Wir beide, irgendwann – Jay Asher, Carolyn Mackler

wirbeideirgendwann cbt Verlag
Hardcover Ausgabe
Originaltitel: The future of us
ca. 400 Seiten
17,99 Euro
August 2012
ISBN: 357016151X

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Inhalt
(lt. amazon.de):
Was wäre wenn …, ich dich heute küsse?
Im Mai 1996 bekommt die 16-jährige Emma ihren ersten Computer geschenkt. Mithilfe ihres besten Freunds Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook-Seite – 15 Jahre später. Geschockt stellt sie fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, bislang alles andere als ein Frauenheld (der erst kürzlich von Emma einen Korb bekommen hat), wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Emma ist jedoch nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen. Um das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später mal unglücklich machen wird, beginnt sie, bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook-Profil zu verändern, setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang …

Kommentar:
Die Geschichte rund um die Teenager Josh und Emma spielt im Jahr 1996. Damals gab es zwar schon Internet, aber es war noch nicht so verbreitet wie heute, nur wenige Haushalte besaßen damals einen Internetanschluss. Das kam zu dieser Zeit erst auf. Facebook gab es zu dieser Zeit ebenso noch nicht.
Als Emma eines Tages einen neuen Computer samt Internetanschluss bekommt und zum ersten Mal ins Internet geht, stößt sie auf ihre eigene Facebookseite und liest über sich selbst in der Zukunft. Verrückt, denken sie und ihr bester Freund Josh und glauben zunächst an einen Scherz. Doch schnell wird ihnen klar, dass das kein Scherz ist und sich mit jeder ihrer gegenwärtigen Handlungen ihre Zukunft ändert. Und mit dieser Zukunft sind sie beide nicht so wirklich zufrieden und vor allem Emma versucht ihre Zukunft zu verbessern…

Diese Geschichte ist verrückt und zauberhaft zugleich. Es gehört ein wenig Fantasie dazu sich vorzustellen, wie Handlungen aus der Gegenwart die Zukunft beeinflussen kann. Dabei ist es ja eigentlich klar, dass jede unserer aktuellen Taten unsere Zukunft in irgendeiner Form beeinflusst. Und so können selbst Dinge, die einem total nebensächlich vorkommen, vielleicht doch enorme Auswirkungen haben. Dies wird in diesem Buch thematisiert und das bekommen die Autoren auch ganz gut hin. Das Buch besteht aus vielen, zumeist kurzen, Kapiteln und immer wieder gibt es Statusmeldungen und Kommentareinschübe alá Facebook, die dem Buch noch zusätzlich Dynamik verleihen. So macht das Lesen auch wirklich Spaß.

Der Verlauf ist zwar von Anfang an recht klar. Dass Emma und Josh wie füreinander geschaffen sind, das merkt man von den ersten Seiten an und es ist irgendwie schön die Geschichte einer so engen Freundschaft mitzuerleben und sich entwickeln zu sehen. Ich denke, genau das macht dieses Buch irgendwie auch aus, denn wer von uns möchte nicht, dass seine aktuellen guten Freundschaften ewig halten, dass alle geliebten Menschen ewig bleiben und wer will nicht wissen, wie sich seine Entscheidungen auf die Zukunft auswirken?

So phantastisch wie diese Geschichte auch ist, so schön ist sie auch. Ich habe dieses Buch sehr genossen und vergebe nur weil ich ein paar kleine Handlungen nicht so ganz nachvollziehen konnte, die aber für mich gar nicht so sehr ins Gewicht fallen, ’nur‘ vier Punkte. Vier GUTE Punke!

Sturz in die Zeit – Julie Cross

sturzindiezeit Fischer Jugendbuch Verlag
Hardcover Ausgabe
Originaltitel: Tempest
ca. 512 Seiten
16,99 Euro
August 2012
ISBN: 3841422098Bestellen bei Amazon.de

 


Inhalt
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Jackson Meyer, Student in New York, hält sich für einen ganz normalen Neunzehnjährigen, bis er zufällig feststellt: Er kann für ein paar Stunden in der Zeit zurückreisen. Alles ist nur ein harmloser Spaß, bis eines Tages die Katastrophe passiert: Zwei Fremde überfallen ihn und seine Freundin Holly im Studentenwohnheim – und erschießen Holly. In seiner Panik stürzt Jackson in die Vergangenheit und landet plötzlich zwei Jahre vor dem Ereignis. Von da an hat er nur eines im Sinn: zurückzukommen und Holly zu retten. Er wird ALLES dafür tun. ALLES – für seine große Liebe.
Der erste Band der großen Zeitreise-Trilogie.

 

 

 

Kommentar:
Jackson Meyer wäre ein ganz normaler 19jähriger Teenager, wenn da die Sache mit den Zeitreisen nicht wäre. Jackson ist nämlich ein Zeitreisender. Davon weiß allerdings nur sein Freund Adam, auch seiner Freundin Holly hat er diesen Aspekt bisher verschwiegen. Als ihn eines Tages im Jahre 2009 Fremde angreifen, wird seine Freundin angeschossen. Vor lauter Schreck macht er einen Zeitsprung ins Jahr 2007 und muss feststellen, dass er nicht mehr zurück in seine Zeit kann. Bei Nachforschungen und Versuchen die Zukunft zu verändern, damit Holly in der Zukunft nichts passieren wird, erfährt er nach und nach, dass es eine geheime Organisation gibt, die über Zeitreisen bescheid weiß und sein Vater steckt da irgendwie auch mit drin…

Ich liebe Geschichten über Zeitreisen und Zeitreisende. Sie haben so viel Potential für unglaubliche Geschichten, das gefällt mir einfach. Auch hier hat Julie Cross aus dem Potential der vielen Möglichkeiten geschöpft und eine tolle und wahnsinnige Geschichte erfunden. „Sturz in die Zeit“ ist erst der erste Band der Geschichte, die eine Trilogie werden soll, aber in diesem ersten Buch geschieht schon allerhand und der Leser muss mächtig aufpassen um die zeitlichen Handlungen nicht durcheinander zu schmeißen.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Hauptfigur Jackson. Ihn lernt der Leser natürlich auch recht gut kennen und wir erleben, wie sich Jackson von einem privilegierten jungen Burschen, der oft ein wenig egoistisch handelt, zu einem ernsten und fürsorglichen jungen Mann entwickelt. Die anderen Figuren in diesem Buch bleiben allerdings eher ein wenig stereotyp und ohne viel Hintergrund, aber das kann sich ja in den weiteren Bänden noch ändern.

Dieser erste Band ist jedenfalls ein guter Einstieg in eine spannende Zeitreisegeschichte, die viel Potential verspricht. Ich hoffe sehr, dass die Autorin dieses in den nächsten Bänden ebenfalls voll ausschöpfen wird. Diesem ersten Band gebe ich gute vier Sterne, denn er hat mir sehr gefallen, aber noch nicht wirklich vom Hocker gerissen.

Sieben Minuten nach Mitternacht – Patrick Ness, Siobhan Dowd

siebenminutennachmitternacht cbj Verlag
Hardcover Ausgabe
ca. 216 Seiten
16,99 Euro
August 2011
ISBN: 3570153746Bestellen bei Amazon.de

 


Inhalt
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Zwei große Erzähler – eine Geschichte, die den Tod in seine Schranken weist.
Das Monster erscheint sieben Minuten nach Mitternacht. Aber es ist nicht das Monster, das Conor fürchtet. Was er eigentlich fürchtet, ist jener monströse Albtraum, der ihn jede Nacht quält, seit seine Mutter ihre Behandlung begann. Dieser Traum, in dessen Herzen tiefstes Dunkel herrscht und wo im Abgrund ein Albtraumwesen lauert, bis dann ein Schrei die Nacht zerreißt …
Das Monster aber, das scheinbar im Garten hinter Conors Haus lebt, verkörpert etwas völlig anderes. Es ist uralt, wild und weise – es ist das Leben selbst. Und es ist gekommen, um Conor zu helfen. Doch auf welchen Weg Conor sich mit seinem gigantischen Freund begeben wird, ahnt er nicht. Er wird ihn hinab in die tiefsten Tiefen seiner Seele führen, er wird ihn in seinen Albtraum begleiten und dann wird er ihm das Gefährlichste überhaupt abverlangen: die ganze Wahrheit. Denn nur wenn Conor sich dieser stellt, wird er das wahre Wesen des Lebens erkennen …

 

 

Kommentar:
„Sieben Minuten nach Mitternacht“ wurde vom Autoren Patrick Ness geschrieben. Die ursprüngliche Idee dazu hatte allerdings Siobhan Dowd, die das Exposé zu diesem Roman entwarf und die Figuren. Bevor sie diese Geschichte dann tatsächlich schreiben konnte, starb sie an Krebs. Diese Vorgeschichte verleiht diesem Buch noch einmal eine gewisse Tragik, geht es in diesem Buch doch auch um den Tod und wie man damit umgeht, wenn ein geliebter Mensch stirbt.

Durch das komplette Buch ziehen sich sehr stimmungsvolle Illustrationen von Jim Kay. Düster, aber sehr passend und stimmungsvoll. Der Schreibstil von Patrick Ness tut sein übriges und macht dieses Buch wirklich zu etwas ergreifendem.

Conor ist ein dreizehnjähriger Junge, der geistig aber schon viel weiter ist. Viel weiter sein muss, denn seine Mutter kann sich krankheitsbedingt nicht mehr richtig um ihn kümmern. Abends um sieben Minuten nach Mitternacht erscheint ihm regelmäßig ein Monster und Conor versucht verzweifelt herauszufinden, was dieses Monster von ihm will, denn nur dann wird er in der Lage sein wieder Ruhe zu finden.
Die Geschichte ist wirklich ergreifend. Conors Psyche lässt ein Monster auferstehen, dass Conors ganze Angst verkörpert. Die Angst seine Mutter zu verlieren, die Angst sich einzugestehen, dass er mehr fühlt als das, was er vorgibt, Angst selbst ein Monster zu sein wegen der Gedanken die er hat.

Mir hat dieses Buch wirklich gut gefallen und ich war sehr ergriffen von dieser Geschichte und den damit verbundenen Gedankengängen. Ich denke, dass dieses Buch Jugendlichen, die in einer ähnlichen Situation stecken, schon helfen kann mit dieser umzugehen. Allen anderen hilft sie vielleicht mehr Verständnis für ihre Umwelt zu entwickeln.

Wir vom Neptunplatz: Ein Vorabendroman – Patricia Eckermann, Stefan Müller

wirvomneptunplatz Carlsen Verlag
Klappenbroschur Ausgabe
ca. 208 Seiten
12,90 Euro
September 2011
ISBN: 3551684499

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Inhalt
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Millionen verfolgen regelmäßig eine oder mehrere Vorabendserien. Jetzt gibt es das Vorabendseriengefühl auch für Leseratten: Die Idee der Vorabendserie wird in „Wir vom Neptunplatz“ in Romanform umgesetzt. Worum geht es? Rund um den Neptunplatz leben vier junge Menschen, deren Wege sich in den kurzen Kapiteln („Folgen“) immer wieder kreuzen. Es geht um: Wohnungssuche, Jobsuche, Sinnsuche – und natürlich um die Liebe. Der zentrale Ort, an dem sich alle Personen und Handlungsstränge immer wieder treffen, ist das (fiktive) „Café Mampf“ am Neptunplatz. Toller Unterhaltungsstoff mit viel Witz. Patricia Eckermann und Stefan Müller schreiben fürs Fernsehen, u.a. für „Schlag den Raab“.

 

Kommentar:
Ab und an finde ich es wirklich angenehm mich von so einfacher Kost wie den allabendlichen Soaps im TV berieseln zu lassen. Und so dachte ich, dass es vielleicht auch mal ganz angenehm wäre das ganze in Buchform zu bekommen. So ein wenig leichte Lektüre zum Abschalten halt. Hört sich ja erst mal ganz nett an und ich war auch wirklich gespannt.
Gestaltet ist das Buch auch recht nett und zum kostenlosen Download gibt es auch noch die Vorgeschichte Wir vom Neptunplatz: Wir vom Neptunplatz: Die Vorgeschichte, die ich empfehle erst einmal zu lesen, weil man dadurch die Figuren des Buchs noch ein wenig besser kennen lernen kann.
Insgesamt fand ich das Buch auch recht flüssig zu lesen. Diese „Soap“ spielt in Köln, die Geschichten waren kurz, bündig, mit wenig Tiefgang und Klischees wurden zu Hauf bedient.
Mir persönlich hat diese Lektüre allerdings nicht so viel gebracht und ich denke, ich schaue so wenig aussagekräftiges doch lieber weiter im TV, wenn ich denn Lust darauf habe und lese lieber wieder Geschichten mit mehr Inhalt und Tiefe, denn das ist es eigentlich was ich an Büchern so mag. Wem das allerdings nicht stört und wer Soaps eh gerne mag, der kann mit diesem Buch bestimmt auch auf seine Kosten kommen.

Mucksmäuschentot – Gordon Reece

mucksmaeuschentot Fischer Jugendbuch Verlag
Softcover Ausgabe
ca. 352 Seiten
13,99 Euro
April 2012
ISBN: 3841421334

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Inhalt (lt. amazon.de):

Bis der Faden reißt.
„Shelley, Liebes, du brauchst keine Angst zu haben. Er will nur Geld. Wenn wir tun, was er sagt, lässt er uns in Ruhe und geht wieder.“
Ich glaubte ihr nicht. Ihre zitternden Hände und ihre Stimme verrieten mir, dass sie es selbst nicht glaubte. Wenn eine Katze ins Mauseloch eindringt, lässt sie die Mäuse nicht ungeschoren davonkommen. Ich wusste, wie die Geschichte enden würde.“
Shelley und ihre Mutter waren zu lange einfach zu nett. Klassische Opfer, die sich nach massivem Mobbing wie Mäuse fühlen. Sie verkriechen sich in einem abgelegenen Haus auf dem Land, um ihre Probleme hinter sich zu lassen. Sie sind glücklich in ihrer kleinen Welt mit Büchern, Musik und häuslichen Ritualen. Doch eines Nachts werden sie in ihrem neu gefundenen Frieden bedroht: Ein Mann dringt in ihr Haus ein. Und bei Shelley reißt der Faden. Was dann passiert, zerstört alle Gewissheiten.

 

Kommentar:
Shelley ist ein typisches Mobbing-Opfer in der Schule. Eine graue Maus, die man herumschubsen kann, die sich nie wehrt. Ihre Mutter ist ebenso. Verlassen vom Ehemann für eine jüngere, ausgenutzt von ihren Arbeitskollegen. Zusammen ziehen Mutter und Tochter raus aufs Land und wollen alles hinter sich lassen, nur noch für sich sein. Alles ist gut in ihrem Mauseloch, bis sich eines Tages eine Katze, in Form eines Einbrechers, ins Mauseloch verirrt. Da wird Shelley dann endlich wach und wehrt sich…

Wie viele andere auch, bin ich mit ganz falschen Erwartungen an dieses Buch gegangen. Erwartet hatte ich nämlich einen spannenden Thriller im Stile von Jay Ashers „Tote Mädchen lügen nicht“, so wie es der Klappentext versprochen hatte. „Mucksmäuschentot“ ist aber anders, eher wie „Nichts“, aber mit fragwürdigerem Inhalt.

Zunächst einmal erzählt Gordon Reece die Geschichte der 16jährigen Shelley, die seit Beginn der Pubertät von ihren ehemals besten Freunden gemobbt wird. Je weniger sie sich zur Wehr setzt, – und sie wehrt sich nie – je mehr sie zum Opfer wird, desto stärker wird das Mobbing, umso grausamer das, was ihr angetan wird. Es geht so weit, dass schließlich tatsächlich Shelleys Leben bedroht ist. Zu diesem Zeitpunkt entschließen sich Mutter und Tochter aufs Land zu ziehen und hier setzt die eigentliche Geschichte dann auch ein.

Nachdem Shelley jahrelang das Opfer war, jahrelang erfahren musste, dass sich niemand darum kümmert, wenn ein Mensch, der einem nicht allzu nahe steht, gequält und misshandelt wird, platzt schließlich alles aus ihr heraus, als ein Einbrecher in ihr Haus einbricht und sie und ihre Mutter als Geiseln nimmt, sie ausraubt und beschimpft. Endlich wehrt sie sich, endlich verlangt sie den ihr zustehenden Respekt. Leider hat dieses Verlangen schlimme Konsequenzen, denn sie und ihre Mutter bringen den Einbrecher um und versuchen die Tat zu vertuschen. Dass es bei diesem Vertuschungsversuch tatsächlich einen Zuschauer gibt, finden Mutter und Tochter erst später heraus, was sie erneut zum Mörder werden lässt.

Die ganze Tat ist vielleicht verständlich. Verständlich, weil man natürlich verstehen kann, warum Menschen, die ihr Leben lang grausam behandelt wurden, sich dann auch einmal wehren, wenn es soweit ist. Und der erste Mord geschah ja also tatsächlich mehr oder weniger so, dass man es als Notwehr ansehen könnte. Der zweite Mord war jedoch wirklich einfach nur ein Mord. Jedenfalls beinahe. Hier will ich nicht zu sehr ausholen, jeder sollte das Buch für sich alleine lesen. Was ich sagen will ist einfach, dass diese Taten in diesem Buch zwar so beschrieben werden, dass die Intention verständlich ist, also der Grund, warum Shelley und ihre Mutter so handelten, schlimm ist aber, dass die Reue fehlt.
Hier wird es so hingestellt, als wenn es richtig wäre, sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu wehren, auch wenn dabei ein Mensch verletzt wird, nur weil man selbst auch grausames über sich ergehen lassen musste. Natürlich kann man darüber diskutieren, genau das ist sicherlich auch sinnvoll, ich frage mich nur, wie viele Jugendliche dieses Buch tatsächlich in angemessener Form diskutieren und reflektieren, wenn sie es gelesen haben. Außerhalb der Schule werden das wohl die wenigsten sein und das finde ich schon bedenklich, da dieses Buch ja schon ein Jugendbuch sein will.
Als Schullektüre finde ich es überhaupt nicht verkehrt dieses Buch zu behandeln, vor allem unter dem Gesichtspunkt der Moral und Verantwortung. Alleine würde ich mein Kind dieses Buch eher nicht lesen lassen. Jedenfalls nicht, wenn es sich danach nicht angemessen damit auseinander setzen könnte.

Insgesamt weiß ich nicht so wirklich was ich von diesem Buch halten soll. Der Schreibstil ist fesselnd, die Geschichte an sich hat allerdings Längen. Die Aussage ist zweifelhaft. Insgesamt würde ich neutrale drei Sterne vergeben.

Ashes 2: Tödliche Schatten – Ilsa J. Bick

ashes2 Egmont INK Verlag
Hardcover Ausgabe
ca. 571 Seiten
19,99 Euro
August 2012
ISBN:  3863960068

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Inhalt
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Den verheerenden Anschlag auf die Welt hat die siebzehnjährige Alex überlebt, aber nun muss sie sich den schwerwiegenden Folgen stellen. In den Städten, die nicht zerstört wurden, rotten sich diktatorische Tyranneien zusammen, in denen sich menschliche Abgründe auftun. Außerhalb der Schutzwälle droht der sichere Tod. Denn dort lauern Horden Jugendlicher, die sich seit dem Unglück in bestialische Kannibalen verwandeln. Und schließlich bleibt noch die Ungewissheit, ob Alex selbst noch zu so einem Monster mutiert. Warum sind ausgerechnet sie und ein paar wenige Ausnahmen von dieser Verwandlung bisher verschont geblieben?


Kommentar:
Dem zweiten Band von Ilsa J. Bicks Ashes-Serie habe ich wirklich sehr entgegen gefiebert und mich monatelang darauf gefreut, denn den ersten Band habe ich wirklich begeistert verschlungen. Umso enttäuschter war ich jetzt vom zweiten Band…

Der zweite Band setzt genau da ein, wo der erste mit einem bösen Cliffhanger endete. Alex ist aus Rule geflohen und wird nun von einer Gruppe Veränderten aufgegriffen, gefangen und verschleppt. Ihre Flucht aus Rule setzt dort allerdings eine Revolution in Gang.
Peter wurde bei einem Angriff ebenfalls schwer verwundet und verschleppt.
Auch Tom hat überlebt und ist mittlerweile wieder soweit genesen und macht sich auf die Suche nach Alex…

In diesem zweiten Band geht es noch viel blutrünstiger und brutaler zu als es schon im ersten Band der Fall war. Es fließt massig Blut und regnet Gedärme und andere Innereien. Die Sprache und Beschreibung der Autorin ist direkt und wenig blumig. Diese Brutalität an sich hat mich zwar nicht wirklich erschreckt, aber besonders gefallen hat es mir auch nicht. Das Szenario ist insgesamt schon so erschreckend, dass so detaillierte und nüchterne Beschreibungen meiner Meinung nach nicht in diesem Maße nötig gewesen wären.

Wirklich gestört hat mich allerdings die ständigen Perspektivenwechsel. Es kommen viel mehr Charaktere vor als es noch im ersten Teil der Fall war und die Geschichte eines jeden will erzählt werden. Überall sind Kämpfe auszustehen und Schlachten zu schlagen, überall wird gelitten, gemordet und gestorben. Es fällt schwer sich auf die Figuren einzulassen, weil schon nach wenigen Seiten schon wieder Schluss ist und die Autorin sich wieder einem anderen Schauplatz widmet. So ist es nicht nur anstrengend zu lesen gewesen, sondern war es mir auch unmöglich mich wirklich auf die weitere Geschichte einzulassen. Ich konnte einfach nicht mehr mit Alex oder einer anderen Person mitfiebern oder mitleiden, weil mir die kurzen Abschnitte wie immer gleiche Wiederholungen vorkamen.

Das Fesselnde des ersten Teils, die enorme Spannung, fehlte mir in diesem Band vollkommen, für mich gestaltete sich das Lesen dieses Mal total reizlos und so brauchte ich für diesen Band auch eine geschlagene Woche statt einen Tag, wie es beim ersten Band der Fall war. Ich finde es selbst sehr schade, wo ich mich wirklich sehr auf diesen Band gefreut habe, will mich aber mit meiner Meinung auch nicht zurückhalten und versuchen schön zu reden, was ich nicht schön fand. Umso mehr bin ich auf weitere Rezensionen und Leserstimmen gespannt, auch wenn die bisherigen Meinungen doch sehr von meiner eigenen abweichen.

Fazit: Diesen zweiten Teil fand ich recht emotionslos, langatmig, einfach eine Aneinanderreihung von Ereignissen, ohne besondere Tiefe.

Night School 1: Du darfst keinem trauen–C.J. Daugherty

nightschool1 Oetinger Verlag
Hardcover Ausgabe
ca. 464 Seiten
17,95 Euro
Juli 2012
ISBN: 3789133264

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Inhalt
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Wenn nichts ist, wie es scheint, wem kannst du dann vertrauen? Das spurlose Verschwinden ihres Bruders hat Allie aus dem Gleichgewicht gebracht. Sie rebelliert und ihre Eltern schicken sie auf das Internat Cimmeria, wo nicht einmal Handys erlaubt sind. Schon bald findet sie Zugang zu einer Clique und wird von zwei Jungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, umworben. Auf Cimmeria häufen sich eigenartige Vorfälle, und als ein Mord geschieht, gerät Allie selbst unter Verdacht. Auf der Suche nach dem wahren Mörder stößt sie zufällig auf eine mysteriöse Verbindung ihrer Mutter zur Schule und gerät selbst in Lebensgefahr. Kann sie überhaupt noch irgendjemandem trauen? Dieser erste Band aus der Reihe Night School ist atemlos, packend und geheimnisvoll, Thriller und Liebesgeschichte, hochspannend und unwiderstehlich.


Kommentar:
Nach einem persönlichen Schicksalsschlag und einer Laufbahn, die den Eltern nicht gefiel, wird der Teenager Ally Sheridan kurzerhand auf das Internat Cimmeria verfrachtet, von dem sie noch nie zuvor gehört hatte. Schon kurz nach ihrer Ankunft ist Ally klar, dass es in diesem Internat ganz anders zugeht als auf gewöhnlichen Schulen. Die Regeln sind einerseits viel, viel strenger, andererseits werden den jungen Schülern aber auch viele Freiheiten gelassen. Obwohl sie es nicht für möglich hielt, fühlt sich Ally schon nach kurzer Zeit wohl auf Cimmeria und findet auch Freunde, doch dann geschehen gefährliche und merkwürdige Dinge, Ally gerät in Gefahr und versucht herauszufinden, was es mit dem Geheimclub „Night School“ auf sich hat, von dem alle wissen, aber niemand spricht…

Schon als Kind habe ich Internatsgeschichten geliebt! Und da ich auch heute noch gerne Bücher für junge Erwachsene lese, musste Night School ebenfalls her. Ich war sehr gespannt was mich erwarten würde, denn vom Titel her hätte ich mit Fantasy-Einflüssen gerechnet, aber aus den Rezensionen wusste ich bereits, dass das eher nicht so zutreffend sein sollte. Ich war also sehr gespannt.

Ehrlich gesagt, habe ich bis zum Schluss damit gerechnet, dass gleich doch noch ein Vampir um die Ecke kommt und zubeißt oder eine andere Nachtgestalt. Dem war allerdings nicht so und das war äußerst erfrischend. Die Realität bietet so viele spannende Möglichkeiten und Momente und die Autorin hat diese auch wunderbar entworfen und genutzt, so dass das Buch spannend bleibt bis zum Ende und noch darüber hinaus, denn dieser Band ist ja erst der Beginn einer voraussichtlich fünfteiligen Reihe.
Die Figuren fand ich ebenfalls alle hochinteressant und gut entworfen. Auch hier war alles dabei, unter anderem auch natürlich die typischen, klischeehaften Internats-Charaktere. Aber die darf es auch ruhig geben, in der Realität schaut es ja ebenso aus. Wichtig fand ich, dass man den Figuren ihr handeln auch abgekauft hat, dass man mit ihnen mitfiebern, leiden oder sogar hassen konnte. Und das hat wunderbar funktioniert.

Wie bereits erwähnt ist dieser Band der Beginn einer Reihe und als solcher ist er auch zu verstehen: ein Einstieg in die Welt von Cimmeria. Es macht neugierig auf weitere Bände und lässt erahnen, dass es noch viel, viel mehr Geheimnisse gibt. Es erfüllt absolut seinen Zweck und hat zumindest mich persönlich sehr neugierig auf die Folgebände gemacht. Ich habe mich auf Cimmeria sehr wohl gefühlt und freue mich jetzt schon sehr auf den zweiten Band, den es wohl aber leider erst im Frühjahr 2013 geben wird.

Von mir gibt es die volle Punktzahl, weil es mal was erfrischend anderes war und ich mich mit diesem Buch sehr wohl gefühlt habe!

Godspeed 2: Die Suche – Beth Revis

godspeeddiesuche Dressler Verlag
Hardcover Ausgabe
ca. 464 Seiten
19,95 Euro
August 2012
ISBN: 3791516779

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Inhalt
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Spannung und Gefühl. Nicht von dieser Welt! Die Zukunft für Amy und Junior liegt in weiter Ferne. Während ihre Gefühle füreinander stärker werden, wird die Lage auf dem Raumschiff, der „Godspeed“, immer bedrohlicher. Ohne die kontrollierende Droge Phydus, das heißt ihrem freien Willen unterworfen, sind die Menschen an Bord überfordert. Die Stimmung droht zu kippen. Auch die Technik entpuppt sich als trügerisch: Wird nur eine Gruppe Auserwählter das Ziel, die Zentauri-Erde, erreichen? Der Druck auf Amy und Junior wächst: Wer ist Freund, wer Feind? Und wohin führt sie ihre Liebe? Der zweite Band der spektakulären Godspeed-Trilogie ist ein Genre-Mix aus Dystopie, Sci-Fi-Thriller und Romantik.


Kommentar:
Das Menschheitsabenteuer mit Amy und Junior geht weiter! Der zweite Teil setzt eine kurze Weile nach dem ersten Band ein. Junior ist der neue Anführer der Godspeed, tut sich mit seinen Aufgaben aber teilweise noch ein wenig schwer. Diverse Aufständische machen es ihm auch nicht besonders leicht, denn seitdem die Droge Phydus nicht mehr automatisch an die Besatzung verabreicht wird, proben jetzt eingige Besatzungsmitglieder den Aufstand. Es kommt zu einer Meuterei, die von einem Unbekannten aufgerührt wird und es sterben erneut einige Mitglieder der Besatzung. Amy verfolgt währenddessen eine von Orion gelegte Spur, die sie auf das Geheimnis hinter der Godspeed und den Ereignissen rund umd die berüchtigte große Seuche stoßen lässt. Und dieses Geheimnis hat es wirklich in sich, so dass auch dieser zweite Band wieder mit einem bösen Cliffhanger endet und einen wirklich den dritten Band herbeisehen lässt.

Es ist jetzt schon bald ein Jahr her, dass der erste Teil dieser Trilogie erschienen ist und ich war schon sehr gespannt auf diesen zweiten Band. Wie bereits der erste Teil wird auch dieser abwechselnd aus der Sicht von Amy und Junior, den beiden Hauptfiguren erzählt. Ich muss sagen, dass ich mich trotz der abwechselnden Sicht besser in Junior als in Amy hineinversetzen konnte. Juniors Gefühlswelt hat die Autorin meiner Ansicht nach besser und authentischer beschrieben als Amys, die zwar nicht gefehlt hat, aber die ich eher recht nüchtern empfand.

Ich muss gestehen, dass ich mich zwischenzeitlich während der Schnitzeljagd tatsächlich ein wenig gelangweilt habe, weil ich vermutete, worauf das ganze hinauslaufen würde und ich behielt auch Recht. Jedenfalls zum größten Teil. So war diese Suche tatsächlich eigentlich ein großer Lückenfüller, der bestimmt auch hätte abgekürzt werden können. Gut, das ist bei Trilogien ja oftmals der Fall, ich fand es schade, dass das doch so offensichtlich war.
Ansonsten fand ich das Buch aber sehr gut. Die Stimmung, die da transportiert wurde, ist einfach schon besonders. Man spürt die bedrückende Enge beim lesen schon fast selbst, die von den Metallwänden der Godspeed ausgehen und kann die Verzweiflung der Besatzung nachvollziehen.

Insgesamt hat mir der Band sehr gut gefallen, fast besser als der erste, und – ohne zuviel verraten zu wollen – ich bin auf jeden Fall jetzt sehr gespannt, wie es im dritten Band weiter gehen wird mit Amy und Junior und der neuen Herausforderung die da wartet.