Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow – Rainbow Rowell

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dtv Reihe Hanser Verlag | Gebundene Ausgabe | ca. 528 Seiten | 19,95 Euro | August 2017 | Originaltitel: Carry on |Übersetzer: Brigitte Jakobeit | ISBN: 978-3423640329

Inhalt

(lt. amazon.de):

Liebe, Freundschaft, ein Auserwählter und viel Magie

Simon Snow ist der mächtigste Zauberer, den die Welt der Magie je hervorgebracht hat. Wäre da nur nicht die Tatsache, dass Simon völlig unfähig ist, seine magischen Kräfte zu steuern. Aber dafür ist ja Watford da, das Zaubererinternat. Für Simons Zimmergenossen Baz – Vampir aus angesehener Familie und Simon in freundlichem Hass zugetan – ist er, der Auserwählte, eine wahre Fehlbesetzung. Am liebsten würde Baz den Magie sprühenden Simon mit seinen spitzen Zähnen ein für alle Mal erledigen. Doch dazu kommt es nicht, vorerst zumindest. Denn die verfeindeten Jungs tun sich zusammen, um gemeinsam mit ihrer blitzgescheiten Schulkameradin Penelope den Mord an Baz‘ Mutter aufzuklären. Für Simon beginnt eine Achterbahn der Gefühle. Und die Welt der Zauberer steht fortan nicht nur in Liebesdingen kopf.

Gewähltes Zitat

Früher war ich gern im Wald. Früher fand ich ihn beruhigend.
Ein paar Abende später stelle ich fest, dass ich nicht ziellos durch den Wald laufe, sondern ihn durchmesse und systematisch absuche. So wie damals, in dem Jahr, als Elspeth verschwand: Wir hielten uns an den Händen, gingen Seite an Seite und steckten Parzellen ab, während wir sie durchkämmten.

(S. 102)

Meine Meinung

Simon ist ein außergewöhnlicher Junge. Er ist der mächtigste existente Magier und außerdem der Erbe DES Magiers. Ohne Eltern aufgewachsen lebt er hauptsächlich an der Watford-Academy, wo er lernen soll seine Kräfte zu kontrollieren, denn das beherrscht er leider überhaupt nicht. Er selbst ist ständig von Selbstzweifeln geplagt, hat eine merkwürdige Beziehung mit Agatha, vertraut aber vor allem seiner Freundin Penelope, die auch seine engste Vertraute ist und hat ständig seinen Erzfeind Baz im Kopf. Außerdem muss er ständig aufpassen, dass der Schatten ihn nicht erwischt, denn seit er in Watford ist, wird er von diesem Magie-verschlingenden-Loch ständig angegriffen. Was verbirgt sich hinter diesem Schatten?

Auch auf dieses Buch habe ich gespannt gewartet. Auf „Fangirl“ und auf „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“, denn beide Bücher stehen im engen Zusammenhang und das weder, weil sie von der selben Autorin stammen und auch nicht, weil es vielleicht Fortsetzungen sind, sondern weil es sich bei dem Simon Snow-Buch um das Buch im Buch „Fangirl“ handelt. Eine total tolle Idee, wie ich bereits vorher fand und deswegen auch so extrem gespannt war.

Im Gegensatz zu Simon Snow handelt es sich bei „Fangirl“ um keine Fantasy-Geschichte. Es geht vielmehr um ernste Themen wie das Erwachsen werden, das sich selbst finden und darum sich in der Welt zurecht zu finden, sich einen Platz zu sichern.

„Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“ ist eine Fantasy-Geschichte, die in der Welt von Fangirl im Prinzip das ist, was Harry Potter bei uns ist. Also vor allem außerordentlich erfolgreich! Bei diesem Buch handelt es sich allerdings nicht genau um die Fanfiction, die Cath aus Fangirl im Buch erzählt, sondern eher um die ‘offizielle’ Version, aber dennoch fühlte ich mich ein wenig gespoilert, weil ich „Fangirl“ vorher gelesen hatte und daher schon einige Dinge vorher wusste, die ich ansonsten sicher nicht so schnell geahnt hätte.

In „Fangirl“ lernen wir, dass die Simon Snow Reihe acht Bände umfasst. Dieses Buch ist allerdings das einzige was existiert und wäre wohl der achte Band, wenn es wirklich acht Bände gäbe, denn es ist das Ende der Story. Während des Lesens hatte ich auch häufig, vor allem auf den ersten 150 Seiten, das Gefühl, etwas verpasst zu haben, denn ständig wird davon berichtet, was Simon und seine Freunde in den vergangenen Schuljahren so alles erlebt hatten. Das hat mich tatsächlich ziemlich gestört, denn so hatte ich wirklich das Gefühl, dass mir viel Wissen einfach fehlt.

Die ersten 150 Seiten fand ich nicht nur deswegen ziemlich lahm, sondern auch, weil eigentlich kaum etwas passiert ist. Zumindest, wenn man mal davon absieht, dass Simon nur von seinem Erzfeind Baz redet, an ihn denkt, von ihm träumt … Und wenn man sich als Leser dann vorstellt, dass das angeblich schon seit sieben Schuljahren so abgelaufen sein soll, dann fragt man sich wirklich WTF?!?!

Nach diesen ersten 150 Seiten wird es dann ein wenig interessanter, denn besagter Baz erscheint endlich auf der Bildfläche und man hat das Gefühl, dass die Geschichte nun endlich losgeht, was im Prinzip auch so ist.
Ich habe es jedenfalls so empfunden, dass es endlich spannender wurde und ich auch zeitweilig wirklich Spaß an der Lektüre hatte, aber zum Ende hin hat dies dann immer weiter nachgelassen, was vor allem auch an der Figur des Simon lag. Ich mochte ihn nämlich wirklich nicht. Ganz davon abgesehen, dass er mir einfach unsympathisch war, bekam ich auch einfach überhaupt keinen Draht zu ihm. Ich fand ihn einfach nur dumm, naiv und unkontrolliert. Selten eine so platte Hauptfigur erlebt wie Simon. Die anderen Figuren haben mir zwar eher zugesagt, teils fand ich sie sogar sympathisch, aber auch bei ihnen hat mir die Tiefe gefehlt. Ich hatte generell so den Eindruck, dass bei dieser gesamten Erzählung die Tiefe gefehlt hat. Hätte mir jemand gesagt, dass es sich hier wirklich um eine Fanfiction handelt – ich hätte es durchaus für möglich gehalten, denn mir kam die ganze Geschichte recht unausgegoren vor. Mich konnte sie wirklich nicht vom Hocker reißen.

Ich glaube, wenn ich nicht zuerst Fangirl gelesen und dadurch bereits so neugierig auf Simon geworden wäre, dann hätte ich das Buch wohl abgebrochen, weil ich ehrlich nicht gewusst hätte, was das alles soll und wozu ich mich mit einer quasi halben Geschichte hier zufrieden geben sollte. Meinen Geschmack hat es leider nicht getroffen.

Fazit

Als begleitende oder ergänzende Lektüre zu Fangirl, ebenfalls von Rainbow Rowell, fand ich Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow okay, aber mehr auch nicht. Hätte ich Fangirl nicht zuerst gelesen und wäre dadurch so gespannt gewesen auf Simon, dann hätte ich das Buch wohl eher abgebrochen, denn auf mich wirkte es einfach unfertig. Schade!

Meine Wertung

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