Zeitsplitter: Die Jägerin – Cristin Terrill

zeitsplitter

Boje Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 336 Seiten
14,99 Euro
Februar 2014
Originaltitel: All Our Yesterdays
ISBN: 978-3414823908
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Inhalt

(lt. amazon.de):

Marina steht am Anfang: Sie ist reich, beliebt und verliebt in einen hinreißend attraktiven Jungen. Em ist am Ende: Sie ist seit Jahren auf der Flucht, seit Monaten in einer winzigen Zelle eingesperrt, wird beinahe täglich verhört. Die beiden Mädchen haben nichts gemeinsam, außer der einen Sache: Sie sind ein und dieselbe Person. Vier Jahre trennen sie. Vier Jahre, in denen die Welt an den Rand des Abgrunds gerät. Doch Em bekommt die Möglichkeit, durch eine Zeitreise die Vergangenheit zu ändern. Nur ist der Preis, den sie dafür zahlen muss, schrecklich … 

Gewähltes Zitat

Ich nicke. Ich mag keine geniale Wissenschaftlerin sein, aber ich spüre bis in die Haarspitzen hinein, dass es wahr ist. Die Zeit jagt uns, und sie ist schnell. »Wir haben nicht mehr viel Zeit.«
(S. 197)

Meine Meinung

Em und Finn gelingt es mit Hilfe eines Aufsehers aus ihrem Gefängnis zu fliehen und zurück in die Vergangenheit zu reisen, um dort einen Auftrag zu erledigen, nämlich jemanden zu töten.
In dieser Vergangenheit lernen wir die junge Marina kennen, die in ihren langjährigen Freund James verliebt ist, der aus einer reichen Familie stammt und nach dem Tod seiner Eltern bei seinem berühmten Bruder aufwächst.
Als die beiden eines Tages zusammen zu einer Gala gehen, wird James Bruder Nate von Unbekannten angeschossen und es beginnt eine Zeit des Bangens. Damit nicht genug, wird kurz darauf im Krankenhaus auch noch auf James geschossen…

Von „Zeitsplitter“ war ich direkt nach dem Lesen des besonderen Klappentextes fasziniert, dem es nämlich gelingt, mit haargenau den selben Worten, etwas gänzlich anderes auszudrücken. Das hat mich direkt neugierig gemacht und ich war sehr gespannt auf die Geschichte im Inneren des Buches, ob diese genauso außergewöhnlich seien würde.

Der Klappentext verrät nicht zu viel, was mir sehr gefallen hat. Er macht außerordentlich neugierig, aber da nichts vorweg genommen wird, bleibt die Spannung erhalten. Die Inhaltsbeschreibung auf der Verlagsseite und auch hier bei Amazon habe ich glücklicherweise erst gelesen, nachdem ich das Buch bereits beendet hatte, denn diese verrät leider viel zu viel und ich bin froh, dass sie mir nichts vorweg genommen hat und ich so absolut unvoreingenommen an die Geschichte gehen konnte.

Zu Beginn war es für mich ein Rätsel, worauf alles hinauslaufen würde. Auch, dass diese Geschichte mit Zeitreisen zu tun haben würde, wusste ich zunächst nicht, weswegen mich die Ereignisse dann allesamt überraschen und glücklicherweise auch überzeugen konnten.
Der Einstieg war ein wenig hart, denn die Beschreibung Ems, die sich in Gefangenschaft befand, war recht hart. Sie war mir einerseits sympathisch, andererseits stieß mich ihre Härte aber auch ab. Das legte sich im weiteren Verlauf des Buches dann immer mehr, als sich immer weiter offenbarte, worum es Em ging und wie sie so hart werden konnte.
Marina hingegen war mir direkt sympathisch. Ein wenig naiv vielleicht, aber ich empfand sie als nettes, junges Mädchen.
Finn behielt im Laufe der Geschichte bei mir den gleichen Level bei. Ich mochte ihn einfach.
James, um den sich die Handlung ja irgendwie dreht, mochte ich eigentlich auch sehr, aber ich konnte seine Handlungen und Wandlungen teils nicht so ganz nachvollziehen. Das ist auch der größte Kritikpunkt, den ich an dieser Geschichte, die mir ansonsten ausnehmend gut gefallen hat, habe. Seine Intention war für mich nicht zu allen Zeitpunkten wirklich verständlich und kamen nicht wirklich authentisch bei mir an.

Den Aufbau der Geschichte kann ich nur als gelungen bezeichnen. Die Spannung ist von Anfang an vorhanden und trägt sich bis zum Ende hin. Das Ende selbst ist ein wenig überraschend und klasse gelöst. Die Zeitreise-Geschichte auch überzeugend dargestellt, ohne viele Logikfehler. Es gibt immer mal wieder ein paar überraschende Enthüllungen, vor allem, wenn man sich vor der Lektüre nicht hat spoilern lassen, das hat mir besonders gut gefallen. 

 

Fazit

Insgesamt konnte mich diese Zeitreise-Geschichte wirklich überzeugen. Sie war gut erzählt, hatte einen fesselnden Handlungsbogen und sehr interessante und gut ausgearbeitete Figuren. Die Frage, was aus einem werden kann, wie sich ein Mensch entwickeln kann und was passieren muss um angelegte Eigenschaften zu ändern, zog sich durchs Buch und konnte mich ebenso begeistern.
Bis auf den einen angesprochenen Kritikpunkt hat mir dieses Buch ausnehmend gut gefallen, angefangen beim außergewöhnlichen Klappentext, bis hin zum spannenden Schluss!

 

Meine Wertung:

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SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet–und was wir dagegen tun können – Michael Winterhoff

soskinderseele

C. Bertelsmann Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 224 Seiten
17,99 Euro
September 2013
ISBN: 978-3570101728
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Inhalt (lt. amazon.de):
Was läuft schief bei unseren Kindern?
Die Grundlagen unseres sozialen Miteinanders sind bedroht, denn bei immer mehr Kindern ist ein fundamentaler Mangel an emotionaler und sozialer Intelligenz zu diagnostizieren. Gesellschaftliche Vereinbarungen, Mitgefühl und Verantwortung basieren aber auf einer emotional intakten Psyche. Der Kinderpsychiater, Therapeut und Bestsellerautor Michael Winterhoff legt nach. Kinder drohen nicht nur zu späteren Tyrannen zu werden, ihnen wird auch von Eltern wie professionellen Erziehern eine ausgewogene emotionale Entwicklung verwehrt. Dabei greifen falsche Strukturen und Bildungskonzepte in Familie, pädagogischem System und Politik gefährlich ineinander. Um dieser fatalen Entwicklung vorzubeugen, müssen alle, die Kinder auf ihrem Weg begleiten, eine Erziehungsaufgabe annehmen, die dem jeweiligen entwicklungspsychologischen Stand der Kinder gerecht wird. Winterhoff will der Erziehungs- und Bildungsdebatte eine neue Richtung weisen, um uns alle vor dramatischen Fehlentwicklungen zu schützen.

Zitat:
Als ich die Eltern frage, warum sie ihrem Sohn nicht den Computer wegnehmen, um zumindest mal wieder einen Anfang zu machen und einen Kontakt zu ihm zu bekommen, antworten sie ernsthaft, das sei nicht möglich, den haben er erstens selbst bezahlt, und zweitens brauche er ihn für die Schule. Auch der Hinweis darauf, dass Bernhard ja gerade wegen des exzessiven Computergebrauchs gar nicht in die Schule gehe und sie unter anderem deshalb zu mir gekommen seien, überzeugt sie nicht.
(S. 22)

Kommentar:
Michael Winterhoff hat mit „SOS Kinderseele“ ein weiteres Buch auf den Markt gebracht, in dem er über seine Theorien, was in unserer heutigen Gesellschaft im Zusammenhang mit der Kindererziehung falsch läuft.

Es ist kein großes Geheimnis, dass unsere heutige Jugend und unsere Kinder zu einem großen Teil verhaltensauffällig sind. Natürlich gab es solche Fälle auch schon von den 80er Jahren und weit davor, allerdings nicht in der Masse wie es sie heute gibt. Die bestätigen nicht nur Pädagogen aus Schulen und Kindergärten und anderen sozialen Einrichtungen, auch Eltern und Verwandten und der Gesellschaft selbst ist dieser Wandel nicht entgangen.

Laut Winterhoff liegt der Grund aber hier nicht bei den Kindern, sondern bei den Erwachsenen und den geänderten Lebenseinstellungen und Ansichten über Kinder. Wo früher Kinder noch als Kinder gesehen und auch behandelt wurden, werden Kinder heute teils schon in den Kindergärten als gleichberechtigte Erwachsene behandelt, die nur begleitet und unterstützt werden müssten. Woher Kinder allerdings das generelle Grundwissen nehmen sollen um unterstützt zu werden, wir heute teils einfach außer Acht gelassen.
Winterhoff zeigt hier auf, weswegen Kinder immer noch als Kinder gesehen werden müssen, wieso eine komplett antiautoritäre Erziehung nicht funktionierten kann und belegt dies anhand der generellen Reifeentwicklung eines Kindes vom Baby- bis ins Jugendalter.

Natürlich polarisiert Winterhoff auch hier wieder, er selbst wird aber nicht müde zu erläutern, dass es ihm nicht um knallharte Erziehung geht. Und ich finde, dass die Fakten ihm recht geben.

Um seine Thesen zu untermauern hat Winterhoff in diesem Buch aus zahlreichen Gesprächen mit Pädagogen aus allen Bereichen zitiert, die aufzeigen, woran es ihrer Meinung nach wirklich krankt bei unseren Kindern.
Das eine oder andere mal wird hierbei sicherlich auch ein wenig übertrieben, aber ich denke schon, dass Winterhoff mit seinen Thesen im Großen und Ganzen recht hat und dass sich etwas ändern muss, das zeigt ja auch eindrücklich die Entwicklung.

In „SOS Kinderseele“ versucht Winterhoff auch erstmals wirklich Tipps zu liefern, wie wir dieser negativen Entwicklung entgegen wirken können, also welche Verhaltensweisen wir ändern sollten, welche Gedanken im Bezug auf unsere Kinder wirklich dominieren sollten was auf keinen Fall gehen sollte.
So richtig konkret wird der Autor hier allerdings auch nicht, wobei dies bei diesem allgemeinen Thema auch eher schwierig zu bewerkstelligen ist. Dennoch denke ich, dass diese Gedanken den Leser schon in die richtige Richtung lenken können.

Insgesamt war ich nach dem letzten Buch Winterhoffs „Lasst Kinder wieder Kinder sein“, von dem ich leicht enttäuscht war, von diesem hier wirklich wieder sehr angetan und würde es allen interessierten Eltern, Pädagogen und allen Interessierten auf jeden Fall weiter empfehlen!

 

Meine Wertung:
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