Das Rachespiel – Arno Strobel

dasrachespiel

Fischer Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 352 Seiten
9,99 Euro
Januar 2014
ISBN: 978-3596196944
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Inhalt (lt. amazon.de):
»Erfüllst du deine Aufgabe, kommt er frei. Erfüllst du sie nicht, wird er sterben.«
Frank Geissler glaubt an einen Scherz, als er die Website aufruft: Ein Mann, nackt, am Boden festgekettet, in Todesangst. Daneben ein Käfig voller Ratten, unruhig, ausgehungert.
Frank kann den Mann retten, heißt es. Aber nur wenn er Teil des »Spiels« wird und seine erste Aufgabe erfüllt. Angewidert schließt er die Website, doch kurz darauf ist der Mann tot. Und Frank beginnt zu zweifeln. Hätte er dem Unbekannten helfen können? Hätte er nicht sofort die Polizei informieren müssen? Aber es ist zu spät. Und nicht nur für den Toten. Auch Frank ist schon mittendrin. Mittendrin in einem Spiel, in dem er einer der Vier ist, einer der vier Kandidaten, für die es um alles geht. Um ihr eigenes Leben. Aber auch um das Leben aller, die ihnen etwas bedeuten …

Zitat:
Wie verrückt die Welt doch war. Während seiner Zeit beim Militär, wo er darauf getrimmt worden war zu töten, wo er den Gedanken kennen gelernt hatte, im Ernstfall vielleicht selbst getötet zu werden, hatte er sich plötzlich sicher gefühlt. Und jetzt lauerte die tödliche Gefahr plötzlich Jahre später hier, im Privaten, in dieser Nacht.
(S. 217)

Kommentar:
Frank bekommt eines Tages einen USB-Stick mit einer merkwürdigen Ankündigung. Er soll am nächsten Tag zur Mittagszeit eine Webseite besuchen und das Spiel mitspielen. Zunächst einmal weiß er damit nichts anzufangen, glaubt aber schließlich an einen Marketing-Gag und schaut aus Neugierde tatsächlich rein. Als er aufgefordert wird eine verrückte Aufgabe zu erledigen, lässt er sich nicht darauf ein und ignoriert das Spiel weiter. Am nächsten Tag bekommt er allerdings einen weiteren USB-Stick mit dem Beweis, dass es der Absender keinesfalls spaßig meint, sondern im Gegenteil sehr ernst. Schnell wird klar, dass die restlichen Mitspieler alte Freunde von Frank aus seiner Vergangenheit sind. Kann der Absender wirklich wissen, was damals vorgefallen ist? Vor beinahe 30 Jahren? Frank bleibt nichts anderes übrig als das Spiel mitzuspielen und tappt ebenso wie seine Mitspieler in eine Falle …

Ein neuer Psychothriller von Arno Strobel! Es ist beinahe schon Tradition, dass einmal im Jahr ein Strobel erscheint und von natürlich direkt verschlungen wird. So auch „Das Rachespiel“, auf das ich mich schon gefreut habe, seitdem ich die Leseprobe im letzten Thriller von Arno Strobel gelesen habe. Als das Buch hier endlich ankam, wurde es demnach auch direkt in Beschlag genommen und ich verbrachte bis in die Nacht damit das Buch zu Ende zu lesen. Leider hat es mich dieses mal aber doch etwas unbefriedigend zurück gelassen.

Aber mal von vorne …

Die Idee ist klasse! Eine beklemmende und spannende Geschichte, die „Das Rachespiel“ hier beinhaltet, denn ob gewollt oder nicht, aber die Spieler sind hier einfach Teil des Spiels und können nicht entkommen. Teils aus reiner Neugierde, teils auch Verantwortungsgefühl.
Der Einstieg war auch super, ich habe mich direkt zu Beginn gefragt, was genau hinter all dem steckt, was in Franks Vergangenheit passiert sein muss, dass jemand so ein Spiel mit ihm treibt und schnell wurde dann ja auch klar, dass es tatsächlich etwas mit Franks Kindheit zu tun hatte und nicht nur er beteiligt ist, sondern auch noch drei weitere alte Freunde, zu denen er schon lange keinen Kontakt mehr hat.

Auch klar war, dass wir als Leser nur nach und nach die Bröckchen zugeworfen bekommen würden um das Rätsel und damit das gesamte Ausmaß der Vergangenheit zu begreifen. Das ist Arno Strobel hier auch wirklich wieder wunderbar gelungen. Ich war vom Anfang bis zum Ende sehr gespannt und gefesselt und wollte selbst alles wissen.
Was mich am Ende aber tatsächlich dann sehr enttäuscht hat, das war die Auflösung. Mir fällt es jetzt ein wenig schwer hier zu schreiben, was mir daran genau nicht gefallen hat, ohne hier zu viel zu verraten, aber ich finde, dass die Lösung hier einfach zu einfach und zu gewollt konstruiert war. Die Idee an sich gerade diesen Täter Täter sein zu lassen, die war schon ganz gut, allerdings insgesamt nicht so wirklich nachvollziehbar und auch überhaupt nicht glaubhaft rübergebracht. Schon alleine, dass damals in der Vergangenheit die Geschehnisse so offen blieben fand ich insgesamt etwas fragwürdig.

Nun gut. Ich war also generell von dem Buch wieder recht angetan, lediglich die Auflösung will mir einfach nicht schmecken, ich persönlich bin damit einfach nicht zufrieden und hätte mir da einfach ‚mehr‘ gewünscht. Mehr Transparenz, mehr Glaubhaftigkeit.

Von mir gibt es für dieses Buch trotzdem noch vier Sterne, weil ich es insgesamt einfach ganz spannend und fesselnd fand. Dennoch hoffe ich, dass der nächste Thriller, von dem wir natürlich auch in diesem Buch wieder die ersten Seiten als Leseprobe finden, wieder überzeugender sein wird, als es „Das Rachespiel“ für mich war.

 

Meine Wertung:
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zorneskalt – Colette McBeth

zorneskalt

Blanvalet Verlag
Klappenbroschur Ausgabe
ca. 384 Seiten
12,99 Euro
November 2013
Originaltitel: Precious Thing
ISBN: 978-3442382651
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Inhalt (lt. amazon.de):
Sie weiß alles von dir: deine beste Freundin. Und genau das macht sie so gefährlich …
Rachel Walsh, Kriminalreporterin des Nachrichtensenders National News Network, wird zu einer Pressekonferenz der Polizei in Brighton entsandt. Als sie den Konferenzraum betritt, sieht sie auf einem Poster neben dem Podium das Bild ihrer ältesten, besten Freundin vor sich: Clara O’Connor. Clara, mit der Rachel drei Tage zuvor in einer Bar verabredet, die dort jedoch nie aufgetaucht war …
Ein bitterböses und hochspannendes Debüt mit tiefen psychologischen Einsichten in eine Frauenfreundschaft auf dem schmalen Grat zwischen grenzenlosem Vertrauen und abgrundtiefem Hass.
Manipulativ, bedrohlich, düster – psychologische Spannung vom Allerfeinsten!

Zitat:
Mein Magen rebellierte kurz, als ich mir vorstellte, was ich zu tun im Begriff war. Aber das verging gleich wieder. Es gibt Augenblicke, in denen der Zweck die Mittel heiligt, und dies war einer davon.    
(S. 226)

Kommentar:
Clara und Rachel sind schon seit ihrer Kindheit die besten Freundinnen und trotzdem sie sich einige Jahre aus den Augen verloren, verstehen sie sich auch nach ihrem Wiedersehen wieder sehr gut. Bis Rachel eines Tages in ihrer Aufgabe als Reporterin zu einer Pressekonferenz der Polizei erscheint und mitbekommt, dass die verschwundene Person ihre beste Freundin Clara ist. Ab da gerät alles aus den Fugen …

„Zorneskalt“ wurde in Briefform geschrieben, das ganze Buch über. Für den Leser wird die Geschichte also aus der Sicht von Rachel geschildert, die ihrer besten Freundin Clara einen Brief schreibt. Eine interessante Form, die ich für diesen Thriller allerdings nicht ganz so gelungen finde, denn die Erzählerin ergeht sich hier zu oft in schwachen Andeutungen, die ein wenig Spannung aus der Sache nehmen, wie ich finde.

Die eigentliche Geschichte ist wirklich gut und interessant, wenn auch an vielen Stellen recht vorhersehbar. Schon früh ist klar, dass die Freundschaft der beiden Frauen schon lange nicht mehr so unbelastet und intakt ist, wie eingangs behauptet und dass die Gründe dafür noch vor der siebenjährigen Kontaktstille zu suchen sind. Das selbst macht aber eigentlich gar nichts, denn bis zum Ende schwingt die Stimmung immer mal wieder hin und her und selbst als Leser ist man sich nicht ganz sicher, wer hier nun wirklich die Fäden zieht und wer das Opfer und wer Täter ist. Das stellt sich erst sehr spät heraus, sowie das gesamte Ausmaß dieser Tragödie einer Freundschaft.

Die Figuren haben mir hier ziemlich gut gefallen, wenn sie auch, dadurch, dass es allein Rachels Sicht war, die hier geschildert wurde, recht einseitig beschrieben wurden. Die Autorin hat hier allerdings eine aus Rachels Sicht sehr stimmige Geschichte abgeliefert.
Ich denke schon, dass die Spannung noch viel mehr hätte vorhanden sein können, wenn hier eine andere Erzählweise gewählt worden wäre. Die Briefform ist zwar wirklich interessant und mal etwas anderes, für einen Thriller fand ich sie jetzt allerdings nicht allzu ideal gewählt.

Insgesamt vergebe ich hier vier Sterne, weil mir das Buch und die Geschichte ansonsten wirklich gut gefallen haben und ich die Lektüre wirklich genießen konnte!

 

Meine Wertung:
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