Die Chroniken der Verbliebenen 1: Der Kuss der Lüge – Mary E. Pearson

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One bei Bastei Lübbe | Gebundene Ausgabe | ca. 560 Seiten | 18,00 Euro | Februar 2017 | Originaltitel: The Kiss of Deception | Übersetzer: Barbara Imgrund | ISBN: 978-3846600368

Inhalt

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The Diviners 1: Aller Anfang ist böse – Libba Bray

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dtv Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 704 Seiten
19,95 Euro
Oktober 2014
Originaltitel: The Diviners
ISBN: 978-3423760966
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Inhalt

(lt. amazon.de):

New York, 1926: Wegen eines kleinen „Zwischenfalls“ wurde Evie O‘Neill aus ihrer langweiligen Kleinstadt ins aufregende New York verbannt. Dort genießt sie das wilde Partyleben, bis ein seltsamer Ritualmord die Stadt erschüttert – und Evie über ihren Onkel, den Direktor des Museums für Amerikanisches Volkstum, Aberglauben und Okkultes plötzlich mitten in den Mordermittlungen steckt. Schon bald weiß sie mehr als die Polizei. Denn Evie hat eine geheime Gabe, von der niemand wissen darf: Sie kann Gegenständen die intimsten Geheimnisse ihrer Besitzer entlocken. Doch sie hat keine Ahnung, mit welch entsetzlicher Bestie sie es zu tun bekommt …

Gewähltes Zitat

Evie ließ ihre Wangen vom Wind liebkosen und breitete die Arme aus, als wolle sie ganz Manhatten umarmen. Von morgen an würde alles anders werden. Sie und Mabel würden einen Einkaufsbummel machen und sich eine Filmvorführung ansehen. Am Samstag konnten sie mit der Untergrundbahn raus nach Coney Island fahren, ihre Zehen in den Atlantik tauchen und eine Fahrt mit der Thunderbolt-Achterbahn machen. Und am Abend würde sie bestimmt irgendeine Party auftun und dort tanzen, als hätte es niemals tote Brüder oder Albträume gegeben. Sie würde Spaß haben.

(S. 112)

Meine Meinung

Die junge Evie O‘Neill hat eine besondere Gabe. Sie kann die Geheimnisse der Menschen sehen, wenn sie einen mit ihnen verbundenen Gegenstand berührt. Diese Gabe bringt sie in ihrer Heimat in arge Schwierigkeiten, weswegen sie zu ihrem Onkel nach New York geschickt wird. Das findet Evie allerdings überhaupt nicht furchtbar. Ganz im Gegenteil, Evie ist von der großen Stadt sehr angetan und suhlt sich im Glanz der Metropole. Als ihr Onkel von der hiesigen Polizei zu Ermittlungen in einem Serienmord hinzugezogen wird, ist Evie mit dabei und kann durch ihre Gabe sogar recht hilfreich etwas dazu beitragen…

“The Diviners” ist ein wirklich besonderer Roman. Ich mag die Bücher der Autorin Libba Bray eh sehr gerne. Seitdem ich damals ihre Gemma Doyle-Trilogie verschlungen habe, wartete ich auf eine weitere ähnliche Serie dieser Autorin und wurde bislang mit “The Diviners” nicht enttäuscht.

Die Atmosphäre dieses Buches ist eine ganz besondere und konnte mich auf ganzer Linie überzeugen und mitreißen. Die Geschichte spielt im New York der 20er Jahre und der Flair dieser Zeit wurde so richtig schön eingefangen und wieder gegeben. Schon das tolle und absolut passende Cover spiegelt die Atmosphäre schon gut wider. Hier hat Libba Bray gezeigt, was sie schreiberisch so drauf hat. Ich habe mich jedenfalls während des Lesens immer in die Vergangenheit versetzt gefühlt und es einfach genossen.

Mit Protagonisten wurde in diesem über 700 Seiten langen Wälzer auch nicht gespart. Es gibt etliche Figuren, allesamt sehr interessant und vielschichtig, keine wie die andere.
Allen voran natürlich unsere Hauptfigur Evie. Sie ist keine außerordentlich sympathische Protagonistin. Eigentlich ist sie sogar wenig liebenswert, sehr egozentrisch und mit vielen Macken. Eigentlich so, wie man sich eine Hauptfigur nicht unbedingt wünscht, aber mit Fortschreiten der Geschichte habe ich Evie immer mehr in mein Herz geschlossen, denn obwohl sie so viele Fehler hatte, kam sie doch sehr authentisch rüber und das mochte ich wiederrum sehr.
Ihre Freundinnen Mabel und Theta sind ebenso ganz unterschiedliche Figuren, die von Libba Bray hervorragend charakterisiert wurden.
Die Figurengestaltung ist hier wieder sehr gelungen. Keine Figur ist einfach nur in eine Schublade zu stecken, alle sind viel mehr als stereotypisch agierende Protagonisten und das mag ich so sehr.

Für diese genaue Figurenzeichnung ist natürlich auch einiges an Buchzeit drauf gegangen. Das merkt man zum Beispiel daran, dass die eigentliche Geschichte nur sehr langsam an Fahrt aufnimmt. Es geht erst einmal viel um die Figuren selbst um ihre Wesen und ihre Geschichten, um das gesamte Drum herum.

Die Geschichte selbst kommt wie bereits erwähnt nur sehr langsam in Fahrt und zugegeben leidet auch die Spannung ein wenig darunter. Trotzdem habe ich mich nicht eine Minute mit diesem Buch gelangweilt, weil es einfach total Spaß gemacht hat, ins New York der 20er Jahre einzutauchen und die Geschichte dieser so lebensechten Figuren mitzuverfolgen.
Dem Gegenüber gab es allerdings auch sehr spannende und sogar recht gruselige Szenen, in denen mir schon ein leichter Schauer den Rücken hinunter gekrochen ist. Gerade die Szenen mit den Geistererscheinungen sind schon ziemlich genial beschrieben worden.

Fazit

Insgesamt ist “The Diviners” ein rundum gelungener erster Band, der sich vor allem durch seine überzeugende und dichte Atmosphäre und die authentische Figurenbeschreibung auszeichnet. Es muss nicht immer viel Action geben, wenn man einfach nur in eine Geschichte eintauchen und mitfiebern kann.
Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil, der hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen wird!

Meine Wertung

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Steelheart – Brandon Sanderson

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Heyne Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 448 Seiten
17,99 Euro
Juni 2014
Originaltitel: The Reckoners 1: Steelheart
ISBN: 978-3453268999
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Inhalt

(lt. amazon.de):

Selbst der stärkste Gegner ist verwundbar – du musst nur wissen, wo
Als David sechs ist, zerstört eine gewaltige Explosion die Welt, die er kannte. Einige der Überlebenden erlangen Superkräfte, die sie dazu nutzen, sich die übrigen untertan zu machen. Als David acht ist, muss er miterleben, wie einer dieser Superhelden, ein gewisser Steelheart, seinen Vater ermordet. Von da an kennt David nur ein Ziel: herauszufinden, warum sein Vater sterben musste. Und ihn zu rächen. Er schließt sich einer Untergrundbewegung an, die die Herrschaft der scheinbar unbesiegbaren Superhelden bekämpft. David ahnt, dass sogar der mächtige Steelheart eine Schwachstelle hat. Er muss sie nur entdecken. Doch das bunt zusammengewürfelte Grüppchen der Widerstandskämpfer muss sich erst zusammenraufen. Und nicht jeder billigt Davids Plan, Jagd auf Steelheart zu machen …

Gewähltes Zitat

»Ich glaube, sie sind eine Art Test«, meinte Megan.
Ich runzelte die Stirn. »Meinst du das im religiösen Sinne?«
»Nein, keine Prüfung des Glaubens oder so«, antwortete sie. »Ich denke an einen Test bezüglich dessen, wie wir reagieren würden, wenn wir Macht hätten. Riesige Macht. Was würde die Macht mit uns tun? Wie würden wir damit umgehen?«

(S. 266) 

Meine Meinung

Vor über 10 Jahren verwandelten sich die ersten normalen Menschen in Epics. Wesen, die besondere Gaben und Fähigkeiten hatten und sich nicht scheuten diese einzusetzen. Damals veränderte sich die Welt und nur die mächtigsten und unbesiegbarsten Epics herrschen nun. Im früheren Chicago ist es Steelheart, der ein unerbittliches Regime führt mit weiteren Epics und Schergen an seiner Seite. Niemand weiß, wie er zu besiegen ist und nur ein Mensch hat ihn je bluten sehen: der damals erst 8jährige David war dabei, als sein Vater Steelheart versehentlich anschoss. Alle Zeugen von damals mussten sterben, aber David überlebte und sinnt seitdem nach Rache …

Wow, wow, wow! Was ein mega-geniales Buch! Ich bin wirklich total begeistert von dieser Geschichte, auf die ich im Vorfeld, aufgrund des wenig vielversprechenden Covers, eigentlich gar keine rechte Lust hatte. Irgendwie klang die Geschichte so sehr nach Superhelden, an die ich mich in den letzten Jahren dank der x-ten Verfilmung von Superman, Batman, Spiderman und Co. eigentlich sattgesehen hatte. Aber nun gut, gelesen habe ich tatsächlich bislang nur wenige Superhelden-Geschichten und schon gar keine, in der der Superheld eigentlich der Schurke ist und gegen Normalos kämpfen muss, also traute ich mich doch ans Buch!

Zunächst sei gesagt: Brandon Sanderson hat es wirklich drauf! Er kann schreiben, das ist eine wahre Freude. Oftmals erwische ich mich dabei, dass ich bei Actionszene unkonzentriert werde und sie teils auch überblättere, weil sie so langweilig geschrieben sind, zu wirr oder zu ausführlich. Das war hier jedoch überhaupt nicht der Fall. Hier konnte ich selbst die Action so genießen, als säße ich gemütlich mit einer Schüssel Popcorn vor dem Fernseher, so locker flockig ließ sich die Action in diesem Buch lesen. Das hat richtig Spaß gemacht und ich habe sehr mit den Rächern mitgefiebert.

Natürlich gibt es in diesem Buch nicht nur Action. Auf über 440 Seiten, die in viele kleine Kapitel unterteilt sind, aufgeteilt in vier große Abschnitte, beschäftigt sich der überwiegende Teil mit dem Plänen der Rächer um Steelheart irgendwie schlagen zu können und darum, die Schwächen der Epics aufzudecken. Das ist ebenfalls richtig spannend und interessant gewesen, denn als Leser war ich hier in der Lage ebenso wie die Rächer mit zu rätseln, denn die benötigten Informationen um auf die Lösung zu kommen, die stehen dem Leser ebenfalls zur Verfügung, im Laufe der Geschichte sind die meisten Informationen relevant. Das hat mir so richtig gut gefallen. Ich bin trotzdem nicht auf die komplette Lösung gekommen und war am Ende doch etwas verblüfft. Ich hatte zwar in die richtige Richtung gedacht, aber nicht konsequent zu Ende.

Solche Bücher liebe ich ja, wenn ich selbst mitdenken kann, dann fühle ich mich als Leser noch mehr gefordert und involviert.

Der Autor hat es hier auch geschafft sehr vielschichtige und facettenreiche Figuren zu erschaffen und vor allem auch zu beschreiben. Dabei ist einem nicht jede gute Figur unbedingt sympathisch, was das ganze noch einmal interessanter werden lässt. Generell hatte ich den Eindruck, dass Sanderson hier nur so übersprudelte vor Ideen und Einfällen, die er alle ins Buch einbauen wollte. Das hat er auch und zwar gekonnt!

Meine Befürchtung, dass ich hier nur eine weitere Superhelden-Story in X-Men Manier vorgesetzt bekommen würde, war total unberechtigt. “Steelheart” ist natürlich irgendwo eine Superhelden-Geschichte, aber eine ganz untypische. Ebenso vereint die Action, Dystopie, Gesellschaftskritik und noch viel mehr. Die Mischung ist perfekt!

Ich freue mich jetzt schon tierisch auf den zweiten Teil, der im originalen bereits im Januar 2015 erscheinen wird, und hoffe, dass er auch für den deutschen Markt schnell zur Verfügung stehen wird.

Fazit

Brandon Sandersons Einfallsreichtum kennt wohl keine Grenzen! Die Geschichte selbst ist ebenso facettenreich wie ihre Figuren und weiß ständig mit neuen Enthüllungen und Geschehnissen zu überraschen. Sie fordert den Leser ebenso wie die Protagonisten und macht so einfach Spaß! Für mich ist Steelheart jetzt schon eines der besten Bücher, die ich 2014 gelesen habe!

Meine Wertung

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Specials

Buchtrailer zu “Steelheart”

Reihe

Juni 2014: Steelheart
2015: Firefight (original im Januar 2015)

Elemental Assassin 2: Spinnentanz – Jennifer Estep

spinnentanz

Piper Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 448 Seiten
12,99 Euro
April 2014
Originaltitel: Web of lies
ISBN: 978-3492269445
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Inhalt

(lt. amazon.de):

Die »Mythos Academy«-Romane haben Jennifer Estep unzählige Fans verschafft und standen wochenlang auf den Bestsellerlisten. Nun beginnt die Autorin eine hinreißende neue Serie: Gin Blanco ist Auftragskillerin mit Gefühl und besonderer Begabung. Als »Elemental Assassin« wird Gin in immer neue Fälle verwickelt. Und die dunkle Magie ihrer Feinde macht ihr ebenso zu schaffen wie die unwiderstehliche Anziehungskraft des Detectives Donovan Caine. Zwar hat sich die erfolgreiche Auftragsmörderin Gin Blanco offiziell zur Ruhe gesetzt, doch der Ärger reißt einfach nicht ab: Als zwei Punks versuchen, Gins Restaurant auszurauben, fallen Schüsse – doch ungewöhnlicherweise ist nicht »Die Spinne« ihr Ziel, sondern ihr Protegé Violet Fox. Gin muss herausfinden, wer hinter dem Angriff steckt und warum. Wenn sexy Detective Caine sie nur nicht ständig ablenken würde! Als dann auch noch ein anderer Mann ins Spiel kommt, wird dem Steinelementar Gin trotz ihrer Eismagie richtig heiß …

 

Gewähltes Zitat

»Ich verstehe, dass du verletzt bist und das Gefühl hast, dass Fletcher dich betrogen hätte. Aber die Familie ist das Wichtigste, Gin«, sagte die Zwergin sanft. »Ob es nun die Familie ist, in die du geboren wurdest, oder diejenige, die du dir selbst geschaffen hast. Bria ist von deinem Blut, deine Schwester, und sie lebt. Du kannst das nicht einfach ignorieren.«
(S. 144)

Meine Meinung

Als zwei Gäste in ihrem Restaurant belästigt werden, verpasst Gin dem Unruhestifter eine Abreibung, nichts ahnend, dass es sich um den Sohn eines sehr mächtigen Gegners handelt, der ihr fortan versucht das Leben zur Hölle zu machen. Außerdem hat es sich Gin gerade zur Aufgabe gemacht die Foxes vor einem tyrannischen Zwerg zu schützen, der sie um jeden Preis von ihrem Land vertreiben will. Und dann sind da noch die Geheimnisse ihrer Vergangenheit, die sie ebenfalls gerne lüften würde…

Auch der zweite Teil der Elemental Assassin-Reihe konnte mich wieder sehr an seine Seiten fesseln. Nachdem ich schon beim ersten Band eigentlich dachte, dass diese Reihe eher nichts für mich sein würde umso erfreulicher.

Im Gegensatz zum ersten Teil ist dieser zweite Teil auch viel Fantasy-lastiger. Im ersten Teil überwog mehr die Realität und der ‘Fall’, der Ermittler Donovan Caine stand sehr im Vordergrund. Das war dieses mal ein wenig anders. Die Geschichte spielt zwar auch in unserer realen Welt, aber jetzt geht unsere Protagonistin Gin viel offener mit ihren magischen Fähigkeiten um und wir treffen auch auf viel mehr magisch begabte Menschen, die ihre Gaben auch anwenden.

Gin war mir in dieses mal auch von Beginn an sympathisch. Ich musste nicht erst mühsam eine Bindung zu dieser Figur aufbauen, was mir sehr gefallen hat. Die kann zwar immer noch recht berechnend und kalt sein, aber sie ist nicht mehr so unnahbar wie noch im ersten Band und lässt nun viel mehr Nähe zum Leser zu. Das gefiel mir wirklich gut. Dafür hatte ich dieses mal kaum einen Bezug zum Detective, was ich allerdings auch gar nicht mal so schade finde, denn mit seiner festgefahrenen Meinung hat er teils schon genervt.
Schön fand ich auch, dass wir einige anderen Figuren wie die Zwergenschwestern näher kennen gelernt haben und auch ein wenig näher an die geheimnisvolle Mab Monroe ran kamen.

Die Geschichte selbst fand ich recht ansprechend. Dass Gin sich den Problemen von Violet und ihrem Großvater annimmt machte sie in meinen Augen noch sympathischer und menschlicher. Vor allem, weil sie deswegen weniger Zeit hat, sich um ihre eigenen nicht wegzudenkenden Probleme zu kümmern. Hier wurde Gins Zwickmühle schon beschrieben, wie ich fand.
Auch die Spannung kam in dieser Geschichte nicht zu kurz. Anders als im ersten Band habe ich hier keine Längen empfunden und war am Ende wirklich enttäuscht, als das Buch schon zu Ende war, denn einige Fragen, die das Ende des ersten Teils bereits aufgeworfen hatte, wurden hier zwar beantwortet, andere jedoch nicht. Wir wissen jetzt zwar schon mehr über Gins Vergangenheit, aber ich bin trotzdem extrem gespannt wie es weiter gehen wird. Glücklicherweise erscheint der dritte Teil der Reihe ja bereits im November.

Fazit

Insgesamt hat mir dieser zweite Teil also noch mehr gefallen als bereits der erste. Das lag zum einen daran, dass mir die Figuren schon vertraut und auch viel sympathischer waren als noch im ersten Teil. Außerdem war mehr Fantasy mit im Spiel, was mir viel besser gefallen hat und die Geschichte war einfach durchweg spannend!
Ich freue mich jetzt schon auf den dritten Teil und vergebe hier sehr gute vier Punkte! 

 

Meine Wertung:

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Touched 3: Die Macht der ewigen Liebe – Corrine Jackson

touched3

Thienemann Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 448 Seiten
16,99 Euro
März 2014
Originaltitel: Touched – Ignited
ISBN: 978-3522201667
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Inhalt

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Remy zwischen Asher und Gabriel, … für wen wird sie sich entscheiden? Remys Großvater, einer der wenigen männlichen Heiler, hält ihren Vater in Gefangenschaft. Von ihren Freunden unterstützt, versucht Remy, ihn zu befreien. Sie taucht dabei tief ein in die Geschichte der Heiler und Beschützer und erfährt, welche Rolle ihr zugedacht ist. Welche ganz besondere Rolle. Daraufhin bekämpft sie nicht länger ihre beiden zerrissenen inneren Hälften, sondern akzeptiert sie. In einem aufwühlenden Kampf besiegt sie ihren Großvater, ihr Vater kann befreit werden. Das alles verändert Remy und ihre Beziehung zu Asher sehr. Wie soll sie damit umgehen? Und mit ihrer zarten Liebe zu Gabriel?

 

Gewähltes Zitat

Ein Schauder der Angst überlief mich. Wer zum Teufel war dieser Typ, wenn er nicht für meinen Großvater arbeitete oder für die Männer, die meinen Vater in ihrer Gewalt hatten? Und was wollte er von mir? Mit einem Mal kam es mir sehr viel schlimmer vor, mit einem unbekannten Feind zu tun zu haben als mit einem bekannten. Ich sah mich im Raum um, spähte nach dem Ausgang und rechnete mir meine Chancen aus, lebend zu entkommen.
(S. 238)

Meine Meinung

Nachdem es im letzten Teil gelungen ist Asher aus der Hand seiner Entführer zu befreien, sind er, Remy, Lucy fortan auf der Flucht vor Remys Großvater und seine Leute und versuchen sich einen Plan zurecht zu legen, mit dem sie Ben aus Francs Klauen befreien können. Remys und Lucys Mutter liegt derzeit weiter schwer verletzt im Krankenhaus, wird von Lottie bewacht, aber es sieht nicht gut aus … und Gabriel hat sich erst einmal abgesetzt um seinem Bruder und Remy nicht mehr im Weg zu stehen …

Diese Reihe ist wirklich der Wahnsinn! Die Idee dahinter hat mir ja schon vom ersten Band an gefallen, obwohl ich im ersten Band den Erzählstil noch etwas holprig fand, aber auch das hat sich mittlerweile gelegt und so passt hier im dritten Band jetzt nahezu alles!

Die Geschichte nimmt so überraschende Wendungen, dass ich sie wirklich nicht vorhergesehen habe. Das ist toll, so hatte ich wirklich den Eindruck mal etwas komplett neues vor mir zu haben. Eine Geschichte, die mich noch komplett überraschen kann. Deswegen werde ich mich in meiner Rezension hier auch ein wenig vorsichtig und schwammig ausdrücken, um allen zukünftigen Lesern dieser Reihe die Überraschung nicht vorweg zu nehmen.

Die Dreiecksgeschichte, die schon im zweiten Band ihren Lauf nahm, konnte mich bei dieser Reihe tatsächlich mal komplett überzeugen, obwohl ich sonst bei solchen Dreiecksgeschichten eher genervt bin. Aber hier hat es mir wirklich gefallen. Lediglich das schwammige hin und her zwischen Asher und Remy hat mich in diesem Band ein wenig gefuchst, aber es hat tatsächlich gepasst, wenn man beachtet, was Asher so alles hinter sich hatte. Und Remy ja sowieso.
Ein wenig überrascht hat mich in diesem Band Lucy, die bisher immer der absolute Sonnenschein war und total ausgeglichen und verständnisvoll rüberkam. Diese Charakterentwickung fand ich am beeindruckendsten. Aber auch alle anderen Figuren haben mir in diesem Buch gefallen, wenn sie oftmals auch nicht zu ihrem Vorteil gehandelt haben. Zumindest waren ihre Handlungen aber immer klar nachvollziehbar, was ich als großen Pluspunkt empfinde.

Die Geschichte selbst hat mich – wie bereits erwähnt – oftmals überrascht. Obwohl gerade dieser dritte Band am Anfang eine Startschwierigkeiten hatte und nur sehr langsam in Gang kam, hatte ich nicht das Gefühl, dass es großartige Längen gab. Das Tempo wurde zugunsten der Figurenentwicklung ein wenig angezogen.
Die Idee um die Gemeinde der Heiler und Beschützer hat mir gut gefallen und wurde auch toll umgesetzt, vor allem auch mit ihrer fiktiven Geschichte und Entwicklung, die jetzt im dritten Band ihren Höhepunkt fand.

Fazit

Insgesamt konnte mich diese Trilogie auf jeden Fall begeistern. Und nicht nur die Trilogie, sondern auch der Abschluss war absolut überzeugend. Die Idee war klasse, die Umsetzung top und die Figuren wirkten authentisch. Das hat mir insgesamt sehr gefallen und obwohl die Geschichte jetzt insoweit abgeschlossen ist, hätte ich nichts dagegen, wenn es weitere Geschichten aus der Welt der Heiler und Beschützer geben würde, denn dafür ist meiner Meinung nach noch genügend Raum. Diese Trilogie ist jetzt allerdings beendet und ich vergebe für diesen tollen Abschluss viereinhalb Sterne, die ich auf volle fünf aufrunde.

 

Meine Wertung:

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Half Bad: Das Dunkle in mir – Sally Green

halfbad

cbj Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 432 Seiten
17,99 Euro
März 2014
Originaltitel: Half Life Trilogy 1 – Half Bad
ISBN: 978-3570158425
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ACHTUNG! Dieses Buch wird erst am 31. März 2014 erscheinen!

Inhalt (lt. amazon.de):
Wenn das Böse in dir lauert, bist du dann dazu verdammt?
Nathan wird gejagt.
Seit seiner frühesten Kindheit wird er von der Regierung beobachtet, verfolgt, eingesperrt. Denn Nathan lebt in einer Welt, in der – mitten im modernen Alltagsleben – Hexen existieren. Weiße Hexen, die sich selbst für gut erachten und die Regierungsmacht in ihren Händen halten. Schwarze Hexen, die gefährlich und skrupellos sind und im Untergrund arbeiten. Und Nathan, der beides ist – denn seine Mutter war eine Weiße und sein Vater Marcus ist der gefürchtetste Schwarze aller Zeiten. Nathan ist ihm nie begegnet, aber von so einem Vater kann er nur Dunkles und Böses geerbt haben. Oder?
Um an Marcus heranzukommen, stellt der Rat der Weißen eine tödliche Falle – mit Nathan als Köder. Bald wird Nathan von beiden Seiten gejagt und muss sich entscheiden, wofür es sich zu kämpfen lohnt: für die gute Seite in ihm – oder für die böse …

Zitat:
Ich versuche, nicht an die Vergeltung zu denken. Ich will nicht an das Pulver denken, das Kieran auf meinen Rücken gestreut hat. Aber ich habe eine Spange in meinem Mund. Ist kodifiziert ein anderes Wort für die Vergeltung?
(S. 236)

Kommentar:
Der junge Nathan wird seit frühster Kindheit an unterdrückt, denn er ist kein reinweißer Hexer, weil sein Vater ein schwarzer Hexer war. Seine Halbschwester hasst ihn und er wird von seiner Umwelt isoliert. Außerdem werden immer weitere Gesetze erlassen, die es ihm schwer machen ein normales Leben zu führen. Die Hauptfrage ist, für welche Seite er sich entscheiden wird, ob er ein Schwarzmagier oder ein guter sein wird …

Zugeben, auf den ersten Seiten hatte ich daran gedacht, das Buch direkt wieder zu zuklappen und damit abzubrechen. Der Stil direkt zu Beginn, wo der Protagonist dem Leser noch passiert, was sich dieser vorstellen könnte, was mit ihm gerade passiert, hat mir nämlich überhaupt nicht gefallen und ich kam nur sehr, sehr schwer rein. Eine großartige Einleitung gab es nämlich ebenfalls nicht und für einen Prolog schien mir das Stück recht lang zu sein.
Glücklicherweise änderte sich dies schnell mit Einsetzen des zweiten Teils, wo die Geschichte von Anfang an einsetzte, mit einem gemäßigteren Stil und einer Einführung, so dass man auch endlich wusste mit wem man es hier überhaupt zu tun hatte.

Die Geschichte selbst ist in sechs große Teile gegliedert, die wiederrum teils sehr kurze Kapitel haben. Erst einmal reingekommen, habe ich den Stil dann auch als sehr angenehm empfunden und das Buch wirklich gerne und schnell weg gelesen.

Protagonist ist der junge Nathan, dessen Mutter eine weiße und dessen Vater ein schwarzer Hexer war. Nathan selbst ist noch nicht bestimmt worden, bedeutet, er wurde noch nicht auf eine Seite festgelegt. Er lebt allerdings inmitten der Welt der weißen Hexen bei seiner weißen Großmutter und seinen Halbgeschwistern, die reinweiß sind.
Hier sollen die weißen Hexen selbstverständlich die Guten sein, aber ehrlich gesagt könnte ich das beim Lesen nicht behaupten. Für mich schaut es eher so aus, als wenn die Zugehörigkeit kaum eine Bedeutung hat und es auf beiden Seiten gute und böse Menschen, bzw. Hexer oder Hexen gibt. Wie ich darauf komme ist schnell klar, wenn man das Buch liest, denn so wie Nathan behandelt wird von der sogenannten ‚guten‘ Seite ist einfach nur beschämend. Ihm werden wissentlich Steine in den Weg gelegt, er wird misshandelt und geprügelt, obwohl er bislang ein unschuldiges Kind war. Welche Seite ihm dann lieber ist, das sollte jedem klar sein, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Mir hat die Entwicklung sehr gefallen, sie war absolut nachvollziehbar und überhaupt nicht schwarz- oder weißmalerisch. Ein paar Parallelen kann man auch zu unserer Gesellschaft in Punkto Rassismus ziehen, denn um nichts anderes geht es auch in dieser Geschichte und um die Konsequenzen seiner Entscheidungen und Unterdrückung. Ideale Themen also für ein spannendes Jugendbuch!

Insgesamt hat mir dieses Debüt von Sally Green sehr gefallen und obwohl mich das Buch jetzt nicht mit einem richtig bösen Cliffhanger zurück gelassen hat, bin ich schon gespannt auf die weitere Entwicklung von Nathan und würde gerne mitverfolgen, wie er sein weiteres Leben gestalten wird.
Von mir gibt es hierfür vier sehr gute Sterne! Für den nicht so gelungenen Einstieg ziehe ich leider einen Punkt ab.

 

Meine Wertung:
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