Blogtour zu Die Welt ist kein Ozean – Tag 4: Psychiatrischer Umgang mit Jugendlichen

Ihr Lieben!

Willkommen zum vierten Tag unserer Blogtour zu Alexa Hennig von Langes Buch „Die Welt ist kein Ozean“. Mein heutiges Thema lautet “Psychiatrischer Umgang mit Jugendlichen” – ein wirklich breites Thema, zu dem ich ein paar der wichtigsten Eckpunkte einmal für euch zusammengefasst habe.

Und wer die Chance ergreifen will eines von zehn signierten Exemplars dieses tollen Buches zu gewinnen, der hat im Anschluss ebenfalls eine Chance dazu!

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Psychiatrischer Umgang mit Jugendlichen

In der Bundesrepublik weisen heute ca. 20 % aller Kinder- und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten auf. Eine alarmierende Zahl und die Tendenz ist steigend. Diese Auffälligkeiten zählen mittlerweile zu den fünf häufigsten Ursachen für Krankheiten und Todesfällen bei den unter 18jährigen.

Jugendpsychiatrie

Die Jugendpsychiatrie behandelt Kinder- und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. In besonderen Fällen, in denen extreme Entwicklungsdefizite vorliegen auch noch Heranwachsende bis zum 21. Lebensjahr. Der große Unterschied zur Erwachsenenpsychiatrie besteht vor allem darin, dass psychiatrische Störungen und psychosomatische Störungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht unterschieden, sondern vom selben Facharzt mitbehandelt werden. Auch werden von Kinder- und Jugendpsychiatern körperliche Behandlungen und Diagnosen in der Regel mit übernommen.

Psychische Störungen

Es gibt viele verschiedene Arten von psychischen Störungen die bereits im Kindes- und Jugendalter auftreten können. Man unterscheidet diese generell in mehreren Punkten.

  • Emotionale Probleme sind heute sehr häufig und die Zahlen derjenigen, die darunter leiden sind stetig steigend. Zu den emotionalen Problemen gehören zum Beispiel depressive Symptome, Änste, Essstörungen …
  • Verhaltensauffälligkeiten des Sozialverhaltens treten ebenfalls sehr häufig auf. Die Patienten sind nicht selten gegenüber anderen aggressiv, Prügeln sich viel, werden kriminell, bekommen häufig Wutausbrüche. Sie sind häufig hyperaktiv, haben bestimmte Situationen nicht im Griff sind unruhig, ablenkbar und impulsiv.
  • Soziale Probleme sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. So haben viele Patienten Probleme mit Gleichaltrigen, kommen besser mit jüngeren oder Erwachsenen aus, leiden unter Kontaktschwierigkeiten und sind demnach häufig isoliert und haben wenige Freunde.
  • Seltener sind psychische Erkrankungen wie frühkindlicher Autismus, affektive und schizophrene Psychosen, Verhaltensauffälligkeiten nach hirnorganischen Erkrankungen.
  • Ein häufiger auftretendes Problem stellen im Jugendalter auch psychische- und Verhaltensprobleme durch bewusstseinsverändernde Substanzen, wie Alkohol und Drogen dar.

Die am häufigsten auftretenden Störungen der ersten drei Punkte können gut behandelt werden, vorausgesetzt, sie werden frühzeitig erkannt. Das ist allerdings oftmals ein Problem, denn die Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen in der Entwicklung unterscheiden sich oftmals extrem voneinander, so dass es schwierig ist zu bestimmen, wann ein Verhalten auffällig ist und von der Norm abweicht. Hier ist es wichtig den Entwicklungsstand des Patienten zu bestimmen. Außerdem hängt die Diagnose auch häufig von den Erwartungen des Umfelds und des Kulturkreises ab.

Diagnose

Die Diagnose wird von einem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie gestellt. Um eine solche Diagnose zu stellen werden unterschiedliche Tests durchgeführt. Heutzutage kommen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und möglicher Nebenwirkungen wissenschaftlich und damit möglichst neutral und objektiv untersuchte Methoden der Diagnostik zur Anwendung. Eine wichtige Orientierung stellen dabei die Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter dar, aber auch internationale und innovative Entwicklungen.
Hierzu dient als standardisiertes mehrdimensionales Beurteilungssystem das „Multiaxiale Klassifikationsschema für psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters nach ICD-10 der WHO“, das auf insgesamt sechs Achsen die psychische Störung, Teilleistungsstörungen wie z. B. Sprachentwicklungsstörung oder Legasthenie, Intelligenzniveau, körperliche Erkrankungen, aktuelle psychosoziale Umstände sowie die psychosoziale Anpassung kategorisiert.

Eine weitere wichtige Methode ist es in der Jugendpsychiatrie das Umfeld des Patienten mit einzubeziehen. Das bedeutet, dass oftmals die gesamte Familie des Kindes miteinbezogen wird, ebenso wie eventuelle andere Bezugspersonen von Jugendeinrichtungen, Sozialpädagogen, Heilpädagogen, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten. So werden viele Experten hinzugezogen um ein umfangreiches Bild des Patienten zu erzeugen.
Ebenso wichtig ist es die Vorgeschichte des Patienten zu beleuchten um einen Befund zu erheben. Auch Intelligenztests verschiedener Bereiche werden vorgenommen um die Leistungsfähigkeit und die kognitiven Fähigkeiten der Patienten zu erfassen und so ein klares diagnostisches Bild zu erhalten.

Solche Tests können zum Beispiel Rechen-, Lese- und Rechschreibtests sein, Tests zur sozioemotionalen, sprachlichen und/oder sensomotorischen Entwicklung sowie Selbst- und Fremdfragebogen.
Auch projektive Verfahren sind meist unverzichtbar, je nach Alter der Patienten.

Um bei Auffälligkeiten körperliche Defizite auszuschließen werden auch ergänzend feinneurologische Untersuchungen, Hirnstrommessungen, ggf. auch Blut- und Harnuntersuchung, EKG, Magnetresonanztomographie des Schädels, Schilddrüsen- und/oder genetische Untersuchungen durchgeführt.

Die Diagnosemöglichkeiten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind wirklich umfangreich und umfassen eigentlich den gesamten Bereich rund um die Patienten, immer je nach Alter und Entwicklungsstand.

Therapie

Kinder mit seelischen gegenüber organischen Problemen haben es häufig schwerer klar zu kommen. Das liegt hauptsächlich am fehlenden Verständnis gegenüber ihrer Umwelt und auch an der fehlenden Akzeptanz ihnen gegenüber. Häufig stehen sie vor Vorurteilen wie “der ist total unerzogen”, “der ist dumm und frech” …
Wer schon früh mit solchen Vorurteilen zu kämpfen hat, dem fällt es noch schwerer sich wirklich anzupassen, wenn er ausgestoßen wird.

Die Art der Therapie von psychischen Störungen und Erkrankungen hängt vom jeweiligen Patienten mit seinem Entwicklungsstand bzw. Reifegrad ab als auch an der Art der psychischen Störungen. Die Erhebung dieses Reifestandes ist auch erheblich für das weitere Vorgehen.

Eine Therapie setzt sich auch verschiedenen Bausteinen zusammen und integriert psychotherapeutische, pädagogische, spezialtherapeutische (Ergotherapie, Logopädie, Musiktherapie, usw.) und pharmakologische Behandlungsmethoden. Dabei wird das soziale Umfeld, wie z.B. die Familie, Bezugspersonen sowie Kindergarten, Schule und Ausbildungseinrichtungen mit einbezogen.

Kinder- und Jugendliche kommen selten aus eigener Motivation in eine Psychotherapeutische Behandlung. Zumeist sind es Bezugspersonen wie Eltern oder Lehrer, die darauf hinarbeiten, dass etwas passiert. Bei der Therapie mit Kindern- und Jugendlichen ergibt sich meistens eine Dreiecksbeziehung mit dem Therapeuten und den Bezugspersonen, was nicht selten zu sehr dynamischen Handlungen führen kann. Das ist in Ordnung und der Psychotherapeut muss zusehen, dass er diese Eigendynamik im Blick behält.

Je nach Schwere der Erkrankung ist eine ambulante oder stationäre Behandlung möglich. Eine stationäre Behandlung ist dann vonnöten, wenn eine ambulante Behandlung bereits ausgereizt wurde oder wenn schwerwiegende psychische Störungen vorliegen, die das Kindeswohl, also die Gesundheit und den Entwicklungsprozess, gefährden könnten.

In „Die Welt ist kein Ozean“ geht es genau um totalen Mutismus. Mehr dazu erfahrt ihr morgen im nächsten Beitrag unserer Blogtour. Wer das Buch aufmerksam liest, der wird vor allem in den Therapiemöglichkeiten viele Beispiele erkennen können, die ich ebenfalls aufgeführt habe. Natürlich alles viel weniger als Therapiekonzept beschrieben, sondern eher als Unterhaltung für die Kinder- und Jugendlichen nebenbei. Auch das ist eine therapeutische Maßnahme: den Tagesablauf abwechslungsreich zu gestalten, so dass die Patienten gar nicht so wirklich das Gefühl haben therapiert zu werden. Jedenfalls nicht komplett.


Gewinnspiel

banner_senkZu gewinnen gibt es eines von insgesamt 10(!) signierten Exemplaren von „Die Welt ist kein Ozean“ von Alexa Hennig von Lange.

Alles was ihr dafür tun müsst, ist mir folgende Frage in den Kommentaren zu beantworten:

Was meint ihr, warum die Zahl der psychischen Erkrankungen bei Kindern- und Jugendlichen immer weiter steigt?

Keine Sorge, es gibt keine richtigen oder falschen Antworten, mich interessiert lediglich eure Meinung dazu!

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden.

Blogtour-Stationen

1.8. Seelenleben – www.kasasbuchfinder.de

2.8. Interview – www.bookwives.de

3.8. Franzi & Tucker – www.manjasbuchregal.blogspot.de 

4.8. Psychatrischer Umgang mit Jugendlichen – www.lilstar.de

5.8. Totaler Mutismus – www.books-and-cats.de

6.8. Therapien – www.inas-little-bakery.blogspot.de

7.8. Gewinnerbekanntgabe

24 thoughts on “Blogtour zu Die Welt ist kein Ozean – Tag 4: Psychiatrischer Umgang mit Jugendlichen

  1. Ich glaube, es gibt immer mehr Fälle, weil a) die Wissenschaft immer weiter voranschreitet und so auch Jugendlichen geholfen werden kann, die früher einfach nur als schwer erziehbar abgestempelt worden wären und b) der Erfolgsdruck und die Maschinerie, überall der Beste sein zu müssen, schon früher beginnt zu laufen. Jugendliche und Kinder haben kaum noch Zeit die Welt für sich zu entdecken und können sich somit nicht ausreichend entwicklen, was ich sehr schade und gefährlich finde.

  2. Guten Morgen,

    toller Beitrag!

    Das ist eine sehr schwierige Frage, aber ich könnte mir vorstellen, dass es auch mit daran liegt, dass die Anforderungen heutzutage immer höher liegen und man in diesem Alter einfach oft überfordert ist allem gerecht zu werden!

    Ganz liebe Grüße
    Marion

  3. Hallo,
    erstmal finde ich es wirklich schlimm zu sehen, dass die Zahlen steigen :-( ich habe selbst durch den Beruf in der Ausbildung ein Jahr lang das Fach Kinder- und Jugendpsychiatrie gehabt. Die Schicksale, die unser Dozent dabei angesprochen hat, fand ich teilweise wirklich schrecklich :-(, klebstoffschnüffelnde Kinder u.a.
    Ich denke dass der Leistungsdruck in der Gesellschaft ein Auslöser sein kann. Oder auch katastrophale Familienverhältnisse, wenn man allen egal ist und meint, dass niemand einem Halt geben kann, sucht man ihn vielleicht beispielsweise in Drogen.
    Liebe Grüße Lena

  4. Hallo! :)

    Puh, das ist wirklich eine kniffelige Frage!
    Ich denke das liegt vor allem am Erfolgsdruck. Jeden Tag hört man von der steigenden Arbeitslosenrate, den hohen Mietpreisen und solche Sachen. Man wird praktisch dazu ‚gedrillt‘ alles zu geben und Erfolg zu haben. Ich denke das kann sich ganz schön auf die Seele abschlagen wenn mal etwas nicht so klappt wie man möchte oder mit dem Schulstress nicht zurecht kommt.

    Alles Liebe, Jasi ♥

  5. Guten Morgen,
    Ich glaube die Zahl steigt, weil Eltern keine Zeit haben sich mir den Kindern zu beschäftigen, weil leider viele Jobs unterbezahlt sind und so die Eltern mehr arbeiten müssen. Auch steht der große Leistungsdruck dahinter, weil man heut zu Tage ohne Guten Abschluss nichts mehr erreichen kann.

    LG, Kerstin
    (K.fuhlert@googlemail.com )

  6. Hallo,
    ich denke, dass es vor allem an der Umwelt liegt. Die Welt hat sich weiterentwickelt und die Jugendlichen wollen früher erwachsen sein.
    Ich denke, besonders durch das Internet kann es sein, dass Jugendliche seltsame Vorstellungen von sich und ihrem Leben bekommen. Denn im Internet gibt es ja bekanntlich nichts was es nicht gibt…
    LG, Anja

  7. Guten Morgen,

    ein interessanter Beitrag und eine Frage, die ich mir auch schon öfter gestellt habe. Ich vermute, dass zum Einen mehr psychische Krankheiten festgestellt werden, die früher einfach nicht erkannt wurden. Zum Anderen steigt der Leistungsdruck und Peergroups werden immer wichtiger. Jugendliche versuchen, mitzuhalten, zweifeln, werden sich selbst nicht gerecht oder von Anderen unter Druck gesetzt.

    LG, cyrana

  8. Hallo :)
    Puh, eine schwierige Frage!
    Meinen Vorschreibern stimme ich bezüglich des zunehmenden Leistungsdrucks auf jeden Fall zu.
    Was auch eine Rolle spielen könnte, sind zunehmende und vor allem heftigere Mobbing-Vorfälle. Klar, auch früher gab es Mobbing, allerdings gab es dort die Möglichkeit, dem zumindest zu Hause zu entkommen und die Attacken wurden nicht per Internet über die halbe Welt verbreitet. Heutzutage gibt es diesen Rückzugsort nicht mehr, man ist überall und ständig mit Smartphones, Laptops etc. erreich- und damit angreifbar.
    Und zu guter Letzt denke ich, dass auch einfach immer mehr psychiche Krankheiten überhaupt bekannt werden und diagnostiziert werden können. Früher hat man oftmals solche Probleme herunter gespielt und wenn man einen Psychologen oder Psychiater aufsuchte, wurde man gleich als verrückt abgestempelt. Heutzutage ist das Bewusstsein dafür zum Glück ein anderes.
    Liebe Grüße und danke für die Vorstellung dieses interessanten Themas!
    Bianca
    lilykiss[at]gmx.de

  9. Wow, ein super recherchierter und interessanter Beitrag! Danke dafür :)
    Ich denke, dass Jugendliche heutzutage viel zu sehr in unserer Gesellschaft unter Druck gesetzt werden. Ich kenne das selbst noch aus meiner Schulzeit. Man kriegt Druck von den Lehrern, den Eltern, evtl. noch vom Arbeitgeber wenn man nebenbei arbeitet. Dazu kommen dann noch die sozialen Probleme. Sowas wie Mobbing oder Ausgrenzung, was wir ja leider tagtäglich erleben. Da muss sich dann auch keiner mehr wundern, dass Menschen in so jungen Jahren schon Depressionen und Angststörungen entwickeln!
    Es interessiert mich ja brennend, wie diese psychischen Erkrankungen in dem Buch thematisiert werden!
    LG,
    _Buchliebhaberin_ (mein Name auf Lovelybooks)

  10. Hallo,
    ich denke, dass die heutige Gesellschaft, Erfolgsdruck, sogenannte „Vorbilder“ und/oder schwierige Familienverhältnisse Kinder und Jugendliche enorm prägen können und daduch auch die Zahl psychischer Erkrankungen steigt. Außerdem ist die Wissenschaft heutzutage weiter und kann eher eine psychische Erkrankung von einer „schwer erziehbaren Persönlichkeit“ unterscheiden.

    Liebe Grüße,
    Diana (baarsdiana@gmail.com)

  11. Ich denke, weil man heutzutage immer früher schweren Belastungen ausgesetzt ist und immer mehr leisten muss.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  12. Hi also ich denke das es an der Kindheit lieg. Viele sammeln dort schlechte Erfahrungen und leiden sehr stark darunter. Ob die Scheidung der Eltern, Schläge oder Missbrauch es ist alles total schrecklich und man wünscht es keinem Kind.
    Danke für den informativen Blogtag.
    LG und noch einen schönen Abend
    Ricarda; – )

  13. Ich denke, dass heutzutage einfach ganz anders wahrgenommen wird. Es wird schon in frühen Stufen Hilfe angeboten, so dass vieles noch einfacher zu beheben ist…. andererseits sind heute die Kinder- und Jugendlichen schon mit ganz anderen Themen und Problemen beschäftigt, mit denen sie oftmals sehr überfordert sind und das dann weitlaufende Folgen hat…
    Es ist alles nicht mehr das, was es mal war… und man traut sich heutzutage auch offener damit umzugehen, wesewegen die Zahl vielleicht auch gestiegen ist. Es wird immer mehr sich klar gemacht, dass verheimlichen nichts bringt… man muss Hilfe zulassen können … und es wird heutzutage auch früher erkannt udn gehandelt…
    Das sind so viele Faktoren, die hier zutreffen können …

  14. Ich glaube, dass die Erkrankungen sich immer mehr häufen, weil die Menschen darauf 1. sensibilisiert werden, d. h. es nicht mehr nur als Lapalie abstempeln, und 2. es immer mehr Druck gibt. Es gibt G8, aber man soll noch eben ein Jahr ins Ausland, dann gibt es noch Photoshop, weshalb natürlich alle schön sind. Es wird auf Natürlichkeit gesetzt, aber wehe, man schminkt sich dann nicht. Diesen Druck gibt es bei Typen natürlich auch mit den Muskeln.
    Ich glaube einfach, dass die Tatsache, dass es immer mehr Menschen gibt, dazu führt, dass man halt ganz besonders sein muss, um herauszustechen. Man hat einen enormen Druck aufgrund der Konkurrenz, was schnell zu Versagensängsten führt…

  15. Ich bin der Meinung, dass die Zahl der psychischen und psychosomatischen Störungen im Kinder- und Jugendalter weiterhin steigen wird.

    Von vielen Kindern und Jugendlichen wird sehr viel verlangt. Es ist nicht mehr so, dass die Schüler mittags nach dem Unterricht nach Hause gehen, ihre Hausaufgaben erledigen und anschließend noch Zeit für sich oder Freunde haben. Neben der Randstundenbetreuung oder der Betreuung in Form der OGS (Offener Ganztag) soll dem Hobby mit viel Ergeiz nachgegangen werden. Oft geht wertvolle Zeit zum Entspannen oder Experimentieren verloren.
    Bei den Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter ist für mich im beruflichen Alltag auch immer wieder zu beobachten, dass es wirklich keinen freien Nachmittag gibt. Der größte Teil der zu bewältigenden Aufgaben und Tätigkeiten wird durch Eltern, Lehrer oder Therapeuten fremdbestimmt. Wie soll das Kind in seinem Alltag lernen sich Ruhephasen einzufordern, wenn es nie die Gelengenheit hat diese im Alltag genießen zu können und kennen zu lernen?!
    Zeit das Kind ein Verhalten, welches auf dirngende Pausen hinweist, werden diese häufig nicht wahrgenommen. Was folgt sind Diskussionen und Konsequenzen/Verbote auf nciht erwünschtes Verhalten. Irgendwie ein Teufelskreis :-(
    Bei den älteren Kindern, die eine weiterführende Schule besuchen oder in der Ausbildung sind ist der Druck von außen ebenfalls hoch. Auch ist zu beobachten, dass sich viele Jugendliche selbst sehr unter Druck setzen um sich anzupassen um zu gefallen oder eben um mit anderen mithalten zu können.
    Was ich toll finde ist, dass du den Entwicklungsstand des Kindes / Jugendlichen erwähnst.
    Und ich die Wichtigkeit es Umfeldes. Denn egal, wie sich das Kind oder der Jugendliche verhält, ob er zu angepasst ist oder mit verhaltensauffälligem / oppositionellem Verhalten reagiert. Beides sind Verhaltensweisen, die ein Kind / Jugendlicher nicht über einen langen Zeitraum erfüllen kann.

    Es wird zu weiteren Schwierigkeiten kommen, ich finde es daher total wichtig über solche Themen zu sprechen und sie auch den Erzieher, Eltern und Lehrern anschulich zu vermitteln. Ich hoffe dieses Buch wird von eben erwähnten Berufsgruppen gelesen und es werden bewusst und unbewusst Rückschlüsse auf den beruflichen Alltag gezogen.

    Viele Grüße und allen Teilnehmern viel Glück eines der Bücher zu gewinnen, um sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen und es an viele Freunde und Bekannte weiterzuempfehlen.

  16. Hallo,

    ein wirklich sehr informativer Beitrag!
    Ich glaube, dass es dafür sehr viele unterschiedliche Gründe gibt. Zum einen nimmt natürlich der Druck durch das soziale Umfeld zu und die Kinder entwickeln immer mehr Störungen. Es ist aber auch so, dass das Verständnis für psychische Krankheiten gestiegen ist und dadurch die Diagnosehäufigkeit ansteigt, weil mehr Eltern bereit sind ihr Kind zu testen.

    LG

  17. Hallo,
    Das ist eine gute Frage, ich habe mir das auch schon öfters überlegt. Ich glaube, dass es früher auch Kinder mit psychischen Probleme gegeben hat, aber man nicht so offen darüber geredet hat wie in der heutigen Zeit, aber ich glaube auch, dass die Zahl stetig steigt. Ich glaube, dass das mit unserer Lebenskultur zusammenhängt. Der Fernseher, Viedospiele und auch die „sozialen“ Netzwerken, aber erklären kann ich es mir auch nicht wirklich. Vl wird auch zu viel Druck ausgeübt auf die Kinder.
    Liebe Grüße,
    Sarah

  18. Ufufuuuf Nicole – ein groooßes Thema, dass du dir da vorgenommen hast, und das sicherlich noch weiter ausgerabeitet werden könnte – so bis ins unendliche!!

    „Was meint ihr, warum die Zahl der psychischen Erkrankungen bei Kindern- und Jugendlichen immer weiter steigt?“

    Um deine Frage zu beantworten: Also sie wird steigen – möchte gar nicht wissen, wieviele Menschen (egal, in welchem Alter) dringend Hilfe brauchen und es nicht zugeben möchten…das liegt sicherlich viel an unserer heutigen Gesellschafft, aber auch an die Menschen in unserem nahen Umfeld. Der Druck steigt, du musst dich anpassen, um dazuzugehören. Egal ob Schule oder Arbeit: Es kann einen überall befallen. Traurigerweise weiß ich auch von „Patienten“, dass die meisten Hintergründe dieser Erkrankungen in der Familie zu finden sind. :/ Die Eltern lassen sich nicht behandeln und lassen alles auf die Kinder ab. Hatte mal eine Studie dazu erforschen müssen und war sichtlich erdrückend und erschreckend! Also ich denke es liegt einfach an die MENSCHEN! Die machen alle kaputt…leider leider.

    Jetzt was das hier für mich, danke dir für deine Teilnahme. Alles glitzrige
    JACK

  19. Pingback: *** Blogtour Tag 5 “Die Welt ist kein Ozean” *** Was ist eigentlich mit Tucker los?

  20. Ich vermute, dass es daran liegt, dass Jugendliche unter solchen Störungen leiden, weil immer mehr von ihnen verlangt wird, der Leistungsdruck steigt. Die Jugendlichen sind überfordert, wer nicht mithalten kann, die Erwartungen, die gestellt werden nicht erfüllt, der ist raus – ob in der Schule oder in der Ausbildung, vielleicht sogar in der Freizeit, z.B. beim Sport.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

  21. Hey,
    ich denke, dass es daran liegt, wie die Kinder heutzutage aufwachsen. Früher hat sich meist die Mutter immer um sie gekümmert und die Kinder haben den ganzen Tag mit anderen im Freien gespielt. Klar gab es damals schon negative Einflüsse oder Eltern, die sich nicht richtig um das Kind kümmern konnten. Aber heutzutage ist vieles anders und freier. Manche Eltern lassen den Kindern sehr viel Freiraum, lassen es vor dem Fernseher sitzen oder das Kind gehört gewalttätigen Cliquen an oder wird gemobbt. Nicht, dass man von einem davon auf jeden Fall eine psychatische Erkrankung bekommt, aber es stehen heutzutage so viel mehr Möglichkeiten offen.
    lg. Tine =)

  22. Hallo :)
    ein sehr interessanter Artikel. Hat mich doch zum Nachdenken gebracht. Mehrere Freunde von mir waren oder sind in Therapie. Dass Jugendliche und junge Erwachsene und inzwischen ja auch schon Kinder immer anfälliger werden, was psychologische Erkrankungen angeht, liegt zum einen sicher an dem erhöhten Druck auf die Kinder. Immer mehr Leistung, aber weniger Zeit. Man ist ständig irgendwo online, hat kaum mehr Zeit und Ruhe für sich. Alles entwickelt sich rasent schnell und nicht jeder kann dort mithalten. Ich denke aber auch, dass psychische Erkrankungen langsam aus dem Tabubereich rauskommen, man spricht mehr darüber und nimmt diese Krankheiten ernst, sodass es mehr Therapien gibt und nicht immer gleich Psychopharmaka verabreicht werden. Das ist in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung, denn wenn man sich psychologische Hilfe sucht, dann hat man eben nicht gleich einen an der Klatsche.
    Liebe Grüße, Verena.

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