In dieser ganz besonderen Nacht – Nicole C. Vosseler

indieserganzbesonderennacht

cbj Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 576 Seiten
18,99 Euro
Februar 2013
ISBN: 357015534X

Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Eine hinreißend romantische Geistergeschichte vor der beeindruckenden Kulisse San Franciscos
Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber, die in einer deutschen Kleinstadt gelebt hat, nach San Francisco ziehen – zu ihrem Vater, den sie kaum kennt. Sie fühlt sich einsam und verlassen. Eines Abends begegnet sie dort in einem leer stehenden Haus Nathaniel, einem seltsam gekleideten Jungen. Er scheint der Einzige zu sein, der sie versteht. Aber er bleibt merkwürdig auf Distanz. Als Amber den Grund dafür erfährt, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg: Nathaniel stammt aus einer anderen Zeit und die beiden können niemals zusammenkommen. Doch in einer ganz besonderen Nacht versuchen die beiden das Unmögliche …

Zitat:
Nach allen Gesetzen der Wahrscheinlichkeit würde ich mich wieder verlieben, das sagte mir mein Verstand. Aber ich vermisste Shane an jedem einzelnen Tag, und nie wieder würde ich jemanden so lieben wie Nathaniel, das wusste ich aus tiefstem Herzen. (S. 467)


Kommentar:
Nachdem Ambers Mutter ihrer Krebserkrankung erlegen ist, zieht Amber mit ihrem Vater nach San Francisco. Zunächst weniger freiwillig, denn zu ihrem Vater hat sie kein gutes Verhältnis und obwohl Ted sich sehr bemüht Amber ein guter Vater zu sein, kann sie sich in ihrem neuen zu Hause zunächst nicht einleben. Nach und nach findet Amber schließlich Freunde, darunter auch Nathaniel. Der ist allerdings ein Geist, was Amber zunächst einmal an ihrem eigenen Verstand zweifeln lässt …

Von Nicole Vosseler habe ich bereits mehrere Bücher gelesen und war immer sehr angetan von ihren Werken. Natürlich musste ich nun auch „In dieser ganz besonderen Nacht“ haben. Nicht nur wegen der Autorin, sondern auch noch, weil es eigentlich eines Lieblings-Genres ist und mir außerdem sowohl Titel als auch Cover besonders gefallen und zusagen. Leider wurde ich vom Buch dann doch ein wenig enttäuscht.

Die Autorin beschreibt hier sehr detailverliebt Ambers neues Leben in der Großstadt San Francisco, der City by the Bay. Diese Beschreibungen sind sehr gelungen, als Leser kann man sich, auch wenn man selbst noch nicht dort gewesen ist, ein schönes Bild dieser Stadt machen, die an der Westküste der USA liegt. Im Nachwort schreibt Nicole Vosseler selbst „I definitely left my heart in San Francisco“ und dies merkt man anhand ihrer wirklich liebevollen Beschreibungen einfach das gesamte Buch über. Dies ist wirklich gelungen.

Was mir nicht so gefallen hat, das war die Geschichte selbst. Es fing ganz gut an, mit Ambers Umzug nach San Francisco und ihrem Versuch mit ihrer Trauer umzugehen. Als dann aber das erste Mal Nathaniel vorkam, der ein Geist ist, da wurde es mir erst einmal langweilig. Diese mysteriöse Anziehungskraft die Beschrieben wurde, damit konnte ich nicht viel anfangen und ich fand es doch recht unerklärlich und wenig stimmig. Erst zum Ende hin, als es dann schließlich darum ging Nathaniels Geschichte zu rekonstruieren, da wurde es wieder ein wenig interessanter, wenn ich auch bis zum Schluss einfach einiges nicht nachvollziehen konnte, zB. wieso Nathaniel sich an das alles nicht mehr erinnern konnte und wieso es diese enorme Anziehungskraft zwischen Amber und ihn überhaupt gegeben hat und noch einiges mehr, was ich hier nicht ansprechen möchte, da ich sonst zu viel von der eigentlichen Story vorweg nehmen würde.
Das Ende fand ich dann auch noch einmal ganz schlimm, Joe fand ich nämlich schließlich so sehr an den Haaren herbeigezogen, das hätte einfach nicht sein müssen. Leider.

Ich weiß, dass ich hier mit meiner Meinung zu diesem Buch ziemlich allein da stehe, das zeigen die bisherigen Bewertungen und das ist auch gut so, denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Dennoch vergebe ich hier nicht mehr als zwei Sterne, auch wenn die Autorin toll schreibt, sonst hätte ich diese Geschichte aufgrund der für mich langweiligen Story wohl auch nicht zu Ende gelesen.

Flamingos im Schnee – Wendy Wunder

flamingosimschnee

Goldmann Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 352 Seiten
17,99 Euro
März 2013
Originaltitel: The Probability of Miracles
ISBN: 3442313236

Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Dieses Buch wird dich zum Lachen und zum Weinen bringen und dazu, das Leben zu lieben.
Campbell Cooper würde gern ein normales Leben führen, aber die Diagnose Krebs hat ihr den Alltag genommen. statt sich wie jeder andere Teenager in ihrem Alter zu vergnügen, verbringt sie Tage und Wochen im Krankenhaus. Ihre Chancen stehen schlecht, das weiß sie, und an Wunder hat sie noch nie geglaubt. Ihre Mutter ist da anders. Als diese von einer Stadt in Maine hört, in der auch die unmöglichsten Dinge wahr werden, packt sie Campbell und den halben Hausstand zusammen und macht sich auf den Weg dorthin. Und tatsächlich gibt es in Promise Merkwürdiges zu sehen: Schnee im Sommer, Regenbogen ohne Regen und eine Schar Flamingos. Doch Campbell lässt sich so schnell nicht überzeugen. Erst als sie Asher kennenlernt und langsam beginnt, ihr Leben wieder zu genießen, scheint fast alles möglich …

 Zitat:
Sie sah gleich, dass sie anders war als die Perrys. Sie hatte keinen, hübsch, rot gemusterten Rand, und als sie sie herausziehen wollte, war es, als würde der Swami sie zurückhalten. Er wollte sie einfach nicht loslassen. Cam zog fester, mit beiden Händen, aber das verflixte Ding löste sich nicht. Sie stemmte einen Fuß gegen die Maschine und zerrte mit aller Kraft. Als die Karte endlich herauskam, fiel sie auf den Hintern. Sie starrte darauf. Sie hielt ein leeres Stück Papier in der Hand. (S. 66)


Kommentar:
Die junge Campbell Cooper ist unheilbar an Krebs erkrankt. Als nach sieben Jahren Therapie selbst die Ärzte nicht mehr weiter wissen, fahren ihre Mutter und ihre jüngere Schwester mit Cam nach Maine in die wundersame Stadt Promise, die für ihre Wunder bei wenigen Eingeweihten bekannt sein soll. Sie erhoffen sich dort das Wunder der Heilung für ihre Tochter und Schwester. Tatsächlich trifft Cam auf einige verwunderliche Dinge in Promise, zum Beispiel die Ankunft der Flamingos, die in Maine so ganz fehl am Platz sind und zunächst sieht auch alles ganz gut aus und Campbell scheint es besser zu gehen…

„Flamingos im Schnee“ ist eine wundersame und schöne, gleichzeitig aber auch eine sehr merkwürdige Geschichte und der erste Roman der Autorin mit dem thematisch passenden Namen Wendy Wunder.
Auf knapp 350 Seiten, beschreibt die Autorin in knapp 37 Kapiteln die Geschichte der jugendlichen Hauptfigur Cam. Cam ist ein recht pessimistischer und nicht unbedingt sympathischer Typ. Sie verliert sich häufig in Sarkasmus, aus dem immer mal wieder ihre eigentliche Verzweiflung hervor blitzt. Wunder beschreibt Cams Geschichte und Leidensweg recht einfühlsam, vor allem aber erschien mir die Wende in Cams Leben, die sie zu einem positiveren Menschen werden lässt, gut nachvollziehbar. Trotzdem bleiben einem alle Figuren die ganze Geschichte eher fern und unnahbar. Ich konnte mich während des gesamten Lesens nicht wirklich mit einer der Figuren anfreunden oder auch nur wirklich mitfühlen, ich konnte einfach insgesamt keine wirkliche Beziehung zu diesem Buch aufbauen.

Die Handlung an sich ist ein wenig konfus und verrückt. Ich weiß ehrlich nicht, wie man auf solche komischen Handlungen kommen kann, aber so war es mal etwas anderes als immer die gleichen ’normalen‘ Umstände.
Die Quintessenz dieses Buches ist wohl die Aussage, dass ein Leben lebenswert ist, solange man kann. So findet selbst Cam in ihrer ausweglosen Situation ja doch noch Dinge, für die es sich zu leben lohnt und die ihr wichtig werden und Spaß machen. Meiner Meinung nach reicht dies allein allerdings nicht, um hieraus ein wirklich überragendes Buch zu machen. Gerade nach „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green, welches ja eine sehr ähnliche Thematik behandelt, liegen hier die Erwartungen sehr hoch und lassen sich leider nicht ganz „Flamingos im Schnee“ erfüllen. Trotzdem ist dies hier ein toller und lesenswerter Roman, der insgesamt gesehen viel Spaß gemacht hat. Ich vergebe hier noch 3,5 Sterne, die ich auf 4 Sterne aufrunde.

Mein Sommer nebenan – Huntley Fitzpatrick

meinsommernebenan

cbj Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 512 Seiten
16,99 Euro
April 2013
Originaltitel: My life next door
ISBN: 3570155722

Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Ein warmherziger, sonnendurchfluteter Roman über die erste große Liebe.
Samantha Reed liebt die Garretts heiß und innig – doch nur aus der Ferne. Die 10-köpfige Nachbarsfamilie ist tabu, denn die Garretts sind alles, was Samanthas Mutter verabscheut: chaotisch, bunt und lebensfroh. Aber eines schönen Sommerabends erklimmt der 17-jährige Jase Garrett Samanthas Dachvorsprung und stellt ihr Leben auf den Kopf. Sie verliebt sich mit Haut und Haaren und wird von den Garretts mit offenen Armen aufgenommen. Eine Zeitlang gelingt es Samantha, ihr neues Leben vor der Mutter geheim zu halten. Doch als ein Autounfall die Garretts aus der Bahn wirft , muss Samantha eine schwere Entscheidung treffen …

 

Zitat:
“Sie sind sicher unglaublich stolz auf ihre Mutter”, worauf ich jedes Mal mit “Oh ja, das bin ich, das bin ich wirklich” antworte. Als ich zwischendurch einmal für ein paar Minuten verschont bleibe, lehne ich verstohlen den Kopf an das Podium, neben dem wir stehen, bis Mom mir einen Fußtritt verpasst und ich wieder in eine aufrechte Position zurückschrecke und meine Augen aufzwänge. (S. 359 ff.)


Kommentar:
Die 17jährige Samantha Reed, jüngste Tochter der Senatorin, wohnt schon seit über 10 Jahren neben den Garretts, der 10köpfigen Nachbarsfamilie, hat aber noch nie mit ihnen gesprochen, weil ihre konservative Mutter deren Lebensgewohnheiten nicht gutheißt. Eines Tages kommt sie jedoch mit Jase Garrett ins Gespräch, verliebt sich halb über Kopf in ihn und stellt fest, dass die Garretts eine wirklich nette, liebevolle und fürsorgliche Familie sind, die Samantha gerne wie selbstverständlich in ihrer Mitte aufnehmen. Klar, dass dies Samanthas Mutter nicht gefällt, aber das ist bald noch das geringste Problem …

„Mein Sommer nebenan“ habe ich zum größten Teil als richtiges Wohlfühl-Buch empfunden. Ab und an fühlte ich mich noch in die Sommer meiner eigenen Kindheit versetzt, in denen ich quasi bei den Familien meiner Freunden zu Gast war. Die Geschichte ist schön entspannend geschrieben, Huntley Fitzpatrick hat hier das Leben und vor allem die Gefühlswelt der Jugendlichen recht authentisch beschrieben. Leider ist ihm das bei den erwachsenen Protagonisten nicht ebenso gut gelungen, denn besonders die Samanthas Mutter fand ich doch schon recht monoton. Sie stellte das genaue Gegenteil der erwachsenen Garretts dar: die einen fürsorglich, liebevoll und einfach sympathisch, die Senatorin dagegen gefühlskalt und unsympathisch. Das war mir doch ein wenig zu viel schwarz-weiß-Malerei um echt zu wirken.
Die Gefühlswelt von Samantha fand ich dagegen wundervoll gezeichnet.

Die Geschichte an sich bietet auch mehr als nur eine Teenager-Liebesgeschichte. Es geht hier um Liebe, Freundschaft, Erwachsen werden und darum das richtige zu tun. Für Jugendliche eine wirklich empfehlenswerte Lektüre, ich habe diese Geschichte sehr genossen!

Der Weg der gefallenen Sterne – Caragh O’Brien

derwegdergefallenensterne

Heyne Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 350 Seiten
16,99 Euro
April 2013
Originaltitel: Promised – Birthmarked Book 3
ISBN: 3453267435

Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Der große Höhepunkt von Caragh O’Briens dystopischer Jugendbuchsaga
Die junge Gaia Stone ist Hebamme. Doch in einer zerstörten Welt kann auch sie den verlorenen Kindern nicht mehr helfen, und so trifft Gaia eine schwere Entscheidung. Gemeinsam mit einer Gruppe junger Siedler verlässt sie das Ödland, um zur Stadt hinter der Mauer zurückzukehren und um Hilfe zu bitten. Werden sie die gefährliche Reise überstehen? Und wird sich Gaias Hoffnung auf eine bessere Zukunft endlich erfüllen?
Gerade hat Gaia in der Siedlung Sylum eine neue Heimat gefunden, da steht sie schon wieder vor großen Veränderungen. Denn die Menschen von Sylum leiden an einer sonderbaren Krankheit: Sie können den Ort nur um wenige Meilen verlassen, bevor sie lebensgefährliche Schwächeanfälle erleiden. Ein Hinweis in den Aufzeichnungen ihrer Großmutter zeigt Gaia jedoch, wie sie dieser großen Gefahr entfliehen können. Und so begibt sie sich mit einer Gruppe Siedler auf die gefährliche Reise zurück zu dem Ort, dem sie einst entflohen ist – der Enklave, der Stadt hinter der Mauer. Weder die junge Gaia noch ihre Gefährten wissen, was sie dort erwartet …

 

Zitat:
“Ohne mich wär es gar nicht am Leben. Ich bin nicht bloß eine Trägerin. Es kennt meine Stimme und begleitet mich überall hin. Ich spüre sogar, wenn es Schluckauf hat. Es ist unglaublich, Gaia – ich bin jetzt Mutter. Und das lasse ich mir nicht mehr nehmen.” (S. 219)


Kommentar:

Gaia kehrt mit den Leuten aus Sylum zurück zur Enklave, wo sie vor deren Mauern ein neues Leben beginnen wollen. Dazu benötigen sie allerdings Wasser und damit die Hilfe der Enklave. Der Protektor zeigt sich allerdings wenig kooperativ, so dass die Bewohner New Sylums sich mit den Bewohnern Wharftons zusammen tun um sich gegen das Regime aufzulehnen. Gaia steht dabei als neue Matrach ganz oben und soll die Verhandlungen mit der Enklave führen. Diese will als Gegenleistung von ihr jedoch etwas vollkommen Unmögliches …

Nach den ersten beiden Bänden, die ich wirklich klasse fand (den zweiten sogar noch gewaltiger als den ersten), war ich von diesem Abschluss der Trilogie doch enttäuscht.
Wo die ersten beiden Bände noch voller Überraschungen waren und lauter unvorhergesehener Wendungen, war der dritte Band jetzt leider total vorhersehbar und an vielen Stellen deswegen total langatmig. Es schien mir so, als würde nur versucht werden das eh schon feststehende Ende irgendwie noch hinaus zu zögern um das Buch noch voll zu bekommen, was mit seinen 350 Seiten eh schon recht dünn war, jedenfalls im Vergleich zu den ersten Bänden.
Im zweiten Band habe ich noch bewundert, dass es einfache schwarz/weiß Malerei nicht gab. Man hegte zwar Sympathien oder Antipathien für die unterschiedlichen Figuren, aber keine war einfach nur gut oder schlecht. In diesem dritten Band konnte man das allerdings bei den meisten schon so sehen. Die meisten Figuren wurden einfach nicht mehr so schön ausgearbeitet wie noch in den ersten Bänden, sondern einfach in eine Schublade gesteckt. Leider macht auch Gaia hier keine Ausnahme. Ein paar mal klingt zwar an, dass sie sich mit diversen Entscheidungen etwas schwer tut, aber die gesamte Entwicklung der Entscheidungsfindung bleibt auf der Strecke.

Insgesamt fand ich den dritten Band um Caragh O’Briens Hebamme Gaia nicht wirklich gelungen. Ich habe das Buch zwar gerne gelesen, aber sowohl Spannung als auch die Geschichte selbst blieben weit hinter meinen Erwartungen zurück. Sehr schade, vor allem da ich die ersten Bände wirklich überragend fand, aber für „Der Weg der gefallenen Sterne“ kann ich hier nicht mehr als drei Sterne vergeben, so absolut durchschnittlich fand ich ihn.

Méto 3: Die Welt – Yves Grevet

MÉTO<br />Die Welt von Yves Grevet

dtv Verlag
Méto-Spezial-Seite
Gebundene Ausgabe
ca. 320 Seiten
14,99 Euro
März 2013
Originaltitel: MÉTO. Le monde
ISBN: 3423625163

Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
MÉTOs Plan ist gescheitert – er ist wieder zurück im Haus. Alle Anstrengungen scheinen vergebens gewesen zu sein. Doch wird MÉTO in die geheimnisvolle Gruppe E aufgenommen, die eine spezielle Ausbildung erhält, um Aufträge auf dem Festland zu erledigen. Das ist seine Chance, und er ergreift sie: Schon seinen ersten Auftrag nutzt er, um einen Plan zu entwickeln, wie auf der Insel ein menschliches demokratisches System errichtet werden könnte. Frei von Gewalt, unabhängig vom Festland, das sich in seiner Gewaltherrschaft nicht von der Insel unterscheidet. Dieser Plan muss funktionieren, und die Aussichten sind gut, denn auch auf der Insel bröckelt die Macht der Cäsaren…

 

Zitat:
Während er den braven Cäsarenanwärter spielte, bereitete er heimlich seine Flucht vor. Was werden sie nur mit mir anstellen? Bin ich jetzt zu einem Leben als Diener verdammt, oder gehöre ich weiterhin zur Kategorie E? (S. 11)


Kommentar:
Nach dem missglückten Ausbruch der Jungen in den ersten beiden Bänden, sitzt Méto jetzt wieder im Haus fest. Allerdings in einer anderen Position, denn nun wird seitens der Cäsaren versucht ihn auf ihre Seite zu ziehen. Er erfährt mehr Vertrauen und muss diverse Aufgaben bestehen um sich dieses komplett zu verdienen. Er selbst vertraut dem Haus allerdings nicht und verfolgt im Geheimen seine eigenen Ziele. Er kämpft immer noch um seine Freiheit und die Freiheit aller Bewohner des Hauses…

Ganz ehrlich: Als ich die Vorschau für diesen dritten Band der Méto-Reihe gelesen habe, da war ich ganz schön genervt, dass nach all den Anstrengungen die Jungs um Méto wieder im Haus gelandet sind. Ich wollte diesen Band nicht mehr lesen, aber als ich hörte, dass die Reihe für den deutschen Jugendliteraturpreis 2013 nominiert wurde, wollte ich dann doch wissen, wie diese Reihe zu Ende gehen würde. Glücklicherweise, kann ich heute sagen, denn der dritte Band war überwältigend und hat diese Reihe wirklich vervollständigt, in jeglicher Hinsicht.

Während der ersten beiden Bände fehlten mir vor allem der gesamte Hintergrund. Wir erfuhren nur wenig aus der Umwelt des Hauses und der Insel, alles war sehr in sich geschlossen und die Erzählung war ebenso isoliert wie die transportierten Emotionen. Mit diesem dritten Band wird das anders, wie der Untertitel „Die Welt“ bereits verspricht. In diesem Band kann nämlich nicht nur der Protagonist Méto, sondern auch der Leser endlich mal über den Tellerrand schauen, konkret über den Rand der Insel hinweg auf das Festland. Wir verlassen also nicht nur die bisherige Umgebung, wir erfahren auch endlich mehr über die Umstände, wie es überhaupt zu der Isolation kam, in welcher Zeit die Geschichte spielt und warum. Und das insgesamt war mehr als nur zufriedenstellend für mich als Leser, es war auch sehr überzeugend und trotz des distanzierten Schreibstils des Autors emotional.

„Die Welt“ ist mit seinen knapp 320 Seiten auch der längste Band der Trilogie. Die Kapitel finde ich für ein Jugendbuch teils etwas lang geraten, ich finde, dass es gerade für jüngere Leute leichter zu lesen ist, wenn die Kapitel kürzer sind, aber auch so lässt sich dieses Buch gut lesen, vor allem wegen der Spannung will man doch ständig wissen wie es weiter geht.

Wie der Klappentext bereits verspricht ist dieses Buch unter anderem „düster und gnadenlos“. Ich würde soweit gehen und sogar sagen, dass das Buch an vielen Stellen auch etwas brutal ist. Die Gewaltdarstellungen halten sich jedoch noch in Grenzen, so dass das Buch als Jugendroman schon okay ist. Ich finde es dennoch empfehlenswert, wenn Eltern nach der Lektüre mit ihren Kindern über das gelesene reden würden.

Insgesamt kann ich jetzt nachvollziehen wieso diese Reihe für den deutschen Literaturpreis nominiert wurde. Nachdem mich die ersten Bände ja nicht so überzeugen konnten, hat mich der dritte Band jetzt sehr begeistert. Die ersten beiden Bände sollte man allerdings dringend vorher gelesen haben, ansonsten ist dieser dritte Band nicht wirklich zu verstehen.
Eine wirklich empfehlenswerte Lektüre für junge Leute, in der es um Widerstand geht, um Freundschaft, Wahrheit, Manipulation und Freiheit!

Die Kane-Chroniken 2: Der Feuerthron – Rick Riordan

diekane-chroniken2

Carlsen Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 480 Seiten
17,90 Euro
März 2013
Originaltitel: The
Throne Of Fire
ISBN: 3551555893

Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Der finstere ägyptische Gott Seth ist besiegt! Carter und Sadie Kane könnten sich also ganz ihrer neuen Aufgabe widmen: der Ausbildung von Nachwuchs-Magiern. Doch schon wieder kommt etwas dazwischen. Die Chaos-Schlange Apophis erhebt sich und strebt nach der Weltherrschaft. Der Einzige, der sie zurückschlagen könnte, ist der Sonnengott Ra. Sadie und Carter müssen ihn unbedingt auf ihre Seite bringen. Allerdings wirkt der Gott etwas – nun ja – unmotiviert. Um ihn aus seiner Lethargie zu wecken, brauchen die Kane-Geschwister mehr als ihre magischen Kräfte.

Zitat:
Das klang ungefähr so wahrscheinlich wie die Vorstellung, dass Apophis und Re Facebookfreunde werden würden, aber ich beschloss, den Mund zu halten. (S. 108)


Kommentar:
Mit den Kane-Chroniken führte uns Rick Riordan nach der Percy Jackson-Reihe nun in die ägyptische Götterwelt und spinnt eine neue, spannende Geschichte für Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene. Die Helden in den Kane-Chroniken sind dieses Mal zwei Geschwister, Sadie und Carter Kane, die von den Pharaonen abstammen.
In diesem zweiten Abenteuer rund um die Kane-Geschwister geht es um nichts geringeres als um das Ende der Welt, bzw. darum dieses zu verhindern. Der schrecklich böse Schlangengott Apophis ist kurz davor aus seinem Gefängnis auszubrechen, was die Welt in Chaos stürzen würde. Um dies zu verhindern versuchen Sadie und Carter den Sonnengott und Götterkönig Re wieder zu erwecken. Um dies zu schaffen müssen sie auch dieses Mal wieder viele gefährliche Abenteuer bestehen. Aber auch dieses Mal haben sie Hilfe von einigen guten Freunden und sogar Göttern…

Zu Beginn des Buches klärt uns eine Warnung darüber auf, dass die Geschichte eine Abschrift einer Tonaufnahme sei, aufgenommen von Sadie und Carter. So wird die Geschichte abwechselnd mal aus Sadies und mal aus Carters Sicht erzählt. Zwischendrin gibt es immer mal wieder ein paar flotte Bemerkungen. Der Autor schreibt zwar so, dass man durchaus daran glauben kann die Worte eines frechen Teenagers zu lesen, allerdings macht er da keinen Unterschied zwischen den Geschwistern, was ich ein wenig schade finde. Wenn über den Kapiteln nicht jeweils „Sadie“ oder „Carter“ stehen würde, dann könnte man (außer anhand der Perspektive) leider nicht erkennen, wer da gerade erzählt. Das fand ich ein wenig schade, da wurde meiner Meinung nach vielversprechendes Potential verschenkt. Der sonstige Schreibstil machte mir aber Spaß, ich mochte die flapsige Art, sie passt perfekt zu zwei jungen Teenagern.

Natürlich ist die Geschichte rund um die ägyptische Götterwelt sehr konstruiert, aber sie macht Spaß. Ich hatte jedenfalls viel Freude bei der Lektüre und freue mich jetzt schon auf den nächsten Band der Reihe.

Elbenthal Saga 2: Der schwarze Prinz – Ivo Pala

derschwarzeprinz

Sauerländer Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 384 Seiten
19,99 Euro
März 2013
ISBN: 341180923X

Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Wer hat drei der fünf verborgenen Schwerter des Schicksals gestohlen? Will sich der Schwarze Prinz Laurin ihrer überirdischen Magie für teuflische Zwecke bedienen? Nur Svenya, der Hüterin Midgards, könnte es gelingen, die letzten beiden Zauberklingen in Sicherheit zu bringen. Aber wer wird ihr bei ihrer gefährlichen Mission helfen? Was wird sie tun, wenn sie am Ende erkennt, dass nichts ist, wie es scheint? Ein uralter Fluch droht in einem offenen Krieg zwischen Elbenthal und Aarhain zu gipfeln die fesselnde Fortsetzung der Elbenthal-Saga.

 

Zitat:
”Ich würde immer wieder so handeln. Ich kann niemanden töten, nur weil er oder sie ansonsten vielleicht irgendwann einmal etwas Schreckliches tut. Und damit basta!” (S. 269)

Kommentar:
Svenja hat sich mittlerweile gut in ihre Rolle als die Hüterin von Midgard eingefunden. Das ist auch gut so, denn ihre Kraft wird benötigt, als bekannt wird, dass bereits drei der fünf Schwerter des Schicksals gestohlen wurden. Svenja macht sich auf um die verbliebenen drei Schwerter in ihren Besitz zu bringen, denn derjenige, der alle fünf Schwerter besitzt, wäre in der Lage ein weiteres Tor in eine der anderen Welten zu öffnen und das könnte für die Welt der Menschen fatale Folgen haben. Leider ist Svenja jedoch nicht erfolgreich und so gelangen die Schwerter in den Besitz eines schlimmen Gegners, der ebenso gefährlich ist wie Laurin, der dunkle Prinz selbst. Eine große Schlacht um Elbenthal und das Tor entbrennt…

Zunächst einmal besticht auch dieser zweite Band wieder durch seine wunderschöne Aufmachung. Das Cover ist wirklich toll und glänzt in metallischen Farben. Im Buch selbst findet man auf den Innenseiten der Umschläge eine tolle Zeichnung der Elbenwelt, die unter Städten die Dresden, Meißen, Chemnitz und anderen liegt.
Ansonsten ist das Buch in sechs Teile aufgeteilt, die dann jeweils durch eine graufarbene Seite markiert und damit auch schon am Buchschnitt zu erkennen sind. Optisch also auf jeden Fall wieder einmal top!

Ivo Pala setzt hier seine wirklich mitreißende Elbenthal-Saga fort. Bereits im ersten Teil gefiel mir die Verknüpfung mit der uns bekannten realen Welt und Zeit, der vom Autor entworfenen Geschichte und großen Teilen der germanischen Mythologie. Genau das findet man selbstverständlich auch in diesem zweiten Teil wieder. Vor allem die Ausflüge in die Mythologie gefielen mir sehr gut, wenn ich auch dazu sagen muss, dass der vierte Teil in diesem Buch, der nahezu 60 Seiten umfasst, fast ausschließlich aus einer etwas lahmen Erzählung dazu besteht, wie Hagen Svenja über die damaligen Ereignisse und die Geschichte der Welt informiert. Spannend ist diese Geschichte, ja, keine Frage, und interessant auch. Aber ich fand es nicht so gelungen diese Informationen innerhalb von knapp 60 Seiten recht emotionslos durch zu knüppeln. Diesen Eindruck machte dieser Teil jedenfalls auf mich. Glücklicherweise ist dies aber auch mein einziger Kritikpunkt an der Geschichte und so schlimm wie es sich jetzt anhört ist es auch nicht, ich finde es nur nicht optimal gelöst.

Die Entwicklung der Figuren kommt in diesem Band vielleicht etwas zu kurz, aber dafür hat der erste Band ja bereits ausführlich gesorgt, weswegen diese Tatsache überhaupt nicht ins Gewicht fällt. Dafür geht in diesem zweiten Band wirklich die Post ab. Über zu wenig Action kann man sich sicherlich nicht beklagen und auch nicht über zu wenig Spannung.
Auch das Geheimnis um Svenjas Herkunft ist natürlich auch in diesem Buch wieder Thema und bis zum Ende war ich bei jeder Begegnung mit dem Drachen Oegis sehr gespannt, ob er nicht doch noch etwas über Svenjas Herkunft verrät. Bis zum Ende dieses Buches bekommen wir aber auch wieder nur ein paar Hinweise auf eine Mögliche Abstammung Svenjas und können damit unsere eigene Theorie entwerfen. Aber so bleibt es zumindest spannend und macht wirklich wieder Lust auf den nächsten Band. Nicht, dass es zum Ende nicht eh wieder einen bösen Cliffhanger geben würde, der den Leser eh wieder stöhnend und in freudiger Erwartung auf den nächsten Band zurück lässt…

Insgesamt fand ich diese Fortsetzung nur minimal schwächer als den ersten Band, vergebe hier auch trotzdem noch die volle Sternzahl, denn weniger als fünf hat es meiner Meinung nach auch wieder nicht verdient.

 

Wirklich gefallen hat mir dieses Mal übrigens der Buchtrailer. Er trägt die Atmosphäre des Buches besonders gut, finde ich, aber schaut selbst:

 

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=tFkhf8CrogE&w=448&h=252&hd=1]

Glits – Robert Wolfe

glits

Thienemann Verlag
Softcover Ausgabe
ca. 288 Seiten
13,95 Euro
Februar 2013
ISBN: 3522201736

Herzlichen Dank für dieses Buch an

thienemann

und

bdb-logo-small2

Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Wie aus dem Nichts ist es da. Dieses Wesen, das sie den Glits nennen. Mit einer Stimme, die an die Gesänge von Walen erinnert. Und einer Kraft, die jeden verändert. Von Grund auf. Für immer. Auch Jay, den Eigenbrötler. Und Rachel, die stets kurz vorm Explodieren ist. Als die Staatsmacht den Geheimdienst aktiviert, um den großen Unbekannten auszuschalten, und die Presse eine Jahrhundertsensation wittert, starten Jay und Rachel zu einem Roadtrip quer durchs Land. Mit dem Glits an ihrer Seite … Aufwühlend. Rasant. Witzig.

Kommentar:
Eines Tages taucht er auf. Der Glits. Ein Wesen, das nur in seiner äußeren Erscheinung ein wenig Ähnlichkeit mit einem Menschen hat. Er ist durchsichtig und seine Konturen nur schwer erkennbar. Und er spricht seine eigene Sprache, die den Gesängen von Walen ähneln. Nur wenige Jugendliche können ihn verstehen, unter anderem der junge Jay. Jay ist ein schwieriger Teenager, der nichts von Normen hält und sich von der übrigen Welt absondern will. Rachel ist ähnlich wie Jay und kann den Glits ebenfalls verstehen. Zusammen mit wenigen anderen Jugendlichen werden die beiden von der Regierung mit dem Glits zusammen geführt um zu übersetzen was das fremde Wesen möchte. Dabei übt er merkwürdigen Einfluss auf nahezu jeden auf, der ihm begegnet. Als die Regierung beschließt, dass das Wesen verschwinden muss, fliehen Rachel und Jay mit ihm …

„Glits“ ist ein etwas anderes Jugendbuch. Die Geschichte an sich ist eher nebensächlich. Es geht nicht um die Umstände des Erscheinens des Wesens und auch nicht darum was es genau ist, was es will oder was es bewirkt. Das ist ein wenig enttäuschend für jeden, der sich anhand des Klappentextes eine spannende Geschichte erhofft hat. Das heißt nicht, dass es keine Story gibt, die gibt es nämlich schon und sie ist auch nicht gerade unspannend, man liest immer weiter, weil man wirklich wissen will was weiter passiert, aber es gibt keine Auflösung wie man es erwartet, kein Ende im eigentlichen Sinne. Darüber sollte man sich bewusst sein, bevor man sich für dieses Buch entscheidet.

Worum geht es also wirklich? Diese Frage finde ich wirklich nicht so leicht zu beantworten, obwohl dieses eigentlich ein Jugendbuch ist. Für mich geht es in dieser Geschichte darum, dass man in seinem Leben erst einmal lernen muss seinen Weg zu gehen. Man muss lernen wer man ist und was man selbst will. Man muss erst herausfinden, was einem selbst gut tut und was einem wichtig ist. Auf sein eigenes Gefühl öfter zu hören und nicht auf die Umwelt um einen herum. Leben sollte man für sich und nicht für die anderen. Genau dieses Problem hat vor allem Jay. Er verschließt sich vor seiner Umwelt, ist ständig gegen alles, verliert aber dabei auch völlig den Blick dafür, was er überhaupt wirklich will und wer er selbst ist. Durch den Glits erfährt er erst wieder wie es ist, auf sein eigenes Gefühl zu hören.

Hört sich recht nett an, ja, ist aber eigentlich recht wenig Aussage für so ein Buch. Zumal die Figur des Jay doch irgendwie oberflächlich bleibt und der Autor bei der Beschreibung der Figur Rachel auch nur ein wenig an der Oberfläche kratzt. Außerdem ist die eh schon recht schmale Geschichte auch nicht wirklich gut durchdacht, hier hätte meiner Meinung nach an vielen Stellen noch nachgebessert werden können.

Das äußere Erscheinungsbild ist eigentlich recht auffällig, gleichzeitig aber auch sehr schlicht. Ein knalliges orange mit Titel in silberfarbener Schrift. Der Titel des Autors ist durch die versetzten Buchstaben schwer zu erfassen, genauso wie der Inhalt des Buches und der Glits selbst.

Insgesamt bin ich nicht so sicher, was ich von diesem Buch halten soll. Vielleicht denke ich als Erwachsene einfach schon zu kompliziert für so ein Buch oder ich erwarte doch einfach zu viel, aber auch wenn ich mir schon eine nette Aussage aus diesem Buch ziehen konnte, ist mir das hier persönlich einfach zu wenig. Das Buch war nett zu lesen, mehr aber auch nicht. Insgesamt gibt es von mir hierfür drei Sterne.