Azur: Wenn eine Diebin liebt – Sabine Schulter

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BoD Verlag | Taschenbuch Ausgabe | ca. 240 Seiten | 12,99 Euro | November 2015 | ISBN: 978-3738645033

Inhalt

(lt. amazon.de):

Jess ist die beste Traumdiebin des Landes und unter ihren Namen Azur fast zu einem Mythos aufgestiegen. Allerdings verabscheut sie das Stehlen und will lieber ein ganz normales Leben führen, wie jeder andere auch. Doch lässt Saphir, der Chef der Diebe, das nicht zu. Er hat sie in der Hand, entscheidet über ihr Leben und ihren Tod.
Jess hat das weitestgehend akzeptiert. Bis sie Cedric und seine Freunde Vincent, Julian und Leander kennenlernt. Die vier sind Behüter, die nur dafür zuständig sind, Traumdiebe zu fangen: also sie.
Doch die vier bieten ihr als Jess, nicht ahnend, dass sie eine Diebin ist, eine unvergleichliche Freundschaft an, die in ihr den Wunsch schürt, von der kriminellen Welt der Diebe fortzukommen.
Vor allem als sie spürt, welche Anziehungskraft Cedric auf sie ausübt, zerbröckelt ihr altes Leben. Sie kann und will Cedric nicht entfliehen. Doch sie weiß ganz genau, dass sie kein Mitleid von ihm zu erwarten hat, wenn er herausfindet, dass sie eine Diebin ist.

Gewähltes Zitat

“Jetzt vielleicht nicht mehr. Aber du bist als solches zu den Dieben gekommen. Und wo haben dieses Leben und die Ausbildung hingeführt? Du bist die beste Dieben des Landes und eine starke, selbstbewusste Frau geworden, die jedoch ihr eigenes Leben mehr als gering schätzt, Panik in der Stille bekommt und Männern mit solch einem Misstrauen begegnet, dass sie sich noch nie in ihrem Leben getraut hat, sich zu verlieben.”

(S. 225)

Meine Meinung

Jess ist eine normale Studentin und obwohl sie die Tochter eines reichen Mannes ist, arbeitet sie Nachmittags in einem kleinen Laden um sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Jess wäre froh, wenn das alles in ihrem Leben wäre. Tatsächlich tritt sie Nachts allerdings als Elite-Diebin Azur auf und stiehlt die Träume der Menschen, was schlimme Folgen hat. Eigentlich will sie auch gar nicht mehr Azur sein und als ihr eines Tages eine Gruppe Behüter in die Quere kommt, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung…

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das Buch wegen des Titels und des Covers erst gar nicht Lesen wollte, weil mich beides wenig angesprochen hat. Das Cover erinnerte mich an einen plumpen Krimi in James Bond-Manier und auch der Titel versprach nichts anderes. Als ich dann jedoch von der Autorin angesprochen wurde, ob ich das Buch nicht lesen mag und mir dann den Klappentext durchlas wurde ich stutzig, denn das klang ja doch nach etwas gänzlich anderem, das klang interessant, das musste ich lesen!

Das Buch was ich von Sabine Schulter mit einer lieben Widmung bekam, ist noch eines der ersten Testdrucke gewesen. Es waren noch ein paar kleinere Fehler drin, ein paar Formulierungen klangen noch etwas holprig und auch der Drucksatz war nicht so schön flüssig wie er sein sollte. Das ist mittlerweile korrigiert, wie man mir versicherte, weswegen ich das in meine Bewertung nicht mit einfließen lasse. Die Geschichte an sich war nämlich wirklich klasse!

Die Fantasie-Welt, die Autorin Sabine Schulter hier erschaffen hat, ist recht einfach, gefällt mir dafür aber ziemlich gut. Der Schwerpunkt liegt hier auch nicht auf der Welt, sondern auf den Figuren und deren Entwicklung. Die Idee mit dem Traumdieben finde ich allerdings wirklich klasse, so etwas gab es in dieser Form noch nicht oder zumindest nicht so häufig, als dass es schon bis zu mir durchgedrungen wäre.

Obwohl die Handlung an sich auch recht überschaubar ist und auch leicht vorhersehbar, macht die Geschichte einfach Spaß. Das liegt zum allergrößten Teil an den tollen Figuren.

Jess ist hier unsere weibliche Protagonistin. Sie ist ein toughes Mädel, jedenfalls oberflächlich betrachtet, aber hinter der Fassade steckt viel mehr, wie wir als Leser schnell herausfinden und das aus erster Hand, denn die Handlung wird zum großen Teil aus ihrer Sicht erzählt.
Unser männlicher Protagonist ist Cedric, aus deren Sicht wir den weiteren Teil der Geschichte erleben dürfen. Er ist ein Behüter und damit eigentlich Jess’ Antagonist, aber natürlich kommt es ganz anders. Er ist kein Bad Boy, was mich ebenfalls sehr erfreut hat. Er ist zielstrebig und freundlich. Hach, ich stehe auf die guten Typen :D
Ein paar Bad Boys gab es aber natürlich dennoch in dieser Geschichte…

Was mich an Jugendbüchern mit Romanzen, wo sich Junge und Mädchen aber nicht sofort bekommen können, weil einer sich sträubt, am meisten auf die Nerven geht ist immer diese falsche Scheu und diese Scheinheiligkeit. Dieses sich selbst klein reden und klein halten ohne wirklichen Grund. Das nervt mich einfach total. In diesem Roman klang das zwar auch an, allerdings war hier zu jeder Zeit nachvollziehbar, wie es zu diesen Gedanken und Reaktionen kommt. Gerade, dass diese Gedanken hier auch ganz offen und ehrlich nieder ‘gedacht’ wurden von den Figuren hat mir gefallen. Hier wurde endlich mal ein wenig problemorientiert und realistisch gedacht und nicht nur so, wie es für die Handlung gerade hilfreich wäre. Das fand ich wirklich super und als Miranda, Jess’ beste Freundin ihr genauste Anweisungen gab, wie sie mit Männern zu verfahren hatte, hätte ich einfach Jubeln können.
Diese Offenheit hat mir einfach total gut gefallen und das ist auch das, was ich in anderen Büchern teils vermisse.

Natürlich war diese Geschichte nicht zuletzt wegen genau dieses Pragmatismus etwas weniger spannend, weil nicht alles so künstlich aufgebauscht wurde, aber dafür war es einfach authentisch und sehr spannend mit zu verfolgen, wie sich alles entwickelte.

Ein wenig mehr an Infos hätte ich mir tatsächlich über die Welt und die Funktion des Träumens an sich gewünscht, aber ich habe die Hoffnung, dass da im zweiten Band noch ein wenig dazu kommt.

Ansonsten bin ich jetzt aber sehr gespannt wie es mit Azur und den Wächtern weiter gehen wird und ob sie Saphir noch in die Knie zwingen können.

Fazit

Obwohl Azur: Wenn eine Diebin liebt von Sabine Schulter eine überschaubare Geschichte bietet, so kommt diese noch sehr überzeugend und mit authentischen Qualitäten daher.
Auch die Idee konnte mich begeistern und ich bin froh, dass ich mich vom leicht irreführenden Klappentext und Titel nicht habe abschrecken lassen. Ein toller fantastischer Roman!

Meine Wertung

Reihe

November 2015: Azur: Wenn eine Diebin liebt
Februar 2016: Azur: Eine Diebin bricht aus

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