Blogtour zu Die Dreizehnte Fee – Tag 6: Märchen und ihre Bedeutung im Wandel der Zeit

Unsere umfangreiche Blogtour zu Julia Adrians Die Dreizehnte Fee macht heute bei mir Halt! Nachdem ihr in den letzten Tagen bereits einige interessante Dinge erfahren habt, die unmittelbar und weitläufig mit diesem Buch zu tun haben, möchte ich euch heute ein wenig über Märchen und ihre Bedeutung im Wandel der Zeit erzählen, denn die wenigsten wissen heute wahrscheinlich noch, wofür Märchen früher erfunden wurden, oder?
Und natürlich gibt es zum Schluss auch noch etwas zu gewinnen! :)

die13fee_banner


Märchen und ihre Bedeutung im Wandel der Zeit

bt_13fee_1‘Es war einmal…’ – wer von uns ist nicht in irgendeiner Form mit diesem Satz aufgewachsen? Hat sich als Kind abends im Bett Märchen vorlesen lassen, sie in Form eines Hörspiels gehört oder einen Märchenfilm angeschaut. Märchen gehören heute zu unserem Kulturgut, zur Kindheit dazu, wie die Butter zum Brot.
Ich habe in meiner Kindheit noch Märchen von meiner Oma erzählt bekommen. Meine Mutter hat sie mir vorgelesen, später habe ich sie als Hörspiel gehört und heute schaue ich mir Märchenfilme an. Und langsam beginne ich damit sie auch meinem Sohn nahe zu bringen. Als Film und Vorlesegeschichte. Aus dem Kinderzimmer sind sie auch heute noch kaum wegzudenken, obwohl sich natürlich die Form und die Bedeutung der Märchen verändert hat. Und das nicht nur seit meiner Kindheit bis heute, sondern schon viel länger …

Heute wissen doch tatsächlich nur noch die wenigsten, dass die früheren, ursprünglichen Märchen eigentlich gar nicht für Kinder gedacht waren. Es waren Geschichten, die von Erwachsene für Erwachsene erzählt wurden. Die Betonung liegt hier auf dem Wörtchen ‘Erzählung’, denn die ursprünglichen Volksmärchen wurden mündlich überliefert und von Erzähler zu Erzähler immer weiter ausgeschmückt und verändert. Die ursprüngliche Intention der Märchen war nicht die einfache Unterhaltung. Nein, Märchen sollten früher lehren, helfen auch warnen. Sie dienten also als eine Art Lebenshilfe.

Jetzt kann man sich natürlich darüber und wundern und sich fragen, was man in der damaligen Zeit von Märchen wohl fürs Leben lernen konnte. Zugegeben, in der heutigen Form, in der Märchen eigentlich nur noch zur Unterhaltung dienen, fehlen die Anweisungen und Verhaltensanregungen um Probleme bewältigen zu können einfach oftmals. Zu stark wurden die Märchen mittlerweile verändert.
bt_13fee_2Nehmen wir uns mal als Beispiel das Märchen Rotkäppchen. Im ursprünglichen Märchen gibt es gewaltige Unterschiede zur heute bekannten Version. So ist in der alten Version der Wolf einfach nur der Dumme und das Mädchen, das damals auch einfach noch nicht Rotkäppchen hieß, konnte ihn überlisten und sich somit retten. Es wird ein Weg aus einer gefährlichen Lage gezeigt, eine Anweisung wie man mit Köpfchen und Tricks einer Situation entkommen kann. Wie es heutzutage ausschaut, das weiß man ja. Eine Handlungshilfe bietet das wohl eher nicht mehr. Jedenfalls nicht für den einzelnen Menschen in der damaligen Zeit. Heute dient dieses Märchen Kindern wohl eher zur Abschreckung sich Fremden zu nähern, die eigentlich gar keine Fremden sein sollten. Also eigentlich tatsächlich nur der Unterhaltung.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts schrieben die berühmten Gebrüder Grimm, viele dieser Volksmärchen in ihren “Kinder- und Hausmärchen” nieder. Mit Einführung der schriftlichen Fixierung endete die Geschichte der mündlich überlieferten Volksmärchen nach und nach. Märchen wurden angepasst. Einer neuen Zielgruppe und neuen Zeiten. Sie wurden moderner und unterhaltender. Zu Beginn war der Name der Grimm’schen “Kinder- und Hausmärchen” allerdings noch lange nicht Programm. Die enthaltenden Geschichten waren einfach noch keine Kinderliteratur. Erst um 1900 herum hat sich dies dann auch geändert und die Märchen wurden als Kinderliteratur etabliert.

bt_13fee_3Heute werden Märchen also in erster Linie zur Unterhaltung angesehen. Die Pädagogik räumt ihnen ihre Existenzberechtigung ein und nennt sie “Stoff zum Lesen und Experimentieren”.

Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es Märchen heute in allen erdenklichen Formen. Sehr beliebt sind heutzutage die Disney-Märchenfilme.

Sie prägen Kinder genauso wie Erwachsene. Sie unterhalten und transportieren nicht selten auch eine moralische Aussage ins Kinderzimmer.

Beispiele gefällig? Nehmen wir meinen liebsten Disneyfilm Die Schöne und das Biest. Hier ist das hässliche Biest, das vermeintliche Böse. Erst nach und nach zeigt sich, dass das Schlechte vielmehr durch den oberflächlichen und aggressiven Gaston verkörpert wird. Der Mensch, der verurteilt ohne zu kennen, ist hier das Monster.

bt_13fee_4Ganz abgesehen von den moralischen Aussagen gibt es bei Disney aber noch mehr zu lernen: Geschichtsunterricht, wenn auch in der kindergerechteren Form.
Meine ersten Berührungspunkte mit Hercules und der Antike hatte ich im gleichnamigen Disneyfilm, im Pocahontas erfuhr ich von der Grausamkeit der Europäer bei der Begegnung mit den amerikanischen Ur-Einwohnern und bekamen mit Mulan eine erste Vorstellung von asiatischen Mythen und dem Sinn der Chinesischen Mauer. Doch wer genau hinsah – und dies war uns als Kindern wohl nicht oft beschieden – erkannte noch mehr. So erinnert der Aufmarsch der Hyänen in Der König der Löwen nicht ohne Grund an NS-Paraden zu Ehren von Hitler.

Man sieht, Märchen haben schon eine kleine Veränderung im Laufe der Zeit gemacht. Und ich habe ihre Geschichte nur leicht gestreift und mich auf seine Auswirkungen in Deutschland konzentriert. Wen es interessiert, dem kann ich nur Raten sich ausführlicher mit der Geschichte der Märchen zu befassen, denn diese ist wirklich interessant.


Gewinnspiel zu Die Dreizehnte Fee

Die Dreizehnte FeeDie Teilnahme an diesem Blogtour-Gewinnspiel ist denkbar einfach – alles, was ihr tun müsst, ist, mir in den Kommentaren eine kleine Frage zu beantworten. Ich möchte von euch wissen:

Wie habt ihr Märchen als Kind erfahren? Wurden Sie euch vorgelesen? Habt ihr sie als Hörspiele gehört? Oder im Fernsehen geschaut?

Die Preise
Unter allen Teilnehmern verlosen wir vier Exemplare (1 x Print, 3 x eBook) von “Die Dreizehnte Fee” von Julia Adrian.

Das Kleingedruckte
Teilnahmeschluss ist der 31. Mai um 23:59 Uhr.
Bitte gebt unbedingt eure Mailadresse im entsprechenden Kommentarfeld an!
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren oder mit Einverständnis der Eltern.
Der Versand erfolgt innerhalb Deutschlands, der Schweiz und Österreich.
Für den Versand wird keine Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen.
Die Daten werden ausschließlich für das Gewinnspiel genutzt und anschließend gelöscht.

Blogtour-Stationen im Überblick:

bt_13fee_banner

16.05.2015 – Schattenwege
17.05.2015 – Seelen leben
18.05.2015 – Books on PetrovaFire
19.05.2015 – Lesemaus87
20.05.2015 – Surving in a little bit crazy world
21.05.2015 – About Books
22.05.2015 – Mein Buch, meine Welt
23.05.2015 – Die Literatouristin
24.05.2015 – Books Dream


Update 01. Juni 2015:

Die Gewinner stehen fest!

Je ein e-Book haben gewonnen:
~*Nina*~
Bibilotta
Bonnie

Das signierte Print geht an:
MissMelli

Herzlichen Glückwunsch! Ihr bekommt in Kürze Nachricht per Mail!

16 thoughts on “Blogtour zu Die Dreizehnte Fee – Tag 6: Märchen und ihre Bedeutung im Wandel der Zeit

  1. Hallo und guten Tag,

    wir hatten noch einen Plattenspieler und einige Märchenplatten. Die einem als Kind schon das Fürchten gelernt haben, weil die Sprecher so toll ihre Rollen gesprochen haben und es auch Geräusche und Musik dazu gab.

    Im heutigen Kindergarten gibt es das auch und die Kids sind hin-und weg, wenn sie die Märchenplatten hören dürfen…

    LG..Karin..

  2. Hi Nicole,
    ich habe als Kind immer Märchenvon meiner Mum vorgelesen bekommen, wenn ich krank war. Mein Lieblingsmärchen war damals „Scheeweißchen und Rosenrot“.
    Von „Hänsel und Gretel“ hatte ich auch noch eine Hörspiel-Kassette.

    Viele Grüße
    Laura

  3. Hallo ,

    Am Anfang hat mir meine Mutter Märchen vorgelesen
    und später habe ich selber gelesen .
    Ich wünsche Die schönen Tag :)

    Liebe Grüße Margareta

  4. Hey,

    die Frage ist eigentlich super einfach zu beantworten, denn ich habe die Märchen in allen Varianten verschlungen. Abends beim Bett gehen wurde mir erst vorgelesen, dann habe ich angefangen sie zu lesen oder beim Einschlafen auf Kassette gehört. Danach kamen die verschiedenen Varianten im Fernsehen und immer hat man ein Stück mehr gelernt.
    Wie du schon erwähnt hast. Am Anfang gab es nur kleine Sachen, die man als Kind verstanden und mitgenommen hat und nach und nach wurde einem Klar, was eigentlich mit den Geschichten übermittelt wurde. :)

    Liebe Grüße,
    Ruby

  5. Hey :)
    Ein sehr interessanter Beitrag, es wirklich erstaunlich, dass sich Märchen über so eine lange Zeit gehalten haben, natürlich haben sie sich verändert, wurden angepasst, aber trotzdem finde ich es toll, dass es sie heute noch gibt.
    Meine Eltern und Großeltern haben mir als Kind viele Märchen vorgelesen und erzählt, auch Disney Filme habe ich immer genre gesehen und ich selber habe dann meinem Bruder ein paar Jahre später meine Versionen der Märchen erzählt.
    Liebe Grüße,
    Jana

  6. Ich habe Märchen immer gerne selbst gelesen und auch gerne im Fernsehen angeschaut.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  7. Also ich habe soweit ich mich erinnern kann Märchen am meisten geschaut. Mama liebte Aschenbröddel xD aber ich glaube sie haben mir auch welche vorgelesen. Später gabs dann auch die Kasette (ja damals gabs sowas noch :D )

    LG Julia

  8. Hallo,

    Märchen waren als Kind in allen Medien für mich erreichbar. Sie wurden mir vorgelesen, aber ich hatte auch einige Hörspiele und im Regionalfernsehen kam jeden Sonntag ein Märchenfilm, denn ich anschauen durfte. Später habe ich sie dann selbst gelesen bzw. meinem kleinen Bruder vorgelesen.

    Liebe Grüße
    Sabrina

  9. Hii :) Ich hatte schon seit ich klein bin 3Märchenbücher in denen ich gerne geblättert hab aber ich hatte auch Hörspiele gehört und jeden Sonnatg bei KIKA also wie ich jetzt genau dazu gekommen bin weiß ich nicht.

    LG Cassie
    cassie.blatt@gmail.com

  10. Hallo,
    meine Mama hat mir die Märchen immer aus ihrem alten Märchenbuch vorgelesen. Als ich dann selber lesen konnte habe ich sie selber gelesen.
    Aber aud DDR Märchenfilme haben wir immer zusammen gesehen.

    Alles Liebe
    Sophie

  11. Hallo,

    ich weiss nicht mehr genau wie ich mit Märchen in Berührung kam aber ich weiß noch, dass ich z.B. welche im Kino gesehen habe oder auch im Fernsehen. Wenn es in Form von Büchern war kann ich mich nicht mehr daran erinnern.

    Lg Bonnie

  12. Huhu! :)

    Meine Mutter legte immer sehr großen Wert darauf mir als Kind Märchen vorzulesen.
    Das wird wohl auch der Grund für meine bis heute andauernde Leseleidenschaft sein.
    Später habe ich das Thema Märchen weiter verfolgt und bin von Fernsehserien, über Filme, bis zu Neuerzählungen in diversen Büchern gekommen. Da wäre Die Dreizehnte Fee also genau das richtige für mich! :)

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

  13. Hallöchen,

    eigentlich war in meiner Kindheit alles dabei, Filme, vorlesen, aber tatsächlich überwiegend Hörspiele! Wir hatten einen ganzen Koffer voller Märchenkassetten von Hänsel und Gretel über Der Froschkönig bis Dornröschen! ☺️ Die habe ich geliebt!

    Ganz liebe Grüße
    Marion

  14. Hey,
    toller Beitrag. Ich habe früher einige Märchen gelesen. Ich hatte einen Koffer voll, in dem viele kleine „Heftchen“ drinnen waren, zu ganz vielen Märchen. Außerdem hab ich im Fernsehen auf kika ganz gerne die Serie geschaut, in der diese 2 Stofftiere in Märchen zu den Gebrüdern Grimm kommen und dort den Protagonisten helfen, dass es gut ausgeht. Davon habe ich das meiste Märchenwissen. Heute noch finde ich die Titelmelodie so wunderwunderschön. „Nimm mich bei der Hand, zeig mir das Märchenland…“ *sing* ♥
    lg. Tine =)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.