Das verbotene Eden 3: Magda und Ben – Thomas Thiemeyer

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Knaur Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 448 Seiten
16,99 Euro
August 2013
ISBN: 9783426653289
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Inhalt (lt. amazon.de):
Der Kampf der Geschlechter steuert seinem Höhepunkt entgegen. Als die Frauenarmee immer tiefer ins Herz der Männerstadt vorrückt, treffen ein alter Mann und eine alte Frau aufeinander – und machen eine unglaubliche Entdeckung: Magda, die oberste Heilerin, und Benedikt, der Prior der Abtei, waren vor fünfundsechzig Jahren ein junges Paar, das durch den Virus auseinandergerissen wurde. Inzwischen trennen sie Welten. Ob sie nach all den Jahren noch immer etwas füreinander empfinden? Kann es gelingen, die Zeit zurückzudrehen und den blutigen Konflikt beizulegen? Wenn es eine Kraft gibt, die das möglich macht, so ist es die Liebe. Der fulminante Abschluss der EDEN-Trilogie.

Zitat:
»Ich werde dir sagen, was widernatürlich ist. Dass Männer und Frauen aufeinander lsogehen und einander das Leben zur Hölle machen, das ist widernatürlich. Dass wir uns gegenseitig zu vernichten suchen, anstatt unsere Zukunft zu planen, Kinder in die Welt zu setzen, Familien zu gründen und glücklich und zufrieden zu werden. Das wäre für mich das Paradies. Der Garten Eden, den wir so lange entbehren mussten.[…]«
(S. 311 ff.)

Kommentar:
Wir gehen der finalen Schlacht der Männer und Frauen entgegen. Die alles entscheidende Schlacht, die höchstwahrscheinlich das Ende des Volkes besiegeln wird, egal welche Seite gewinnt, denn die Geschlechter können schließlich nicht ohneeinander überleben. Obwohl es mittlerweile einige Fürsprecher für den Frieden und ein friedliches Miteinander der Geschlechter gibt, weichen sowohl der Führer der Männer, der Inquisitor, als auch Edana als die Führerin der Frauen nicht von ihrem Hass aufs andere Geschlecht ab und führen ihre Völker in den Krieg…

Nach einem düsteren Prolog, der noch einmal an die Geschehnisse im letzten Band erinnert, setzt der dritte Teil der „Das verbotene Eden“-Trilogie dort ein, wohin der Leser bisher noch nicht mitgenommen wurde, nämlich in unserer Gegenwart im Jahre 2015. Was in den letzten beiden Bänden bereits angeklungen war, können wir nun durch Bens und Magdas Geschichte selbst mitverfolgen, denn erzählt wird die Geschichte des Anfangs der Seuche, die unsere moderne und hoch technologische Gesellschaft zerstört hat.
Thomas Thiemeyer hat es hier geschafft wirklich eindrucksvoll und erschreckend zugleich zu schildern, wie es möglich war, dass unsere Gesellschaft, so wie wir sie kennen, innerhalb weniger Tage komplett auf dem Kopf gestellt und schließlich zerstört wird. Und das alles hand-made, also von uns Menschen geschaffen, nicht durch irgendwelche Umweltkatastrophen. Dabei kommt dieses Szenario ohne viel unrealistischen Schnick-Schnack aus, sondern wird so authentisch geschildert, dass man meinen könnte, so ein Schicksal könnte uns tatsächlich jederzeit wirklich und selbst ereilen.

Ben und Magda sind hier natürlich auch zwei wunderbare und sehr liebevoll gezeichnete Figuren, mit denen ich gerne mitgefühlt habe. Wir kennen sie bereits schon aus den Vorgängerbänden, da allerdings nur ihre zukünftigen Ichs und wissen also teils schon was geschehen wird. Trotzdem habe ich vielleicht auch gerade deswegen von Anfang an mit den beiden mitgefiebert.

Nach dieser Rückblende im ersten Teil, sind wir wieder an der Stelle an der der zweite Band endete, 65 Jahre weiter in der Zukunft. Logan ist immer noch ein Gefangener des Inquisitors und Gwen macht sich mit den anderen Brigantinnen auf in die Schlacht gegen den Inquisitor und Gwen vor allem natürlich auch um Logan wieder zu finden.
Arkana und Claudius versuchen mit ihren jeweiligen Oberhäuptern zu sprechen um den Krieg zu verhindern und sogar auf ein kleines Wiedersehen mit David und Juna dürfen wir uns freuen.

In diesem Band trifft nun schlussendlich alles und jeder zusammen. Alle meine Fragen wurden zu meiner vollsten Zufriedenheit beantwortet und jeder offene Handlungsstrang zu einem schönen Ende geführt.
Das Tempo ist besonders ab dem zweiten Teil der Geschichte – das Buch besteht übrigens aus drei großen Teilabschnitten – sehr action- und temporeich. Das fulminante Finale ist wahnsinnig spannend und so richtig rundum gelungen. Insgesamt ist diese Trilogie ganz toll durchdacht, wie sich jetzt am Ende zeigt, wo alles zusammen läuft.

Ich habe mich nach dem bösen Cliffhanger des letzten Bandes so richtig auf diesen letzten Band gefreut und bin jetzt am Ende zum einen total begeistert von diesem Abschluss, gleichzeitig aber auch traurig, weil nun alles vorbei ist. Abschließend bleibt mir als kurzes Ré­su­mé nur zu sagen, dass diese Reihe einfach alles hatte: Spannung, Gefühl, eine gut durchdachte Story, wunderbare Romanzen und Liebe, aber ohne dabei dem Kitsch zu verfallen und insgesamt einfach eine absolut ausgewogene Mischung. Von mir gibt es für diesen starken Abschluss dieser Reihe die volle Punktzahl, anders kann es gar nicht sein!


Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

Breathless 1: Gefährliches Verlangen

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Egmont Lyx Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 480 Seiten
9,99 Euro
April 2013
Originaltitel: Rush
ISBN: 9783802591297
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Inhalt (lt. amazon.de):
Gefährliche Liebe, hemmungslose Lust, bedingungslose Hingabe – der Auftakt der erfolgreichen Breathless-Trilogie! Die junge Mia Crestwell schwärmt schon seit Jahren für den erfolgreichen Geschäftsmann Gabe Hamilton. Als dieser ihr ein gefährliches Angebot macht, zögert sie nicht lange – und taucht ein in eine Welt voller Verführung, Leidenschaft und bedingungsloser Hingabe, die überwältigender ist als alles, was sie bisher kannte.

Zitat:
Ihr fiel wieder ein, dass er gesagt hatte, er würde geduldig sein und sie in alles einführen, was er von ihr erwartete. Fast hätte sie gelacht. Verdammt, sie würde einen Vollzeitführer für diesen Trip brauchen. Google würde noch heute eine Belastungstest standhalten müssen, wenn sie einen Großteil der hier aufgeführten Dinge recherchierte.
(S. 50)

Kommentar:
Schon seit Jahren steht Gabe auf die kleine Schwester seines besten Freundes Jace: Mia. Aber Mia ist schon lange kein kleines Mädchen mehr, wie Gabe bereits festgestellt hat. Er will sie. Als sich schließlich die Gelegenheit ergibt, legt er Mia einen Vertrag vor und bietet ihr einen Job in seiner Firma an, Gabe ist nämlich ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann. Mia willigt ein und ist ab sofort Gabes persönliche äh … Angestellte.

„Breathless“ wird auf beinahe 500 Seiten erzählt, die in 44 Kapiteln eingeteilt sind. Vorwiegend recht kurze Kapitel also, was es einen erleichtert das Buch schnell durchzulesen, denn auch der Schreibstil ist flüssig und einfach gehalten. Lediglich die Sprache ist häufig sehr derb, was mir persönlich jetzt nicht so gefallen hat, es war aber auch nicht total am Thema vorbei, hat also gerade noch in die Geschichte gepasst. Weniger wäre hier meiner Meinung nach allerdings mehr gewesen. Jedenfalls was die Derbheiten anbelangt.

Ich wusste vorher was mich bei diesem Buch erwartet, also ein Erotikroman, wahrscheinlich mit viel Verkehr, weswegen ich mich dazu gar nicht auslassen möchte. Er hier Erotik erwartet, der kommt sicherlich auf seine Kosten, das ist schon mal klar, denn erotische Begegnungen zwischen den beiden Protagonisten gibt es massig. Wer hier mehr erwartet, der wird eventuell enttäuscht sein.

Zunächst fiel mir schon direkt zu Beginn die unübersehbaren parallelen zum Erotik-Bestseller „Shades of Grey“ auf, denn der Erotik-Buchmarkt boomt gerade ja geradezu. Sowohl vom Plot als auch von den Vorlieben her hat mich sehr, sehr viel an die Romane von E L James erinnert. Nur dass ich die Figuren und die Erklärungen hier noch weniger ausgefeilt fand, als bei Shades of Grey. Dafür war der Schreibstil ansprechender. Dieser half aber nicht über die Schwächen in der Story hinweg.
In den ersten Kapiteln geht es bereits los und es bilden sich Fragezeichen über meinem Kopf. Mia unterschreibt da einfach einen Vertrag, ohne allzu viel Kopfzerbrechen. Der Leser erfährt nicht viel über die Einzelheiten, aber die scheinen es in sich zu haben, zumindest drängte sich mir der Gedanke auf, dass Mia förmlich vertraglich eingewilligt hat Gabes Sex-Gespielin zu werden, wann immer er es gerne hätte. Und wie. Und wo.
Auch sonst scheint Mia und Gabe nicht viel Anzutreiben. Wir erfahren von beiden lediglich wie sie sich begehren, zueinander hingezogen fühlen und einander wollen. Ein wenig Dramatik schwingt auch mit, allerdings ohne nachvollziehbaren oder gar erkennbaren Hintergrund.

Ein wenig mehr hatte ich mir von diesem Buch schon versprochen, denn es auf fast 500 Seiten nicht zu schaffen seinen Figuren wenigstens ein bisschen Geschichte einzuhauchen, es muss ja nicht mal eine nachvollziehbare sein, einfach überhaupt eine wäre ja schon schön gewesen, ist auch schon eine Kunst.

Von mir gibt es hierfür gerade einmal zwei Sterne mit der Empfehlung, dass dieses Buch sicherlich nur für Fans dieses Genres wirklich geeignet ist.


Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogen

Der Geschmack von Sommerregen – Julie Leuze

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Egmont INK Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 320 Seiten
14,99 Euro
Juli 2013
ISBN: 3863960629
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Inhalt (lt. amazon.de):
Sophie ahnt nicht, dass ein halbes Lächeln alles auf den Kopf stellen wird. Dass ein einziger Blick aus schokoladenbraunen Augen ausreichen wird, um ihre Welt in Funken sprühendes Himmelblau zu tauchen. Dass ein einziger Kuss ihr den Mut verleihen wird, dem Familiengeheimnis auf den Grund zu gehen, das ihr Leben bis jetzt bestimmt hat. Mattis ahnt nicht, dass Sophie ihm entlocken wird, was er vor allen anderen verbirgt. Dass er sich mit ihr so sicher fühlen wird wie noch mit niemandem zuvor. Beide ahnen nicht, dass ihre Liebe sie über sich selbst hinauswachsen lassen wird. Sophie und Mattis. Mattis und Sophie.

Zitat:
»Denk noch mal nach«, sagt er. »Erinnere dich an die Visionen. Es war nicht so, als hättest du diesen Jungen und seine Mutter nur gesehen, stimmt’s? Oder die junge Frau, die aufs Schafott geführt wurde … Du hast nicht bloß zugesehen, hab ich recht? Es war mehr, das hast du selbst gesagt …«
(S. 109)

Kommentar:
Mattis ist ein echter Traumtyp. Er sieht gut aus, wie ein Modell, ist nett und charmant. Sophie ist ein wenig unscheinbar, in ihrer Klasse nicht gerade beliebt und wird viel gehänselt. Außerdem hat sie ein Problem, denn sie sieht und fühlt Farben, was ihre Eltern ihr mit aller Macht versuchen ausreden. Das macht Sophie fertig, denn sie kann nichts dagegen tun. Als Mattis neu in die Klasse kommt, verliebt sich Sophie sofort in ihn. Doch Mattis ist anders. Er interessiert sich nicht für seine Klassenkameraden und kommt auch zu keiner Party. Als Sophie ihn zufällig am See trifft kommen die beiden ins Gespräch und sich näher und entdecken schließlich sogar Gemeinsamkeiten …

[ACHTUNG, IM WEITEREN GGF. SPOILER]

„Der Geschmack von Sommerregen“ ist ein locker, leichter Roman, der mir ein paar unbeschwerte und schöne Lesestunden beschert hat. Sophie war mir als Figur gleich sehr sympathisch, obwohl sie ab und an ein wenig naiv ist, aber sie ist ein normaler Teenager. Normal, wenn die Sache mit den Farben nicht wäre. Sophie fühlt nämlich in Farben. Wer so etwas nicht kennt, der wird leicht daran denken, dass dies ein Fantasie-Roman sein könnte, aber das stimmt nicht. Es wird zwar erst ganz im Buch erklärt, aber was Sophie kann, gibt es tatsächlich. Sophie ist Synästhetikerin. So nennt man diese Wahrnehmungsmöglichkeit.
Ich fand es sehr interessant so etwas Mal in einem Buch verarbeitet zu lesen und finde, dass die Autorin diese Fähigkeit hier sehr gut dargestellt und erklärt hat.
Auch an Mattis gibt es eine Besonderheit, er hat nämlich eine Hochsensibilität, was bedeutet, dass er sehr, sehr stark auf alle Reize reagiert und deswegen gerne lieber für sich ist. Während Mattis Eltern aber sehr offen mit der Besonderheit ihres Sohnes umgehen, verstecken Sophies Eltern sie lieber und versuchen es Sophie auszureden. Man kann sich wohl vorstellen, unter welchem Druck Sophie dadurch immer steht, vor allem auch, weil sie selbst ihre ‚Begabung‘ für etwas unnatürliches und schlimmes hält.

Die Geschichte selbst ist die Geschichte einer jungen Liebe, die Geschichte zweier Jugendlicher, die ihren Platz im Leben suchen und sich finden. Die Autorin schreibt sehr locker und intensiv, so dass es Spaß macht die Geschichte zu verfolgen, auch wenn die Spannung Mal nachlässt.

Das Cover fand ich zu Beginn zwar sehr schön, muss jetzt nach Beendigung des Buches allerdings sagen, dass ich ein wenig mehr Farben schöner gefunden hätte. Das hätte noch ein wenig mehr zum Buch gepasst und vielleicht wäre als Titel „Der Geschmack von Sommergrün“ auch besser gewesen?
Insgesamt aber ein sehr, sehr schöner Roman und für jugendliche Leser bestens geeignet!


Meine Wertung:
RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

Die Rebellion der Maddie Freeman – Katie Kacvinsky

344bab7be15243edab625336c7156a6e_front_cover Boje Verlag
Gebunde Ausgabe
ca. 368 Seiten
15,99 Euro
Juli 2011
ISBN: 3414823004

Inhalt (lt. amazon.de):

Eine Stadt in den USA, wenige Jahre in der Zukunft: Maddie, 17, lebt wie alle um sie herum ein digitales Leben. Schule und Verabredungen ═ das alles findet im Netz statt. Doch dann verliebt sie sich in Justin – für den nur das wahre Leben offline zählt. Gemeinsam mit seinen Freunden kämpft Justin gegen die Welt der sozialen Netzwerke, in der alles künstlich ist. Dieser Kampf richtet sich gegen die ganz oben ═ und damit auch gegen Maddies Vater, der das System der Digital School gesetzlich verankert hat. Maddie wird für die Bewegung zu einer Schlüsselfigur. Und sie muss sich entscheiden: Auf welcher Seite will sie stehen? In welcher Welt wollen wir leben ═ und uns verlieben?

Kommentar:

Die Geschichte spielt ca. 50 Jahre in der Zukunft. Die Welt hat sich sehr verändert, Leute verlassen das Haus kaum noch, das Leben spielt sich virtuell ab. Sogar zur Schule müssen Schüler nicht mehr, dafür gibt es jetzt verpflichtend die Digital School, erfunden von Kevin Freeman, der nun eine große Anhängerschar um sich versammelt und großen Einfluss in der Politik hat. Maddie Freeman, die Hauptprotagonistin der Geschichte, eigentlich Madeline, ist seine Tochter und sympathisiert mit den der Gegenseite, nämlich den Gegnern des Digital School-Systems, die sich dafür einsetzen, dass das Leben wieder zurückkehrt in die Realität.

In Zeiten wie den unseren, wo ebenfalls immer mehr digital und per Internet abläuft, könnte man diese Geschichte sicherlich ein wenig als Gesellschafskritik sehen. Als solche ist es sicherlich auch ein wenig gedacht, allerdings kam mir persönlich die Geschichte dafür dann doch ein wenig zu unausgegoren vor, zu wenig nachvollziehbar. Das ist auch der größte Kritikpunkt den ich an diesem Roman habe. Die Geschichte an sich ist interessant und macht eigentlich auch Spaß, aber leider erfährt man zu wenig über diese Welt, die Katie Kacvinsky sich da ausgedacht hat. Einerseits läuft alles digital ab, weil der Staat die totale Kontrolle und alles überwachen will. Andererseits soll es relativ einfach machbar sein Dutzende Jugendliche aus Polizeigewahrsam zu holen und das immer und immer wieder. Es scheint beinahe, als hätten die Rebellen viel mehr Möglichkeiten als der Staat selbst, das macht die Geschichte an vielen Stellen einfach sehr unglaubwürdig. Vieles wird auch gar nicht genauer erklärt, viele Gesellschaftsstrukturen bleiben eher schwammig. Post scheint es zum Beispiel schon zu geben, aber wie diese eigentlich funktioniert, das wird nicht erklärt. Schon schwer vollstellbar in einer Zeit in dem kaum noch jemand das Haus verlässt.

Der Schwerpunkt lag bei diesem Buch auch wieder sehr auf der Liebesgeschichte zwischen Maddie und Justin, einem attraktiven und selbstverständlich absolut selbstlosen jungen Mann, der sich nur für die Sache (die Rebellion) einsetzt. Ich will eigentlich nicht schon wieder irgendwelche Vergleiche anstellen, aber ich denke, dass es mittlerweile im Jugendbuchgenre nichts Neues mehr ist einen männlichen Hauptcharakter zu entwerfen, der nicht nur mit seinem atemberaubendem Aussehen und seiner Selbstlosigkeit der Hauptprotagonistin den Kopf verdreht, sondern dazu auch noch dieser versucht klar zu machen, dass er selbst nicht der richtige für sie sei, weil sie etwas besseres verdient hätte.
Ob dieser Vergleich also angebracht ist (ich denke es wird nahezu jeder wissen womit ich hier gerade vergleiche) oder auch nicht, aber mir ging diese mittlerweile schon beinahe klischeehafte Liebesbeziehung auf die Nerven, zumal dieser auch noch sehr viel Raum innerhalb der Geschichte gewährt wird, was überhaupt nicht nötig gewesen wäre, die Geschichte hätte auch gut mit einer total ’normalen‘, unkomplizierten Liebesgeschichte (und wahrscheinlich auch sogar mit gar keiner) funktioniert. Stattdessen hätte ich mir gewünscht mehr über die vorherrschende Gesellschaft zu erfahren.

Ich weiß nicht, ob dieses Buch vielleicht der Auftakt einer Reihe sein soll. Falls nein und das Buch ist ein Einzelband, dann ist das Ende ein recht bescheidenes. Falls es eine Reihe wird, dann sehe ich allerdings auch nicht mehr allzu viel Potential für eine Fortsetzung. Wie dem auch sei, das Ende ist also mehr als unbefriedigend.

Ansonsten war das Buch nett und gut zu lesen, es ist in viele Kapitel unterteilt und ab und an trifft man auf einen kleinen Tagebucheintrag von Maddie.

Die Auswahl – Ally Condie

Inhalt (lt. amazon.de):

Das System sagt, wen du lieben sollst – aber was sagt dein Herz?

Stell dir vor, du lebst in einer Welt, die ein absolut sicheres Leben garantiert. Doch dafür musst du dich den Gesetzen des Systems beugen: den Menschen lieben, der für dich bestimmt wird. Was würdest du tun? Für die wahre Liebe dein Leben riskieren? Für die 17-jährige Cassia ist heute der wichtigste Tag ihres Leben: Sie erfährt, wen sie mit 21 heiraten wird. Doch das Ergebnis überrascht alle: Xander, Cassias bester Freund, ist als ihr Partner vom System ausgewählt worden. Als jedoch, offenbar wegen eines technischen Defekts, das Bild eines anderen Jungen auf dem feierlich überreichten Microchip auftaucht, wird Cassia misstrauisch. Kann das System wirklich entscheiden, wen sie lieben soll? »Als ich »Cassia & Ky« gelesen habe, spürte ich dieselbe Begeisterung wie bei den »Biss-Romanen«.« Jodi Reamer, die Entdeckerin von Stephenie Meyer.

Kommentar:

Sie entscheiden alles. Sie entscheiden was wir essen, was wir spielen, was wir lernen. Sie entscheiden welchen Beruf wir ergreifen, wer wir sind und wen wir lieben. Sie entscheiden wann wir Kinder bekommen und wann wir sterben. Sie – das ist die Gesellschaft in Ally Condies Roman „Die Auswahl“.

Cassia mag ihr Leben in der Gesellschaft, ist glücklich und furchtbar aufgeregt, denn in Kürze wird sie gepaart werden und somit den idealen Partner zugeteilt bekommen mit dem sie ihr restliches Leben verbringen wird. Ihr Leben scheint perfekt, wie überhaupt die gesamte Gesellschaft. Keine Krankheiten, kein Neid, kein Stress, keine Hast. Cassia hat alles was sie braucht. Das dachte sie zumindest, bis ihr Großvater stirbt und ihr etwas hinterlässt, was sie dazu bringt Fragen zu stellen. Ab diesem Zeitpunkt ist nichts mehr so wie es war und Cassia beginnt an der Gesellschaft und ihrem System zu zweifeln. Und sie verliebt sich in Ky. Nur das Ky leider nicht ihr zugeteilter Partner ist…

Ich fand diesen Roman von Anfang an recht mitreißend. Ally Condie hat eine Zukunft entworfen, die auf dem ersten Blick vielleicht perfekt wirkt. Bis auf die Tatsache, dass man keine freie Wahl mehr hat, keine Entscheidungen mehr selbst treffen darf.
Der Leser begleitet Cassia, die Hauptprotagonistin, auf ihrem Weg zum Zweifel durch diesen ersten Band. Je mehr sie erfährt, je mehr Regeln der Gesellschaft sie bricht, desto mehr beginnt sie das System zu hinterfragen und merkt, dass es noch mehr gibt als die wenigen Möglichkeiten die die Gesellschaft ihren Bürgern aufzwingt. Auch wenn das alles nur sehr langsam und zaghaft geschieht, zögernd, so habe ich diese Lektüre sehr genossen. Es geschieht nicht wirklich viel, aber die Handlung wird sehr intensiv geschildert und die Charaktere einem sehr nahe gebracht, so dass man bei diesem ersten Band wirklich eher das Gefühl hat eine Art Einleitung zu lesen. Und irgendwie ist es das ja auch, die Einleitung in eine Trilogie, denn das soll die Reihe um Cassia und Ky ja werden.

Zum Ende des Bandes hin werden wir also mit vielen Fragen und Kenntnis aller Charaktere, von denen die meisten irgendein Geheimnis haben, was es noch zu lösen gilt, allein gelassen und können nun dem zweiten Band entgegen fiebern, auf den wir ja leider noch eine ganze Weile warten müssen.

31LloTQf31L__SS500_ Fischer Jugendbuch Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 452 Seiten
16,95 Euro
Januar 2011
ISBN: 3841421199

Der will doch nur spielen – Meg Cabot

Inhalt (lt. amazon.de):

Wenn Anwälte eigentlich nur spielen wollen, kommt manchmal Liebe dabei heraus …
Lernen Sie Kate MacKenzie kennen! Sie … arbeitet für die SBT (Schreckliche Büro-Tyrannin, auch bekannt als Amy Jenkins, Leiterin der Personalabteilung beim New York Journal), … schläft derzeit auf der Couch ihrer besten Freundin, weil ihr (inzwischen) Exfreund noch nach zehn Jahren Angst hatte, JA zu sagen, … findet keine neue bezahlbare Wohnung in New York City, … denkt, dass es nicht mehr schlimmer werden kann, … irrt sich damit gewaltig. Denn dann kommt Mitch, ein Anwalt, der einen sehr kreativen Spieltrieb entwickelt, um nicht nur Gerechtigkeit, sondern auch Liebe walten zu lassen …

 

Kommentar:

Beim Journal wird Ida, deren Kuchen und Kekse alle Mitarbeiter lieben, gefeuert. Ausgerechnet Kate, die neue Personalreferentin, die sich gerade frisch von ihrem Freund getrennt hat und deswegen noch ohne Wohnung da steht, muss sich um Idas Rauswurf kümmern, den sie eigentlich gar nicht gut heißen kann. Als Ida das Journal verklagt vertritt ausgerechnet Mitch den Fall, der Bruder des Verlobten von Kates Chefin. Durch einige böse Intriegen verliert auch Kate ihren Job, verliebt sich aber in Mitch…

Meg Cabots neues Buch wird nicht einfach so erzählt, sondern in Forum diverser Kommunikationsmittel. Wir finden den E-Mail-Austausch, Chats, Briefe, Tagebucheinträge, Telefonprotokolle und einiges mehr. Das alleine macht diesen Roman schon sehr besonders. Ich fand gerade diesen Erzählstil sehr erfrischend und obwohl der Erzählung auf diese Weise ja schon einige Grenzen gesetzt sind, fand ich nicht, dass dadurch die Geschichte auf der Strecke geblieben ist. Im Gegenteil. Durch die unterschiedlichsten Arten zu erzählen und zu schreiben sind mir die Charaktere sehr nahe gerückt, es hat richtig Spaß gemacht den Austausch zwischen etlichen Protagonisten mitzuerleben und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir irgendeine wichtige Information fehlt, obwohl man von allen Geschehnissen ja nur rückschauend erfährt.

Die Geschichte an sich ist zwar bestimmt nichts neues, aber sehr frech und schön erzählt. Nette und entspannende Unterhaltung, sehr humorvoll, wie das Cover schon verspricht, auch wenn der Titel und das Covermotiv nicht das geringste mit dem Inhalt des Buches zu tun haben und das ist auch eigentlich schon mein einziger Kritikpunkt. Ich kann mir in keinster Weise vorstellen, was sich der Verlag dabei gedacht einen solchen Titel zu wählen, der die Erwartungen in eine völlig falsche Richtig lenkt, die natürlich auch nicht erfüllt werden können. Wer allerdings ohne Erwartungen an die Geschichte ran geht, der findet eine wirklich schöne, humorvolle Geschichte, die auch noch in besonderer Form erzählt wird.

Da ich nur die Erwartung hatte eine nette Geschichte zu lesen, wurde ich auch überhaupt nicht enttäuscht. Im Gegenteil, ich habe jede Minute mit diesem Buch sehr genossen.

228x228_meg-cabot-der-will-doch-nur-spielen-von-chaosbaerchen-65 Blanvalet Taschenbuch Verlag
Taschenbuchausgabe
ca. 480 Seiten
8,99 Euro
Juni 2011
ISBN: 3442375673

Göttlich verdammt–Josephine Angelini

Inhalt (lt. amazon.de):

Schicksalhafte Liebe, antike Fehde, göttliches Erbe Die 16-jährige Helen lebt bei ihrem Vater auf Nantucket und langweilt sich. Ihre beste Freundin Claire hofft, dass nach den Ferien endlich etwas Aufregendes passiert. Der Wunsch geht in Erfüllung, als die Familie Delos auf die Insel zieht. Alle sind hin und weg von den äußerst attraktiven Neuankömmlingen. Nur Helen spürt von Anfang an großes Misstrauen. Gleichzeitig plagen sie plötzlich düstere Albträume, in denen drei unheimliche Frauen Rache nehmen wollen. Es scheint eine Verbindung zwischen ihnen und Lucas Delos zu geben. Was dahintersteckt, erfährt Helen erst nach und nach: Lucas und sie stammen von Halbgöttern ab und sind dazu verdammt, einen erbitterten Kampf auszulösen indem sie sich ineinander verlieben Der ultimative Roman für alle „Biss“- und „Panem“-Fans – mit dem hinreißenden Sehnsuchtspaar: Helen und Lucas. Eine Highschool-Romanze mit Elementen aus der griechischen Mythologie.

Kommentar:

Helen, ein zunächst einmal recht normal scheinendes Mädchen mit ausgeprägten Ängsten, ist die Hauptprotagonistin in Josephine Angelinis Werk „Göttlich verdammt“ – der Auftakt einer Trilogie. Dass Helen aber gar nicht so normal ist wie es zunächst den Anschein hatte wird dann recht bald klar, denn Helens Verhalten hat einen viel tiefer gehenden Grund, den aber nicht einmal sie selbst bis dahin kannte. Auslöser ist die neu hinzu gezogene Familie Delos, mit ihnen fangen die Merkwürdigkeiten an, denn als Helen Lukas, den unglaublich hübschen Sohn der Familie zum ersten Mal im Gang ihrer Schule trifft hat sie nur einen Wunsch: ihn zu töten! Und so stürzt sie sich mitten in der Schule, unter den Augen vieler Zeugen auf den Jungen um ihn mit bloßen Händen zu zerfetzen. Natürlich gelingt ihr dies nicht und so verliebt sie sich Hals über Kopf in Lukas, einem Scion, einen Halbgott, von denen es noch viele auf der Welt gibt. Helen wird hinein gezogen in eine uralte Blutfehde über die ich hier nicht mehr verraten will, ein wenig Spannung muss ja noch sein …

Zu Beginn des Buches war ich wirklich skeptisch. Die Geschichte beginnt wie viele andere Geschichten, nicht schlecht, aber wenig einfallsreich. Es kam mir vor wie eine Kreuzung zwischen der Twilight-Saga und der Percy Jackson-Reihe. Eine spannende Liebesgeschichte, scheinbar ohne Erfolgsaussicht und viel, viel griechische Mythologie. Glücklicherweise lag ich damit falsch, bzw. eigentlich doch nicht, denn dieser Trilogie-Auftakt vereint beides, aber auch noch viel mehr.
Will heißen: Natürlich hat die Autorin das Rad nicht neu erfunden, bzw. die Jugendfantasy nicht, aber die Geschichte ist einfach sehr spannend, fesselnd, an machen Stellen nimmt sie sich auch selbst nicht so ganz Ernst, was für zusäztlichen Lesespaß sorgt, allerdings ohne dabei albern oder unglaubwürdig zu werden.
Insgesamt hält sich die Autorin nicht mit Nebensächlichkeiten auf, aber vor allem die Hauptprotagonistin wird sehr schön beschrieben. Auch alle anderen Charaktere bleiben keine Stereotypen, auch wenn sie schon alle ihre typischen Verhaltensmuster zeigen. Das Tempo der Geschichte schreitet rasch vorran, so dass man das Buch mit seinen knapp 500 seiten recht schnell gelesen und viel Spaß dabei hat.

Fazit: Ein Jammer, dass wir so lange auf den zweiten Teil warten müssen. Diesem fiebere ich jetzt schon entgegen.

goettlich_verdammt Dressler Verlag
gebundene Ausgabe
ca. 494 Seiten
19,95 Euro
Mai 2011
ISBN: 3791526251