Ideale–Auf der Suche nach dem, was zählt – Julia Friedrichs

33361538z Hoffmann und Campe Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 270 Seiten
19,99 Euro
Oktober 2011
ISBN: 3455501877

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Inhalt (lt. amazon.de):
„Ich glaubte mal an Joschka Fischer, Alice Schwarzer und Jan Ullrich. An den aufrechten Grünen, die kämpferische Feministin und den ehrlichen Sportler. Dann kamen der Beratervertrag, die Bildzeitung und die Blutwäsche. Und ich fragte mich, ob es besser wäre, an nichts mehr zu glauben. Aber geht das: ein Leben ohne Ideale?“

Kommentar:
In ihrem neuen Buch „Ideale – Auf der Suche nach dem, was zählt“ beschreibt die Autorin Julia Friedrichs ihre einjährige Suche nach einem Ideal, hinter dem auch sie stehen kann. Dafür reiste sie nicht nur quer durch die Republik und sogar zu den Kaiman-Inseln, sondern machte sich auch noch die Mühe Leute zu befragen, die sie als Vorbild sah, als Mensch mit Idealen, egal ob sie mittlerweile mit diesen schon gebrochen hatten oder nicht. So befragte sie so interessante Menschen wie Peter Hartz, Gerhard Schröder und Günter Grass um nur die Bekanntesten zu benennen.

Laut den Ausführungen der Autorin begann ihre Suche nach Idealen, nachdem ihr Sohn geboren wurde und sie sich fragte, was sie ihm wohl später mal mit auf dem Weg geben sollte, was sie ihm sagen sollte, wenn er einmal fragt, warum die Welt so ist wie sie ist und warum niemand etwas gegen die herrschenden Ungerechtigten getan hat. Berechtigte Fragen, die Antworten darauf zu finden ist allerdings gar nicht so einfach. Wieso gibt es heutzutage nur noch so wenig Menschen, die sich für etwas einsetzen woran sie glauben? Julia Friedrichs hat versucht in diesem Buch Antworten auf diese Fragen zu geben. Sie nimmt uns mit auf ihre gedankliche Reise nach Antworten und lässt uns teilhaben an ihren halbherzigen Versuchen etwas zu verbessern und Antworten zu erlangen.

Obwohl sich das Buch sehr gut liest und ich es auch recht interessant fand, gelingt es ihr leider nicht zufriedenstellende Antworten zu geben oder auch nur einigermaßen verfolgbare Theorien zu entwickeln. Ihre sorgfältig ausgewählten Interviewpartner sind zwar allesamt interessant und haben sicherlich Potential, aber wirkliche Antworten geben sie nicht. Zumindest nicht in den paar Sätzen, die die Autorin in ihrem Buch wider gibt. Dies fand ich besonders schade, zu dem einen oder anderen hätte ich mir doch mehr Ausführung gewünscht als in diesem Buch schließlich zu finden war. Julia Friedrichs geht mehr auf ihre eigenen Gedanken zu den von ihr interviewten Menschen ein, auf ihre Begegnungen mit ihnen und die Umstände die zu den Treffen führten. Das für den Leser wirklich inhaltlich Interessante geht leider ein wenig unter.

Ich habe dieses Buch wirklich gerne gelesen, war an vielen Stellen einer Meinung mit der Autorin oder habe an wieder anderen auch nur den Kopf schütteln können. Aber leider wird mich dieses Buch nicht schlauer oder nachdenklicher zurück lassen als vor der Lektüre. Es fehlt einfach eine wirklich konkrete Aussage, ein Fazit. So war es leider nicht mehr als eine nette Unterhaltung für ein paar Stunden, so dass ich nicht mehr als drei Sterne vergeben kann.

3 thoughts on “Ideale–Auf der Suche nach dem, was zählt – Julia Friedrichs

  1. Es ist richtig, dass die Autorin hier keine konkrete Aussage getroffen hat. Aber immerhin kann ich mich selbst nach über drei Jahren noch sehr gut an das Buch erinnern, was bei der Vielzahl meiner gelesenen Bücher schon etwas heißen soll.

    • Hallo Beatrix,

      danke für deinen Kommentar!
      Schön, dass du dich auch nach drei Jahren noch gut erinnern kannst. Ich kann mich leider so gut wie gar nicht mehr erinnern. Das einzige, was mir noch im Kopf geblieben ist, das war das Interview mit Gerhard Schröder. Ansonsten weiß ich mittlerweile eigentlich nichts mehr darüber.

      Liebe Grüße,
      Nicole

      • Das mag daran liegen, dass für mich selbst einige der im Buch vorgestellten Persönlichkeiten ein Ideal waren, und ich mich durch die Veränderungen dieser Menschen getäuscht sehe. Sie waren meine Ideale in meiner Jugendzeit, doch sie haben nicht mehr zu dem gestanden, was sie „gepredigt“ haben.

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