Pandora–Wovon träumst du? – Eva Siegmund

pandorawovontraeumstdu

cbt Verlag | Broschierte Ausgabe | ca. 496 Seiten | 12,99 Euro | April 2016 | ISBN: 978-3-570-31059-5

Inhalt

(lt. amazon.de):

Sophie lebt in einer Welt, in der alle durch einen Chip im Kopf jederzeit unbeschwert online gehen können. Als sie erfährt, dass sie adoptiert ist und eine Zwillingsschwester hat, erkunden die Mädchen damit ihre Vergangenheit – und stoßen schon bald auf seltsame Geheimnisse. Ihre Recherchen bringen den Sandman auf ihre Spur. Er will die Menschheit mithilfe eines perfekt getarnten Überwachungssystems beherrschen, und nur die Zwillinge können ihn und seine allmächtige NeuroLink Solutions Inc. zu Fall bringen. Doch das bringt sie in höchste Gefahr …

Gewähltes Zitat

Bis zu diesem Moment hatte ich mich immer gefragt, warum die Helden in Geschichten immer in die dunklen Höhlen, die verlassenen Häuser oder auf Friedhöfe bei Nacht gingen – sich kopfüber in Situationen zu stürzen, die vier Meter gegen den Wind schon nach Gefahr rochen. Doch nun wusste ich auf einmal die Antwort: Manchmal musste man Dinge tun, die riskant, ja vielleicht sogar lebensgefährlich waren, um herauszufinden, wer man im Innersten war.

(S. 114)

Meine Meinung

Sophie und Liz sind Zwillinge. Voneinander wussten sie bislang allerdings nichts, weil beide noch sehr jung adoptiert und voneinander getrennt wurden. Als ihr biologischer Vater stirbt erfahren sie vom Notar nicht nur, dass sie eine Menge Geld geerbt haben, sondern auch, von ihren leiblichen Eltern und dass sie Zwillinge sind. Gemeinsam versuchen sie heraus zu finden was damals geschehen ist und geraten in eine ziemliche Intrige, die sie in große Gefahr bringt …

Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch vor allem wegen des schönen Covers, ich gebe es zu. Aber auch der Inhalt konnte mich dann sehr ansprechen, so dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste. Den ersten Roman der Autorin Lúm: Zwei wie Licht und Dunkel hatte mir damals auch schon gefallen und ich finde, dass sich Eva Siegmund mit ihrem zweiten Roman jetzt noch einmal steigern konnte.

Als erstes lernen wir Sophie kennen. Sie fand ich von Beginn an sympathisch, sie ist die zurückhaltende und bodenständigere der beiden Zwillingsmädchen. Liz war mir zunächst nicht ganz so sympathisch und wirkte eher oberflächlich und arrogant, was ich im weiteren Verlauf der Geschichte aber relativiert hat, denn je näher man die beiden und ihre jeweilige Geschichte kennen lernt, desto besser versteht man, warum sich die beiden so unterschiedlich entwickelt haben.
Während Liz in reichen Verhältnissen groß wurde, der es materiell zwar an nichts mangelte, dafür aber an Liebe und Fürsorge, wuchs Sophie in eher normalen Verhältnissen auf, dafür aber mit einem liebevollen Vater.
Ein wenig schade fand ich, dass die Adoptiveltern der beiden Mädchen vor allem zu Beginn nicht so sehr zum tragen kamen. Gerade in Liz Fall fand ich es ein wenig unverständlich, da hätte ich mir wirklich eine Konfrontation gewünscht. Aber nun gut, es wurde irgendwie immer erklärt, wenn auch nicht zu meiner vollsten Zufriedenheit.
Beide Figuren sind aber auf jeden Fall wirklich toll dargestellt.

Die Geschichte selbst ist wirklich klasse! Ich mag Geschichten um Zwillinge eh recht gerne und hatte auch hier zunächst den Gedanken an eine Adaption von “Das doppelte Lottchen”. War es aber nicht, es war ganz anders, aber auf keinen Fall weniger gut, eher im Gegenteil.
Die Geschichte der Zwillinge war total interessant, ich konnte wirklich mitfiebern und war sehr gespannt darauf, was damals in der Vergangenheit wirklich vorgefallen war, dass es zu dieser Ausgangssituation kommen konnte.
Die Traum-Stränge haben die Geschichte so richtig aufgepeppt, dadurch wurde sie zu etwas unverwechselbarem. Sophies Traum-Sequenzen wirkten teils schön gruselig und haben meine Fantasie sehr angeregt und mich dazu gebracht darüber nachzudenken, was es wohl mit dem allen auf sich haben könnte und wer dahinter stecken könnte. Ungefähr ab der Mitte fallen diese Traumsequenzen weg, dafür kommt die neue Sicht des Sandmanns dazu. Der Rest der Geschichte wird entweder aus der Sicht von Sophie oder Liz erzählt.

In den ersten beiden Dritteln war ich so davon überzeugt, dass es ein Buch wäre, an dem ich so gar nichts auszusetzen haben würde, so gut hat mir die Geschichte gefallen, so super wirkte die Story auf mich, so wenig fand ich es gewollt konstruiert, obwohl vor allem das Traumthema ein recht komplexes war. Im letzten Dritten ging es mir dann doch ein wenig zu schnell und ich fand vor allem die Motive dann doch etwas schwach im Vergleich zum restlichen Konstrukt. Ohne da jetzt zu viel zu zu sagen, aber wären die Motive des Sandmans am Ende überzeugender gewesen, dann wäre Eva Siegmunds Werk für mich ein absolutes TOP-Highlight gewesen. Ein Highlight war es trotzdem noch, wenn auch nicht uneingeschränkt, aber mir hat die Geschichte viel zu gut gefallen um etwas anderes sagen zu können, denn sie hatte tolle Figuren, Witz, Spannung … und eben auch das gewisse Etwas!

Fazit

Mit Pandora – Wovon träumst du? konnte mich Eva Siegmund so richtig begeistern. Vom ersten Moment an mochte ich die Geschichte um die so unterschiedlichen Zwillinge, die sich auf die Suche nach ihrer Herkunft machen und die Idee mit den Traumszenario kam als i-Tüpfelchen noch oben drauf und hat die Geschichte zu etwas besonderem gemacht.

Meine Wertung

One thought on “Pandora–Wovon träumst du? – Eva Siegmund

  1. hachz….das Buch ist soooooo hübsch! :)
    Danke für deine Rezension. Ich lass mir doch nochmal durch den Kopf gehen, ob ich es nicht doch lesen möchte.

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