Und ein ganzes Jahr – Gayle Forman

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Fischer FJB Verlag | Broschierte Ausgabe | ca. 368 Seiten | 14,99 Euro | März 2016 | Originaltitel: Just one year | Übersetzer: Stefanie Schäfer | ISBN: 978-3841421074

Inhalt

(lt. amazon.de):

Der zweite Teil des Roman-Duos NUR EIN TAG … UND EIN GANZES JAHR
der Bestseller-Autorin Gayle Forman.

Wenn Du einem Menschen begegnet bist, der dein Herz geöffnet hat, wirst du alles dafür tun, ihn wiederzufinden. Aber was, wenn du dann tatsächlich vor ihm stehst?

Eine große, überwältigende Geschichte von Entscheidungen und Zufällen – und vom Glück, wenn beides zusammenkommt.

Wer ist Willem wirklich?
Was ist in diesem Jahr passiert?
Und – was ist noch zwischen ihnen?
Jetzt erzählt er seine Geschichte!

Gewähltes Zitat

In dem Moment, als Lulu mir in Paris die größte Sicherheit geschenkt hatte, als sie sich zwischen mich und die Skinheads gestellt und sich um mich gekümmert hatte und mein Mädchen in den Bergen wurde, da hätte ich sie beinahe fortgeschickt. In dem Moment, als wir in Sicherheit waren, hatte ich sie angesehen, und die Entschlossenheit hatte in ihren Augen gebrannt, die Liebe war schon da, so unwahrscheinlich nach nur einem Tag. Und ich spürte das alles – die Sehnsucht und die Bedürftigkeit –, doch auch die Angst, weil ich erlebt hatte, was der Verlust dieser Dinge bedeuten konnte. Ich wollte von ihrer Liebe und vor ihrer Liebe geschützt werden. Damals habe ich es nicht verstanden. Liebe ist nicht etwas, was man schützt, sondern etwas, was man riskiert.

(S. 337)

Meine Meinung

Im Rahmen unserer Blogtour zum Buch haben wir die Erlaubnis des Verlages, die Rezension bereits vor dem Erscheinungsdatum zu veröffentlichen.

Im zweiten Band lernen wir Willem kennen, der Allyson in Stratford upon Avon kennen lernt, während er ein Shakespeare-Stück spielt. Die junge Dame fasziniert ihn vom ersten Moment an und spontan lädt er sie zu einem Trip nach Paris ein. Froh, seine Ankunft zu Hause in Holland noch ein wenig aufschieben zu können, verbringt er mit Allyson einen unvergesslichen Tag in Paris, bis er sie am nächsten morgen verliert. Ohne ihren wahren Namen zu kennen ist er leider nicht in der Lage Allyson wieder zu finden. Dennoch gibt er nicht auf und verbringt seine Zeit im kommenden Jahr in der halben Welt. In Gedanken immer bei Allyson …

Die Rahmenhandlung kennen wir tatsächlich bereits aus dem ersten Teil „Nur ein Tag“. Das war es aber auch schon: die Rahmenhandlung. In diesem Teil erleben wir alles noch einmal aus der Sicht von Willem. Dabei ist es nicht so, dass sich die Geschichte wiederholt. Lediglich der Anfang wird nochmal abgespult, aber aus der Sicht von Willem liest es sich so ganz anders und ist auch schnell vorbei. Dann kommt der Part, den wir noch nicht kannten.

Obwohl wir Willem eigentlich aus dem ersten Band bereits kennen müssten, lernen wir ihn erst in diesem Band richtig kennen. Natürlich ist er noch der selbe, mit dem Allyson in Paris einen unvergesslichen Tag erlebt hatte. Der Junge, der einfach lebte, der unbeschwert sein Leben in vollen Zügen genießt. Aber hinter Willem steckt noch viel mehr. Hinter ihm steckt eine Persönlichkeit, die sich selbst tatsächlich auch noch nicht gefunden hat, obwohl er so selbstbewusst erscheint. Durch schwierige Familienverhältnisse ist aber auch Willem ein Mensch mit vielen Sorgen und Problemen vor denen er am liebsten davon läuft. Seine Geschichte handelt ebenfalls davon sich selbst zu finden und sich seinen Ängsten zu stellen.

Zunächst aber erfahren wir hier, warum Willem Allyson am morgen nach ihrem unvergesslichen gemeinsamen Tag tatsächlich allein gelassen hat. Dass mit seiner Geschichte irgendetwas nicht stimmt, das findet aber auch er selbst erst nach und nach heraus. Aber auch Willem macht sich auf die Suche nach Allyson, was allerdings ebenso schwierig ist, denn auch Willem weiß nicht viel über Allyson. Nicht einmal ihren richtigen Namen, denn er nannte sie nur Lulu, weil sie ihn an die Schauspielerin Louise Brooks erinnerte.

Seine Suche nach Lulu nimmt gefühlt ein wenig mehr Raum ein, als ihre Suche nach ihm. Er hat allerdings auch die finanziellen Mittel und die Unabhängigkeit die ihr fehlten. So reist er nach Mexiko, weil Allyson ihm erzählte, dass sie dort jedes verdammte Jahr Urlaub mit ihren Eltern machen würde. Immer in der Hoffnung sie zu finden. Ebenso versucht er es über alle gemeinsamen Bekanntschaften die sie in der kurzen gemeinsamen Zeit machten herauszufinden, so er sie finden könnte. Leider vergeblich.

Als er es schon fast aufgegeben hat treibt es ihn endlich nach Jahren mal wieder zu seiner Mutter nach Indien, wo er ebenfalls versucht sich selbst zu finden und zu verstehen. Wahrscheinlich liegt es am falschen Geschlecht oder an der gesamten Haltung, die mir persönlich eher fremd ist, aber ich konnte mit Willem nicht so sehr mitfühlen wie noch mit Allyson. Ich fand seine Geschichte zwar toll und habe sie sehr gerne verfolgt, aber das gewisse Etwas hat mir dann doch eher gefehlt.

Das Buch endet an einer ähnlichen Stelle wie es bereits der erste Band aus Sicht von Allyson tat. Damit haben wir den selben Zeitraum abgedeckt. Die Geschichte zweier Menschen, die einen unvergesslichen Tag miteinander verbrachten und sich dann ein Jahr lang auf die Suche begaben. Auf die Suche nach sich selbst und nach dem, was sie verloren hatten.

Fazit

Mit Und ein ganzes Jahr komplettiert Gayle Forman die Geschichte rund um Allyson und Willem nun und macht sie damit wirklich rund. Mir persönlich kam die Story aus der Sicht von Allyson zwar näher, aber dennoch konnte mich Willems Geschichte total in seinen Bann ziehen und begeistern. Ein wirklich tolles Roman-Duo!

Meine Wertung

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