Der Club der Traumtänzer – Andreas Izquierdo

derclubdertraumtaenzer

Dumont Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 448 Seiten
9,99 Euro
Oktober 2014
ISBN: 978-3832162634
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Inhalt

(lt. amazon.de):

Gabor Schöning sieht gut aus, ist erfolgreich, und die Frauen liegen ihm zu Füßen: Die Welt ist für ihn wie ein großer Süßwarenladen. Außerdem ist Gabor ein Mistkerl. Er schreckt vor nichts zurück, um seine Ziele zu erreichen. Doch dann fährt er mit dem Auto die Direktorin einer Sonderschule an. Und die kennt sich mit Schwererzieh-baren wie ihm bestens aus. Als Wiedergutmachung soll Gabor fünf Sonderschülern Tango beibringen. Das Problem ist nur, dass alle Schüler einen IQ unter 85 und eigentlich keinen Bock auf Tanzen haben. Die Sache gerät außer Kontrolle: Die Kids stellen sein Leben auf den Kopf, sein ärgster Konkurrent wittert die große Chance, ihn aus der Firma zu drängen, und zu allem Überfluss verliebt er sich in eine Frau, die ihm nicht gleich zu Füßen liegt. Als eines der Tangokids schwer erkrankt, setzt Gabor alles auf eine Karte – er wird diesen Jungen retten, egal, was er dabei aufs Spiel setzt.

Gewähltes Zitat

»Oh, ein Badabing! ist ungeheuer wichtig. Ich glaube sogar, das Badabing! könnte die Welt retten, wenn es nur alle machen würden. Es lässt dich strahlen, und das wirkt dann auf andere. Fragen Sie meine Nachbarin von gegenüber. Eine ganz reizende ältere Dame, die zuerst total gegen das Badabing! war, jetzt ist sie ein großer Fan davon.«
Kathrin kicherte. »Sieht sie zu, oder macht sie mit?«
»Sie sieht zu und trinkt Sekt.«
»Und wie tanzt man das Badabing?«, fragte Kathrin.
»Das ist ja das Gute!«, rief Gabor. »Man kann es tanzen wie man will. Es gibt keine Regeln. Nur die Musik muss laut sein. Das ist alles. Sobald sie wieder laufen können, sollten sie es versuchen.«

(S. 26)

Meine Meinung

Gabor ist durch und durch Geschäftsmann. Als seine Affäre mit der Frau seines Chefs aufzufliegen droht, gerade als er zum Partner werden soll, lässt er sich von der einzigen Zeugin erpressen. Damit sie stillschweigen über seine Affäre bewahrt, soll er fünf Schülern ihrer Förderschule das Tanzen beibringen. Er, Gabor, der so gar nichts mit Kindern anfangen kann und für seine Ziele skrupellos über Leichen geht. Was zunächst aussichtslos scheint, wird für Gabor allerdings nach und nach zu seinem Lebensinhalt…

Andreas Izquierdo ist für mich ein besonderer Autor, denn egal was er schreibt, er konnte mich damit bisher absolut begeistern. So war ich auch auf “Der Club der Traumtänzer” wieder gespannt und bereits im Vorfeld hocherfreut, dass dieses Buch auch so ein schönes Cover verpasst bekommen hat, dieses hat mir nämlich auf Anhieb sehr gut gefallen.
Und so hatte ich mir dieses Buch für die Weihnachtsfeiertage aufgehoben, denn besondere Bücher verdienen auch besondere Aufmerksamkeit.

Die Geschichte, die Andreas Izquierdo uns hier erzählt, besteht aus über 90 meist sehr kurzen Kapiteln. Gefährlich, denn so hatte ich das gesamte Buch über immer den Drang ‘nur noch ein Kapitel’ zu lesen. Und das so lange, bis ich auf der letzten Seite angelangt war.

Izquierdo hat einen besonderen Stil. Er schreibt sehr unaufregend, aber nicht ruhig, humorvoll, aber nicht albern. Dafür aber sehr eindringlich. Ich hatte die gesamte Zeit über den Eindruck, als wäre ich ein Teil der Geschichte, denn die Beschreibungen waren so schön detailliert, ohne allerdings vom wesentlichen abzuweichen und zu langweilen.

Gabor, die Hauptfigur des Buches wuchs mir die Geschichte über so ans Herz, dass ich ihn nun tatsächlich ein wenig vermisse und das, obwohl er mir zu Beginn wenig sympathisch war. Aber genau das verrät auch der Rückentext des Buches schon, auf dem steht “Ein Mistkerl entdeckt sein Herz”. Und das stimmt! Und es ist einfach schön mitzuerleben, wie Gabor von einem skrupellosen Geschäftsmann, der sich für den Mittelpunkt des Universums hält, dem nur sein Erfolg, Geld, Tanz und Frauen wichtig sind, zu einem Menschen mutiert, der lernt, was im Leben wirklich zählt. Der tatsächlich im Laufe der Zeit bei der Arbeit mit Menschen, die wirkliche Probleme haben, sein Herz entdeckt und es versteht dieses Gefühl auch festzuhalten.

“Der Club der Traumtänzer” ist ein Buch zum Träumen, aber auch zum Lachen. Zu Beginn fand ich es sehr amüsant in welche Nesseln sich jemand wie Gabor, der so völlig weltfremd dem alltäglichen Wahnsinn der Jugendlichen, die er betreuen soll, gegenüber steht, so alles setzt. Nicht selten musste ich schmunzeln und teils auch laut lachen.
Gegen Ende wurde es dann emotionaler und traurig, so dass ich die letzten Seiten nur noch unter Tränen lesen konnte. Dabei empfand ich es gar nicht als so auf die Tränendrüsen drückend, aber mir sind die Figuren einfach so ans Herz gewachsen, dass ich einfach mitleiden musste, ob ich wollte oder nicht.

Fazit

Mit “Der Club der Traumtänzer” konnte mich Andreas Izquierdo wieder einmal total überraschend und mitreißen. Für mich war dieses Buch ein gelungener Jahresabschluss und nicht nur deswegen eines meiner Lese-Highlights 2014, mein Badabing!

Meine Wertung

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