Die Falle – Melanie Raabe

diefalle

btb Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 352 Seiten
19,99 Euro
März 2015
ISBN: 978-3442754915

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Inhalt

(lt. amazon.de):

Sie stellt ihm eine Falle. Aber ist er wirklich ein Mörder?
Die bekannte Romanautorin Linda Conrads, 38, ist ihren Fans und der Presse ein Rätsel. Seit gut elf Jahren hat sie keinen Fuß mehr über die Schwelle ihrer Villa am Starnberger See gesetzt. Trotz ihrer Probleme ist Linda höchst erfolgreich. Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden – sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert?

Gewähltes Zitat

»Ich glaube, dass es sehr gute und sehr böse Menschen gibt und alles dazwischen. Möglicherweise sind wir so besessen von den Nuancen, von dem Dazwischen, dass wir die Menschen ausblenden, die sich am Ende der Skala befinden. Wir nennen sie Klischees oder unrealistisch. Aber es gibt solche Menschen. Sehr selten, natürlich.«

(S. 164)

Meine Meinung

Die überaus erfolgreiche Autorin Linda Conrads hat ihr Haus bereits seit elf Jahren nicht mehr verlassen und lebt sehr isoliert. Besuch bekommt sie nur von ihren engsten Mitarbeitern, Freunde hat sie so gut wie keine mehr. Auch mit ihren Eltern hat sie kaum noch Kontakt. Und das alles, seitdem sie damals ihre jüngere Schwester tot in ihrer Wohnung vorgefunden hat. Ermordet. Jetzt, nach beinahe zwölf Jahren, glaubt sie auf den Mörder gestoßen zu sein, der damals nicht gefasst wurde …

Auf der Leipziger Buchmesse wurde ich auf diesen Roman aufmerksam. Er hörte sich wirklich gut und spannend an. Genau das richtige für mich, weswegen ich gerne mehr erfahren wollte und mir Melanie Raabes Debütroman  bestellte.
Die Erwartungen lagen also recht hoch, weswegen ich auch nicht lange wartete und diesem Roman recht schnell zur Hand nahm. Eigentlich wollte ich nur mal schnell reinlesen, aber daraus wurde nichts. Ich fing an und hörte bis zur letzten Seite nicht mehr auf zu lesen.

Mit Linda Conrads hat Melanie Raabe hier eine sehr interessante Figur entworfen. Von Anfang an hat sie mich in ihren Bann gezogen mit ihrer merkwürdigen Art von sich und ihrer Geschichte zu sprechen, wohl wissend, dass ihr Verhalten nicht normal ist und eigentlich behandelt gehört, aber trotzdem nicht Willens auch tatsächlich etwas daran zu ändern und sich teils selbst in die Pfanne hauend. Natürlich fragt man sich, was tatsächlich hinter ihrem Verhalten steckt, was für ein Geheimnis sie verbirgt und genau das ist es gewesen, was mich auch dazu gebracht hat, das Buch einfach nicht mehr aus der Hand zu legen. Ihre eigene Unsicherheit was ihre Motivation betrifft und auch den Mord an ihrer Schwester und vor allem auch ihre Gedankenspielchen, haben der Geschichte noch einmal einen zusätzlichen Kick verliehen und mich als Leser schier in den Wahnsinn getrieben, weil ich immer wieder gegen die nächste Wand gerannt bin, was Sicherheit bezüglich des Falls anging.

Zunächst scheint ja vieles klar und eindeutig zu sein, dann schleichen sich leise Verdachtsmomente ein und bis kurz vor Schluss ist dann alles so dermaßen verworren, dass ich wirklich gespannt war, ob am Ende tatsächlich Klarheit herrschen würde. Die gab es dann tatsächlich auch und das war gut so, denn alles andere hätte ich mich kaum zufrieden stellen können.

Interessant war auch das Buch im Buch. Linda schreibt als Autorin im Buch nämlich ein Buch über ihre eigene Geschichte, nur dass sie den Ausgang selbst nicht kennt und auch erst nach dem Schreiben erfährt. Der Leser kann also immer wieder kurze Auszüge aus dieser Geschichte lesen, die die Geschehnisse vor 12 Jahren erzählen. Dadurch gab es auch weitere Einblicke, was durchaus interessant war und überraschende Einblicke auf ungewöhnliche Art und Weise offenbarte.

Fazit

Die Falle von Melanie Raabe ist insgesamt gesehen total spannend, aber auch noch viel mehr. Die Geschichte ist gut konstruiert, durchdacht und birgt zahlreiche psychologische Finessen, die das ganze Buch zu einem absoluten Lesehighlight gemacht haben! Ich bin wirklich schon auf weitere Werke von Melanie Raabe gespannt!

Meine Wertung

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