Scythe – Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman

Auf diese Fortsetzung war ich soooo gespannt! Scythe – Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman ist der heiß ersehnte zweite Teil der Scythe-Reihe. Vom ersten Band war ich im letzten Jahr bereits so begeistert, dass ich mich fast überschlagen hätte vor Freude, Neal Shusterman auf der Leipziger Buchmesse selbst treffen zu dürfen. Dort hatten wir bereits über den zweiten Band der Scythe-Reihe gesprochen (Interview siehe hier) und danach war ich noch viel gespannter auf diese Fortsetzung!

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Sauerländer Verlag | Gebundene Ausgabe | ca. 544 Seiten | 19,00 Euro | März 2018 | Originaltitel: Thunderhead – Arc of a Scythe | Übersetzer: Kristian Lutze, Pauline Kurbasik | ISBN: 978-3737355070

Inhalt

(lt. amazon.de):

Der zweite Band der großen »Scythe«-Trilogie von New-York-Times-Bestseller-Autor Neal Shusterman

Citra hat es geschafft.
Sie wurde auserwählt und als Scythe entscheidet sie jetzt, wer leben darf und wer sterben muss.

Doch als wenn das nicht schon schwer genug wäre, übernehmen skrupellose Scythe die Macht und stellen neue Regeln auf. Die wichtigste Regel lautet, dass es ab jetzt keine Regeln mehr gibt.

So beginnt Citras Kampf für Gerechtigkeit.
Ein Kampf, den sie nur gemeinsam gewinnen kann mit ihrer großen Liebe Rowan.

Gewähltes Zitat

»Ja, ich bin bereit. Wünsch mir Glück, meine Liebe.«
»Nein, das werde ich nicht.« Als Marie Anastasia fragend anblickte, lächelte die Junior-Scythe und sagte: »Glück ist was für Verlierer. Du hast die Geschichte auf deiner Seite. Du hast Tiefe. Du hast Autorität. Du bist die Grande Dame des Todes.« Und dann fügte sie hinzu: »Eure Exellenz.«

(S. 365)

Meine Meinung

Es ist beinahe ein Jahr her seitdem Citra zu Scythe Anastasia wurde und Rowan nach dem Mord an Goddard und seinen Schergen auf der Flucht ist. Während Anastasia ihre Wertvorstellungen gegenüber der Scythe der neuen Ordnung vertritt, nimmt Rowan die Sache selbst in die Hand. Als Scythe Luzifer und Goddards Ring liest er Scythe nach, die nicht mehr der Sache dienen, sondern nur noch ihre eigenen Ziele verfolgen. Aber unter der Oberfläche brodelt es. Es werden Intrigen gesponnen, die das gesamte Scythetum umkrempeln werden. Anastasia und Marie sind in großer Gefahr und auch auf Rowan wird Jagd gemacht. Währenddessen sucht Scythe Faraday immer noch undercover nach einem ganz anderen Ausweg…

Ich war soooo froh, dass wir nunmehr lediglich ein halbes Jahr auf diese Fortsetzung warten mussten als ein ganzes Jahr, wie ursprünglich geplant gewesen war. Nachdem wir Neal Shusterman auf der Leipziger Buchmesse bereits interviewen durften, war ich noch viel gespannter und konnte es nicht erwarten endlich loszulesen, denn der erste Band endete ja mit einem fiesen Cliffhanger. Nicht, dass es beim zweiten Band nun besser aussehen würde, aber mal von vorne!

Der zweite Band setzt ca. ein Jahr nach den Ereignissen des ersten Bandes ein. Dank kurzer Rückblenden ist man sofort wieder in der Geschichte drin und kann die vorkommenden Personen auch problemlos zuordnen.
Auch dieser Band wird wieder aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt. Dieses mal findet man allerdings weniger Abdrucke aus den fiktiven Tagebücher der Scythe. Dafür gibt es zahlreiche Einblicke in die Gedanken und Beobachtungen des Thunderhead. Der allmächtigen Computerintelligenz, die die Geschicke der Menschen lenkt, vom Scythetum jedoch unabhängig agiert.

Der Fokus in diesem Band sitzt definitiv auf dem Thunderhead. Seine Gedanken sind total vielschichtig und interessant und ich war mehr als einmal erstaunt darüber, wie sehr es Neal Shusterman gelungen ist sich in die Gedankenwelt eines Computers einzufühlen. Wenn man das so sagen kann. Fakt ist aber jedenfalls, dass ich ihm das alles so abgenommen habe, ohne zu zweifeln. Und das ist selten, denn meistens fragt man sich ja schon wieso, weshalb etwas nicht ganz anders gelaufen sei, weil es logischer wäre. Hier nicht!

Neben allen altbekannten Figuren kommt hier nun noch eine weitere Rolle zum tragen, die ebenfalls ziemlich wichtig ist und vielleicht auch noch weiterhin sein wird. Greyson Tolliver ist ein normaler Mensch, der den Thunderhead als besten Freund ansieht, bis er diesem einen Gefallen tun will und dadurch in die Geschicke der Scythe verwickelt wird und dadurch in Gefahr gerät.
Scythe Anastasia macht eine wirklich tolle Entwicklung durch. Sie gefällt mir in diesem Band richtig gut. Rowan ebenso, obwohl mir sein gewählter Weg doch des Öfteren etwas Unbehagen bereitet hat.
Scythe Faraday schlägt einen Weg ein, den ich so nicht erwartet hätte und bringt einen ganz neuen Aspekt in die Geschichte.
Und wir bekommen auch noch Figuren vorgesetzt, die zumindest mich sehr überrascht haben, weil ich mit ihnen nicht gerechnet hätte.

Die Geschichte selbst ist wieder wahnsinnig spannend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und musste einfach bis zur letzten Seite weiter lesen.
Neal Shusterman hatte mich auf der Buchmesse schon vorgewarnt, dass das Ende von Band zwei fieser sein würde als das von Band eins. Und was soll ich sagen? Er hat absolut recht!
Bis dahin war die Geschichte allerdings ebenso facettenreich wie aufregend. Natürlich habe ich mitüberlegt wohin mich die ganzen Hinweise führen könnten, welche Wege die Figuren beschreiten würden. Tatsächlich habe ich fast immer falsch gelegen oder das gesamte Ausmaß nicht erkannt, nicht mal erahnt. Die Wendungen die der Autor in seine Geschichte einbaut sind einfach klasse und machen das gewisse Etwas aus. Neben den tollen Figuren und dem gesamten wahnsinnigen Weltenentwurf versteht sich!

Fazit

Scythe – Der Zorn der Gerechten von Neal Shustermann hat mich zwar nicht mehr so schockiert wie noch der erste Band, aber nur, weil ich nun darauf vorbereitet war. Dachte ich zumindest, denn das ganze Ausmaß der Geschichte konnte ich nicht einmal erahnen und das Ende hat mich somit wieder mal sprachlos zurück gelassen. Eine wahnsinnig tolle Fortsetzung, die man beginnt und erst innehält, wenn man die letzte Seite gelesen hat. Und dann steht man einfach nur fassungslos da und wünscht sich den dritten Teil herbei!

Meine Wertung

Reihe

Band 1: Scythe – Die Hüter des Todes
Band 2: Der Zorn der Gerechten

Special

Interview mit Neal Shusterman

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