Das Licht der letzten Tage – Emily St. John Mandel

daslichtderletztentage

Piper Verlag
Broschierte Ausgabe
ca. 416 Seiten
14,99 Euro
September 2015
Originaltitel: Station Eleven
Übersetzer: Wibke Kuhn
ISBN: 978-3492060226

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Inhalt

(lt. amazon.de):

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.

Gewähltes Zitat

Er machte die Kühlschranktür zu, bereitete sich sein letztes Frühstück – Rühreier – und duschte, zog sich an, kämmte sich die Haare, ging eine Stunde zu früh ins Theater, damit er noch genug Zeit hatte, in seinem Lieblings-Coffeeshop mit einer Zeitung bei seinem vorletzten Kaffee zu sitzen. All die kleinen Details, die einen Morgen ausmachen. Ein Leben.

(S. 383)

Meine Meinung

Kurz nachdem der berühmte Schauspieler Arthur Leander auf der Bühne an einem Herzinfarkt verstorben ist, bricht überall auf der Welt die sogenannte Georgische Grippe aus, die 99% aller Menschen in rasender Geschwindigkeit tötet.
Wie es vor dieser Pandemie zuging und wie es den Menschen rund um Arthur Leander auch viele Jahre nach der Katastrophe ergeht wird in “Das Licht der letzten Tage” erzählt…

Dieses Buch ist Science Fiction und Dystopie gleichermaßen. Aber so ganz anders, als ich mir das vorgestellt hatte und anders als alle anderen Werke die ich bislang aus diesen Genres gelesen habe. Es steckt viel Melancholie und Drama drin, viel Trauer und Wut, aber auch viel Hoffnung und Licht.

Emily St. John Mandel erzählt hier eine sehr ruhige und wirklich wunderbare Geschichte, in der viele Figuren ihren Platz haben. Allesamt haben in ihrem Leben etwas mit Arthur Leander zu tun gehabt. Die Geschichte wird absolut unaufregend erzählt und tatsächlich kommt nur wenig Spannung auf. Ein wenig Abwechslung versprechen die zahlreichen Zeitsprünge, denn erzählt wird sowohl aus dem Leben der Figuren vor der Pandemie, als auch während und danach. Und alles beginnt mit dem Tod von Arthur Leander.

Obwohl ich den Erzählstil der Autorin wirklich mochte und genau deswegen auch weiter lesen wollte, habe ich mich beim Lesen dennoch hin und wieder gelangweilt, denn das Buch hat definitiv seine Längen.
Mandel ist eine tolle Erzählerin, die Geschichten zu erzählen weiß und mit ihrer Sprache auch definitiv verzaubert. Das alleine reicht mir allerdings nicht, ich wollte auch Emotionen und die kamen bei mir nicht wirklich auf.

Obwohl das Buch traurig macht, wütend, aber auch an einigen Stellen Hoffnung aufkeimt, konnte mich die Geschichte nicht packen. Und das aus dem Grund, dass mich die Figuren und ihre Schicksale einfach nicht berühren konnten. Immer wenn bei mir ein wenig Emotion aufkommen wollte, dann wurde wieder zu einer anderen Stelle übergeleitet und ich musste mich wieder auf ein anderes Szenario einlassen. Das hat mich einerseits genervt, andererseits fand ich es aber gerade bei Längen in der Geschichte gerade gut. Auf jeden Fall hat es mich aber davon abgehalten mich mit den Figuren wirklich anzufreunden und deswegen konnte mich die Geschichte einfach nicht berühren.

Gefallen haben mir wiederrum die zahlreichen Shakespeare-Anlehnungen. Shakespeare geht in der Tat immer!

Fazit

Emily St. John Mandel hat mit Das Licht der letzten Tage erzählerisch ein tolles Werk abgeliefert, das mich aber leider nicht mitreißen konnte. Die vielen Szenen und Perspektivenwechsel haben es mir einfach unmöglich gemacht mich mit einer der Figuren anzufreunden, so dass es einfach bei einer netten Erzählung blieb. Schade, denn die Autorin hat wirklich einen sehr, sehr tollen Stil.

Meine Wertung

One thought on “Das Licht der letzten Tage – Emily St. John Mandel

  1. Huhu!
    Mir ist es mit dem Buch ähnlich gegangen – ich fand den Schreibstil toll, konnte mich aber in die Figuren nicht hineinversetzen und war deshalb leider auch nicht gefesselt. Ich hätte mir ein wenig mehr HAndlung gewünscht, denn so kamen mir die Figuren alle eher passiv vor.
    Schöne Rezi!

    Liebe Grüße
    Sabine
    Meine Rezi

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