Fremd – Ursula Poznanski und Arno Strobel

fremd

Wunderlich Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 400 Seiten
16,99 Euro
Oktober 2015
ISBN: 978-3805250849

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Inhalt

(lt. amazon.de):

Stell dir vor, du bist allein zu Haus. Plötzlich steht ein Mann vor dir. Er behauptet, dein Lebensgefährte zu sein. Aber du hast keine Ahnung, wer er ist. Und nichts in deinem Zuhause deutet darauf hin, dass jemand bei dir wohnt. Er redet auf dich ein, dass du doch bitte zur Vernunft kommen sollst. Du hast Angst. Und du verspürst diesen unwiderstehlichen Drang, dich zu wehren. Ein Messer zu nehmen. Bist du verrückt geworden?
Stell dir vor, du kommst nach Hause, und deine Frau erkennt dich nicht. Sie hält dich für einen Einbrecher. Schlimmer noch, für einen Vergewaltiger. Dabei willst du sie doch nur beschützen. Aber sie wehrt sich, sie verbarrikadiert sich. Behauptet, dich niemals zuvor gesehen zu haben. Sie hält dich offensichtlich für verrückt. Bist du es womöglich?
Eine Frau. Ein Mann. Je mehr sie die Situation zu verstehen versuchen, desto verwirrender wird sie. Bald müssen sie erkennen, dass sie in Gefahr sind. In tödlicher Gefahr. Und es gibt nur eine Rettung: Sie müssen einander vertrauen…

Gewähltes Zitat

Nun sieht sie mich doch an. «Weil das, was du mir gerade erzählt hast, überhaupt keinen Sinn ergibt. Du und Erik, ihr seid ein Paar. Und was für eines.»
Die Kälte hat jetzt meinen ganzen Körper erfasst. Bitte nicht, will ich sagen, bitte tu mir das nicht an.
«Ich schwöre dir, ich habe den Mann gestern Abend zum ersten Mal gesehen», flüstere ich und erkenne in Elas Augen, wie unangenehm ihr die Situation ist.
«Ich wohne allein, das musst du dich wissen – du warst so oft bei mir! In meinem Leben gibt es niemanden außer Matthew, und der ist eigentlich auch längst Geschichte.»
Ela zieht ihren Zopf zurecht. Verlegenheitsgeste. «Von Matthew hast du seit Monaten nicht mehr gesprochen.»

(S. 56)

Meine Meinung

Joanna freut sich auf einen gemütlichen Abend in ihrem Haus, als plötzlich ein fremder Mann in ihrer Küche steht und behauptet, er wäre er Verlobter. Sie hat diesen Mann niemals gesehen und im Haus finden sich auch keine Spuren eines männlichen Mitbewohners. Nichts spricht dafür, dass sich die beiden kennen, außer die Stimme ihrer besten Freundin Ela, die Erics Version der Geschichte bestätigt. Joanna zweifelt an ihrem Verstand. Doch bevor sie die Wahrheit herausfinden kann, finden sie sich ein einer gemeingefährlichen und ausweglosen Situation wieder. Fortan geht es nicht mehr nur um die Wahrheit, es geht um Leben und Tod…

Ein Thriller von Poznanski und Strobel! Wahnsinn! Schon seitdem ich davon gehört habe, wollte ich ihn unbedingt lesen und war total gespannt darauf, was diese beiden Autoren, deren Bücher ich bislang so gerne gelesen habe, hier abliefern würden. Und ich wurde tatsächlich nicht enttäuscht!
Was laut den beiden aus einer Bierlaune heraus entstand, das kann sich wirklich sehen lassen. Dieser Thriller ist wirklich total spannend und vor allem auch überzeugend.

Sie schreibt aus der Sicht der weiblichen Protagonistin Joanna. Er schreibt aus der Sicht von Eric. Kapitelweise erleben wir die Geschichte aus unterschiedlichen Sichtweisen. Dabei habe ich sehr gehofft, dass sich die Kapitel nicht dauernd wiederholen mögen, dass man die Handlung doppelt erzählt bekommt, wenn auch aus anderen Sichtweisen. Und das ist hier glücklicherweise auch tatsächlich nicht der Fall! Lediglich zu Beginn gibt es starke Wiederholungen, die durch die unterschiedlichen Sichtweisen in der Situation allerdings auch Sinn ergeben. In der restlichen Geschichten halten sich die Wiederholungen in argen Grenzen, was ich wirklich gelungen finde.

Dadurch, dass beide Protagonisten aus ihrer jeweiligen Sicht erzählen, wissen auch wir Leser alles und gleichzeitig wiederrum nichts, denn die Schilderung eines der beiden muss ja falsch sein, das ist von Anfang an klar. Nur wessen Geschichte und wieso, das erfahren wir erst zum Schluss.

Zwischendrin werden uns immer wieder einige Häppchen zugeworfen aus denen mein persönliches Kopfkino auch gleich Theorien entworfen hat. Zum Schluss kam ich der Sache schon recht nahe, aber das gesamte Ausmaß blieb mir verschlossen. Dennoch fand ich das Ende sehr schlüssig und logisch. Einfach sehr nachvollziehbar! So war ich mit dem Ende auch sehr zufrieden, was ich gerade bei Psychothrillern sehr wichtig finde.

Poznanski und Strobel ist es mit ihrem gemeinsamen Werk wirklich gelungen mich am Stück ans Buch zu fesseln, bis ich auch die letzte Seite gelesen habe. Ich kann mir gut vorstellen, dass die beiden beim Schreiben am Ende des jeweilig letzten Kapitel des anderen da saßen und selbst wissen wollten, wie es nun weiter gehen soll. So ging es mir als Leser auf jeden Fall auch! Es war einfach total spannend, man konnte nicht so einfach aufhören, weil es immer wieder einige Häppchen gab, die man entschlüsseln wollte, überraschende Wendungen, die man weiter verfolgen wollte.

Fazit

Trotz der zwei Perspektiven und Autoren und trotz dass sich die beiden Protagonisten doch grundlegend voneinander unterscheiden, hat das Autoren-Duo Ursula Poznanski und Arno Strobel es mit Fremd geschafft ein Werk abzuliefern, das einfach ‘rund’ ist. Ein absolut empfehlenswerter Page-Turner!

Meine Wertung

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