Iron Flowers – Die Rebellinnen von Tracy Banghart

Iron Flowers von Tracy Banghart hörte sich für mich vom ersten Moment an schon so richtig gut an! Eine Mischung aus „Selection“ und „Die Tribute von Panem“? Gekauft! Auch wenn ich natürlich weiß, dass solche Versprechungen selten gehalten werden, aber die Richtung alleine klingt ja schon gut, nicht wahr? Und so musste ich dieses Buch auch sofort lesen nachdem es hier angekommen war …

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Sauerländer Verlag | Gebundene Ausgabe | ca. 384 Seiten | 16,99 Euro | April 2018 | Originaltitel: Grace and Fury | Übersetzer: Anna Julia Strüh | ISBN: 978-3737355421

Inhalt

(lt. amazon.de):

Sie haben keine Rechte.
Sie mussten ihre Träume aufgeben.
Doch sie kämpfen eisern für Freiheit
und Liebe.

Sie sind Schwestern, könnten unterschiedlicher nicht sein und sind dennoch unzertrennlich. Nomi ist wild und unerschrocken, Serina schön und anmutig. Und sie ist fest entschlossen, vom Thronfolger zu seiner Grace auserwählt zu werden, und ihr von Armut und Unterdrückung geprägtes Leben gegen eines im prunkvollen Regentenpalast einzutauschen. Doch am Tag der Auswahl kommt alles anders: Die Schwestern werden auseinandergerissen – und ein grauenhaftes Schicksal erwartet sie, auf das sie niemand vorbereitet hat.

Die neue Serie für alle »Selection«-Fans: ein aufregendes Setting, junge starke rebellische Frauen, mitreißende Spannung und viel Romantik!

Gewähltes Zitat

Sie wusste, dass sie recht hatte. Vielleicht würde sie dafür sterben, aber zu ihren eigenen Bedingungen zu sterben, war besser, als zum Mörder zu werden und weiterzuleben. Ihre Schwester würde stolz auf sie sein.
Jetzt war Nomi nicht mehr die einzige Rebellin.

(S. 253)

Meine Meinung

Die Schwestern Serina und Nomi könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie leben in einer Gesellschaft, in der Frauen keinerlei Rechte haben und immer vom Wohlwollen der Männer abhängig sind. Während Serina sich mit ihrem Schicksal klaglos abfindet und sich auf ihre Rolle als Grace an der Seite des Thronfolgers vorbereitet, kann Nomi es nicht akzeptieren, dass sie nicht die selben Rechte wie ihr Bruder hat und auch nicht lesen lernen darf.
Als schließlich Serinas großer Tag gekommen ist und sie mit Nomi als Dienerin an ihrer Seite die Reise antritt um endlich zur Grace des Thronfolgers berufen zu werden, wendet sich das Blatt und die Schwestern müssen die Rollen tauschen. Während Nomi sich nun als Grace behaupten muss, kämpft Serina ums nackte Überleben …

Dieses Buch bietet wirklich eine Geschichte mit einer ungewöhnlichen Mischung. Zum einen ist es eine romantische Geschichte über eine sich anbahnende Liebe und zum anderen ist es eine brutale, rebellische Geschichte über das Schicksal eines ganzen Landes.

Die Story spielt in einem Land, in dem Frauen keine Recht haben und ohne einen Mann an ihrer Seite komplett entmündigt sind. Frauen dürfen nicht selbst entscheiden, sie dürfen sich nicht einmal bilden, nicht lesen lernen. Der herrschende Regent ist grausam und bestraft jegliche Zuwiderhandlung der Frauen hart.
Er und auch sein Thronfolger suchen sich alle drei Jahre drei Frauen aus, die seine Graces werden. Fortan müssen sie ihm zur Stelle sein wann immer er dies verlangt.
Diese Vorstellung alleine ist schon wirklich erschreckend und passt irgendwie auch gerade gut zur aktuellen #metoo-Bewegung. Ganz so schlimm wie im Buch ist es in unserer Gesellschaft zwar nicht, aber in vielen Teilen der Erde schaut es leider ähnlich aus. Dieses Wissen vor Augen macht diese Geschichte meiner Meinung nach noch einmal härter.

Im Fokus der Geschichte stehen die zwei Schwestern Nomi und Serina, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Serina sich total in ihre Rolle als untergeordnete Frau eingefunden hat und darin aufgeht für ihre zukünftige Rolle als Grace des Thronfolgers zu üben und zu lernen, ist Nomi wild und rebellisch und hat sogar heimlich das Lesen gelernt. Sie kann nicht verstehen, warum ihr nicht die selben Rechte zustehen wie ihrem Bruder und jedem anderen Mann auch. Die eine ist die Prinzessin, die andere die Rebellin.

Die beiden Schwestern müssen aber bald darauf die Rollen tauschen, als etwas total unvorhergesehenes passiert.
Serina landet auf der Frauen-Gefängnis-Insel, auf der sie ab sofort um ihr Überleben kämpfen muss. Eine total ungewohnte Rolle für sie, die sie doch ihr Leben lang für ein Leben als Prinzessin vorbereitet wurde. Ähnlich hart ist es auch für die rebellische Nomi, die sich plötzlich in der Rolle als Grace wieder findet und ihren Widerstand aufgeben muss, wenn sie überleben will.

Tatsächlich halten sich beide sehr gut in ihren neuen Rollen und machen eine erstaunliche Entwicklung durch. Mir hat diese Geschichte wirklich gut gefallen und ich bin nur so durch die Seiten gerast.
Der Schreibstil von Tracy Banghart, die uns die Story aus der Sicht beider Schwestern präsentiert, ist wirklich sehr, sehr gut und flüssig zu lesen. Die fast 400 Seiten gingen rasch vorbei und ich war erstaunt, als ich schließlich schon am Ende angelangt war.

Das Ende hatte es dann auch in sich. Das Buch endet mit einem bösen Cliffhanger und natürlich will man nun wissen, wie es weiter gehen wird. Und natürlich hoffe ich, dass wir nicht mehr allzu lange auf die Fortsetzung werden warten müssen.

Fazit

Iron Flowers von Tracy Banghart überraschte mich mit zwei völlig gegensätzlichen Elementen. Zum einen gibt es da den Handlungsstrang, der irgendwie an die prinzessinnenhafte „Selection“-Reihe erinnert und dann ist da auch noch der brutale Teil, der eher in die „Panem“-Richtung geht. Mir hat diese Kombination gut gefallen und so bin ich nur durch die Seiten geflogen. Ein gelungener Reihenauftakt und ich hoffe, dass wir nicht mehr allzu lange auf Band 2 warten müssen …

Meine Wertung

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