Read & Speak zu Nachtwild – Tag 4: Verhalten in Ausnahmesituationen

Ihr Lieben!

Heute ist bereits der vierte Tag an dem wir uns in den gruseligen Gewinden des Zoos aufhalten, auf der Suche nach einem Ausweg.
Nun ja, gut, so schlimm wie in „Nachtwild“ von Gin Phillips ist es bei uns dann doch nicht, aber das ein oder andere Mal kam ich bei den Beiträgen meiner Blogger-Kolleginnen schon ins Gruseln.

Heute bin ich also dran und möchte ein wenig über Verhalten in Ausnahmesituationen sinnieren…

Verhalten in Ausnahmesituationen

Gestern hat euch Anja von Zwiebelchens Plauderecke bereits etwas über die Beziehung eines Kindes und seiner Mutter erzählt, denn genau darum geht es auch in dem Buch. Die Mutter verhält sich in einer Extremsituation ganz anders und wird zur sprichwörtlichen Löwenmutter, die ihr Kind unter allen Umständen beschützen will.
Dass es dabei zu ungeahnten Verhaltensweisen kommt, das kann sich vermutlich jeder vorstellen. Aber auch in anderen Ausnahmesituationen staunen wir häufig über das Verhalten unserer Mitmenschen und können uns das oftmals überhaupt nicht erklären.

Ohne euch spoilern zu wollen, es gab im Buch ein Erlebnis, bei denen die meisten Leser wahrscheinlich die Hände über den Kopf zusammen schlagen und denken würden „Wie kann man nur?“. Es war eine schreckliche Situation, in der eine Entscheidung getroffen werden musste. Für sich selbst und für andere und die Wahl fiel, wie man sich vielleicht denken kann, nicht gerade so aus, wie man sich das wünschen würde.

Für den unbeteiligten Beobachter war diese Wahl wahrscheinlich sogar empörend, unverständlich und vielleicht sogar schändlich. Warum aber entscheiden sich Menschen in Ausnahmesituationen häufig anders, als man es denken und erwarten würde? Und wie würde man selbst in einer Ausnahmesituation entscheiden?

Was tun in Ausnahmesituationen?

Natürlich würde fast jeder behaupten, dass er hilfreich eingreifen würde, wenn ein anderer Mensch in Gefahr ist. Manche behaupten sicherlich auch, dass sie sich selbst einer Gefahr aussetzen würden um einen anderen Menschen zu retten. Doch tun wir das tatsächlich auch?
angstWenn man vor der Wahl steht, dann befindet man sich in einer Ausnahmesituation, denn schließlich befindet man sich nicht dauernd in der Situation Hilfe leisten zu müssen. Adrenalin wird ausgeschüttet, der Puls geht höher, die Atemfrequenz ebenso. Man steht unter Anspannung und verspürt nicht selten auch Angst, sicherlich aber Aufregung. Das ist für den Körper kein schönes Gefühl und oft auch beängstigend. In genau einer solchen Situation muss man sich dann aber entscheiden und oftmals sieht man die Situation nicht mehr rational, sondern im Verhältnis: Kampf oder Flucht? Sicherheit oder Risiko? Gehe ich das Risiko ein zu helfen und werfe ich mich in den Kampf oder wähle ich die Sicherheit und ergreife die Flucht?

Ich denke, dass man selbst nie vorhersagen kann, wie man wirklich reagieren würde, wenn man sich in einem solchen Ausnahmezustand befindet. Man weiß nicht, inwieweit man sprichwörtlich vor Angst gelähmt ist, wie gut man sich auf die Situation einlassen kann. In den meisten Fällen sagt man dann aber im Nachhinein, dass das Verhalten anders hätte sein müssen.

Echte Gefahr? Oder einfach nur Unlust?

In vielen Situationen handeln Menschen aber auch aus Bequemlichkeit falsch oder aus falschem Schamgefühl heraus. Der Mensch neigt häufig dazu sich schützen zu wollen, auch wenn gar keine unmittelbare Gefahr besteht. In Fokus steht dann einfach sich selbst Schützen zu wollen und sei es nur vor unangenehmen, aber keinesfalls gefährlichen Situationen. Man versucht die Verantwortung von sich abzuwälzen indem man sich beispielsweise darin bestätigt sieht, weil andere Menschen, die eventuell ebenfalls dabei sind, ebenso wenig handeln. Oder man denkt sich einfach, dass derjenige der Hilfe benötigt eben sicherlich “selbst schuld” sei an seiner Situation und man selbst damit nichts zu tun hätte.
schuetzenDas finde ich tatsächlich verwerflich und schlimm. Wenn es sich um wirkliche Gefahrensituationen handelt, dann kann ich diesen Instinkt verstehen, dass man vor allem sich selbst schützen will. Wenn es aber lediglich um Bequemlichkeit und Befindlichkeiten geht, müsste der Mensch eigentlich über seinen Schatten springen können. Eigentlich. Die Realität zeigt ja deutlich, dass es oft leider anders aussieht.

Wie ihr seht ist das doch ein etwas komplexeres Thema und natürlich spielen noch sehr, sehr viel mehr Faktoren mit rein, wie man sich in Ausnahmesituationen verhält. So kommt es zum Beispiel auch drauf an, ob man genügend Zeit hat zu reagieren. Und wie im Buch ist natürlich auch eine große Frage, ob man alleine für sich selbst entscheidet oder noch für jemanden mit verantwortlich ist, denn dies beeinflusst die Entscheidung doch sehr enorm, wie euch der Beitrag von Anja gestern sicherlich noch einmal verdeutlicht hat.

Jeder von uns war sicherlich bereits einmal in einer Ausnahmesituation. Habt ihr immer so gehandelt wie ihr es euch gedacht habt? Oder habt ihr im Nachhinein auch mal gedacht “Au man! Hätte ich das mal anders gemacht”?

Gewinnspiel

nachtwildWir verlosen drei druckfrische Buchexemplare von „Nachtwild“.

An jedem Tag der Tour wird es eine andere Gewinnspielfrage geben. Beantwortet diese Frage und schickt eure Lösung an: nachtwild@gmx.de
Ihr könnt täglich an unserem Gewinnspiel teilnehmen und dabei Lose sammeln. Je aktiver ihr teilnehmt, desto mehr Lose bekommt ihr und erhöht damit eure Gewinnchance.
Am Ende der Tour wird unsere Glücksfee dreimal tief in den Lostopf greifen.

Und hier kommt meine heutige Tagesfrage, die zwar weniger zum Beitrag, dafür aber perfekt zum Buch passt:

Wie sieht euer idealer Zoo aus?

Keine Sorge, richtige oder falsche Antworten gibt es nicht, ich bin aber gespannt! Und nun viel Spaß und viel Erfolg!

Teilnahmebedingungen:
Teilnahmeberechtigt sind alle Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ihr solltet über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötigen wir das Einverständnis eurer Erziehungsberechtigten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Für evtl. Verlust auf dem Postweg übernehmen wir keine Haftung. Mit der Teilnahme an diesem Gewinnspiel erklärt ihr euch einverstanden, dass euer Name für die Gewinner-Bekanntgabe auf unseren Blogs veröffentlicht wird und eure Adresse für den Versand des Gewinns an den Verlag weitergegeben werden darf. Nach der Gewinnerbekanntgabe habt ihr 48 Stunden Zeit, euch zu melden. Ansonsten müssen wir neu auslosen.

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4 thoughts on “Read & Speak zu Nachtwild – Tag 4: Verhalten in Ausnahmesituationen

  1. Hallo Sonja!
    Das ist wirklich ein Thema, das man stundenlang besprechen kann! Ich denke auch, in Ausnahmesituationen ist der rationale Verstand ausgestaltet und instinktive Handeln übernimmt die Führung.

    Und ja, ich hab mich auch schon in einer Situation wiedergefunden, wos auch Fr mich hätte unlustig werden können. Ich hab jemandem die Tasche mit Katuenfuttetdosen an den Kopf gehauen, der einen anderen verwendet hat. Auf offener Straße. Und niemand hat es unternommen. Gut für mich, dass der Typ mit wirrem Blick weggerannt ist! Aber ich musste mir Schimpfe von der Polizei und meinem Mann hinterher gefallen lassen…

    Jetzt werd ich mal flott meine Mail schicken :)

    Liebst
    Bine

  2. Hallo und guten Tag,

    ich denke mir, Ausnahmesituationen haben auch Ausnahmeregeln und ich denke daher, dass ist es genau was den Unterschied macht und solange das dann nicht die Regel ist….passt es auch…

    LG..Karin…

  3. Es ist immer so einfach zu behaupten, was man selbst in Gefahrensituationen machen würde. Aber wenn es dann einmal soweit ist …
    Wohl dem, der die richtigen Entscheidungen trifft.

    Danke für deinen tollen Beitrag.
    Liebe Grüße
    Thea von Krimines Bücherblog

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