The Girl Before Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot. – JP Delany

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Penguin Verlag | Broschierte Ausgabe | ca. 400 Seiten | 13,00 Euro | April 2017 | Originaltitel: The Girl Before | Übersetzer: Karin Dufner | ISBN: 978-3328100997

Inhalt

(lt. amazon.de):

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht allein bin. Manchmal glaube ich, dass dieses Haus mich beobachtet. Etwas muss hier geschehen sein. Etwas Schreckliches.
Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher überlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie dann auch noch den charismatischen Besitzer und Architekten des Hauses kennenlernt. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen. Doch bald erfährt Jane, dass ihre Vormieterin im Haus verstarb – und ihr erschreckend ähnlich sah. Als sie versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erlebt sie unwissentlich das Gleiche wie die Frau vor ihr: Sie lebt und liebt wie sie. Sie vertraut den gleichen Menschen. Und sie nähert sich der gleichen Gefahr.

Gewähltes Zitat

Und dann, schon am nächsten Tag, kommt die E-Mail: Ihre Bewerbung wurde angenommen.
Ich kann es nicht fassen – auch weil sonst nichts in der E-Mail steht: kein Einzugsdatum, keine Bankverbindung und auch nicht, wie wir weiter vorgehen sollen. Ich rufe Mark, den Makler an, den ich, seit ich mich so eingehend mit der Bewerbung befasse, recht gut kennengelernt habe.

(S. 67)

Meine Meinung

Als Jane ins Haus in der Folgate Street 1 einzieht, muss sie ihr Leben komplett umstellen, denn dieses Haus verlangt den Mietern einiges ab. Wer dort wohnt, der muss sich nicht nur einem langen Bewerbungstest unterziehen, sondern erklärt sich mit vielen, vielen Regeln einverstanden.
Parallel dazu wird die Geschichte von Emma erzählt, die vor Jane in diesem Haus gewohnt hat und die nun tot ist. Hat es etwas mit dem mysteriösen Vermieter zu tun, der eine Obsession für ungewöhnliche Objekte hat? Jane forscht nach, was es mit Emmas Tod auf sich hat und gerät dabei selbst in Gefahr …

Auf dieses Buch war ich vor allem wegen der begeisterten Stimmen total gespannt. Es versprach etwas gänzlich anderes zu werden, als das was man bisher kannte. Von einer „neuen Thriller-Ära“ war die Rede. Die Erwartungen lagen also sehr hoch und das Buch fing wirklich interessant an.

Ein wenig verwirrt war ich direkt, weil die Geschichte in zwei Zeitebenen erzählt wird. Zum einen ist da das Vorher, betitelt mit Damals: Emma und die Gegenwart, betitelt mit Heute: Jane. Aus der Sicht dieser zwei Frauen erleben wir die Geschichte und zunächst lesen sich die Kapitel auch sehr ähnlich, denn – der Titel verrät es bereits – die beiden Frauen sind sich sehr ähnlich, ebenso wie ihre Geschichte. Schnell hat man sich aber rein gefunden und weiß, aus welcher Sicht man da gerade liest und was den Frauen geschehen ist.

Obwohl sich beide so ähnlich sind, habe ich für die eine mehr Sympathie empfunden als für die andere. Ein wenig merkwürdig, aber wohl durchaus gewollt um auch den Leser auf eine entsprechende Fährte zu locken, denn tatsächlich weiß man lange Zeit nicht, wohin diese Geschichte hinaus laufen wird. Klar, man weiß, dass Emma nun tot ist, aber man weiß nicht wie es passiert ist, wann und vor allem wieso und ob sie ermordet wurde. Das komplette Ausmaß erfährt man erst nach und nach.
Die Frauen haben zwar beide ihre Probleme, aber dennoch empfand ich sie als recht blass. Man erfährt vor allem von Jane kaum mehr als ihre eigene Sicht. Von Emma erfährt man noch durch rückblickende Erzählungen etwas mehr, aber das reißt es leider auch nicht wirklich heraus.
Bei den Beziehungen der beiden mit Edward und den damit verbundenen Umständen und Regeln, kam ich mir fast schon ein wenig bei wie 50 Shades of Grey vor.

Klingt wie ein gewöhnlicher Thriller? Tja … ist es auch. Die Geschichte ist zwar ganz gut und liest sich auch fix weg, aber es hatte nichts besonderes. Die angepriesene neue „Thriller-Ära“ habe ich vergeblich gesucht. Ein wenig außergewöhnlich war das Setting zwar durchaus und auch die Tatsache, dass es so blöde Menschen gibt, die Sicherheit suchen und sich dann auf so viele zahlreiche Regeln einlassen, die es zulassen, dass man rund um die Uhr komplett überwacht wird, ist außergewöhnlich, aber ansonsten erhält man hier einen stinknormalen Thriller.

Fazit

Mit The Girl before von JP Delany greift man zu einem Thriller, der weder besonders überrascht, noch enttäuscht. Jedenfalls dann nicht, wenn die Erwartungen nicht bis ins Unermessliche geschürt worden wären, wie es hier der Fall war. So gibt es von mir halt nur 3 Sterne. Solide und nett, aber nichts, was länger im Kopf bleiben wird als bis zum nächsten Thriller.

Meine Wertung

3 thoughts on “The Girl Before Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot. – JP Delany

  1. Hallo Nicole,

    also mein „Sicherheitsempfinden“ schließt bei der Wohnungssuche auch schon ein Einzugsdatum und eine Bankverbindung ein. ^^“ Also wäre ich bereits bei dieser E-Mail skeptisch geworden. 😉 Klingt also auch leider nicht nach einem Buch für mich. Denn ich hätte wahrscheinlich Schwierigkeiten, diese Regeln zu akzeptieren.
    Liebe Grüße Cindy

  2. Pingback: JP Delaney: The Girl Before [Rezension] | Tintenhain

  3. Hallo Nicole,

    schön Rezension! Ich habe das Buch gestern beendet und ich habe einen Stern mehr gegeben, aber ich kann deine Kritikpunkte durchaus nachvollziehen.

    Liebe Grüße,
    Jenny

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