Ich sehe was, was niemand sieht – Tim O’Rourke

ichsehewaswasniemandsieht

Chicken House Verlag
Broschierte Ausgabe
ca. 368 Seiten
14,99 Euro
Februar 2015
Originaltitel: Flashes
ISBN: 978-3551520746

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Inhalt

(lt. amazon.de):

Charley sieht Dinge, die sonst niemand sieht. Ihre Visionen sind wie Blitze, kurz und intensiv – ein Mädchen, Schreie, das Rattern eines Zugs. Charley ist felsenfest davon überzeugt, dass sie Verbrechen sieht, bevor sie geschehen. Niemand glaubt ihr, bis auf Tom. Der attraktive junge Police Officer bearbeitet gerade seinen ersten Fall: ein totes Mädchen, das auf Bahngleisen gefunden wurde. Während die Polizei noch nach der Todesursache sucht, hat Charley wieder Visionen: ein anderes Mädchen, Schreie, das Rattern eines Zugs … Ein packender Mystery-Thriller! Mit Special: exklusive Bonusgeschichte!

Gewähltes Zitat

Charley, hilf mir!

Mein Mund war trocken und ich hatte plötzlich den Geschmack von totem Tier am Straßenrand auf der Zunge. Wo kam der bloß her?
»Lass mich in Ruhe«, flüsterte ich. »Bitte lass mich einfach in Ruhe, wer immer du bist.«

(S. 202)

Meine Meinung

Die junge Charley sieht schon seit sie ein kleines Kind war immer wieder diese Blitze. Visionen von Leuten, die sterben, Morde. Sie weiß allerdings nicht, ob diese Visionen echt sind oder nur ihrer Fantasie entspringen, bis sie eines Tages erfährt, dass sich eine junge Frau von einem Zug überrollt wurde. Die Polizei geht von einem Suizid aus, Charley aber von einem Mord. Genau das, was sie zuvor in ihrer Vision sah. Als schließlich auch ihre Freundin bei einem solchen Unglück ums Leben kommt, fängt sie an nachzuforschen und trifft dabei auf den jungen Polizisten Tom, der ebenfalls nicht an einen Suizid glaubt …

Das Buch hörte sich so richtig gut an und auch der Titel sagte mir zu, so dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Jugendthriller mag ich ja eh gerne und so war ich gespannt, was dieser Jugendthriller aus der Feder von Tim O’Rourke zu bieten hatte.
Optisch macht das Buch ja schon was her und mir gefällt der Titel auf dem Cover, der von unten nach oben gelesen wird, also in aufsteigender Reihenfolge der immer größer werdenden Worte. Das sorgte schon alleine für ein wenig Spannung – zumindest bei mir.

Erzählt wird die Geschichte dann auch abwechselnd aus der Sicht von Charley und Tom.
Diese beiden Figuren mochte ich auch wirklich gerne. Charley ist teils zwar ein wenig anstrengend und ich verstand auch nicht, wieso sie nicht einfach offen mit ihrem Problem – also den Blitzen – umgeht und darüber mit Experten spricht, denn im Normalfall geht man ja davon aus, dass es sich um physische Probleme handelt, die behandelbar sind. Stattdessen zieht sich dieses Problem über Jahre hinweg und beeinträchtigt ihr Leben. Andersrum kann es natürlich sein, dass ihr Vater auch viel mehr damit zu tun hatte und sie unter Druck gesetzt hat damit hinterm Berg zu halten. Vorstellen kann ich mir das nach seinen beschriebenen Reaktionen, so wirklich klar ersichtlich ist dies allerdings nicht.
Tom mochte ich eigentlich auch ganz gerne, aber auch hier hatte ich ein paar Probleme mit seiner Motivation weiter nachzuhaken im Fall Kerry. Natürlich steckte da mehr hinter, aber das konnte er zu Beginn ja gar nicht wissen. Da hätte ich mir noch ein wenig mehr Information gewünscht um ihn besser verstehen zu können.
Für ein Jugendbuch reicht es aber eigentlich aus, es wäre nur das Sahnehäubchen gewesen, was dieses Buch zu etwas wirklich besonderem gemacht hätte.

Der Geschichte selbst schwingt die gesamte Zeit über eine düstere und bedrückende Atmosphäre mit. Hier hat der Autor also ganze Arbeit geleistet. Die Stimmung wird schön zum Leser transportiert, so dass auch ich die Verzweiflung, die gerade Charley spüren musste, zu spüren bekam.

Die Story ist ansonsten sehr spannend und lässt einen nicht mehr los, weil es hier auch zwei mögliche Wege gibt alles zu interpretieren. Der eine ist der psychologische, der andere der fantastische Weg. Weiter möchte ich hier rauf auch gar nicht eingehen um nicht unnötig zu viel zu verraten, aber gerade diese Option hat die Geschichte für mich noch einmal viel spannender gemacht, so dass ich unbedingt weiter lesen musste um zum Schluss zu kommen und alles zu erfahren.

Fazit

Ich sehe was, was niemand sieht ist ein toller und wirklich gelungener Jugendthriller mit einer sehr dichten und bedrückenden Atmosphäre und einer Geschichte, die einem bis zum Schluss nicht mehr los lässt!

Meine Wertung

RegenbogenRegenbogenRegenbogenRegenbogen

2 thoughts on “Ich sehe was, was niemand sieht – Tim O’Rourke

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