Assassino – Gerd Ruebenstrunk

assassino

bloomoon Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 384 Seiten
16,99 Euro
März 2013
ISBN: 3760786812

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Inhalt (lt. amazon.de):
Nicht zum ersten Mal macht sich die 17-jährige Kati Bergmann mit dem Archäologen Chris Montiel auf die Suche nach verlorenen Schätzen. Doch bei der Recherche nach einer sagenumwobenen etruskischen Gewandfiebel ist alles anders. Bald wird die Forschungsreise zu einem Wettlauf gegen die Zeit!

Zitat:
Chris drehte den Zündschlüssel und der Motor sprang an. Im selben Augenblick stieß er einen erstickten Schrei aus. Kati, die mit ihrem Gurt beschäftigt war, blickte auf. Ilyas war halb über den Fahrersitz gebeugt. Mit einer Hand hatte er Chris’ Kopf an den Haaren nach hinten gerissen, mit der anderen drückte er ihm das Messer an die Kehle.
”Was ist das für eine Teufelei?”, zischte er. Seine Augen waren zu zwei schmalen Schlitzen zusammengepresst und im gelblichen Licht der Laterne sah sein verzerrtes Gesicht wie das eines Dämons aus.
(S. 67)

Kommentar:
Kati und Chris wurden von Katis Vater, einem Milliardär, der antike Stücke sammelt, auf eine Expedition geschickt, um eine verschollene etruskische Gewandfiebel zu suchen und am besten zu finden. Wie sich schnell zeigt, sind Kati und Chris allerdings nicht die einzigen, die nach diesem antiken Artefakt suchen, das eigentlich kaum materiellen Wert hat. Welches Geheimnis steckt also dahinter, dass so viele Gruppierungen hinter der Fiebelscheibe her sind? Als dann auch noch der mysteriöse Ilyas auftaucht, der überhaupt nicht aus dieser Zeit zu stammen scheint, ist Katis Verwirrung perfekt und sie beginnt eigene Nachforschungen über ihren Vater anzustellen …

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich davon abraten würde, den eingeklappten Klappentext des Buches zu lesen, denn dieser nimmt schon eine Menge vorweg, was erst im Laufe der Geschichte aufkommt. Das finde ich wirklich schade und kann nicht verstehen, warum Verlage da nicht genauer drauf achten. Also, meine Empfehlung: Den Klappentext eher nicht lesen! Jedenfalls nicht, vor dem eigentlichen Buch.

Ansonsten ist das Buch optisch ein echter Hingucker. Das Cover ist ein wenig metallisch-Gold glänzend und macht so richtig was her. Auch der Schriftzug schaut klasse aus. Der Typ auf dem Cover ist zwar nicht unbedingt nach meinem Geschmack, könnte aber gut eine der Figuren im Buch, nämlich Ilyas darstellen. So würde ich ihn mir jedenfalls ungefähr vorstellen.

Die Geschichte von „Assassino“ ist durchaus spannend und ich habe mir ein tolles Leseabenteuer gewünscht. Vielleicht eine Mischung aus jungem Indiana-Jones und etwas modernerem wie Twilight vielleicht, aber auf jeden Fall eine spannende Schnitzeljagd. Leider wurden meine Erwartungen diesbezüglich eher enttäuscht.

Direkt zu Beginn habe ich mich gefragt, warum Kati und Chris, die beide noch sehr jung sind, Kati ist noch nicht einmal volljährig, von Katis Vater mit so einer Aufgabe betraut werden, aber nun gut, beide sind wohl qualifiziert genug, denn beide sind hochbegabt und haben einen überdurchschnittlichen IQ. So macht die Schnitzeljagd sogar Spaß, das kann man sich vorstellen. Als dann aber zu einem späteren Zeitpunkt, als dieser Auftrag schon gefährlich zu werden drohte, dann rauskam, warum Katis Vater diese Scheibe überhaupt haben möchte, da habe ich dann doch überhaupt nicht mehr verstanden, warum er damit seine Tochter beauftragt und nicht Profis. Er ist Milliardär, die könnte er sich wohl locker leisten. Die Begründung dazu schien mir ein wenig lasch.

Kati selbst ist eine recht ambivalente Figur, jedenfalls kommt sie bei mir so an. Zum einen hochintelligent, zum anderen aber total unsicher, vor allem im Umgang mit Menschen und Gefühlen. Okay, das kann natürlich passieren, dieses Problem haben ja einige hochintelligente Menschen, dass sie emotional eher weniger intelligent sind, aber irgendwie hat man es Kati nicht so recht abgenommen. Hinzu kommt noch, dass sie das eine denkt und davon überzeugt ist, aber etwas anderes wirklich tut, bzw. sich dann doch nicht mehr so sicher ist, wenn es darauf ankommt. Kati konnte ich einfach nicht so recht einschätzen.
Die nächste, wirklich interessante Figur wäre dann Ilyas. Seine Geschichte fand ich total interessant. Eine tolle Idee, ich will hier nicht näher drauf eingehen um nicht zu viel zu verraten, aber mir hat die Geschichte wirklich gefallen, nur Ilyas als Figur fand ich nicht überzeugend genug. Am Anfang hat er noch sehr gut den Unwissenden gemimt, später wusste er nach meinem Empfinden dann zu viel und kam in der für ihn ja fremden Welt viel zu gut zurecht.

Die Suche nach der Fiebelscheibe kam leider auch irgendwie zu kurz. Jahrelang hat da angeblich niemand etwas zu finden können und dann, als es endlich mal jemand ernsthaft versucht hat, ging es ruck-zuck, ohne große Probleme. Okay, das einzige Problem war, dass sich unterschiedliche Parteien um die Scheibe gekloppt haben, aber die Suche an sich war kein Problem. Das fand ich schade. Hier hätte ich mir mehr Abenteuer und mehr Rätsel gewünscht, statt Käbbeleien untereinander.

Insgesamt war es aber eine schöne Geschichte, die ich trotz aller Kritik und Anmerkungen gerne gelesen habe. Und ich bin auch an einer Fortsetzung interessiert, denn der Cliffhanger ist wirklich böse. Trotzdem kann ich hierfür nur drei Sterne geben und hoffe, dass der zweite Band wieder einiges wett machen wird, was dem ersten einfach gefehlt hat und das wäre erstens ein wenig mehr Glaubhaftigkeit und zweitens Abenteuer!

Silber: das erste Buch der Träume – Kerstin Gier

silberdaserstebuchdertraeume

FJB Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 416 Seiten
18,99 Euro
Juni 2013
ISBN: 3841421059

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Inhalt (lt. amazon.de):
Endlich – Der erste Band der neuen phantastischen Trilogie von Kerstin Gier:
Silber – Das erste Buch der Träume
Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen …

Zitat:
”Aber rumgeknutscht habe ich schon. Total oft.” Jedenfalls im Traum. Einmal – und dafür schämte ich mich heute noch – sogar mit Justin Bieber. Meine Erfahrungen in der Realität konnte ich dagegen an einer Hand abzählen. An zwei Fingern um genau zu sein.
(S. 156)

Kommentar:
Liv Silber ist fast 16, als sie mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester Mia erneut umzieht. Zum sechsten Mal und zum sechsten Mal in ein anderes Land. Dieses Mal wird die Familie in London sesshaft, wo Livs Mutter einen neuen Partner gefunden hat, der selbst zwei Kinder hat, die etwas älter sind als Liv. Grayson und Florence sind Zwillinge und gehen auf die selbe Schule zu der auch Liv und Mia ab sofort gehen. Grayson gehört zur beliebtesten Clique der Schule, einer Jungs-Clique, die erfolgreiche Basketball-Spieler sind. Als Liv schließlich entdeckt, dass die vier Jungs ein gemeinsames Geheimnis hüten, ist ihre Neugier geweckt und sie versucht hinter das Geheimnis ihres neuen Bruders und seiner Freunde zu kommen. Dabei macht sie auch nicht davor Halt sich in Graysons Träume zu träumen und dort weiter zu spionieren. Dabei kommt sie dem Geheimnis auf der Spur und ist auf einmal selbst mitten drin im Geschehen. Und so ganz nebenbei verliebt sich Liv auch noch …

Endlich! Für mich stand vorher schon fest, dass das neue Jugendbuch von Kerstin Gier mein Jahreshighlight sein würde. Genauso ungeduldig habe ich auch auf dieses Buch gewartet und wurde – natürlich! – nicht enttäuscht! Es ist ein Buch in typischer lockerer, leichter, frecher Kerstin Gier-Manier, aber trotzdem nicht das selbe wie ihre bisherigen Jugendbücher. „Silber“ hat eine tolle und einzigartige Idee und was das Buch so leicht und einzigartig macht ist der unverkennbare Schreibstil der Autorin. Manchmal kommt mir in den Kopf, dass die Autorin schreibt, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Einfach total offen und frech. So ganz stimmt das bestimmt nicht, aber die Bücher von Kerstin Gier transportieren so eine entspannte Unbeschwertheit, dass es einfach eine wahre Freude ist sie zu lesen. So auch wieder bei diesem Buch!

Bevor man das Buch aufschlägt, kommt man nicht daran vorbei, das schöne Cover zu bewundern. Neben vielen Ranken und Schnörkeln, gibt es natürlich auch eine Tür, denn diese haben im Buch noch eine besondere Bedeutung und auch ohne Schutzumschlag schaut das Buch toll aus, also auf jeden Fall mal den Umschlag ablösen und nachsehen!

Die Hauptfigur ist Liv Silber, nach ihr wurde auch das Buch benannt, „Silber“. Liv ist ein recht normaler 16jähriger Teenager und eine tolle Figur, sehr authentisch. Da aus Livs Sicht geschrieben wird, kann man sich als Leser gut in die sympathische Liv reinversetzen.
Das schöne an der Geschichte ist, dass sie absolut und total realistisch erscheint, Kerstin Gier schreibt immer sehr nah an ihrer Zielgruppe und flicht auch viele aktuelle Trends mit ein, so dass mir die Lektüre immer total realitäts- und zeitnah erscheint. Dazu kommt dann ein wenig Phantastik und das so wunderbar eingeflochten, dass selbst die Hauptfiguren davon überrascht sind. Als Leser liest man diese Geschichte also nicht nur, man kann sie selbst miterleben!

In diesem Buch hat Kerstin Gier sich als kleines Goodie zur Auflockerung (nicht, dass diese Geschichte eine Auflockerung wirklich nötig hätte ;)) etwas nettes einfallen lassen. In unregelmäßigen Abständen gibt es nämlich immer mal wieder 2-3 Seiten voll mit Blog-Einträgen von einer ominösen Secrecy, die ebenfalls Schülerin an der Schule ist, zu der Liv geht. In diesen Einträgen lästert Secrecy vor sich hin und trägt den neusten Schulklatsch und -tratsch in die Welt. Da niemand weiß wer sich hinter diesem Pseudonym verbirgt, kann sie dies auch ungehemmt. Eine tolle Idee, denn so erfahren wir als Leser auch noch so ein paar Details nebenbei und nicht direkt aus Livs Sicht. Ich habe diese kleinen Blogeinträge des Tittle-Tattle-Blogs zwischendrin sehr genossen! Wer mehr darüber erfahren will, der sollte auch Mal den oben markierten Link besuchen, der Fischer Verlag hat da nämlich etwas nettes vorbereitet.

Da dies der erste Band dieser neuen Jugendbuchreihe ist, endet es natürlich mit einem Cliffhanger, wenn auch nur einem kleinen und keinem so richtig bösen. Dennoch kann ich es kaum erwarten, bis es endlich „Das zweite Buch der Träume“ geben wird, auf das wir noch bis nächstes Jahr warten müssen. Lust auf die Fortsetzung macht Kerstin Gier einem selbst noch in ihrem Nachwort, indem sie ankündigt, was für offene Fragen in der Fortsetzung noch darauf warten beantwortet zu werden. Und auch, wer wohl hinter „Secrecy“ und dem Tittle-Tattle-Blog steht! Ich bin sehr gespannt!

Von mir gibt es für diesen tollen Roman die volle Punktzahl mit Sternchen!

Gelöscht – Teri Terry

geloescht

Coppenrath Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 430 Seiten
17,95 Euro
Juni 2013
Originaltitel: Slated
ISBN: 364961183X

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Inhalt (lt. amazon.de):
Kylas Gedächtnis wurde gelöscht,
ihre Persönlichkeit ausradiert,
ihre Erinnerungen sind für immer verloren.
Kyla wurde geslated.
Aber die Stimmen aus der Vergangenheit lassen die Sechzehnjährige nicht los hat sie wirklich unschuldige Kinder bei einem Bombenanschlag getötet? Zählte sie zu einer Gruppe von gefährlichen Terroristen? Und warum steht ein Bild von ihr auf einer geheimen Webseite mit vermissten Kindern?
Kyla wird immer wieder von Flashbacks aus ihrem früheren Leben eingeholt und merkt allmählich, dass ihre wahre Identität ein großes Geheimnis birgt. Gemeinsam mit Ben, einem anderen Slater, in den sie sich verliebt, begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit doch wem kann sie überhaupt noch vertrauen?

Zitat:
”Mein Name war Lucy Connor. Ich wurde als vermisst gemeldet, als ich zehn Jahre alt war. Ich hatte ein graues Kätzchen und jemand hat meine Finger gebrochen. Und jemand vermisst mich.” 
(S. 225)

Kommentar:
Kylas Erinnerungen, ihre gesamte Persönlichkeit wurde gelöscht. Sie wurde geslated und hat sich vertraglich dazu verpflichtet einen Neuanfang in einer neuen Familie zu wagen. Einer Familie und einer Umgebung, die sie überhaupt nicht kennt. Ebenso wie sie den Rest der Welt nicht kennt. Bei der Eingliederung wird sie ständig von unterschiedlichen Personen überwacht, die laut eigener Aussage nur das Beste für Kyla wollen. Und von ihrem Levo, einem elektronischen Armband, welches ihre Stimmung kontrolliert und sie abschalten kann, wenn der Wert zu tief sinkt. Aber Kyla ist anders als andere Slater. Sie hat merkwürdige Träume und kann sich an Bruchstücke ihres alten Lebens erinnern. Aber das darf niemand wissen, denn dieses Leben ist ihre letzte Chance. Wem kann Kyla also noch trauen?

“Gelöscht” ist ein echter Pageturner, ich konnte überhaupt nicht mehr aufhören zu lesen. Die kurzen Kapitel, von denen es 51 gibt, machen es einen auch nicht besonders einfach, denn ständig denkt man „ein Kapitel geht noch“ und auch der Schreibstil ist flüssig, angenehm und einfach – typisch für ein Jugendbuch.
Das Cover gefällt mir besonders. Es ist ein wenig düster in dunklen Farben gehalten. Das Mädchen auf dem Titel könnte gut die Hauptfigur des Buches Kyla sein: weiblich, sechszehn Jahre alt, blonde Haare, grüne Augen.

Die Autorin mit dem schönen Namen Teri Terry hat hier einen überzeugenden Jugendroman geschrieben. Ich konnte mich beim Lesen die meiste Zeit sehr gut in Kyla hineinversetzen und ihre Situation, dass wirklich alles neu für sie ist, nachvollziehen. Ich denke, etwas so zu beschreiben ist nicht einfach, denn wer verliert schon Mal sämtliche Erinnerungen.

Wie auch Kyla muss auch der Leser diese Welt im Jahre 2054 erst einmal kennen lernen, denn sie wird nicht von Anfang an klar umrissen. Wir erfahren erst im Verlaufe des Buches wie sehr sich die Welt verändert hat, wie viel in diesem England der Zukunft schief läuft, wo Menschen einfach spurlos verschwinden und Meinungsfreiheit und Menschenrechte nur noch veraltete Begriffe ohne Bedeutung sind. Besonders interessant fand ich dabei, dass die Autorin als Gründe für diese veränderte Welt Dinge nennt, die gerade in unserer Gegenwart sehr aktuell sind und uns auch heute schon beschäftigen. Ich werde an dieser Stelle nicht konkreter, weil ich nicht spoilern will.

Ebenso muss auch der Leser erst nach und nach herausfinden, welcher Person Kyla nun trauen kann und welchen nicht. So ganz klar wird dies nämlich auch nicht hervor gehoben, denn bis zum Ende wird nicht so ganz klar, auf welcher Seite viele Figuren denn nun stehen.

Generell merkt man diesem Buch aber an, dass es der erste Teil einer Reihe ist. Die Spannung ist zwar von Anfang bis zum Ende konstant, aber ein großes Finale gibt es jetzt nicht direkt. Viele kleinere Höhepunkte allerdings schon.
Außerdem bleiben die meisten Fragen bis zum Schluss unbeantwortet, weswegen ich jetzt erst einmal auf den sprichwörtlichen heißen Kohlen sitze, denn die deutsch Fortsetzung wird es leider erst im Frühjahr 2014 in unsere Buchhandlungen schaffen. Leider, denn ich habe Kyla jetzt schon Herz geschlossen und bin schon jetzt wahnsinnig gespannt, wie es weiter gehen wird.

Von mir gibt es für dieses absolut mitreißende und überzeugende Debüt die volle Sternzahl!

Enders – Lissa Price

enders

ivi-Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 352 Seiten
15,99 Euro
Mai 2013
Originaltitel: Enders
ISBN: 3492702643

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Inhalt (lt. amazon.de):
Mit ihrem Bestseller »Starters« zog Lissa Price rund um den Globus unzählige Leser in ihren Bann. Doch viele Rätsel um die dunkle Welt der 16-jährigen Callie blieben offen. Nun findet der futuristische Thriller seinen furiosen Abschluss. Die 16-jährige Callie lebt in einer Welt, in der eine unheimliche Katastrophe alle getötet hat, die nicht schnell genug geimpft werden konnten – nur sehr junge und sehr alte Menschen haben überlebt. Während die Alten ihren Reichtum seitdem stetig mehren, verfallen die Jungen einer anscheinend ausweglosen Armut. Die einzige Möglichkeit für die jugendlichen Starters, an Geld zu kommen, war bislang die Body Bank. Dort konnten sie ihre Körper an alte Menschen vermieten, um so ihr Überleben zu sichern. Callie ist es gelungen, die Machenschaften des skrupellosen Instituts zu stoppen. Doch nun sieht sie sich einer viel größeren Gefahr gegenüber: Der Old Man, der mysteriöse Leiter der Body Bank, ist entkommen und trachtet Callie nach dem Leben. In einer erbarmungslosen Jagd wird ihr klar, dass das Geheimnis des Old Man dunkler ist, als sie es jemals erahnen konnte. Denn der Schlüssel dazu liegt in ihrer eigenen Vergangenheit verborgen.

Zitat:
In den nächsten Wochen wuchs die Zahl der Bewohner des Labors rasant an. Wir holten immer mehr Starters zu uns. Die meisten konnten wir inzwischen mit Worten überzeugen; Gewalt war fast nie nötig. Aber egal, welche Methoden wir anwandten – alle blieben. 
(S. 103)

Kommentar:
Callie hat den Old Man immer noch in ihrem Kopf. Leider kann der Chip nicht entfernt werden, so dass Callie ihn auch nicht los werden kann. Das ist insofern sehr schlecht, weil er ihr eindrucksvoll beweist, dass er die Chips explodieren lassen könnte. Bei allen Chipträgern, nicht nur bei ihr. Als Callie schließlich auf einen jungen Mann trifft, der ihr helfen will sich gegen den Old Man zu wehren um mit ihrem Bruder Tyler endlich in Ruhe leben zu können, gerät wieder alles aus den Fugen und Callie ist wieder auf der Flucht …

Nachdem „Starters“ mit damals so extrem begeistern konnte war „Enders“ natürlich Pflichtlektüre für mich und ich habe mich richtig darauf gefreut. Natürlich lagen die Erwartungen auch hoch. Zu hoch leider.

Ich sich ist die Geschichte toll, alles in sich stimmig, alle Fragen werden beantwortet. Es gibt ein paar überraschende Wendungen, aber ich fand die Auflösung, gerade um den Old Man ein wenig enttäuschend, ich hatte mir da etwas anderes erhofft. Ganz davon abgesehen, dass der zweite Teil schon ziemlich früh recht vorhersehbar war. Ebenso fand ich, dass Callie oftmals ein wenig planlos schien und deswegen auch ich als Leser nicht so recht wusste, wo die Geschichte denn nun hin wollte. Das hat ein wenig gestört.

Trotz aller Kritikpunkte ist aber auch „Enders“ wieder ein tolles Buch mit einem mitreißenden, wenn auch einfachen Schreibstil. Interessant fand ich, dass es einige neue Figuren gab, das brachte noch ein wenig frischen Wind in die Geschichte.
Was ich im ersten Band so toll fand, nämlich, dass man mit Callie miträtseln konnte, was in der Zeit passiert war, wo ihr Körper von jemand anderen übernommen wurde, fiel hier leider komplett weg. Noch ein paar solcher Episoden hätte ich spannend gefunden.

Insgesamt gibt es für den zweiten und letzten Teil dieser Dilogie von mir vier Sterne, weil er toll, aber nicht so gut wie sein Vorgänger war.

Wild – Lena Klassen

wild

Drachenmond Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 380 Seiten
14,90 Euro
März 2013
ISBN: 3931989798

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Inhalt (lt. amazon.de):
Gezähmte Gefühle. Eine Welt ohne Krankheit und Kummer. Kein Leid und keine Leidenschaft. Einmal wöchentlich bekommt jeder in „Neustadt“ seine Glücksinjektion. Trotzdem ist die siebzehnjährige Pi nicht so glücklich wie alle anderen. Stimmt etwas nicht mit ihr? Oder warum darf sie nicht mit Lucky zusammen sein, ihrem besten Freund? Anders zu sein ist gefährlich, denn hinter dem Zaun, der „Neustadt“ umgibt, liegt die Wildnis. Dort herrschen noch Krankheit und Gewalt – und dorthin werden alle verbannt, die aus der Reihe tanzen. Dann geschieht etwas Unfassbares: Die Glücksdroge versagt. Und plötzlich steht Pi vor der Entscheidung ihres Lebens: Liebe oder Freiheit?

Zitat:
Mir war, als hätte ich den Himmel nie zuvor gesehen. Ich hatte gar keine Ahnung gehabt, dass es ihn gab, er war nur immer irgendetwas am Rande meiner Wahrnehmung gewesen. Doch jetzt glühte er. Rosa und goldfarbene Streifen zogen sich über den Horizont. Die Sonne war ein flammender Ball, der das Universum in Brand setzte. Es hatte nichts Bonbonfarbenes, nichts Süßliches an sich. Das hier war Feuer. Es war wild, so voller Leidenschaft, dass es mir den Atem verschlug. Dieses Licht würde sich niemals bändigen lassen.
(S. 142)

Kommentar:
Pi lebt in einer fernen Zukunft, in der die Welt nicht mehr so ist wie wir sie kennen und alle Menschen streng kontrolliert werden. Große Gefühle gibt es nicht mehr, dafür sorgt die Glücksdroge, die jedem Menschen einmal in der Woche gespritzt wird und jeden einfach nur glücklich sein lässt. Leider nicht nur glücklich, sondern auch gleichgültig und starr. Als eines Tages die Dosis Glück nicht funktioniert, erwachen Pi, Lucky und noch zwei weitere Mitschüler aus ihrer Starre, fühlen und denken plötzlich. Aus Angst, man könnte sie in die Wildnis verbannen, wohin all die Verrückten, Kranken und Straftäter befördert werden, versuchen sie sich nichts anmerken zu lassen. Nach und nach begreifen sie allerdings, dass sie ihre neu entdeckten Gefühle nicht mehr missen wollen und suchen verzweifelt einen Weg in die Freiheit, in die Wildnis …

Ich bin auf dieses Buch durch sein wirklich schönes Cover aufmerksam geworden. Der Titel hat mich zwar nicht so sehr angesprochen, aber zusammen mit der Inhaltsangabe und dem Cover wurde ich dann doch neugierig. Zugegeben, bis ca. zur Mitte des Buches fand ich das Cover noch unpassend, ging es doch um eine neu erschaffene Welt in der Zukunft, in der es kaum Gefühle gibt, schon gar keine wilden und unzähmbaren, und auch nichts was auf eine Wildnis hindeuten könnte. Selbst Pflanzen gibt es kaum. Ich war also gespannt, wo mich dieses Buch noch hinführen würde. Nach Beendigung des Buches ist aber klar, dass das Cover doch passend ist und viel Bezug zum Buch hat, ebenso der Titel.

Lena Klassen hat hier auf über 380 Seiten, verteilt auf 38. Kapitel, eine schöne Dystopie geschrieben, die mich in Grundzügen ein wenig an die Armor-Trilogie von Lauren Oliver erinnert hat. Auch in „Wild“ geht es ja um das Thema Liebe, ein Gefühl, das unterdrückt wird. Wirklich vergleichen kann man diese Bücher trotzdem nicht, auch wenn mir beide sehr gut gefallen haben.

Pi war mir als Figur zunächst ein wenig unsympathisch und fand sie ziemlich dumm und mich gefragt, warum man eine Hauptfigur so doof charakterisiert. Das wurde dann klar, als Pi nicht mehr unter dem Einfluss der Droge stand und ihr Verhalten sich änderte. Von da an mochte ich Peas, wie Pi eigentlich heißt, sehr gerne leiden, sie war mir zum Ende des Buches hin richtig ans Herz gewachsen. Ihre beste Freundin Moon hingegen war mir von Anfang an etwas suspekt. Generell fand ich alle Figuren aber sehr interessant, vor allem auch Pis Vater, zu dem ich mir eigentlich noch mehr Information gewünscht hätte. Vielleicht kommt dies ja noch in einem zweiten Teil. Womit wir beim Ende wären …

Das Ende des Buches hat mich dann doch etwas überrascht. Die gesamte Handlung war zwar nicht absolut vorhersehbar, sondern ziemlich spannend und abwechslungsreich, aber trotzdem bewegte sich irgendwie alles noch im Rahmen des zu erwartenden. Das Ende hingegen habe ich so nicht kommen sehen und war doch ziemlich überrascht, ohne jetzt zu viel zu verraten. Ich würde mir sehr wünschen, dass es hierzu schon bald einen zweiten Teil gibt, das muss einfach sein.

Insgesamt hat mir „Wild“ also sehr gut gefallen! Die Autorin hat hier eine neue, recht spannende und abwechslungsreiche dystopische Geschichte geschrieben, die mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt hat. Volle Sternzahl für diesen nicht nur optisch schönen Roman!

Das Tal 2.3: DIe Jagd – Krystyna Kuhn

dastal2.3

Arena Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 260 Seiten
9,99 Euro
Mai 2013
ISBN: 3401066331

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Inhalt (lt. amazon.de):
Das Tal liegt düster zwischen den Berghängen der Rocky Mountains. Ben und die anderen Studenten am Grace College, die seit zwei Jahren merkwürdigen und unerklärlichen Ereignissen ausgesetzt sind, scheinen am Ende ihrer Kräfte. Wer spielt dieses geheimnisvolle und tödliche Spiel mit ihnen? Und was haben ihre Eltern und Großeltern mit der Vergangenheit des Tals zu tun? Während sich überall auf der Welt die Katastrophen häufen, stoßen die acht Studenten endlich auf das Geheimnis. Nun müssen sie ihr ureigenes Erbe antreten. Doch sie kämpfen gegen die Zeit.

Zitat:
Keine Ahnung, ob sie mich überhaupt sehen können. Niemand wundert sich, dass ich völlig außer Atem bin und keuche. Vielleicht bin ich ja unsichtbar. Ich ziehe den Rucksack von den Schultern, um die Kamera laufen zu lassen, und stoße dabei an einen Typen, dessen Haare bis auf die Schultern reichen. Er ist nicht der Einzige, der schon länger nicht mehr beim Friseur gewesen war. Vom Indianerlook bis hin zu Rastalocken ist alles vertreten. Vielleicht handelt es sich um eine Sekte, denn was Mode betrifft, sind die Leute nicht auf dem neusten Stand. (S. 121)


Kommentar:
Als Ben aufhört seine Medikamente zu nehmen, wird er mehr und mehr von Halluzinationen geplagt. Oder sind es gar keine Halluzinationen und er reist in diesen Visionen tatsächlich durch die Zeit in die Vergangenheit des Tals? Während auf der ganzen Welt schreckliche Katastrophen geschehen, das Grace College wegen einer Reihe von Selbstmorden dicht gemacht werden und die Studenten evakuiert werden sollen, knackt Debbie die geheime Datenbank der verstorbenen Angela Finder und deckt ein weiteres dunkles Geheimnis auf…

Statt nur zwei Monate, haben wir nun ganze 13 Monate auf diese Fortsetzung warten müssen. Damit hätte ich ja leben können, auch damit, dass der Erscheinungstermin immer und immer weiter verschoben wurde, ohne Erklärung an die wartenden Leser, aber statt jetzt eine wirklich spannende Geschichte zu bekommen, gibt es mit diesem vorletzten Band der Reihe wieder nur einen Lückenfüller. Leider.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen dieses Mal vor allem Benjamin, aus dessen Perspektive ein Großteil des Buches geschrieben ist, und Debbie und ihrer Suche nach der Wahrheit. Alle anderen Figuren, also Julia, Robert, Chris, Rose, David und Katie kommen allerdings ebenfalls wieder vor und halten mehr denn je zusammen.
Die Spannung bleibt dieses Mal allerdings sehr auf der Strecke. Die Autorin verliert sich in noch mehr kryptischen Andeutungen und geheimnisvollen Wendungen als es in den letzten Büchern schon der Fall war. Dabei erfahren wir nur ein weiteres Geheimnis über unsere bekannten Protagonisten. Ein Geheimnis, das zwar wirklich interessant ist, allerdings auch leicht vorhersehbar und vor allem leider nicht eingebettet in eine spannende Geschichte. Mir hat in diesem Buch einfach ein roter Faden gefehlt, die Handlung erschien mir sehr kopflos und einfach lahm und ich hatte absolut das Gefühl, als hätte die Autorin nur noch einmal versucht noch einen Band zu füllen, bevor es das endgültige Finale dann im nächsten Band gibt. Das fand ich sehr schade.

Ich hoffe sehr, dass wir auf den nächsten Band jetzt wirklich nur bis Juli warten müssen, wie der bisherige Erscheinungstermin verspricht und ich hoffe sehr, dass die Reihe dann wirklich mit einem alles erklärenden Finale zu Ende geht und den Leser nicht mit mehr Fragen zurück lässt als nach diesem Band, denn ehrlich gesagt zweifle ich ein wenig daran, dass die Geschehnisse wirklich noch zufriedenstellend erklärbar sind. Aber ich bin gespannt und lasse mich sehr gerne eines besseren belehren!

Drei Sterne für diesen eher schwachen Band.

Inferno – Dan Brown

inferno

Lübbe Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 688 Seiten
26,00 Euro
Mai 2013
Originaltitel: Inferno
ISBN: 3785724802

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Inhalt (lt. amazon.de):
DAS Buchereignis des Jahres: der neue Roman von Dan Brown Dan Brown ist zurück – und mit ihm sein Held Robert Langdon, der schon in den Romanen „Illuminati“, „Sakrileg“ und „Das verlorene Symbol“ Millionen Leserinnen und Leser begeistert und mit kontroversen Themen global für Schlagzeilen gesorgt hat. Das weltweite Erscheinen des neuen Thrillers „Inferno“ am 14. Mai 2013 markiert Robert Langdons Rückkehr nach Europa. Der Symbolforscher aus Harvard wird in Italien mit Geheimnissen, Rätseln und einer Verschwörung konfrontiert, die ihre Wurzeln in einem der berühmtesten und dunkelsten Meisterwerke der Literatur haben: Dantes „Göttlicher Komödie“. Und je intensiver Robert Langdon die immer gefährlicher werdende Spur verfolgt, umso deutlicher zeichnet sich die bedrohliche Erkenntnis ab, was Dantes Werk für die Gegenwart und Zukunft bereithält. Mit „Inferno“ setzt Dan Brown eine Erfolgsgeschichte fort, die alle Rekorde bricht. „Sakrileg“, der zweite Roman um Robert Langdon, ist mit weltweit 81 Millionen Exemplaren das erfolgreichste Hardcover aller Zeiten für erwachsene Leser. Das Buch wurde in 51 Sprachen übersetzt und gehört zu den zehn meist gelesenen Büchern neben der Bibel, „Harry Potter“ und „Vom Winde verweht“. Im deutschsprachigen Raum zählt Dan Brown mit einer Gesamtauflage von derzeit 16,5 Millionen Exemplaren zu den absoluten Spitzenreitern im Bereich Belletristik.

Zitat:
”Zobrist fragte Folgendes: ‘Wenn Sie einen Schalter umlegen könnten und damit die willkürlich die Hälfte der Weltbevölkerung töten – würden Sie es tun?’”
”Selbstverständlich nicht!”
”Okay. Aber wenn man Ihnen sagen würde, dass die Menschheit in den nächsten hundert Jahren ausstirbt, falls Sie den Schalter nicht sofort umlegen – was dann? Würden Sie ihn dann umlegen? Selbst wenn es bedeuten würde, dass Sie Ihre Freunde, Familie, möglicherweise sogar sich selbst töten?” (S. 323)


Kommentar:
Robert Langdons viertes Abenteuer!
Als Robert Langdon im Krankenhaus erwacht, weiß er nicht was passiert ist und wie er hier hergekommen ist. Als er dann erfährt, dass er sich in Italien befindet und nicht mehr in seiner Heimat der USA, ist er komplett verwirrt, er leidet an Amnesie und hat auch keine Ahnung, wieso jemand auf einmal auftaucht um ihn zu töten. Zusammen mit einer Ärztin gelingt ihm die Flucht aus dem Krankenhaus vor der Killerin und auch die Flucht vor den Behörden, die ihm ebenfalls ein Killerkommando auf den Hals hetzen. Als er in seiner Jacke ein mysteriöses Gerät findet, rekonstruiert Langdon nach und nach was in den letzten 48 Stunden passiert sein muss, an die er sich nicht mehr erinnern kann und kommt einem Geheimnis und einer schrecklichen Gefahr für die Menschheit auf die Spur …

Nach dem letzten Band um Robert Langdon (Das verlorene Symbol), der mich sehr enttäuscht hat, war ich auf dieses Buch sehr gespannt, obwohl ich wirklich überlegt habe, ob sich das Geld dafür wirklich lohnt. Meine Neugier hat allerdings gesiegt und ich habe es nicht bereut. „Infereno“ ist wirklich klasse und macht wieder eben so viel Spaß wie die ersten beiden Bände rund um Langdon.

„Inferno“ umfasst knapp 680 Seiten und man kann sich vorstellen, dass die Kapitel bei einer Anzahl von über 100 recht kurz sind. Mir persönlich gefällt das gut, so fliegt man geradezu durch das Buch und will immer „nur noch ein weiteres“ Kapitel lesen, bis man schließlich doch schon beim Epilog angekommen ist.
Optisch finde ich es einerseits ein wenig schade, dass von der einheitlichen schwarzen Optik nun abgewichen wurde, andererseits gefällt mir das Cover so sehr gut und ich finde es auch passend. Zumindest der Schriftzug weißt dieses Buch auch eindeutig wieder als einen Dan Brown Roman aus. 

Dan Brown hat es hier wieder geschafft eine wirklich tolle und spannende Thriller-Handlung in viele wissenschaftliche Hintergründe zu betten. So erfahren wir in diesem Buch sehr viel über den italienischen Philosophen und Dichter Dante Alighieri und speziell über sein Werk „Göttliche Kommödie“, speziell den ersten Teil „Inferno“, der seine Reise durch die Hölle beschreibt, bevor er wieder aufsteigt. Wie bereits bei Sakrileg gibt es auch hier wieder etliche Anreize zu googlen, z.B. nach Sandro Botticellis Gemälde „Karte der Hölle“, die zu Dantes Inferno entstand und deren Symbolik ebenfalls eine große Rolle in der Geschichte spielt.
Ich finde es hier einfach klasse, wie Dan Brown es schafft, solche historischen und kunsthistorischen Hintergründe wirklich spannend zu verkaufen, so dass man auch nach Beendigung des Buches noch Lust auf die Thematik hat. Ich wette, dass die Verkaufszahlen von Dantes „Göttliche Kommödie“ in den nächsten Wochen erst einmal steigen werden und auch die Google-Suchergebnisse zu Botticelli werden wohl bereits in die Höhe gegangen sein.
Auch gefallen mir Browns wirklich authentische Beschreibungen aller Schauplätze. Ich hatte auch dieses Mal wieder das Gefühl, als ginge ich mit auf eine abenteuerliche Reise durch Florenz.

Obwohl auch Robert Langdons viertes Abenteuer wieder ähnlich aufgebaut ist, wie auch die anderen Bände, fand ich diesen Band dennoch erfrischend und voller – teils überraschender – Wendungen. Natürlich ist das gesamte Abenteuer und speziell die Handlung nicht immer sehr realistisch, aber das muss es ja auch nicht, schließlich handelt es sich um eine fiktive Geschichte, die unterhalten soll, und das tut sie. Sehr gut sogar. 
Langdon ist mir als Leser zwar mittlerweile ans Herz gewachsen, aber ehrlich gesagt bleibt er als Person, als Mensch recht austauschbar, was ich mittlerweile ein wenig schade finde. Ein bisschen mehr Persönlichkeit könnte der Held im vierten Band dann doch schon entwickelt haben, meiner Meinung nach. Aber nun gut, das ist Meckern auf hohem Niveau wie ich finde.

Insgesamt fand ich diesen Band wieder um Längen besser als den letzten und bin sehr froh darüber. Dan Brown hat hier wieder einen tollen Thriller mit viel wissenschaftlichem Hintergrund geschaffen, der einfach Spaß macht, zum Nachdenken und zum weiter Informieren anregt und die Mehrheit der Menschen wohl mit der Thematik ansprechen wird. Von mir gibt es für dieses Buch die volle Sternzahl!

Das Mädchen mit dem Stahlkorsett – Kady Cross

dasmaedchenmitdemstahlkorsett

Heyne fliegt Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 464 Seiten
8,99 Euro
April 2013
Originaltitel: The Girl in the Steel Corset – Steampunk Chronicles Book 1
ISBN: 3453314646

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Inhalt (lt. amazon.de):
Eine Heldin, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat
Sie ist eine ganz besondere junge Lady: Ihr Name ist Finley Jayne, sie ist sechzehn Jahre alt und arbeitet als Dienstmädchen. Gelegentlich. Vor allem aber macht sie in den finstersten Gassen Londons Jagd auf Verbrecher. Finley mag hübsche Kleider, ihre Unabhängigkeit und wohlerzogene junge Männer. Wen Finley nicht mag, der kommt ihr besser nicht in die Quere, denn sie ist außergewöhnlich stark. Doch hinter ihren enormen Kräften verbirgt sich ein dunkles Geheimnis …

Zitat:
Jetzt drehte auch Finley durch. Als die Schwärze ihr Bewusstsein und ihr Sichtfeld zu überfluten drohte, als sie Griffin am Boden sah und Emilys gequälten Schrei hörte, wurde es zu viel. Sie öffnete sich für das andere Selbst, und für einen kleinen Moment badete ihre Seele in reinem Entzücken, als sich die beiden Hälften ihres Wesens vereinigten. (S. 335)


Kommentar:

Die junge Finley Jayne hat eine gefährliche Begabung. In ihr wohnen und streiten zwei Persönlichkeiten. Zum einen ihr normales, ruhiges und freundliches Wesen und zum anderen ihre dunkle und gefährliche Seite. Wenn diese ausbricht, dann erlangt Finley absolute Superkräfte und hat kaum noch Kontrolle über ihr Handeln. Das macht ihr natürlich Angst. Als sie eines Tages auf eine Gruppe von jungen Leuten trifft, die ebenfalls unnatürliche Kräfte besitzen, kommt sie hinter dem Geheimnis ihrer Vergangenheit …

Kady Cross hat ihr ein wirklich schönes Buch aus dem Bereich „Steampunk“ geschrieben. Das bedeutet mehr oder weniger, dass moderne Elemente aus der Technik auf das historisch viktorianische Zeitalter treffen, sozusagen ein futuristischer Roman im Retro-Look. Die Geschichte geht also auf jeden Fall auf die Fantasie-Schiene.
Die Autorin bezieht einige bekannte Romane der Weltliteratur mit in ihre Geschichte ein. Unter anderem „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“, „Frankenstein“ und die zwei widerstreitenden Persönlichkeiten in Finley erinnern auf jeden Fall an „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“. Ein Abklatsch ist diese Geschichte wegen der Verknüpfungen allerdings keinesfalls!

Cross hat hier eine spannende Geschichte geschrieben, die einfach Spaß macht. Ihre Figuren sind lebhaft und authentisch, man schließt die einen ins Herz und kann sich über andere herrlich aufregen. Es gibt natürlich sympathische und unsympathische Figuren, allerdings keine reine schwarz-weiß-Malerei. Ganz im Gegenteil sogar, hier können selbst die „bad Boys“ viel Charme haben.

Ganz toll finde ich, dass der Verlag dieser Taschenbuchausgabe hier das Zusatzmaterial, in Form einer kurzen Vorgeschichte zur Hauptstory, dem Buch voran gestellt hat. Man liest also zunächst einmal einen langen Prolog, der knapp 100 Seiten umfasst und nicht so viel mit der Hauptgeschichte zu tun hat. Ich fand das toll, mit hat dieser Prolog gut gefallen und mir die Protagonistin Finley noch näher gebracht, als es die Hauptgeschichte später gekonnt hätte. Man merkt allerdings auch, dass dieser Prolog wohl nachträglich verfasst wurde, denn ein paar Ungereimtheiten fielen mir schon auf, vor allem im Bezug auf Finley und ihrer Kontrolle über ihre dunkle Seite. Das ist teils ein wenig irritierend, aber nicht wirklich schlimm. Dafür macht die Geschichte dann doch zu viel Spaß.

In den weiteren Bänden freue ich mich jetzt vor allem darauf, einige Figuren, die in diesem Band noch etwas stiefmütterlich behandelt wurden, wieder zu treffen und weiter kennen zu lernen. Der Cliffhanger verspricht ja bereits ein weiteres Abenteuer. Bleibt jetzt also nur noch abzuwarten, bis man in wenigen Tagen die Fortsetzung “Das Mädchen mit dem Flammenherz” erscheinen wird.
Von mir gibt es für diesen Einstieg in Finleys Steampunk-Welt gute vier Sterne, weil ich es teils auch ein wenig zu vorhersehbar und wenig überraschend fand. Dem Lesevergnügen hat diese Tatsache allerdings nicht allzu sehr geschadet, deswegen lediglich einen Punkt Abzug!