Ines und die grasgrüne Liebe von Greta Niels

Ines und die grasgrüne Liebe von Greta Niels war mir tatsächlich bereits aufgefallen bevor ich die sympathische Autorin während der Leipziger Buchmesse treffen durfte. Nach diesem Treffen war dieses Buch für mich natürlich Pflichtprogramm und die Erwartungen an Ines und ihrem Kanarienvogel Hugo waren hoch …

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Tinte & Feder Verlag | Taschenbuch Ausgabe | ca. 346 Seiten | 9,99 Euro | Februar 2018 | ISBN: 978-1503900875

Inhalt

(lt. amazon.de):

In ihrem gefühlvollen Roman erzählt Greta Niels mit Humor und Herz über Frühlingsgefühle, zweite Chancen und die Hoffnung auf Glück.

Ines hat eine quirlige Schwester, eine liebevolle, erwachsene Tochter und einen wortkargen Exmann. Außerdem hat sie einen Vogel. Einen chaotisch-kopflosen Kanarienvogel namens Hugo, der sich selbst und die Wohnungseinrichtung immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Was in ihrem Leben allerdings schon lange fehlt, ist eine neue Liebe.

Eines Nachts liegt Kanarienvogel Hugo leblos auf dem Teppich. In Panik rennt Ines morgens um drei Uhr mit ihm in die nächste Veterinär-Notaufnahme, wo Hugo auf wundersame Weise wieder erwacht. Und auch Ines’ Herz wird bei der Gelegenheit neues Leben eingehaucht: Mit ihr im Wartezimmer sitzt ein Mann mit Halbglatze und Hund – auf den ersten Blick gar nicht Ines’ Typ, aber auf den zweiten Blick kann sie seiner Charmeoffensive nicht lange widerstehen. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle beginnt

Gewähltes Zitat

»Nein, um Gottes Willen, so war meine dumme Bemerkung wieder nicht gemeint. Entschuldigen Sie. Ich war nur, ehrlich gesagt, der Meinung, kaum einer wird sich trauen öffentlich zu reden. Oder überhaupt eine Geschichte aus seinem privaten Leben zu erzählen.«
»Wir alle erzählen doch übers Internet täglich unsere Storys. Wir posten, wir twittern. Wir freuen uns, wenn wir geliked werden.«

(S. 132 ff.)

Meine Meinung

Ines, fast 50, attraktiv, Mutter einer erwachsenen Tochter, Mitbewohnerin eines Pechvogels und Single verliebt sich beim nächtlichen Tierarztbesuch mit ihrem Kanarienvogel Hals über Kopf in den Maler Piff. Zwischen ihnen entwickelt sich schnell mehr als bloße Zuneigung, doch Ines Gefühle werden durcheinander gewirbelt, als Ines erfährt, dass Piff verheiratet ist…
Eine Stütze sind ihr ihre beste Freundin Angelika mit der zusammen sie ein neues Szene Café, die “Grasgrüne Liebe”, eröffnet. Das besondere an der Grasgrünen Liebe ist, dass dort jeder Mensch auf die Bühne kann um eine Geschichte zu erzählen. Vom Erfolg selbst überrascht, wird Ines bald schon nicht nur von ihren Gefühlen überrollt …

Von der Geschichte des tollpatschigen Kanarienvogels Hugo war ich gleich angetan und wirklich neugierig auf diese Geschichte. So habe ich mir dieses Buch auch recht bald nach der Begegnung mit der Autorin auf der Leipziger Buchmesse geschnappt und losgelesen. Ich erwartete mir eine witzige und leichte Liebesgeschichte, habe aber noch mehr bekommen …

Ines ist eine Frau, kurz vor der 50, hadert aber nicht mit ihrem Alter. Sie steht eigentlich fest im Leben und merkt gar nicht, dass ihr aber eigentlich schon ein Partner fehlt. Zumindest bis sie sich verliebt und sich Hals über Kopf in diese Liebe hinein werfen will, aber von ihrem Auserwählten gebremst wird aus Gründen, die sie sich zunächst nicht erklären kann.
Die erste Begegnung zwischen Ines und Paul Hugo, auch genannt Piff, war schon recht amüsant und fast schon schicksalhaft. Es war sehr schön zu erleben, wie Ines aufblühte, wie sie die Zuneigung genoss und dankbar annahm. In diesem Moment wurde auch mir als Leser klar, wie wertvoll eine solche Beziehung ist.

Ines ist generell eine sehr sympathische Figur gewesen. Sehr hilfsbereit, liebevoll, ehrlich. Sie steht voll im Leben und tatsächlich fehlt ihr dazu eigentlich nur der richtige Partner.
Auch alle weiteren Figuren in diesem Buch sind so beschrieben, dass ich mir sie bildlich vorstellen konnte. Ich hatte das Gefühl, dass ich selbst ein Café wie die Grasgrüne Liebe besuchen müsse. Die Idee finde ich auch in der Realität wirklich toll!

Ein einfacher Liebesroman ist dieses Buch aber dennoch nicht. Es ist mehr, es ging viel tiefer als ich es erwartet hätte. Die Geschichte erzählt nicht nur die Liebes- und Lebensgeschichte von Ines, die erzählt auch die Geschichte von zweiten Chancen und versteckten Bedürfnissen und Freundschaften und Familienbande.
Es ist aber auch eine Geschichte vom Loslassen und von der Suche nach dem ganz persönlichen Glück. Eine Geschichte die davon handelt zu finden, was man wirklich braucht.

Greta Niels erzählt hier eine wirklich wunderschöne, tiefe und keinesfalls kitschige Geschichte in einem sehr angenehmen Stil. Die Geschichte lässt sich locker lesen und es macht wirklich Spaß, denn dieser Stil ist auch sehr humorvoll und leicht, trotz der durchaus ernsten Themen. Ich habe häufig lachen müssen, wenig weinen, aber ich war ständig berührt.

Fazit

Mit Ines und die grasgrüne Liebe hat Greta Niels eine wunderbare Geschichte geschrieben, die tief geht und viel mehr ist als eine bloße Liebesgeschichte. Mir hat diese Geschichte über Liebe, Freundschaft, Familie und Glück sehr gefallen und ich würde sie jeden, der eine lockere, aber keineswegs leichte, Geschichte sucht empfehlen!

Meine Wertung

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