Auf und davon – David Arnold

aufunddavon

Heyne fliegt Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 384 Seiten
14,99 Euro
August 2015
Originaltitel: Mosquitoland
Übersetzer: Astrid Finke
ISBN: 978-3453269835

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Inhalt

(lt. amazon.de):

Wer würde nicht gerne einfach mal verschwinden? In den nächsten Bus springen und alles hinter sich lassen? Genau das macht die sechzehnjährige Mim Malone. Es reicht ihr, immer das zu tun, was ihr Vater und seine neue Frau für richtig halten. Sie will wissen, weshalb ihre Mom aus ihrem Leben verschwunden ist. Und ihre Gedanken sollen endlich aufhören, in ihrem Kopf Karussell zu fahren. Also steigt sie einfach in den Greyhound-Bus und haut ab, zu ihrer Mom. Während draußen die Landschaft vorbeifliegt, macht Mim einige unvergessliche Bekanntschaften – die wunderbare Arlene, den unheimlichen Ponchomann und den äußerst attraktiven Beck, an den sie ihr Herz zu verlieren droht … Doch dann verändert ein tragischer Unfall von einem auf den anderen Augenblick alles. Und Mim muss sich den wirklich entscheidenden Fragen in ihrem Leben stellen.

Gewähltes Zitat

»Alles in allem bin ich 110 Prozent Anomalie, plus vielleicht 33 Prozent unabhängiger Geist und 7 Prozent freidenkerisches Genie. Meine Gesamtsumme ergibt also 150 Prozent, aber bei einer wandelnden Anomalie ist nichts anderes zu erwarten. Bumm.«

(S. 99)

Meine Meinung

Mim ist sechzehn Jahre alt und wie alle – einschließlich sie selbst – glauben, stimmt etwas mit ihr nicht. Mim hat in ihrem Leben schon einiges durchgemacht und nun, wo ihr Vater nach der Scheidung ihrer Mutter mit ihr 1500 km weit weg gezogen ist, eine neue Frau geheiratet hat, die nun Mims Stiefmutter werden soll, mit der sie allerdings überhaupt nicht klar kommt, nun rebelliert Mim gegen dieses Leben, was sie überhaupt nicht haben will und macht sich auf und davon …

Direkt vorweg: Anhand des Titels, des Covers und der Beschreibung hatte ich einen locker-leichten Road-Trip erwartet. Ein Buch, bei dem man genießen kann und nicht viel mitdenken muss. Einen schönen Sommer-Roman. Dies ist dieses Buch nicht wirklich! Genießen kann man es zwar auch, ich habe die Lektüre auch sehr genossen, allerdings war von Leichtigkeit nichts zu spüren. Die ganze Last des Lebens liegt hier auf den Schultern der 16jährigen Mim und hat sich ein wenig auch zu mir verlagert. Aber mal von vorne …

Die Geschichte wird teils aus der Sicht der Protagonistin Mim erzählt. Mim ist ein schwieriger Teenager, der nicht wirklich ins Leben gefunden und viele Probleme hat, mit sich selbst und ihrem Leben nicht gut klar kommt. Schon gar nicht jetzt, wo so viele Veränderungen in ihr Leben treten. Sie will das alles nicht mehr und macht ihrem Widerwillen auch lautstark kund, womit sie natürlich aneckt. Genau das ist es aber auch, was Mim so besonders und irgendwie auch liebenswert macht, obwohl auch ich sie oftmals als ziemlich anstrengend wahr genommen habe. Sie hat wirklich ein Problem. Sie sieht die Welt so, wie sie sie sehen will, ist recht egozentrisch und sieht nicht über ihren Tellerrand hinaus. Erst auf ihrem Roadtrip durchs Leben macht sie die Erfahrung, dass nicht immer alles so ist, wie es zu sein scheint. Sie trifft auf Widerstände und einfach auf das echte und ungeschönte Leben, was sie nun einfach wahr nehmen muss. Dabei hat sie noch das Glück auf ihrer Reise auf wirklich nette Menschen zu treffen, die ihr beistehen und ihr mehr oder weniger unbewusst helfen sich im Leben zurecht zu finden und sich selbst zu finden. Natürlich geht aber nicht nur alles glatt, aber genau so ist das Leben. Es gibt massig Stolpersteine auf allen Wegen und man muss sich entscheiden, welchen Weg man nun gehen will und wie man die Hindernisse überwindet. Grob gesagt macht Mim hier den Road Trip durchs Leben.

Teils wird die Geschichte auch in Briefform erzählt. Mim schreibt Briefe an Isabel. Was genau es mit diesen Briefen auf sich hat, das erfährt man erst nach und nach und begreift das endgültige Ausmaß erst zum Schluss. Trotzdem geben die Briefe bereits viel Aufschluss über Mims Wesen und ihre Gedanken.

Die Form der Erzählung ist hier also wirklich klasse und hat mir sehr gut gefallen. Die Mischung aus Geschehen, Gedanken und Erinnerungen hat mich einfach mitgezogen und ich musste einfach wissen, worauf das alles hinaus laufen würde, wie für Mim alles endet, ob sie sich im Leben zurecht finden kann.
Rasant geht es auf diesem Road Trip allerdings nicht zu. Es geht zwar einmal quer durchs Land, aber dabei stehen weniger die Abenteuer und Erlebnisse im Vordergrund, die Mim dabei erlebt, sondern vielmehr die Figuren und wie sie ihren Weg finden und mit dem erlebten umgehen. So ist die Geschichte an vielen Stellen auch ein wenig übertrieben, aber ich finde, hier geht es auch gar nicht um die eigentliche Handlung, sondern um das, was dahinter steht. Action und Leichtigkeit sucht man hier eher vergebens.

Fazit

David Arnold hat mit Auf und davon einen Road Trip geschrieben, der einem quer durchs Leben jagt. Nichts läuft wie geplant, aber genau so spielt das Leben. Man muss lernen sich darin zurecht zu finden und seinen Platz erst suchen. Dabei gibt es viele Stolpersteine und genau um den Umgang mit diesen und auch die Überwindung seines eigenen Schweinehundes geht es. Ein Road Trip durchs Leben!

Meine Wertung

One thought on “Auf und davon – David Arnold

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