Die Bestimmung – Veronica Roth

diebestimmmung cbt Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 480 Seiten
17,99 Euro
März 2012
ISBN: 3570161315

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Inhalt (lt. amazon.de):
Der New York Times Bestseller: Ein aufwühlender, fesselnder Roman über die Welt von morgen.
Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und schließlich Ferox – die Furchtlosen …
Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie.
Doch der Eignungstest, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Damit gilt sie als Gefahr für die Gemeinschaft.
Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht…

 

Kommentar:
In der Zukunft leben die Menschen aufgeteilt in Fraktionen. Jede Fraktion handelt und denkt auf eine bestimmte Art und Weise, Abweichungen sind nicht erlaubt. Die junge Beatrice steht kurz davor sich einer Fraktion anzuschließen. Soll sie bei der Fraktion bleiben, bei der sie aufgewachsenen ist, den selbstlosen Altruan? Ist sie schlau, geht ihr Wissen über alles und schließt sich den Ken an? Will sie immer die Wahrheit wissen und sagen und fühlt sich den Candor verbunden? Am liebsten würde sie frei und fröhlich wie die Amite sein, aber sie entscheidet sich schließlich für die mutigen und furchtlosen Ferox. Bevor sie jedoch zu ihrer neuen Fraktion gehören kann, muss sie erst deren langwierige und schwierige Aufnahmeprüfung bestehen…

In dieser Dystopie leben die Menschen in der Zukunft auch so, wie wir es uns heute überhaupt nicht vorstellen können. Wie bitteschön soll man sich aus den unzähligen Charaktereigenschaften die jeder von uns hat auf eine beschränken? Wie soll man alle übrigen ausschalten? In der Zukunft ist dies wohl geschehen. Wie genau, das wird nicht wirklich erklärt, nur was der Auslöser dafür war erfahren wir im Laufe der Geschichte. Diese Tatsache hinzunehmen fällt allerdings nicht wirklich schwer, denn dieses Buch ist wirklich fesselnd und gut geschrieben.

Die Hauptfigur Beatrice, die sich schließlich nur noch Tris nennt, beschränkt sich nicht auf nur einen Charakterzug, wir bekommen ihre gesamte innere Zerrissenheit mit. Genau das macht sie auch sympathisch, nichts anderes.
Auch in diesem Buch fehlt natürlich eine kleine Liebesgeschichte nicht und so bändelt Tris bald auch mit einem ihrer Ausbilder an, der ebenfalls, genau so wie sie auch, ein Geheimnis mit sich rumzutragen scheint. Diese Liebesgeschichte ist zwar wichtig, aber sie dominiert die Handlung nicht. das Buch bleibt in erster Linie spannend.

Die Geschichte schreitet schnellen Schrittes vorran, Langeweile kommt nicht auf. Brutalität ist in diesem Buch ebenso ein Thema und massig vorhanden. Aber es passt in eine Gesellschaft, die merkwürdige Mutproben verlangt, bei denen Menschen halt sterben. Einfach so. Ja, es gibt viele brutale Szenen in diesem Buch, aber sie passen einfach hinein. Die Altersempfehlung ab 14-15 Jahren finde ich angemessen.

Insgesamt fand ich „Die Bestimmung“ als ersten Teil einer Reihe von Veronica Roth super! Auch wenn ich viele Verhaltensweisen nicht nachvollziehen konnte, hat die Autorin hier doch ein wirklich interessantes und spannendes Szenario erschaffen und ich hoffe sehr, dass ich im nächsten Teil vielleicht mehr Einblick in die Geschichte und die Entstehung dieser Gesellschaft bekomme.

Vollendet – Neal Shusterman

vollendet Sauerländer Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 432 Seiten
16,99 Euro
August 2012
ISBN: 3411809922

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Inhalt (lt. amazon.de):
Der 16-jährige Connor hat ständig Ärger. Risa lebt in einem überfüllten Waisenhaus. Lev ist das wohlbehütete Kind strenggläubiger Eltern. So unterschiedlich die drei auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind auf der Flucht. Vor einem Staat, in dem Eltern ihre Kinder im Alter von 13 bis 18 Jahren „umwandeln“ lassen können. Die Umwandlung ist schmerzfrei. Jeder Teil des Körpers lebt als Organspende in einem anderen Organismus weiter. Aber … wenn jeder Teil von dir am Leben ist, nur eben in jemand anderem … lebst du dann, oder bist du tot?

 

Kommentar:
In der Zukunft schützt die „Charta des Lebens“ Kinder vor der Abteibung vor der Geburt. Auch bis zum 13. Lebensjahr wird ihr Leben geschützt und dann wieder ab dem 18. Lebensjahr. Dazwischen, also mitten in der Pubertät, wenn Kinder auch mal schwierig werden und Eltern sie sich zum Mond wünschen, kann ein Kind allerdings sozusagen im Nachhinein abgetrieben werden. Umwandlung – das heißt, dass ein Kind fast zu 100% wieder verwertet wird. All seine Organe und Körperteile werden aufbereitet und einem anderen Menschen wieder zur Verfügung gestellt. Organspenden sind also nicht mehr nötig. Wir würden es heute Mord nennen, Ausbeutung, in der Zukunft nennt man es Umwandlung…

Das Buch beginnt mit der „Charta des Lebens“ und schon auf dieser ersten Seite dieser Ausführungen musste ich stutzen und dachte, ich hätte nicht richtig gelesen. Der Text auf dem Buchrückencover deutet die Handlung nur ansatzweise an, die Charta sagt da schon direkt auf der ersten Seite viel mehr aus. Schon alleine diese erste Seite ließ mich wirklich sprachlos und nachdenklich zurück, noch bevor ich überhaupt das erste Kapitel gelesen hatte.
Eine solche Idee – unfassbar. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es eine annähernd zufriedenstellende Begründung für eine solche Tat gibt, die dann auch noch von der Gesellschaft mit der größten Selbstverständlichkeit unterstützt wird. Ich finde es immer noch unfassbar, jetzt wo ich das Buch zu Ende gelesen habe. Und jetzt bin ich sogar noch fast erschrockener als noch zu Beginn, denn die Ausführungen des Autors wirken über weite Teile so realistisch, dass ich in meinen Lesepausen zwischendurch immer darüber nachdenken musste, ob so eine Regelung hier in unserem recht kinderfeindlichen Land nicht auch irgendwann einmal Unterstützer finden würde…

Neal Shusterman hat hier wirklich ein unfassbares Szenario erdacht und daraus ein verdammt gutes Buch gemacht, das sieben Teile umfasst und sich wirklich gut lesen lässt, obwohl Shusterman auf große Emotionen verzichtet und die Geschehnisse recht nüchtern schildert. Aber ich glaube, gerade diese Objektivität hat mir so gut gefallen. Das Grauen wirkte hierdurch noch viel realer und nachvollziehbarer. Und grausam war es wirklich. Es floss zwar groß kein Blut und es wurde auch nicht groß Gemetzelt, aber vor allem die Beschreibung einer Umwandlung war, so subtil auch alles angedeutet wurde, einfach nur gruselig und beeindruckend.

Ein paar negative Dinge könnte ich schon anmerken. An einigen Stellen kam mir das ganze dann doch ein wenig abwegig vor und hier und da wären ein paar weitere Informationen ganz nützlich gewesen (vor allem zu den gesellschaftlichen und politischen Strukturen), aber insgesamt nichts, was mich wirklich besonders gestört hätte.
Ja, dieses Buch hat mich wirklich nachdenklich gemacht. In vielerlei Hinsicht. Ich finde gar keine wirklichen Worte für mein eigentliches Fazit, ich möchte hierfür nur eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen. Fünf Sterne von mir, mich hat dieses Buch beeindruckt.

MÉTO: Das Haus – Yves Grevet

metodashaus dtv Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 220 Seiten
14,95 Euro
April 2012
ISBN: 3423625147

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Inhalt (lt. amazon.de):
64 Jungen leben im HAUS hinter verbarrikadierten Fenstern und Türen. Sie wissen nicht, woher sie kommen, und sie wissen nicht, wohin sie verschleppt werden, wenn ihre Zeit im Haus abgelaufen ist. Fragen dürfen sie keine stellen – tun sie es doch, werden sie von Männern, die sie rund um die Uhr bewachen, brutal bestraft. Als sich einer der Jungen nicht länger seinem Schicksal beugen will und Widerstand leistet, bekommt er die ganze Härte des Systems zu spüren, in dem er gefangen ist. Doch andere eifern ihm nach und erheben sich wie er gegen Gewalt und Willkür, um die Macht des Hauses zu stürzen. Es ist der Beginn eines gefährlichen Kampfes um Freiheit und Selbstbestimmung. Es ist der Kampf des jungen MÉTO.

 

Kommentar:
Der junge Méto lebt mit 63 anderen Kindern in einem Haus auf einer Sternförmigen Insel. Der Tagesablauf ist streng geregelt, wer nicht gehorcht wird hart bestraft. Die Welt da draußen kennen die Jungen nicht, sie wissen nicht woher sie kommen und wer sie wirklich sind. Langsam macht sich der Revolutionsgedanke breit und Méto ist einer der Jungen, der die Revolte anführt. Können die Jungen es schaffen sich aus ihrer Gefangenschaft zu befreien?

Die Idee dieses Buches fand ich wirklich toll und habe viel erwartet. Das Cover hat mir allerdings nicht so zugesagt, es erinnert mich viel mehr an einen Superhelden als an ein in Gefangenschaft lebendes Kind, den schwarzen Schnitt finde ich allerdings wieder gelungen, er gibt gut die düstere Stimmung wieder die im Buch herrscht. Erstaunt war ich auch vom Umfang des Buches, ich habe mehr als knapp 220 Seiten mit großen Buchstaben erwartet. Aber das muss ja alles nicht schlecht sein, dachte ich.

Die wird hauptsächlich aus der Sicht von Méto erzählt. Der Leser weiß zu keinem Zeitpunkt mehr als er, was mich besonders zu Ende hin sehr nervte, weil abzusehen war, dass keine der zahlreichen Fragen in diesem ersten Band beantwortet werden würde. Dieser erste Band dient auch hauptsächlich zur Einführung in die erdachten Verhältnisse, es passiert sehr wenig, alles wird für das eigentliche Geschehen vorbereitet. Das Szenario selbst ist fast schon wieder absurd, obwohl ich eigentlich noch gar nicht soweit gehen will so etwas zu behaupten, dafür würde ich gerne erst einmal ein paar Erklärungen lesen können. Zunächst einmal hört sich die ganze Handlung, die zu irgendeinem Zeitpunkt in der Zukunft spielen soll, allerdings wirklich total verrückt und wenig glaubwürdig an. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich auch überhaupt keine Idee, wohin das ganze führen soll, was alles dahinter steckt. Nach diesem ersten Band ist also wirklich noch alles sehr offen, vor allem viele Fragen, wie z.B. warum alle Kinder römische Namen haben, nur Méto nicht? Oder wieso sich kein Kind an seiner Herkunft erinnern kann. Was hat der Aufenthalt der Kinder für einen Sinn und Zweck? Und und und …

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mir ehrlich nicht vorstellen, dass diese Reihe wirklich ein – für mich – befriedigendes Ende finden wird, aber ich hoffe sehr, dass ich eines besseren belehrt werden und das nur an meiner mangelnden Fantasie liegt. Ich bin jedenfalls auf den zweiten Band MÉTO Die Insel gespannt, der bereits im Oktober erscheinen wird.
Mein bisheriges Fazit ist eher verhalten: Kann man lesen, muss man aber nicht.

Die Macht der Seelen 1: Finding Sky – Joss Stirling

findingsky Deutscher Taschenbuch Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 464 Seiten
16,95 Euro
Mai 2012
ISBN: 3423760478

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Inhalt (lt. amazon.de):
Zed Benedict umgibt ein Geheimnis. Mit seiner Arroganz, seiner Unnahbarkeit, seinem Zorn schüchtert er alle ein: Lehrer, Mitschüler. Auch Sky, die sich, allerdings heimlich, stark zu dem unverschämt gut aussehenden Jungen hingezogen fühlt. Doch dann hört sie plötzlich seine Stimme in ihrem Kopf … und er versteht ihre gedachte Antwort! Als Zed daraufhin behauptet, Sky sei sein Seelenspiegel, sein ideales Gegenstück und ein Savant wie er, ein Mensch mit einer übernatürlichen Gabe, glaubt Sky ihm kein Wort. Und will ihm nicht glauben – denn tief in ihr drinnen rührt sich eine Fähigkeit, vor der sie eine Höllenangst hat …

Kommentar:
Die 16jährige Sky Bright wurde ausgesetzt als sie sechs Jahre alt war. An die genauen Umstände und ihre wahren Eltern kann sie sich nicht erinnern. Von ihren Eltern wurde sie vier Jahre später adoptiert. In der Geschichte ist Sky bereits 16 Jahre alt, durch Rückblenden und Erzählungen erfahren wir von ihrer Vergangenheit. Gerade mit ihren Eltern in eine amerikanische Kleinstadt gezogen, findet Sky durch ihren Schwarm Zed heraus, dass sie – ebenso wie er – ein Savant ist. Sky kann per Telepathie mit Zed kommunizieren und hat besondere Fähigkeiten. Zeds gesamte Familie sind Savants, allesamt mit unterschiedlichen besonderen Fähigkeiten. Mit solch mächtigen Fähigkeiten macht man sich natürlich auch viele Feinde und so dauert es auch nicht lange bis Sky in Gefahr schwebt …

Schon optisch ist dieses Buch schön gestaltet und ein echter Hingucker. Nicht nur äußerlich, auch innen ranken sich wunderschöne Verästelungen zu Beginn eines jeden Kapitels.

Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, ist spannend, abwechslungsreich und aus der Sicht von Sky erzählt. Ein paar Parallelen zu diversen anderen bekannten und aktuell beliebten Jugendfantasy-Büchern sind auch hier vorhanden, aber wem solche Themen generell gefallen, dem wird auch das nicht weiter stören. Die Personen schließe ich bei den Parallelen auf jeden Fall mit ein, so sind alle Figuren mit recht stereotypen Charakter ausgestattet. So ist Zed zB. der schöne, unnahbare Mädchenschwarm, der sich in Gegenwart seiner Liebe Sky ganz charmant verhält und beschützend auftritt etc.
Mich persönlich hat allerdings auch das nicht sonderlich gestört, die Geschichte ist einfach so schön und liebenswert erzählt, dass es einfach nicht besonders ins Gewicht fällt, wenn man nicht gerade etwas komplett neues erwartet.
Ein wenig vorhersehbar ist die Geschichte auch, allerdings nicht ganz so plump, von daher ist auch dies annehmbar.

Das Buch ist in sich abgeschlossen, lässt allerdings Platz für eine Fortsetzung. Die wird es auch geben, allerdings werden die Hauptfiguren dann nicht mehr Zed und Sky sein, sondern Zeds Bruder Yves und eine neue weibliche Figur: Saving Phoenix Die Macht der Seelen 2: Roman

Insgesamt ein tolles Jugendbuch mit liebenswerten Figuren, das Spaß macht zu lesen!

Virtuosity – Jessica Martinez

virtuosity Boje Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 256 Seiten
12,99 Euro
März 2012
ISBN: 3414823225

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Inhalt (lt. amazon.de):
Die siebzehnjährige Carmen ist ein Star. Sie tourt mir ihrer Geige durch die Welt und spielt überall vor ausverkauften Konzertsälen. Doch die Konkurrenz ist hart. Beim Guarneri-Wettbewerb treten Jungstars aus den verschiedensten Ländern gegeneinander an – und nur der Sieg zählt. Carmen steht unter Druck, den sie nur noch mit Tabletten in den Griff bekommt. Doch dann lernt sie Jeremy kennen, ihren ärgsten Konkurrenten um den Sieg. Und obwohl Carmen weiß, dass sie sich vor ihm in Acht nehmen sollte, fühlt sie sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen. Für Carmen ist die Zeit gekommen, sich zu entscheiden: Setzt sie auf Sieg oder auf die Liebe …

 

Kommentar:
Die junge Carmen ist eine Virtuosin auf der Geige. Ihr ganzes Leben dreht sich nur ums Spielen, um die Musik. Sie gilt als Ausnahmetalent, als Wunderkind. Kurz vor einem großen Wettbewerb, dessen Sieg ihre weitere Karriere besiegeln soll, trifft sie auf den jungen Jeremy, der ebenso wie sie ein Virtuose auf der Geige ist. Er ist gut und verunsichert sie. Aus anfänglichem Hass wird Liebe …

Ich bin auf dieses Buch durch das wunderschöne Cover aufmerksam geworden und ehrlich: ohne dieses Cover hätte ich das Buch wohl nicht gelesen, denn das Thema hat mich eher wenig angesprochen. Jetzt bin ich wirklich froh dieses Buch gelesen zu haben. Ich habe zwar nur das Buch gelesen und kein Hörbuch gehört, aber ich fühle mich immer noch so verzaubert von Jessica Martinez‘ Worten, als hätte ich selbst die wunderschönen Melodien gehört, die Carmen und Jeremy ihren Violinen entlockt haben.

Anders als vermutet geht es in dieser Geschichte nicht Hauptsächlich um die Liebe. Es geht um einen Teenager, der sich selbst finden und seinen eigenen Weg gehen will. Carmens Leben besteht nur aus Musik, ein normales Leben kennt sie nicht, andere Interessen hat sie nicht. Sie ist wirklich ein wenig naiv in ihrem Weltbild und deswegen auch völlig zerstört, als schließlich etwas unerwartetes passiert.
Die Autorin schafft es den Leser sehr einfühlsam mit in Carmens Welt zu nehmen. Man kann nachvollziehen wie Carmen sich unter so viel Druck fühlen muss und warum sie ihre Tablettensucht zunächst absolut gerechtfertigt findet. Lediglich zu Beginn habe ich nicht verstanden, warum Carmen so besessen von ihrem Konkurrenten ist, diese Erkenntnis kam später, aber sie kam. Irgendwo muss ja der Einstieg sein.
Obwohl das Buch mit seinen knapp 250 Seiten nicht sehr umfangreich war, ist die Geschichte trotzdem keine oberflächliche, sondern eher tiefgründig.

Mir hat dieses Buch wirklich unheimlich gut gefallen. Beinahe bin ich traurig darüber nichts mehr von Carmen und Jeremy lesen zu können, Carmen keinen Trost spenden zu können. Dieses Jugendbuch ist wirklich anders. Bezaubernd ohne Zauber! Eine klare Empfehlung!

Elbenthal-Saga: Die Hüterin Midgards – Ivo Pala

18056553_18056553_xl Sauerländer Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 384 Seiten
19,99 Euro
März 2012
ISBN: 3411809221Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Magisch, düster, fesselnd: Der Auftakt zu einer atemberaubenden Fantasy-Saga.
In der Nacht vor ihrem 17. Geburtstag gerät Svenjas Welt aus den Fugen. Sie wird von einem Wolf durch Dresden gejagt und schließlich von drei unheimlichen, seltsam anmutenden Gestalten in den Untergrund entführt. Was Svenja dort entdeckt, sprengt jede Vorstellungskraft: Mitten in Dresden, unter dem Fundament des Residenzschlosses, liegt die letzte Bastion der Lichtelben und das Tor zur Menschenwelt Burg Elbenthal. Ihre Bewohner leben in tödlicher Bedrohung, denn der Schwarze Prinz der Dunkelelben rückt unaufhaltsam näher. Svenja ist die letzte Hoffnung denn sie ist die Auserwählte, die Hüterin Midgards …

Kommentar:
Als die obdachlose Svenya an ihrem siebzehnten Geburtstag erfährt, dass sie die zukünftige Hüterin Midgards werden soll, ändert sich ihr ganzes Leben. Und nicht nur das, auch ihr Weltbild steht Kopf, denn sie erfährt, dass tief unter Dresden, der Stadt in der sie lebt, ein geheimes und riesiges Reich gibt: Elbenthal, das Reich der Lichtelben, das an der Schwelle zu Alfheim liegt. Die Lichtelben verteidigen diese letzte Bastion gegen die Dunkelelben, die das Reich der Menschen (Midgard) zu vernichten drohen. Svenya wird nun zur Hüterin ausgebildet und soll das Reich der Menschen schützen…

Zunächst einmal besticht das Buch durch seine wunderschöne Aufmachung. Das Cover ist wirklich toll und glänzt in metallischen Farben. Im Buch selbst findet man auf den Innenseiten der Umschläge eine tolle Zeichnung der Elbenwelt, die unter Städten die Dresden, Meißen, Chemnitz und anderen liegt. Ansonsten ist das Buch in acht Teile aufgeteilt, die dann jeweils durch eine grau farbene Seite markiert und damit auch schon am Buchschnitt zu erkennen sind. Optisch also auf jeden Fall top!

Inhaltlich ist das Buch – wie bereits erwähnt – in acht betitelte Teile unterteilt, die sich wiederrum in mehrere nummerierte Kapitel gliedern. Es ist ein Fantasy-Buch, das Verknüpfungen mit unserer heutigen bekannten Welt enthält. Geschrieben für Jugendliche, das passt auch, auch wenn es einige Stellen gibt, die ein wenig hart sind (die Vergewaltigungen etc.), die Beschreibungen würde ich allerdings jugendgerecht einordnen.

Die Geschichte ist einfach toll! Der Autor verwebt unsere bekannte Realität mit einer unglaublich tollen Fantasiegeschichte. Die Personen die er da entworfen hat, sind teils so plastisch beschrieben, dass man sie vor seinem geistigen Auge agieren sehen kann, kein Charakter bleibt wirklich farblos, alle sind gut geglückt.
Von Anfang an ist das Buch wirklich spannend und die Handlung wirklich nicht sehr vorhersehbar. Ein wenig komplex, wenn es um die ganzen Zusammenhänge zwischen unserer bekannten nordischen Mythologie und der Geschichte geht, aber das macht nichts. Man findet sich schnell in alles rein.

Ganz böse bleibt man am Ende mit einigen Fragen zurück, die natürlich totale Lust auf den nächsten Band machen, denn auch ich jetzt herbei sehne. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und sehr mit Svenya mitgefiebert und kann es kaum erwarten, den zweiten Band der Elbenthal-Saga dann im Frühjahr 2013 lesen zu können.

Von mir gibt es eine klare Empfehlung, einfach ein rundum gelungenes Buch!

Mein böses Herz – Wulf Dorn

MEIN_B~1 cbt Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 416 Seiten
16,99 Euro
Februar 2012
ISBN: 3570160955

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Inhalt (lt. amazon.de):
Niemand verschwindet einfach so auf Spitzbergen!
Longyearbyen, die Hauptstadt von Spitzbergen: Im städtischen Kindergarten gehen seltsame Dinge vor sich. Immer wieder verschwinden Kinder von dort. Sie sind nicht lange fort. Die Erzieherinnen sind beunruhigt, nehmen es aber nicht wirklich ernst, dass die Kinder nicht erzählen wollen, wo sie gewesen sind. Eines Tages tritt dann das Gefürchtete ein: Ein kleines Mädchen verschwindet – und taucht nicht mehr auf. Eine hektische Suche beginnt. Die Spuren, die sie hinterließ, führen in die Grubenschächte, hinunter in die Tiefe stillgelegter Kohlengruben auf Spitzbergen. Und bald wird klar, dass sie nicht die Einzige ist, die in der überschaubaren Welt von Spitzbergen verloren ging …

Kommentar:
Als Doro ihren kleinen Bruder tot in seinem Kinderbettchen auffindet, bricht für sie und ihre Eltern eine Welt zusammen. Nichts ist mehr so wie es einmal war, ihre Eltern trennen sich und in der Schule wird sie gemobbt. Als für Doro alles zuviel wird und zusammen bricht begibt sie sich in psychiatrische Behandlung. Auch über ein Jahr nach diesem schrecklichen Erlebnis ist noch nicht alles ausgestanden. Sie kann sich immer noch nicht genau erinnern was überhaupt geschehen ist und hinzu kommt, dass in ihrem Umfeld merkwürdige Dinge geschehen, die sie dazu bringen an sich selbst und ihrem Verstand zu zweifeln. Doch wer hat ein Interesse daran, dass Doro erneut zusammen bricht?

Wulf Dorn hat hier seinen ersten Psychothriller für Jugendliche geschrieben und er ist wirklich super gelungen! Außerdem haben damit auch sicherlich Erwachsene ihren Spaß.
In kurzen Kapiteln wird die Handlung aus Doros Sicht geschildert, es dreht sich alles um die aktuelle Situation. Dazu gibt es zwischendurch immer mal wieder ein paar Rückblenden in Form von Doros Erinnerungen. Diese brechen immer an besonders spannenden Stellen ab, so dass von Anfang an klar ist, dass irgendein kleines Puzzleteilchen fehlt. Spannung gibt es also direkt an zwei Fronten, in der Vergangenheit und in der Gegenwart.
Ausgenommen Doro bleiben allerdings alle Charaktere ein wenig blass. Die meisten wirkten einfach nicht echt und lebendig genug, was natürlich daran liegen kann, dass die Handlung ja aus Sicht einer nicht allwissenden Person beschrieben wird. Trotzdem hat mich das ein wenig gestört.
Auch das Ende hätte ich mir weniger hastig und mehr ausführlicher gewünscht. Da hat sich schließlich alles sehr überschlagen. Das sind dann aber auch schon meine einzigen Kritikpunkte.

Insgesamt fand ich diesen Roman als Jugendthriller sehr ansprechend und sehr gut gelungen! Für Jugendliche sicherlich auch ein kleiner Denkanstoß in Richtung Moralvorstellungen und Wahrnehmung. Eine klare Empfehlung für alle Interessenten!

Den Mond aus den Angeln heben – Gregory Hughes

20_overlay_27516_0 Carlsen Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 352 Seiten
15,90 Euro
September 2011
ISBN: 3551582483

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Inhalt (lt. amazon.de):
Bobs Schwester, die Ratte, ist das tollste Mädchen in ganz Kanada. Wenn sie den Fußball durch den Präriegarten dribbelt, ist sie so glücklich wie sonst niemand. Wenn sie aristokratisch spricht, klingt sie wie der größte Snob bei der BBC. Und wenn sie etwas voraussagt, dann tritt es auf jeden Fall ein. Nur wenn der Rapper Iceman im Fernsehen kommt, ist die Contenance der Ratte futsch. Dann biept sie, was das Zeug hält. Denn geflucht wird nicht. Doch von einem Tag auf den anderen müssen Bob und die Ratte ihr Zuhause verlassen – die Frank-Sinatra-Songs zum Aufstehen, ihr Boot am Fluss, Bobs angebetete Lehrerin Miss Gabriela Felipe Méndez, ihren Freund Harold. Und die beiden Waisenkinder aus der Prärie machen sich auf einen verwegenen Roadtrip – quer durch Kanada und bis nach New York.

Kommentar:
Bob und Marie Claire, die von allen nur Ratte genannt wird, leben mit ihrem Vater in einem kleinen Ort in Kanada. Während Bob ein ganz normaler 12jähriger Junge ist, scheint die 10jährige Marie Claire etwas besonderes zu sein. Sie kann und weiß vieles, spricht aus dem Nichts viele Sprachen, ist absolut dreist, kann hin und wieder Ereignisse aus der Zukunft zielsicher vorhersagen und scheint Menschen in die Seele sehen zu können. Außerdem hat sie hin und wieder merkwürdige Krampfanfälle. Als schließlich der Vater der beiden Kinder stirbt machen sich die Ratte und ihr Bruder auf eigene Faust auf die Reise nach New York um dort ihren Onkel, den sie bislang nicht kennen, zu finden um zu verhindern, dass sie ins Heim müssen. Auf ihrer Reise treffen sie auf allerhand gruselige Gestalten und erleben ein verrücktes Abenteuer …

Ehrlich gesagt weiß ich jetzt überhaupt nicht wie ich dieses Buch einordnen soll. Einerseits fand ich es sehr anrührend, wie sich zwei Kinder, die nicht so ganz fest in der Realität verankert sind, sich durchzuschlagen wissen. Vor allem Marie Claire wirkt von Beginn an so, als lebte sie in ihrer eigenen kleinen Welt, so naiv gab sie sich teilweise. Außerdem waren da noch diverse Eigenschaften, die eindeutig mehr dem Phantastischen zugeordnet werden müssen.
Andererseits fand ich das Buch auch langweilig und nichtssagend, denn eine wirkliche Aussage hatte das Buch nicht. Besonders im Bezug darauf, dass dies ja ein Jugendbuch sein soll, fand ich den extrem naiven Umgang und die teilweise Verherrlichung von und mit Drogendealern, Hehlern, Gaunern und Betrügern doch ein wenig überzogen und unangebracht. Nur die Pädophilen blieben böse, auch wenn irgendwie in diesem Buch nicht wirklich rüber kommt, was das eigentlich genau ist und wieso es so schrecklich ist. Gut, für Erwachsene stellen sich solche Fragen wohl auch gar nicht, für diese ist das klar, allerdings ist dies immer noch ein Jugenbuch und ab 12 Jahren empfohlen und ich weiß nicht, ob 12jährige schon eine Vorstellung davon haben, was dieses Wort überhaupt bedeutet.

Im Nachhinein frage ich mich jetzt wirklich, was dieses Buch rüber bringen sollte. Als normale Unterhaltung würde ich es nicht einordnen, eine Botschaft kann ich allerdings auch nicht erkennen.
Trotzdem gebe ich noch drei Punkte, denn irgendwie hat es mir ja schon gefallen, eine klare Empfehlung kann ich allerdings nicht aussprechen.