Das Feuerzeichen – Francesca Haig

dasfeuerzeichen

Heyne fliegt
Gebundene Ausgabe
ca. 480 Seiten
16,99 Euro
Oktober 2015
Originaltitel: The Fire Sermon
Übersetzer: Kathrin Wolf
ISBN: 978-3453270138

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Inhalt

(lt. amazon.de):

Als Zwillinge geboren, zu Feinden erzogen!
Vierhundert Jahre in der Zukunft: Durch eine nukleare Katastrophe wurde die Menschheit zurück ins Mittelalter katapultiert. Es ist eine Welt, in der nur noch Zwillinge geboren werden. Zwillinge, die so eng miteinander verbunden sind, dass sie ohne einander nicht überleben können. Allerdings hat immer einer von beiden einen Makel. Diese sogenannten Omegas werden gebrandmarkt und verstoßen.
Es ist die Welt der jungen Cass, die selbst eine Omega ist, weil sie das zweite Gesicht besitzt. Während sie Verbannung, Armut und Demütigung erdulden muss, macht ihr Zwillingsbruder Zach Karriere in der Politik. Cass kann und will diese Ungerechtigkeit nicht länger ertragen und beschließt zu kämpfen. Für Freiheit. Für Gerechtigkeit. Für eine Welt, in der niemand mehr ausgegrenzt wird. Doch die Rebellion hat ihren Preis, denn sollte Zach dabei sterben, kostet das auch Cass das Leben …

Gewähltes Zitat

Als Kind hatte er einmal in einem Flussbett ein Fossil entdeckt. Einen kleinen schwarzen Stein, in den sich vor Urzeiten ein schnörkeliges Schneckenhaus gepresst hatte. Die Schnecke war zu Stein geworden und der Stein zur Schnecke. Oft dachte ich, dass es sich mit ihm und mir genauso verhielt. Wir waren ineinander verwurzelt. Und hatten diesbezüglich genauso wenig eine Wahl gehabt wie Stein und Schnecke.

(S. 47 ff.)

Meine Meinung

Nach einer gewaltigen Explosion ist die Welt nicht mehr so, wie sie vorher war. Außer, dass alles zerstört ist, werden auch seitdem nur noch Zwillinge geboren, die eine intensive Bindung haben. Hat der eine Schmerzen, merkt es der andere auch und stirbt einer von beiden, so stirbt auch sein Zwilling. Immer – ohne Ausnahme! Ein Zwilling ist immer ein sogenannter Alpha. Ein gesunder Mensch ohne Einschränkungen. Der andere ist immer ein Omega. Sozusagen beschädigte Ware mit Behinderung oder sonstigen Abnormalitäten. Die Omegas werden verachtet und separiert. Obwohl die Zwillinge so eng verbunden sind, agieren sie doch nicht gemeinsam und verstoßen ihre Omega-Geschwister noch im Kindesalter. Cass will dies aber nicht hinnehmen. Während ihr Apha-Bruder in hoher Position eine Anti-Omega Bewegung anführt, könnte sie als Seherin zwar der Rebellion von Nutzen sein, will aber nicht akzeptieren, dass es sich um unterschiedliche Lager handelt …

Nachdem ich so viel gutes über dieses Buch gehört hatte, was sich ebenfalls auf meiner Wunschliste befunden hat seitdem ich zum ersten Mal davon hörte, musste ich es auch sofort zur Hand nehmen und lesen.

Eine wahnsinnig tolle Idee

Alleine die Idee eine Welt zu kreieren, in der nur noch Zwillinge geboren werden, die auch noch miteinander durch ein besonderes Band verbunden sind, fand ich schon sehr spannend und war gespannt darauf, wie Francesca Haig dies wohl umsetzen würde, denn große Schlachten zwischen den beiden Seiten hätte ich ausgeschlossen, weil es ja Opfer auf beiden Seiten gegeben hätte, egal wer verliert. Für mich war der psychologische Aspekt dieser Verfolgung und Unterdrückung interessant.

Wenig Action, dafür viel Tiefe

Wie erwartet blieben die großen Schlachten zumindest bis zum Ende, als ohne Rücksicht auf Verluste Exempel statuiert werden sollten, auch aus. Das hatte zum Nachteil, dass es wenig Action gab und sich die fast 480 Seiten teils etwas zog. Dennoch fand ich es überwiegend spannend, denn die Frage war für mich wirklich, was die Alphas, allen voran Cass Zwillingsbruder Zach und die Beichtmutter für einen wirklich teuflischen Plan ausgeheckt hatten und wie sie diesen Umsetzen könnten, ohne dass es ebenfalls den Alphas schadet oder einen großen Aufschrei in der Bevölkerung geben würde.

Das war überhaupt sehr interessant mitzuverfolgen. Obwohl die Menschen ja alle miteinander verbunden sind, fühlen sich die Geschwister aber nicht zusammengehörig. Die Alphas fühlen sich als etwas besseres und verachten ihr Gegenüber. Das ist für mich kaum nachzuvollziehen und demnach fand ich Cass auch so glaubwürdig, weil sie – so schien es – eine der wenigen Personen war, die diese Tatsache in Frage stellte und nicht nur die beiden Seiten, also die Aphas und die Omegas, sondern das große Ganze sah.
Hier musste ich beim Lesen häufig feststellen, dass ich selbst ebenfalls nicht mehr in der Lage war die Menschen als ein ganzes zu betrachten, sondern ebenfalls die Alphas und Omegas als eigenständige Lager sah. Hier hat die Autorin also wirklich tolle Inszenierungen abgeliefert!

Ein tolles Leseerlebnis mit Erkenntnis

Für mich war dieses Buch ein wirkliches Leseerlebnis und ich habe, obwohl ich zwischendrin einige Längen empfand, dies vor allem aber auch, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter gehen würde, es sehr genossen zu lesen. Besonders auch Kip fand ich als Figur sehr interessant und hatte mir schon so meine Gedanken über seine Vergangenheit gemacht, mit denen ich dann schließlich auch gar nicht so verkehrt lag.
Zach ist für mich ebenfalls ein sehr interessanter Charakter und dank ihm und seiner Geschichte mit Cass habe ich auch verstanden, wie es zu solch einem enormen Hass gegenüber den Omegas kommen konnte.

Fazit

Francesca Haig hat mit Das Feuerzeichen einen fantastischen ersten Teil einer wirklich tollen Reihe vorgelegt. Das generelle Setting war schon total interessant und die Autorin hat es hier wirklich geschafft eine Welt zu konstruieren, die man so noch nicht gesehen hat und in der man gerne Zeuge der unglaublichen Erlebnisse wird. Große Emotionen und Spannung haben mich an die Seiten fesseln können und nun kann ich es nicht mehr erwarten, bis der nächste Teil erscheinen wird!

Meine Wertung

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