Das Spiel von Liebe und Tod – Martha Brockenbrough

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Loewe Verlag | Gebundene Ausgabe | ca. 400 Seiten | 18,95 Euro | Juli 2016 | Originaltitel: The Game of Love and Death | Übersetzer: Jessika Kumina, Sandra Knuffinke ISBN: 978-3-7855-8262-6

Inhalt

(lt. amazon.de):

Unser Geheimtipp für junge Erwachsene: Eine hinreißende Liebesgeschichte, die weit über das Einzelschicksal hinausgeht. Liebe und Tod als Personifikationen ihrer selbst in einem tödlichen Wettstreit um die Gefühle zweier Liebender.
Romeo und Julia, Kleopatra und Mark Anton, Napoleon und Josephine, sie alle waren schon Figuren in dem jahrtausendealten Spiel von Liebe und Tod. Die Regeln sind einfach. Verlieben sich die Paare vor dem ausgewürfelten Termin, hat die Liebe gewonnen, trennen sie sich, triumphiert der Tod und einer der Liebenden muss sterben.
Immer wieder steht Henry vor der Tür des Jazzclubs, in dem Flora allabendlich singt. Er ist hingerissen von der schönen jungen Frau, ihrer Stimme und ihrer Musik. Flora dagegen versucht lange, sich gegen ihre Gefühle zu wehren. Ihre Haut ist schwarz und eine Beziehung mit einem weißen jungen Mann ist im Seattle des Jahres 1937 völlig ausgeschlossen.
Was Flora und Henry nicht wissen: Sie sind nur Figuren in einem uralten Spiel, in dem die Liebe selbst und ihr alter Widersacher Tod menschliche Gestalt angenommen haben. Und beide nutzen all ihre manipulativen Fähigkeiten, um zu gewinnen.

Gewähltes Zitat

Die sanfte Berührung des Regens verlieh ihm den Eindruck, als sei er zufällig in eine Zauberwelt hineingestolpert. Er war sich nicht sicher, in welche Richtung er sich bewegen sollte. Und er frage sich, wie ernst Flora es gewesen war, als sie gesagt hatte, zwischen ihnen dürfe nie etwas passieren, nie nicht heute und nicht irgendwann.

(S. 145)

Meine Meinung

Die 17jährigen jungen Menschen Henry und Flora haben auf dem ersten Blick nicht viel gemeinsam. Er kommt aus gutem Hause, wurde nach dem Tod seiner Eltern zwar von den Eltern seines besten Freundes adoptiert, müsste sich aber um seine Zukunft keine Sorgen machen. Sie lebt nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Großmutter und muss für den gemeinsamen Lebensunterhalt hart arbeiten. Ihr größtes Hobby ist Fliegen. Er ist weiß, sie schwarz. Die größte Gemeinsamkeit ist, dass sie beides Spielfiguren von Liebe und Tod sind, deren Spiel darauf besteht darauf zu wetten, dass die beiden sich verlieben oder nicht. Gewinnt Liebe, ist alles gut. Gewinnt Tod, muss einer von beiden sterben…

Die Geschichte hörte sich richtig interessant und neu an! Die erste Überraschung war dann schon, dass die Geschichte zum überwiegenden Teil im Jahre 1937 spielte. Das hat mich dann doch ein wenig erstaunt, denn davon war vorher nirgendwo die Rede. Ich mag diese Zeit allerdings und fand die Geschichte dann umso spannender. So richtig schwappte das Feeling dieser Zeit allerdings nicht rüber, denn eigentlich war die Zeit in der sich alles abspielte hauptsächlich bedeutend, weil die damals noch so große ‚Rassenunterschiede‘ gemacht wurden. Dieses Thema ist auch recht groß in der Geschichte und fand ich ziemlich interessant und soweit gut dargestellt. Ansonsten gibt es lediglich noch die Club-Geschichten mit der Jazz-Musik die die damalige Zeit kennzeichnen, ebenso wie einige historische Ereignisse, die angeschnitten werden, ansonsten geht es um Probleme, die es ebenso gut in der Gegenwart geben könnte. So gesehen ist es also nicht wirklich bedeutend, dass die Geschichte in der Vergangenheit spielte, den Lesefluss stört das zu keiner Zeit.

Tod und Liebe, die in dieser Geschichte personifiziert sind, haben sich also ein Spiel ausgedacht und sich Spielfiguren auserkoren. Allein die Tatsache, dass so etwas gemacht wird ist eigentlich total bescheuert, aber für die Geschichte natürlich klasse. Was ich aber trotzdem nicht gut fand, war, dass ihnen am Ende doch irgendwie verziehen wurde. Obwohl hier mit Menschenleben gespielt wurde, ist die Empörung seitens der gezwungenen Spieler einfach verpufft. Das kam mir einfach nicht glaubhaft vor.

Obwohl das Buch wirklich schön geschrieben wurde und die Figuren sehr detailliert und authentisch geschildert wurden, kamen die beschriebenen Gefühle bei mir leider nicht an. Weder die aufkeimende Liebe zwischen den Figuren, noch der Verlust konnte mich wirklich berühren. Das Ende ist eigentlich eins zum Heulen gewesen, wirklich schön, aber so richtig kam das einfach nicht bei mir an. Mir war das einfach zu nüchtern geschildert, so dass ich selbst einfach nicht mitfühlen, mitfiebern konnte. Sehr schade, denn das hätte das Buch wirklich zu etwas besonderem gemacht!

Fazit

Die Idee von „Das Spiel von Liebe und Tod“ fand ich wirklich klasse und der überwiegende Teil der Geschichte hat mir auch wirklich gut gefallen. Gerade die ‚Rassenunterschiede‘ der damaligen Zeit sind Geschichten wert. Was mir gefehlt hat, das waren die Emotionen. Trotz des tollen Stils von Martha Brockenbrough und der wunderbaren Figuren konnten mich die Gefühle einfach nicht erreichen, mir war das alles zu nüchtern. Sehr schade, ansonsten wäre das Buch wirklich überragend gewesen!

Meine Wertung

6 thoughts on “Das Spiel von Liebe und Tod – Martha Brockenbrough

  1. Huhu Nicole
    Da „Das Spiel von Liebe und Tod“ auch noch auf mich wartet, habe ich jetzt erst einmal dein Fazit gelesen. Schade, dass da die Emotionen fehlen, wenn das Buch so klasse ist. Ich bin gespannt, wie es mir gefallen wird.
    Sehen wir uns eigentlich nächstes Wochenende in Würzburg?
    lg Favola

  2. Guten Morgen Nicole,
    dieses Buch steht allein wegen des Titels ganz oben auf meinem Wunschzettel. Nun habe ich aber schon mehrere Meinungen gelesen, die trotz der tollen Idee eher durchwachsen ausfallen und nun bin ich, ehrlich gesagt, ein wenig hin und hergerissen. Es wird sicher nicht von meinem Wunschzettel fliegen, nein, aber wahrscheinlich wird es nun endgültig ein wenig weiter nach unten verschoben.

    Ganz liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    Maike

    PS: Ich LIEBE deinen Wurm am Haken. <3

  3. Hallo Nicole,
    ich kann Deiner Meinung nur energisch zustimmen. Ich hab das Buch ..hm ich glaub im April … auf Englisch gelesen, weil mir Cover und Beschreibung zu gut gefallen haben. Die Idee finde ich ganz wunderbar und man hätte so viel daraus machen können. Aber wie bei Dir, so ging es auch mir, die Gefühle kamen einfach nicht an. Die Story ist zwar interessant aber sie hat mich nie mitgerissen. Ich hab es nicht abgebrochen aber ich würde es nicht noch einmal lesen. Die Autorin hat sich zu sehr in Details und unwichtigen Sachen verloren, um mich fesseln zu können … schade. Aber hey .. schönes Cover ;-)

    Liebe Grüße,
    Kati

  4. Hallo Nicole,

    von dem Buch habe ich schon so viele unterschiedliche Meinungen gehört und alle waren etwas durchwachsen, ich denke es wandert mal von der oberen Wunschliste etwas weiter nach unten und es kommt nur noch ins Regal, wenn ich gerade nichts anderes finde.

    Liebe Grüße
    Corinna

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