Incarceron: Fliehen heißt sterben – Catherine Fisher

incarceron

Penhaligon Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 480 Seiten
18,99 Euro
März 2013
ISBN: 3764530804

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Inhalt (lt. amazon.de):
Sein Körper ist gefangen, doch sein Herz ist frei
Incarceron ist ein gewaltiges Gefängnis. Sein Inneres besteht aus gigantischen Metallwäldern, verfallenen Städten und endlosen Weiten. An diesem Ort gibt es weder Freundschaft noch Vertrauen – und es gibt keine Hoffnung auf Entkommen. Doch der junge Häftling Finn hat eine Verbindung zur Welt außerhalb, zu Claudia, der Tochter des Gefängnishüters. Sie ist Finns einzige Chance, aus Incarceron auszubrechen, und er wiederum ist Claudias letzte Hoffnung, dem goldenen Käfig ihres eigenen Lebens zu entfliehen. Doch Finns und Claudias größter Feind ist Incarceron selbst, das seine Insassen wie ein hungriges Raubtier belauert. Denn dieses Gefängnis lebt …

Zitat:
Sapphique ritt aus dem klirrenden Wald heraus
und sah die Festung aus Bronze. Von überall her
strömten die Leute zu den Toren.
”Kommt mit hinein”, drängten sie ihn,
“schnell, ehe es Euch angreift!”
Er sah sich um. Die Welt war aus Metall,
ebenso wie der Himmel. Die Menschen waren Ameisen
in den endlosen Weiten des Gefängnisses.
”Habt ihr denn vergessen”, rief Sapphique,
”dass ihr bereits im Innern seid?”
Aber die Menschen eilten an ihm vorbei und
sagten untereinander, er sei nicht bei klarem Verstand.
LEGENDEN VON SAPPHIQUE (S. 203)


Kommentar:
Finn ist gefangen in Incarceron. Einem Gefängnis, das so groß ist wie eine ganze Welt und kaum Grenzen kennt. Ein Gefängnis, in dem nichts umsonst stirbt und alles recycelt wird. Ein grausamer Ort voller Angst und Gewalt und ohne Liebe. In Claudias Welt glaubt man, dass Incarceron, das Experiment der Sapienti, geglückt und zu einem Paradies geworden ist, denn niemand weiß wo Incarceron ist und wie es dort zugeht. Niemand, außer dem Hüter Incarcerons, Claudias Vater.
Als Finn, der glaubt, er stamme von Außerhalb des Gefängnisses, eines Tages in den Besitz eines geheimnisvollen Schlüssels kommt und Claudia ihrem Vater das Gegenstück dazu entwendet, können Finn und Claudia über diese Schlüssel miteinander kommunizieren und decken ein düsteres Geheimnis auf, denn Finn scheint tatsächlich nicht in Incarceron geboren zu sein. Claudia versucht alles um Finn irgendwie zu befreien …

Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch einzig und allein erst einmal durch das wunderschöne Cover mit dem Schlüssel, der ja auch im Buch eine große Rolle spielt. Die Farbgebung ist einfach toll und die gesamte Umschlaggestaltung hat mich wirklich angezogen, so dass ich Incarceron dann doch lesen musste, obwohl mir die Kurzbeschreibung alleine gar nicht so zugesagt hätte. Gut, dass das Design dann doch noch ein Wörtchen dazu gesagt hat, denn Incarceron ist ein wirklich tolles Buch gewesen, wie ich jetzt sagen kann.

Die Geschichte ist in insgesamt 35 Kapitel gegliedert, die sich wiederrum in fünf Abschnitte aufteilen. Erzählt wird zum einen die Geschichte von Finn und parallel dazu die Geschichte der Tochter des Hüters. Die Stränge treffen sich erst nach einer Weile.
Der Einstieg fiel mir zugegeben ein wenig schwer, denn gerade die düster geschilderten Geschehnisse in Incarceron rund um Finn waren schon etwas bedrückend, zumal ich nicht so wirklich wusste, wohin das alles führen würde. Erst nach und nach kam ich in die Geschichte rein, nämlich als die Stränge sich dann auch trafen, und fand es dann aber auch sehr spannend.

Catherine Fisher hat hier eine beeindruckende Fantasiegeschichte erschaffen. Es war erfrischend und mal etwas ganz anderes als die meisten fantastischen Veröffentlichungen derzeit. Gefallen hat mir vor allem auch, dass ich zu keinem Zeitpunkt wirklich dahinter gekommen bin, was denn nun das Geheimnis von Incarceron selbst war und mich so wirklich überraschen lassen konnte.

Die Figuren selbst fand ich zum größten Teil gelungen, wenn auch kaum wirkliche Sympathieträger dabei waren, aber zumindest gab es nicht nur schwarz-weiß-Malerei, sprich, die Figuren waren nicht alle absolut gut oder böse, sondern meist recht facettenreich. Für einen ersten Teil war das okay, für den nächsten Teil den es auf jeden Fall geben wird, im englischen ist er bereits unter dem Titel Sapphique (Incarceron) erschienen, würde ich mir allerdings noch mehr Nähe zu den Figuren, vor allem Finn und Claudia, wünschen.

Insgesamt gibt es von mir hierfür gute vier Sterne. Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung, die hoffentlich auch bald erscheinen wird.

Sternenfeuer: Vertraue niemandem – Amy Kathleen Ryan

sternenfeuer2 Knaur Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 432 Seiten
16,99 Euro
Dezember 2012
ISBN: 3426653273

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Inhalt
(lt. amazon.de):
Aus der Reise des Raumschiffs Empyrean zu einem weit entfernten Planeten ist ein Kampf um Leben und Tod geworden: Kieran ringt mit der Verantwortung, die als neuer Kommandant auf seinen Schultern lastet; Waverley muss alles daransetzen, ihre entführten Eltern zu befreien; und Seth, der in einer Arrestzelle eingesperrt ist, ahnt als Einziger, dass es einen blinden Passagier an Bord gibt, der nicht eher ruhen wird, bis er die Empyrean vernichtet hat …

Kommentar:
„Sternenfeuer: Vertraue Niemandem“ ist der zweite Teil der Sternensaga aus der Feder von Amy Kathleen Ryan und man sollte auf jeden Fall zuerst den ersten Teil gelesen haben, bevor man sich über diesen zweiten hermacht.
Nachdem den Mädchen die Flucht gelungen ist, sind nun Jungen und Mädchen wieder zusammen auf der Empyrean vereint. Ihre Eltern sind allerdings immer noch auf der New Horizon gefangen. Kierans Widersacher Seth befindet sich immer noch in der Brig, in Gefangenschaft. Auch zwischen Waverly und Kieran kommt es zum Bruch, weil Waverly nicht gutheißen kann, dass Kieran sich selbst als der große und selbsternannte Anführer sieht und Kieran ist es ein Dorn im Auge, dass Waverly Seth besucht und in seinen Augen unterstützt. Als dann schließlich ein Verräter entdeckt wird und die New Horizon verhandeln will, entschließt der neu gegründete Zentralrat der Empyrean, Rache zu üben…

Nach Beendigung des ersten Teils im Frühjahr dieses Jahres, war ich so gespannt, wie es weiter gehen würde und ich wurde nicht enttäuscht, es geht weiter, so richtig. Auch der zweite Band ist ein ständiges Auf und Ab an Gefühlen. Die Autorin versteht es auch hier hervorragend selbst den Leser in seiner Sympathie oder Antipathie den Figuren gegenüber zu verunsichern. Nachdem ich Kieran im ersten Band noch mochte, so habe ich in diesen Band angefangen ihn mit seiner Überheblichkeit und Arroganz viel weniger zu mögen. Umgekehrt mit Seth, war er im letzten Band noch ein richtiges Hassobjekt, so tat er mir in diesem einfach nur leid und man konnte wirkliches Verständnis für ihn aufbringen. Amy Kathleen Ryan zeichnet ihre Figuren nicht nur einfach schwarz oder weiß, nicht einfach gut oder böse, sondern mit so vielen Graustufen, so vielschichtig und so menschlich, dass man wirklich meint, Waverly, Kieran, Seth und Co. selbst zu kennen und zu erleben. Kaum eine Figur in diesem Buch ist einfach nur sympathisch oder verachtenswert, sie alle sind absolut vielschichtig und wecken unterschiedliche Emotionen im Leser.

Die Handlung ist auch in diesem Buch an einigen Stellen ein wenig überzogen, im Hinblick darauf, wozu unerfahrene Kinder fähig sind, aber insgesamt doch sehr glaubhaft. So könnte man sich eine Extremsituation, in der Kinder in Panik verfallen und viele unterschiedliche Bedürfnisse haben, wirklich vorstellen. Ein wenig gestört hat mich, dass teils nicht jede Handlung im Buch auch tatsächlich von der Autorin konsequent zu Ende gedacht wurde. Z.B. die erneute Inhaftierung von Seth, mit der sich der Zentralrat eigentlich noch befassen wollte.
Insgesamt geht es in diesem zweiten Band hauptsächlich um die Charakterentwicklung der Protagonisten und diese ist der Autorin auch wirklich gut gelungen. Ansonsten hält sich die Handlung besonders im ersten Teil des Buches in Grenzen, im zweiten Teil geht es dann jedoch Schlag auf Schlag und ehe man sich versieht, ist das Buch auch schon zu Ende. Selbstverständlich auch wieder mit einen ganz bösen Cliffhanger und – ohne zuviel zu verraten – nur dem Hauch einer Ahnung, wie es nach diesem Desaster weiter gehen wird.

sternensagavergleichNachdem der erste Band in diesem Jahr noch im mittlerweile aufgelösten PAN-Verlag erschien, wurde dieser zweite Band jetzt im Knaur-Verlag veröffentlicht. Wie versprochen, passt die Optik der beiden Bände dennoch überein. Bis auf die Verlagslogos passen die Bände wirklich perfekt zusammen, siehe dazu auch das rechte Foto.

Von mir gibt es auch zu diesem zweiten Band eine klare Leseempfehlung und wegen der kleinen Mängel erneute vier gute Sterne!

Ready Player One – Ernest Cline

readyplayerone Penhaligon Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 512 Seiten
19,99 Euro
März 2012
ISBN: 3764530901

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Herzlichen Dank an

BdB-logo-small2
und

penhaligon

für dieses Buch!

Inhalt (lt. amazon.de):
Wer online stirbt, ist wirklich tot!
Im Jahr 2044 hat die reale Welt für Wade Watts nicht mehr viel zu bieten. Daher flieht er – wie die meisten Menschen – in das virtuelle Utopia von OASIS. Hier kann man leben, spielen und sich verlieben, ohne von der bedrückenden Realität abgelenkt zu werden. Da entdeckt Wade in einem Online-Game den ersten Hinweis auf einen unsagbar wertvollen Schatz, den der verstorbene Schöpfer von OASIS in seiner Cyber-Welt versteckt hat. Plötzlich ist Wade eine Berühmtheit, aber er gerät auch in das Visier eines Killerkommandos – in OASIS und in der Realität. Wade weiß, dass er diese mörderische Hetzjagd nur überleben kann, wenn er das Spiel bis zu seinem ungewissen Ende spielt!

 

Kommentar:
Der Schöpfer der virutellen Welt „Oasis“, in der in der Zukunft ein Großteil der Menschheit mehr zu Hause ist als in der Realität, vermacht nach seinem Tod demjenigen sein Vermögen, der sein letztes Vermächtnis entschlüsseln und sein Easter Egg in der Oasis finden kann. Millionen User machen sich jahrelang auf die Suche, aber erst nach fünf Jahren schafft es der junge Wade das erste Rätsel zu lösen. Durch ihn werden auch Freunde auf die Lösung aufmerksam, aber der Erfolg schafft auch Feinde und schnell ist Wades Leben in Gefahr und das nicht nur in der virtuellen Welt …

Ready Player One

Schon lange hatte ich mit einem Buch nicht mehr so viel Spaß wie mit „Ready Player One“. Dieses Buch hat mich endlich mal wieder eine Nacht durchlesen lassen, so begeistert hat es mich. Nicht, dass es so unglaublich spannend war, aber als Kind der 80er hatte ich eine kindliche Freude daran dieses Buch lesen.

Die Geschichte wird aus der Perspektive des Protagonisten Wade Watts alias Parzival erzählt. Der Schreibstil ist locker und geradeheraus. Trotzdem die Geschichte in der Zukunft spielt, halten sich mögliche Fachbegriffe, vor allem im Zusammenhang mit Computern und Spielen sehr in Grenzen. Und trotzdem habe ich mich mehr in die Vergangenheit zurück versetzt gefühlt, als in die Zukunft katapultiert.
Der Autor Ernest Cline beschreibt die Funktionsweise der Oasis zwar recht genug und gut verständlich, aber die ganzen Anekdoten zu den 80er Jahren, alles charakteristische aus dieser Zeit überwiegt einfach. Da ich selbst in den 80ern aufgewachsen bin, war ich natürlich selbst total begeistert an so viele Dinge meiner Kindheit erinnert zu werden, wie zB. Videospiele auf dem Atari oder Commodore 64, Musik aus den 80ern, Serien wie Knight Rider oder Spielzeuge wie He-Man. Der Oasis-Schöpfer war nämlich ein Kind der 80er und auch der Autor selbst ist ein großer Fan dieser Popkultur.

Während des Lesens war ich so begeistert von dieser Hommage an die Popkultur der 80er Jahre, mit der ich selbst groß geworden bin, dass mir eigentlich erst im Nachhinein aufgefallen ist, dass die Geschichte selbst doch einige Mängel aufweist, die aber irgendwie selbst jetzt, wo die erste Begeistertung abgeklungen ist, für mich keine große Rolle spielen. Innerhalb der Geschichte geht einfach alles glatt, zu glatt, und alles ist sehr vorhersehbar. Es gibt einfach keine Überraschungen oder Wendungen. Aber das muss es auch nicht, das Buch funktioniert einfach auch so.

Ich kann mir vorstellen, dass es für viele jüngere Leute nicht halb so interessant ist diese Geschichte mitzuerleben, denn ich denke, dass die Geschichte, ohne Bezug des Lesers zu dieser Zeit, zwar gut erzählt ist über die verschiedenen Ebenen, aber halt doch zu vorhersehbar und ein wenig langweilig und wenig realistisch.
Für alle anderen, vor allem für diejenigen, in denen selbst ein kleiner Nerd schlummert, wird dieses Buch wahrscheinlich einfach nur überragend sein. Für mich ist es das auf jeden Fall, ich habe dieses Buch bereits jetzt zu einem meiner All-Time Lieblingsbücher erkoren!

Game Over

Starters – Lissa Price

Lissa-Price-Starters iVi Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 400 Seiten
15,99 Euro
März 2011
ISBN: 3492702635Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Die Body Bank, ein mysteriöses wissenschaftliches Institut, bietet Callie eine einzigartige Möglichkeit, an Geld zu kommen: Sie lässt ihr Bewusstsein ausschalten, während eine reiche Mieterin die Kontrolle über ihren Körper übernimmt. Aber Callie erwacht früher als geplant, in einem fremden Leben. Sie bewohnt plötzlich eine teure Villa, verfügt über Luxus im Überfluss und verliebt sich in den jungen Blake. Doch bald findet sie heraus, dass ihr Körper nur zu einem Zweck gemietet wurde – um einen furchtbaren Plan zu verwirklichen, den Callie um jeden Preis verhindern muss …

Kommentar:
Nach einem heftigen Krieg, in dem alle Menschen zwischen 40 und 60 Jahre nicht überlebten, bleiben nur noch die ganz jungen (Starters) und die ganz alten (Enders) Menschen zurück. Die Kluft ist riesig, zumal die Lebenserwartung mittlerweile dank modernster Medizin bei 200 Jahren liegt. Die Alten haben Angst vor den Jüngeren, Angst, dass die Jüngeren ihnen die Jobs wegnehmen und sie verdrängen. Da die Enders in der Überzahl sind und viele junge Leute keine Eltern und auch keine Großeltern mehr haben, also niemanden der sich noch um sie kümmert, gelingt es ihnen die Starters zu unterdrücken. Auch der Unterschied zwischen den wohlhabenden Menschen und den ärmeren ist enorm.
Die Starterin Callie sieht als einzige Überlebenschance nur noch die Möglichkeit viel Geld zu verdienen indem sie ihren Körper bei der sogenannten Body Bank an einen Ender vermietet. Dabei geht allerdings etwas schief und Callie gerät in große Gefahr als sie herausfindet, welch unmoralischen Pläne das Unternehmen hinter der Body Bank tatsächlich schmiedet…

Wow! Ich bin von diesem Roman wirklich sehr begeistert. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen dessen Idee mich so sehr gefesselt hat wie dieses Debüt von Lissa Price. Die gesamte Handlung fand ich sehr gut durchdacht, für mich haben sich keine Ungereimtheiten ergeben.
Der Schreibstil ist einfach toll. Einfach gehalten, ja, angemessen für das Jugendbuchgenre, aber einfach mitreißend.
Die knapp 400 Seiten werden aus der Sicht der Hauptperson Callie erzählt, deren Körper von einer Enderin gemietet wird. Ist Callie außer Gefecht gesetzt, dann erfährt auch der Leser nicht mehr und muss sich in die neue Situation wieder rein denken, wenn Callie wieder selbst über ihren Körper bestimmt. Das hat mir gut gefallen.

Im Vorfeld wusste ich nicht, ob es sich bei diesem Buch um den ersten Teil einer Reihe handelt oder ob dies ein abgeschlossener Roman sein würde. Eigentlich mag ich Buchreihen, aber hier habe ich tatsächlich gehofft, dass es sich um einen Einzelband handelt, da ich so extrem neugierig auf die Auflösung war, neugierig auf die Identität, die sich hinter dem geheimnisvollen ‚Old Man‘ verbirgt. Leider – und auch glücklicherweise – wird es also eine Fortsetzung geben. Glücklicherweise, weil ich mich sehr auf ein Wiedersehen mit Callie, Tyler, Blake und Lauren freue und leider, weil ich unglücklicherweise neugierig zurück gelassen wurde.

Ich will keine weiteren Worte verschwenden und einfach eine klare Leseempfehlung für dieses Buch aussprechen. Aber Achtung: Suchtgefahr!

BZRK – Michael Grant

BZRK_VorschauCover.indd Egmont INK Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 408 Seiten
17,99 Euro
März 2012
ISBN: 3863960394Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Ein Junge, der herausfinden will, warum der Verstand seines Bruders nur noch Brei zu sein scheint Ein Mädchen, das zusehen muss, wie ihre Familie im Kerosinfeuer verglüht Ein skrupelloser Hacker, der jeden manipuliert, der ihm zu nahe kommt Menschen, die sich am Rand des Wahnsinns bewegen, und andere, die diesen längst überschritten haben. BZRK, das ist die letzte Bastion zwischen uns und der ganz großen Katastrophe. Denn dieser Krieg wird anders sein. Seine Waffen sind winzig, beinahe unsichtbar, absolut tödlich, und niemand kann ihnen entkommen. Die atemberaubende und düstere Vision eines geheimen Krieges der Mikro- gegen die Makro-Welt, gegen unsere Welt. Winzige biotechnologische Nano-Organismen, die dich beschatten, kontrollieren töten. Der Kampf hat längst begonnen!

Kommentar:
Michael Grant hält sich nicht lange mit irgendwelchen Einleitungen auf. Der Leser wird direkt ins Geschehen geschmissen und muss sich zurechtfinden. Figuren über Figuren und volle Action – das verwirrte mich erst einmal, aber schnell gewöhnt man sich daran und will dann natürlich auch wissen worum es wirklich geht, wer zu welcher Fraktion gehört und um was genau es sich handelt. Wenn man dann erst einmal begriffen hat, welche eine verrückte Geschichte der Autor sich da ausgedacht hat, dann macht das Lesen auch richtig Spaß! Ein paar Seiten dauert das allerdings.
Grant hat es absolut verstanden den Leser mit seinem Schreibstil zu fesseln. Die Beschreibungen der Nano-Ebene sind wirklich irre. Sehr gut und so detailiert, dass man sich alles bildlich vorstellen kann. Dabei allerdings nie so detailverliebt, dass es langweilig werden könnte.

Die Geschehnisse im Buch schreiten rasant voran und nicht nur für die Protagonisten, sondern auch für den Leser gibt es keine Atempause.
Diese Geschichte ist wirklich sehr klasse erdacht und brilliert vor allem durch den Schreibstil. Inhaltlich fand ich die Geschehnisse und vor allem die Handlungen der Personen oftmals wenig nachvollziehbar und oberflächlich. Insbesondere die Motivation des sogenannten Zweiers, der Hauptgegner wurde für mich nicht deutlich.
Mein größter Kritikpunkt ist allerdings die Brutalität dieses Buches. Für ein Jugendbuch fand ich es doch ein wenig hart. Beispielsweise werden Köpfe abgeschlagen und weggeschleppt und Leute erschossen ohne mit der Wimper zu zucken. Für ein Jugendbuch hätten zumindest moralische Bedenken laut werden müssen, wenn nicht noch mehr. Von daher finde ich die Zuordnung ein wenig schwierig, für ein Jugendbuch ist es zu hart, für Erwachsene aber vielleicht schon wieder zu oberflächlich.

Trotz aller Kritik habe ich mich jedoch sehr gut unterhalten gefühlt und werde den nächsten Teil sicherlich auch lesen.

0.4 Eine perfekte neue Welt – Mike Lancaster

2011_04 Oetinger Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 272 Seiten
14,95 Euro
September 2011
ISBN: 3789141208

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Inhalt (lt. amazon.de):
„Wenn ihr gegen alle Wahrscheinlichkeit irgendwann diese Kassetten finden solltet, dann spielt sie ab, hört meine Stimme, ich bitte euch. Damit ihr wisst, dass es uns gegeben hat, dass es uns gibt und dass wir euch alle vermissen.“

Ein einziger Moment, eine einzige Entscheidung, können manchmal das ganze Leben verändern. Als der fünfzehnjährige Kyle Straker sich als Freiwilliger für eine Hypnosevorführung meldet, ahnt er nicht, dass er damit sein Schicksal besiegelt. Denn als Kyle aus seiner Trance erwacht, erwartet ihn ein unglaublicher Anblick: Alle anderen Einwohner seiner Stadt, seine Familie und Freunde sind reglos eingefroren. Kein Blinzeln, kein Beben der Nasenflügel – nichts und niemand bewegt sich mehr. Als die Menschen endlich erwachen, wird alles nur noch schlimmer. Für Kyle beginnt ein wahrer Albtraum: Alle um ihn herum sind wie ausgewechselt und er fühlt sich zunehmend bedroht. Zwar ist er angeblich in einer perfekten neuen Welt erwacht. Doch wie perfekt ist eine Welt, in der er nicht sein darf, wer er ist?

Kommentar:
In einer fernen Zukunft werden in Milgrove, einer kleinen Stadt in England, in einem Haus alte Musikkassetten gefunden. Sie wurden überspielt mit den Worten von Kyle Straker. Er erzählt die unglaubliche Geschichte von sich, seiner Freundin Lilly, seiner ehemaligen Lehrerin Kate und des alten Rodney. Sie alle sind eines Tages Freiwillige in der hiesigen Talentshow, die einmal im Jahr veranstaltet wird. Sie wollen Danny bei seiner Hypnosenummer unterstützen, doch als sie wieder aus der Hynose erwachen ist nichts mehr so wie es mal war. Alle Menschen sind wie verwandelt. Kyles Eltern sehen zwar noch so aus wie seine Eltern, aber sie benehmen sich ganz anders. Es scheint, als wären nur die vier hypnotisierten Personen nicht betroffen, genannt die Null-Vierer…

Erzählt wird das Buch aus der Sicht des Autors Mike Lancaster. Wie er schreibt, handelt es sich bei dieser Geschichte um eine Abschrift der Geschichte die sich auf den Kassetten befindet und gliedert sich nach den drei Kassetten und deren A- und B-Seiten. Zwischendurch gibt es immer mal wieder ein paar Kommentare die diverse Begriffe erklären, die es in der Zukunft der Erde nicht mehr gibt und mit denen die zukünftige Gesellschaft nichts mehr anfangen kann. Teilweise ganz witzig und auflockernd, zumindest zu Beginn noch, am Ende lässt der Witz allerdings ein wenig nach.
Da das Buch ja den Eindruck machen soll die Abschrift einer gesprochenen Erzählung zu sein, ist auch die Sprache entsprechend einfach gehalten. Heißt, dass die Sätze einfach und kurz gehalten sind, ebenso wie die Kapitel. Dadurch lässt sich das Buch natürlich zügig durchlesen, allerdings bedeuten die vielen Zeilenbrüche natürlich auch, dass bei dem eh schon recht kurzen Buch auch ansonsten viel Platz verschwendet wird.

Ich war insgesamt etwas enttäuscht von diesem Buch. Die Idee fand ich zunächst eigentlich recht interessant und auch die anfängliche Umsetzung versprach viel. Im weiteren Verlauf wurde es allerdings langweiliger und trotz der Kürze tatsächlich ein wenig langatmig. Die Auflösung hat mich schließlich überhaupt nicht mehr überzeugt, da fehlte mir einfach alles. Eine Botschaft, einen Sinn, ein Ende … Hinzu kommt noch, dass das Cover, durch das ich überhaupt erst auf das Buch aufmerksam geworden bin, überhaupt nichts mit dem Inhalt zu tun hat.
Insgesamt kann ich dieses Buch also nicht wirklich empfehlen, für den starken Einstieg und die nette Idee würde ich aber trotzdem noch drei Sterne geben, zwei wären zu wenig.

Herr aller Dinge – Andreas Eschbach

 

 

herr_aller_dinge Bastei Lübbe Verlag
Gebunde Ausgabe
ca. 688 Seiten
22,00 Euro
September 2011
ISBN: 3785724292

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Inhalt (lt. amazon.de):

Als Kinder begegnen sie sich zum ersten Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an steht der soziale Unterschied spürbar zwischen ihnen. Doch Hiroshi hat eine Idee. Eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt schaffen könnte. Um Charlottes Liebe zu gewinnen, tritt er an, seine Idee in die Tat umzusetzen und die Welt damit in einem nie gekannten Ausmaß zu verändern. Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn allerdings bald auf die Spur eines uralten Geheimnisses und des schrecklichsten aller Verbrechen …

Kommentar:

Hiroshi und Charlotte kennen sich seit ihrer Kindheit an. Ausführlich erfahren wir, wie sich die Tochter des französischen Botschafters und der Sohn einer japanischen Arbeitskraft in früher Kindheit kennen lernen und wie sich wieder aus den Augen verlieren. Jahre später treffen sich Charlotte und Hiroshi wieder, beide studieren nun in den USA und etwas, was man als Liebe bezeichnen könnte, entwickelt sich. Man verliert sich wieder aus den Augen, nur um sich wiederrum Jahre später erneut wieder zu treffen. Zu diesem Zeitpunkt arbeitet Hiroshi schon lange besessen an der Verwirklichung seines Kindheitstraums, dass alle Menschen irgendwann reich sein könnten, und zwar mit Hilfe von Robotern, was ihm allerdings nicht gelingen mag. Charlotte ist derweil auf der Suche, wonach weiß sie allerdings selbst nicht so ganz, mit ihrem Leben ist sie jedenfalls nie ganz zufrieden.
Nach weiteren Jahren treffen sich Charlotte und Hiroshi dann erneut wieder und es kommt zum eigentlichen Thema des Buches, nämlich der Nano-Technologie. Leider kann ich hier nicht weiter auf den Inhalt eingehen, ohne viel zu viel zu verraten, deswegen breche ich an dieser Stelle einfach mal ab. Ein wenig Spannung muss ja doch noch sein.

Eigentlich lese ich Andreas Eschbach recht gerne. Die Romane, die ich bisher von ihm las waren wir schön und auf den Punkt gebracht. Bei diesem Roman ist das anders gewesen, oh ja, mit diesem Roman hat sich der Autor doch eine ganze Menge vorgenommen. Allerdings drängte sich mir beim Lesen dann doch irgendwann die Frage auf, ob er überhaupt selbst wusste was er da schreiben wollte. Aber mal der Reihe nach …

Eschbach lässt sich sehr viel Zeit um seine Charaktere einzuführen. Dies gelingt ihm auch recht gut. Obwohl es so viele Zeitsprünge gibt, konnte ich die Handlungen der Protagonisten doch immer recht gut nachvollziehen und fühlte mich mit diesen auch verbunden. Allerdings wusste ich irgendwie nicht so wirklich wohin das ganze führen sollte. Charlotte hatte zwar ihre merkwürdige, eher phantastische Gabe, aber so wirklich ging es nicht darum. Und Hiroshi war von seinem Kindheitstraum besessen, aber es ging auch nicht nur um die technische Umsetzung. Ein wenig klang auch noch Politik und Wirtschaft an, es gab mal hier einen Handlungsstrang und auch mal dort, aber nichts, was so wirklich ins Gewicht viel.
Erst nach über der Hälfte des Buches – und das Buch hat beinahe 700 Seiten – wird es ein wenig spannend und ab da dreht sich hauptsächlich alles nur noch um Nano-Technologie. Hier merkt man auch, dass der Autor quasi vom Fach kommt. Eigentlich haben mich die ganzen fachlichen Erklärungen nicht abgeschreckt, aber ich fand es schon störend, dass sie so einen Bruch zum bisherigen Geplänkel darstellten. Nach mehr als 400 Seiten hatte ich einfach nicht mehr damit gerechnet und es drängte sich einfach die Frage auf, ob dem Autor tatsächlich jetzt erst eingefallen war, dass ja so etwas noch kommen sollte.
Aus Sicht der Geschichte war diese Entwicklung natürlich schon logisch, aber zum Schluß hatte ich dann doch den Eindruck, als müsste jetzt nach einer irre langen Einführung alles schnell, schnell, schnell gehen. Das passte einfach nicht zusammen.

Wahrscheinlich wird sich diese Rezension jetzt eher so anhören, als hätte mir das Buch nicht besonders gefallen. Tatsächlich habe ich die Lektüre aber sehr genossen, dennoch sind mir die angesprochenen Kritikpunkte dann doch recht sauer aufgestoßen.
Insgesamt würde ich dem Buch dann drei Punkte geben. Mit einer Empfehlung tue ich mich ein wenig schwer. Wem sollte man ein Buch empfehlen, in dem es um alles und auch wieder nichts geht?