Atlas Obscura von Joshua Foer, Dylan Thuras und Ella Morton

Atlas Obscura hörte sich für mich total interessant an, als ich zum ersten mal davon gehört hatte. Der Untertitel Entdeckungsreisen zu den verborgenen Wundern der Welt klang einfach großartig und auch die Aufmachung des Buches versprach ein tolles und umfangreiches Werk, was vor allem ästhetisch seines Gleichen suchen würde …

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Mosaik Verlag | Gebundene Ausgabe | ca. 480 Seiten | 34,00 Euro | Oktober 2017 | Originaltitel: Atlas Obscura | Übersetzer: Kristin Lohmann, Claudia Amor, Johanna Ott | ISBN: 978-3442393183

Inhalt

(lt. amazon.de):

Der außergewöhnlichste Reiseführer der Welt!
Der Atlas Obscura sieht nur auf den ersten Blick aus wie ein Reiseführer. Es ist vor allem ein Buch zum Lesen und Träumen – eine Wunderkammer voller unerwarteter, bizarrer und mysteriöser Orte, die gleichermaßen Wunderlust und Wanderlust hervorrufen. Jede einzelne Seite dieses außergewöhnlichen Buchs erweitert unseren Horizont und zeigt uns, wie wunderbar und schräg die Welt in Wirklichkeit ist. Fesselnde Texte, hunderte von fantastischen Fotos, überraschende Fakten und Karten für jede Region des Globus machen es nahezu unmöglich, nicht gleich die nächste Seite aufzuschlagen und weiterzuschmökern! Eine erstaunliche Liebeserklärung an die Welt, in der wir leben.

Gewähltes Zitat

Jeder von Ihnen da draußen, der dem Atlas einen Ort hinzugefügt, einen Eintrag überarbeitet oder ein Foto eingeschickt hat: Sie alle sind unsere Co-Autoren. Vielen Dank. Obwohl wir versucht haben, alle Fakten auf diesen Seiten auf ihre Richtigkeit hin zu prüfen, bitten wir Sie, keine Flugtickets zu buchen, ohne vorher selbst zu recherchieren.

(S. 9)

Meine Meinung

Wie oben bereits erwähnt war ich Feuer und Flamme für dieses Werk, seit ich das erste mal davon gehört hatte. Wie toll musste so ein Werk sein, das sich mit wunderbaren Orten befasst, die kaum bekannt sind auf der Welt, dafür aber absolut sehenswert und am besten auch noch einmalig schön!

Nach etwas weiterer Recherche fand ich heraus, dass dieses Buch auf dem Online-Werk atlasobscura.com basiert, wo die Autoren ein allumfassendes Nachschlagewerk für solche Orte angelegt haben, wo sich aber jeder Beteiligen kann, also die ganze Welt.
Eine klasse Idee, dachte ich, toll, dass man daraus nun die liebsten Orte ausgesucht und in dieses Buch gepackt hat …

Als das Buch hier ankam war ich sehr angetan von der äußeren Optik. Es ist wirklich schwer und hat ein tolles Format, schön groß! Der Schutzumschlag mit dem Guckloch fand ich auch sehr stylisch und passend. Das gefiel mir schon mal sehr.

Der Blick ins Innere brachte dann aber die Ernüchterung, dass dieses Werk bei weitem nicht so ist, wie ich es mir erhofft hatte.
Das Inhaltsverzeichnis fand ich noch schön und übersichtlich und einfach strukturiert. Nach der kurzen Einleitung folgen direkt die gesammelten, verborgenen Orte bis sich schließlich die Danksagungen, das Register und Bildnachweise folgen.
Schon die einseitige Einleitung fand ich sehr ernüchternd, denn diese zeigte bereits, dass sich die Autoren beileibe nicht all diese Orte selbst angesehen hatten und damit wohl auch kaum wirklich in der Lage gewesen waren, objektiv ihre liebsten auszusuchen. Das waren meine ersten enttäuschten Gedanken dazu, noch bevor ich überhaupt groß etwas gesehen hatte.

Tja … was soll ich sagen. Ich war wirklich enttäuscht, als ich mir die ersten Einträge ansah, denn mehr als ganz kurze Texte und wenn man Glück hat ein einigermaßen scharfes Bild findet man auch nicht. Von meiner ästhetischen Vorstellung wich dieses Buch also schon mal sehr, sehr weit ab was ich wirklich schade fand. Die Beschreibungen waren auch allesamt recht nichtssagend und ehrlich gesagt hat mich auch kaum etwas überzeugt mir diese Orte selbst anzusehen, die sich für mich zum allergrößten Teil überhaupt nicht interessant anhörten.

Anhand der Orte, die ich selbst bereits besucht hatte und kenne muss ich auch sagen, dass die meisten Orte die zum Beispiel für Deutschland aufgelistet sind, entweder gar keine verborgenen Schätze sind, sondern sehr kommerziell und auch in Reiseführern zu finden oder auch einfach nicht so spektakulär wie man es erwarten könnte.

Ich fand es wirklich sehr schade, dass mich dieses Buch eigentlich auf ganzer Linie enttäuscht und meinen Erwartungen überhaut nicht entsprochen hat. Die Idee ist doch so toll, da hätte man doch wirklich mehr draus machen können.

Fazit

Atlas Obscura von Joshua Foer, Dylan Thuras und Ella Morton konnte mich leider gar nicht überzeugen. Zum einen hatte ich mir von der Optik viel mehr versprochen mit schönen, ästhetischen Fotos und interessanten Beschreibungen. Und außerdem hatte ich auch nicht erwartet Orte in diesem Buch wieder zu finden, die man auch in den meisten Reiseführern finden kann.
Insgesamt war ich also leider wirklich enttäuscht und kann mich den begeisterten Stimmen zu diesem Buch nur in Bezug auf die Idee anschließen, nicht jedoch zur Umsetzung. Schade!

Meine Wertung

2 thoughts on “Atlas Obscura von Joshua Foer, Dylan Thuras und Ella Morton

  1. Oh nein, ich bin gerade super froh, dass ich es mir nicht bestellt habe. Meine ästhetische Erwartung an so Bücher ist seeeehr hoch. Ich danke dir für die ehrliche Rezi. Ich werde es mir erst einmal im Buchladen ansehen und evtl. ein anderes Buch in diese Richtung suchen. Ich hatte ein paar auf meine Liste gesetzt.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Jenny

    • Huhu Jenny!

      Jaaaa, das kann ich total nachvollziehen. Gerade solche Bücher sollten, ach was, sie MÜSSEN toll ausschauen!
      Deswegen hat mich das auch wirklich sehr enttäuscht und durch den Inhalt leider gleich doppelt. Da fiel mir die Rezi aber auch echt schwer :(

      Ja, schau dir das selbst mal an und schreib mir dann gerne ruhig, ob es dich begeistern konnte. Ich bin nämlich etwas unsicher, ob es einfach nur an meiner enttäuschten Erwartungshaltung liegt.

      Liebe Grüße und dir ebenfalls ein schönes Wochenende
      Nicole

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