steckt hinter dem Mord? Und warum wird Dalton seitdem verfolgt? Gemeinsam mit der schönen Scarlet Dropmore, die Dalton ihr Leben verdankt, sucht er nach Antworten. Die Spur führt zu den mächtigsten Männern der Stadt – und damit auch zu den gefährlichsten.

Gewähltes Zitat

Sals Miene war entschlossen und konzentriert. Ihm war anzusehen, dass er ebenfalls krampfhaft überlegte. Scarlet reichte Dalton einen Wasserkrug von dem Tisch neben dem Bett. Dalton schnupperte daran und benetzte kurz seine Lippen. Es war sauber. Es war fast unmöglich, Wasser unauffällig mit Gift zu versetzen. Bei Wein oder Bier war das viel leichter – ihr Geschmack und ihre Farbe konnten alles Mögliche überdecken.

(S. 186) 

Meine Meinung

Dalton Fly ist so etwas wie ein Vorkoster für die Reichen und Schönen Highlions, ein sogenannter Giftschmecker. Er kann Gift aus Speisen und Getränken rausschmecken und so die Leben seiner Auftraggeber retten. Als er und sein Kollege während eines Auftrags jedoch zu viel Gift zu sich nehmen, Dalton nur ganz knapp entkommt, sein Freund Benny jedoch stirbt, macht er sich daran auf eigene Faust zu ermitteln, wer hier den Tod verschiedener Kinder wollte und wieso. Bei seinen Recherchen findet sich Dalton schließt Dalton beinahe widerwillig neue Freundschaften und steht schließlich schnell selbst im Fokus der Killer, auch wenn er noch überhaupt nicht weiß wieso …

„Der Giftschmecker“ ist ein Buch für Kinder ab ca. 12 Jahren. Dieses Alter passt gut, der Schreibstil ist diesem Alter auch entsprechend. Mir als Erwachsene hat dieses Buch trotzdem ebenfalls sehr gut gefallen. Ich fand es lediglich ein wenig vorhersehbar, aber das machte überhaupt nichts, denn es war trotzdem spannend.

Fletcher Moss hat hier ein tolles und abenteuerliches Szenario entworfen. Die Geschichte ist nicht langweilig und auch nicht langatmig. Zu Beginn hat man noch keine wirklich Ahnung, worauf das alles hinaus laufen könnte, aber nach und nach gibt es immer weitere Hinweise. Als Erwachsener durchblickt man sicherlich schnell, was die Hintergründe sind, Kinder und Jugendliche werden hier aber schön mitfiebern und sich überraschen lassen können.

Besonders schön fand ich, dass der Autor hier unterschiedliche Arten von Gift sehr schön dargestellt und deren Wirkungsweise recherchiert hat. Das hat er durch seinen jungen Protagonisten auch sehr anschaulich dem Leser weiter geben können. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen und es war sehr interessant.

Seine Figuren hat der Autor hier auch schön angelegt. Eigentlich ist für jeden Typ, egal ob Junge oder Mädchen, eine Identifikationsfigur dabei, was gerade für junge Leser ja noch recht wichtig ist um sich auf ein Abenteuer einzulassen. Mir hat es jedenfalls viel Spaß gemacht dieses Abenteuer zusammen mit Fletcher und seinen Freunden mitzuerleben. Mein Sohn ist zwar noch zu jung für solche Bücher, aber ich hoffe, dass er dieses Buch auch einmal zur Hand nehmen wird, wenn er alt genug ist.

Die Geschichte ist soweit abgeschlossen, ich kann mir aber vorstellen, dass das Ende gerade auch für die jüngeren Leser etwas unbefriedigend ist, vor allem, wenn es keine Fortsetzung geben würde. Ich als Erwachsener kann mit diesem Ende aber gut leben.

Fazit

Insgesamt ist „Der Giftschmecker“ ein ganz toller und abenteuerlicher Roman für junge Leser. Hier kann noch mitgefiebert werden, hier kann man mit rätseln, sich mit den Figuren, ihrem Mut und ihrer Klugheit, identifizieren und einfach ein tolles Abenteuer erleben. Raum für eine Fortsetzung ist auf jeden Fall vorhanden, zwar nicht unbedingt notwendig, aber ich würde mich schon freuen, mehr von Fletcher und seinen Freunden lesen zu können.

Meine Wertung

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