Die Wälder von Melanie Raabe

Für mich war total klar, dass ich auch Die Wälder, das neue Buch von Melanie Raabe, lesen würde, sobald es erschienen ist. Und so tat ich es dann auch bereits im letzten Winter und ließ mich von dieser Autorin wieder an die Seiten fesseln. Aber kam dieser neue Roman auch an seine Vorgänger heran?

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btb Verlag | Broschierte Ausgabe | ca. 432 Seiten | 16,00 Euro | Dezember 2019 | ISBN: 978-3442757534

Inhalt

(lt. amazon.de):

Als Nina die Nachricht erhält, dass Tim, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Vor allem, als sie erfährt, dass er sie noch kurz vor seinem Tod fast manisch versucht hat, zu erreichen. Und sie ist nicht die Einzige, bei der er sich gemeldet hat. Tim hat ihr nicht nur eine geheimnisvolle letzte Nachricht hinterlassen, sondern auch einen Auftrag: Sie soll seine Schwester finden, die in den schier endlosen Wäldern verschwunden ist, die das Dorf, in dem sie alle aufgewachsen sind, umgeben. Doch will Nina das wirklich? In das Dorf und die Wälder zurückkehren, die sie nie wieder betreten wollte …

Gewähltes Zitat

Ninas Gedanken drifteten weg. Und dann war da plötzlich etwas auf der Straße, und Wolff stieg hart in die Eisen. Ein Tier, dachte sie noch, dann wurde sie von den Fliehkräften nach vorn geschleudert, und schließlich schlug ihr Kopf hart gegen die Kopfstütze hinter ihr, als der Volvo mit quietschenden Reifen zum Stehen kam.
»Verfluchte Scheiße«, sagte Wolff.
Nina rieb sich benommen den Kopf, blinzelte. Und war mit einem Schlag hellwach. Dort, vor ihnen auf der Straße, hier, mitten im Wald, mitten in der Nacht, stand ein Mann.

(S. 115)

Meine Meinung

Als Nina die Nachricht erhält, dass ihr bester Freund Tim gestorben ist, ist sie entsetzt. Und als sie eine letzte Nachricht von Tim bekommt, macht sie sich Vorwürfe, dass sie seinen letzten Kontaktversuch versäumt hat. Er bittet sie in seiner Nachricht nämlich in ihre alte Heimat zurück zu kehren, wo damals in Kindertagen seine kleine Schwester bis heute spurlos verschwunden ist. Hat Tim etwa heraus gefunden, was damals passierte? Und hat dies etwas mit seinem Tod zu tun?
 
Die Wälder beginnt wieder gewohnt spannend. Als Leser wird man in eine Situation hinein geworfen, die man nicht sofort einordnen kann und in der man sich erst nach und nach zurecht findet. Die gesamte Stimmung ist überwiegend trost- und hoffnungslos.

Melanie Raabe versteht es die Spannung auf hohem Niveau aufzubauen und auch aufrecht zu erhalten, bis man es kaum noch aushält. Ebenso hoch liegen dann aber auch schließlich die Erwartungen, die das Ende in diesem Fall leider nicht so ganz befriedigen konnte. Ich war jedenfalls nicht so sehr begeistert vom Ende, denn ich fand es nicht so 100%ig nachvollziehbar, sondern eher konstruiert. Das lag zum größten Teil an den Figuren, denn die Spannung geht auf Kosten deren Glaubwürdigkeit. Sie agieren einfach nicht nachvollziehbar und darüber ärgert man sich.

Die Geschehnisse der Vergangenheit werden dem Leser in sehr kurzen Kapiteln kontinuierlich vermittelt. Diese Rückblenden waren mir überwiegend zu kurz. So war es teils ein wenig beschwerlich sich immer in die Handlung reinzufinden. Ein wenig länger hätte es meiner Ansicht nach gerne sein dürfen. Spannend war es dennoch, wie ich oben schon beschrieben habe.

Schön fand ich zum großen Teil, die Beschreibungen der kindlichen Freundschaften und wie diese sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Das, und die großartige Spannung allein, reicht aber leider nicht für eine TOP-Bewertung. Dafür habe ich mich leider zu oft geärgert oder einfach nur verständnislos mit dem Kopf schütteln müssen.

Fazit

Die Wälder von Melanie Raabe konnte leider nicht mit insbesondere ihren ersten beiden Romanen mithalten. Die Spannung war zwar auf gleichbleibendem hohen Niveau, aber leider ging dies auf Kosten der Glaubwürdigkeit und das ist einfach sehr schade. So gibt es eine gute mittelmäßige Bewertung.

Meine Wertung

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