Blogtour “Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe” Tag 5: Interview mit dem Autor

jetztsprichtdylanmintundmrdoghaeltdieklappe_bannerVor kurzem hatte ich die Gelegenheit dieses tolle Buch mit dem verrückten und ungewöhnlichen Titel “Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe” zu lesen und freue mich sehr, dass ich nun auch an der Blogtour zum Buch teilnehmen darf.

Aus dem Buch ergaben sich einige Fragen und diese konnte ich dem Autor auch stellen. Außerdem erfahrt ihr hier in diesem kleinen Interview jetzt auch mehr über Brian Conaghan selbst.

Viel Spaß!


Im Gespräch mit Brian Conaghan

Dieses Interview wurde in englischer Sprache gefühlt und frei übersetzt!

Wie kam es dazu, dass Sie Autor wurden?
Im Grunde wurde ich Autor, als ich versuchte einen Roman zu schreiben. Es hat vier unveröffentlichte Romane gedauert, bevor ich mir einen Agenten und einen Verlagsvertrag sichern konnte. Harte Arbeit und Entschlossenheit haben mich – ebenso wie jahrelange Ablehnungen – also dahin gebracht, wo ich heute bin.

Und ist der Beruf des Autors ihr Hauptberuf?
Mein Hauptberuf ist jetzt das Schreiben, aber davor arbeitete ich jahrelang als Lehrer. Ich unterrichtete Englisch und Theater in Schulen in Schottland, Italien und Irland.

Wo und wann schreiben Sie am liebsten? Und haben Sie einen Lieblingsarbeitsplatz?
Ich bevorzuge die Stunden zwischen 9.30 Uhr und 16.30 Uhr und versuche diese Arbeitszeiten auch einzuhalten. Ich neige dazu meistens in meinem Gästezimmer an einem alten, windigen Ikea-Schreibtisch zu schreiben, gehe jedoch auch regelmäßig in die Dubliner Nationalbibliothek, die eine atemberaubende Atmosphäre besitzt um zu schreiben.

Was inspiriert Sie? Woher kommen Ihre Ideen?
Die Welt, in der ich lebe, inspiriert mich, die Menschen denen ich begegne verschaffen mir auch häufig Ideen; auch die Nachrichten lösen häufig Ideen bei mir aus. Aber vor allem sind es meine eigenen Erlebnisse, die den Ausgangspunkt für Ideen bilden.

Haben Sie selbst Erfahrungen mit dem Tourette-Syndrom gemacht?
Als ich Mitte dreißig war, wurde bei mir eine sehr milde Form des Tourette-Syndroms diagnostiziert, deswegen ich ebenfalls einiges von der Frustration und den Spannungen teile, die Dylan Mint in “Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe” erfahren musste.

whenmrdogbitesWoher kam die Idee zu “Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe”?
Ich wollte ein Buch über die Freundschaft zweier männlicher Teenager schreiben, eine Freundschaft voller Herausforderungen. Ich schrieb, während ich noch unterrichtete und einiges von dem, was ich beschreibe, habe ich selbst mit meinem Schülern erlebt, die ähnliche Herausforderungen wie Dylan und Amir zu meistern hatten.

Wie lange und beschwerlich war der Weg von der Idee bis zur Veröffentlichung?
Es dauerte über zehn Jahre! Man könnte also sagen, dass es extrem hart war. Insgesamt schrieb ich vier Romane und bekam 217 Absagen, von Agenten und Verlagen gleichermaßen, bevor mein erstes Buch veröffentlicht wurde. Allerdings war ich sehr entschlossen und entsprechend hartnäckig doch Autor zu werden. Seitdem bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass die gesamte Verlagswelt im Schneckentempo agiert. Ich schrieb den ersten Entwurf für “Jetzt spricht Dylan Mint…” 2010 und die erste Veröffentlichung erfolgte 2014.

Wie viel aus diesem Buch ist Fiktion und wie viel ist aus dem Leben gegriffen?
Ich würde sagen, dass das meiste fiktiv ist, obwohl es durch meine eigene Tourette-Diagnose sicherlich auch einige real verwurzelte Dinge gibt. Gewisse Situationen und Szenen sind meiner eigenen Kindheit entnommen oder aus meiner Lehrerzeit mit meinen Schülern.

Gibt es schon Ideen für weitere Projekte? Ist vielleicht schon etwas geplant?
Momentan arbeite ich an den letzten Überarbeitungen zu meinem neuen Roman “The Bombs That Brought Us Together”, der 2015 erscheinen wird. Ich habe auch schon ein weiteres Buch beendet: “The Sound Of One Girl Standing”, über die weibliche Figur aus “Jetzt spricht Dylan Mint…”, Michelle Malloy.

Was machen Sie, wenn Sie gerade mal nicht schreiben?
Ich habe eine zweijährige Tocher, mit der ich viel vergnügliche Zeiten verbringe. Ich bin ein großer Sportfan und liebe Football. Ich spiele auch Gitarre (schlecht) und kann eine unermessliche Zeit mit spielen und Musik hören verbringen. Wie die meisten Schriftsteller lese ich viel und ich liebe es zu Kochen.

Haben Sie literarische Vorbilder?
Ich würde sagen, dass Charles Bukowskis Arbeit mich in dem Wunsch Schriftsteller zu werden beeinflusst hat. Ich wurde von der Ehrlichkeit und Tapferkeit seines Schreibens, wie auch die Darstellung seiner Figuren sehr angezogen.

Wenn es ginge, welche berühmte Romanfigur (egal aus welchem Buch) würden Sie mal gerne treffen und warum?
Ich denke, fiktive Charaktere sind am besten in der fiktiven Welt aufgehoben. Ich weiß, ich wäre enttäuscht, wenn ich Yossarian aus “Catch 22” oder Holden Caulfield aus “The Catcher in the Rye” treffen und sie nicht so mögen würde wie die Bücher, aus denen sie stammen. Es ist ein altes Sprichwort, dass man niemals seine Helden treffen sollte!

Welches berühmte Buch würde sicherlich ein völlig anderes Ende haben, wenn Sie es geschrieben hätten?
Ich habe gerade “Thirteen reasons why” (Anm.: deutscher Titel = “Tote Mädchen lügen nicht”) beendet, und ich wollte gerne ein anderes Ende, ein Ende, das mehr unheimlich, dunkler und völlig unerwartet war. Leider ist das nicht geschehen.

Lieber Herr Conaghan, vielen Dank für das nette Interview!


Gewinnspiel

jetztsprichtdylanmintundmrdoghaeltdieklappeZu gewinnen gibt es innerhalb dieser Blogtour eines von insgesamt 10 Büchern von “Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe”.

Die Teilnahme ist ganz einfach. Beantwortet einfach bis zum 30.09.2014, 23.59 Uhr die folgende Gewinnspielfrage mittels Kommentar unter diesem Blogeintrag:

Habt ihr bereits Erfahrungen mit dem Tourette-Syndrom gemacht? Falls ja, in welcher Form? Und falls nein, wie stellt ihr euch das für die Betroffenen vor?

Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Einverständniserklärung des Erziehungsberechtigten
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
Versand der Gewinne nach Deutschland – Österreich – Schweiz
Für den Postweg wird keine Haftung übernommen
Die Gewinner werden am 1. Oktober auf allen Blogs veröffentlicht.


Blogtour-Stationen

26.9. Buchvorstellung bei Simonewww.monesleseinsel.blogspot.de

27.9.Tourette bei Katjahttp://ka-sas-buchfinder.blogspot.de/

28.9.Dylan & Mr Dog bei Manjahttp://manjasbuchregal.blogspot.de

29.9.Wie gehen die Mitmenschen mit dieser Krankheit um? bei Inahttp://inas-little-bakery.blogspot.de/

 30.9.Interview bei Nicolewww.lilstar.de

Am 1.10. werden im Laufe des Tage die Gewinner auf allen Blogs bekannt gegeben.

11 thoughts on “Blogtour “Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe” Tag 5: Interview mit dem Autor

  1. Schönen guten Morgen 🙂
    Ein tolles Interview, vielen Dank dafür!

    Zur Frage: Habt ihr bereits Erfahrungen mit dem Tourette-Syndrom gemacht? Falls ja, in welcher Form? Und falls nein, wie stellt ihr euch das für die Betroffenen vor?

    Mit meiner Klasse haben wir vor Jahren Mal eine Einrichtung für körperlich und geistig (ich nenne es mal Benachteiligte) Kinder und Jugendliche besucht. Dies war sehr interessant und es ist uns auch ein Jugendlicher mit dem Tourette-Syndrom über den Weg gelaufen. Wenn man diese Krankheit nicht kennt, ist es schon erstmal ein Schreck und vielleicht auch ein wenig unheimlich. Dennoch können diese Menschen überhaupt nichts für ihre Tics. Ich finde einfach man sollte die Menschen noch besser aufklären, um Toleranz zu schaffen!

    Ganz liebe Grüße
    Katharina

  2. Hallo,

    ich habe damit noch keine direkten Erfahrungen gemacht, kann mir aber sehr gut vorstellen, dass die Krankheit sowohl für die Betroffenen als auch für ihre Angehörigen manchmal zu peinlichen Situationen führen kann.
    Erkrankungen, die nur psychisch sind und körperlich nicht zu sehen, werden ja immer noch schlecht akzeptiert, vielleicht fühlen sich manche Leute durch Tourette auch eher veralbert und denken gar nicht, das es eine Krankheit ist.

    Gruß Anette

  3. Hallo Nicole,

    zuerst einmal ein dickes Lob, eine tolle interessante Blogtour und ein hervorragendes Interview.
    Diese Tage haben wir ja jede Menge über diese Krankheit erfahren.

    Ich habe eine Freundin, deren Sohn diese Krankheit hat, es hat einige Zeit gedauert bis die Krankheit überhaupt erkannt wurde. Und das Kind hat es bis zur Feststelleung der Krankheit nie leicht gehabt. Ich bewundere seine Eltern, denn Mitmenschen können grausam sein.

    Das Buch würde ich sehr gerne lesen und dann an meine Freundin weitergeben.
    Wünsche allen einen schönen Tag.
    LG Sonja

  4. Das Buch ist mir schon an verschiedenen Stellen ins Auge gefallen. Danke für das Interview 🙂

    Mit Tourette-Syndrom-Betroffenen (sagt man das so?) habe ich selbst noch keine Erfahrungen gemacht. Ich habe mir zwar so einige Reportagen angeschaut, aber ich glaube, dass es nochmal etwas ganz anderes ist, wenn man den Leuten gegenüber steht. Für die Betroffenen selbst muss es echt schwer im Alltag sein. Denn ihre Ticks kommen ja unverhofft und so mancher denkt sich dann wahrscheinlich einen bisweil bösartigen Teil.

  5. Hallo und guten Tag,

    so und damit bin ich wieder einmal bei der Nicole und ihrem Blog gelandet.

    Danke an alle Blogger erst einmal für ihre tollen und interessanten Beiträge zu diesem doch sehr speziellen Thema.

    Nun ich kenne jemand mit diesem Leiden in unserem kleinen Ort. Nicht persönlich muss ich dazu sagen, aber sein Leiden wird schnell offensichtlich , wenn er plötzlich ohne Grund, die Leute von seinem Fahrrad aus beschimpft. Interessanterweise fährt er immer nur auf seinem Fahrrad und ich muss ehrlich sagen es ist schon einfach, sorry unangenehm.

    Wenn man sich folgende Situation vor Augen führt. Man sitzt also harmlos auf der Bank an einer Haltestelle und plötzlich kommt er angeradelt und fängt das Schimpfen und Meckern und so schnell schaut man dann auch nicht, ist der gute Mann schon wieder weg .

    Und man denkt sich so…hey war das jetzt Wirklichkeit oder nur ein böser Traum!

    LG..Karin..

  6. Danke für diesen Beitrag: Am besten gefällt mir, dass das Interview „gefühlt“ und nicht „geführt“ wurde- da musste ich doch schon lachen! 🙂
    ZU deiner Frage: Ich hatte mal einen Schüler, der unter dem Tourette Syndrom litt. Das war anfangs sehr schwierig, da muss man sich erstmal darauf einstellen und daran gewöhnen. Aber irgendwann überhört man die Wörter und übersieht auch die Tics. Aber das dauert seine Zeit!
    LG

  7. Hallihallo :o)

    Was für ein spannender Beitrag! Ich finde es interessant, dass der Autor selbst an dem Syndrom leidet – und finde es sehr sehr gut, dass er ein Buch dazu geschrieben hat, denn man weiß eigentlich viel zu wenig darüber!

    Ich persönlich habe (außer durch Filme und Bücher) noch keinerlei Erfahrungen mit Tourette gemacht. Ich stelle es mir aber unglaublich schwierig für die Betroffenen und die Familien der Betroffenen vor, ein „normales“ Leben zu führen. Es klingt einfach so, als wäre man dadurch in sehr vielem sehr eingeschränkt 🙁 Und ich würde mir wirklich wünschen, dass da mehr Aufklärung stattfinden würde, damit das Umfeld diesen Menschen mit mehr Verständnis und Toleranz begegnet!

    Ich wünsche dir einen wunderschönen Abend und schicke herzliche Grüße aus Salzburg! :o)
    Nana

  8. Hallo und vielen Dank für das tolle Interview!
    Zu deiner Frage: Nein, ich habe noch keine Erfahrungen gemacht, zumindest nicht das ich es wüsste.
    Ich denke, dass die Betroffenen unter einem enormen Druck stehen um eben ihre Ticks und Kontrolle zu halten, was alles aber nur noch schlimmer macht. Ich könnte mir vorstellen, dass je entspannter ein Betroffener ist, umso weniger Ticks „ausbrechen“. Schade, dass nun heute hier bei dir die Tour schon zu Ende ist, denn es war wirklich sehr schön! Ein großes Dankeschön nochmal an alle Blogger, die bei dieser Tour mitgemacht haben!!!

  9. Ein wirklich schönes Interview.
    Ich habe noch keine persönliche Erfahrung mit Tourette gehabt.
    Man kann es sich als Außenstehender nicht vorstellen. Das geht gar nicht. Ich denke jeder empfindet es anders. Und manchmal wird ein „Tick“ durch ganz spezielle Dinge ausgelöst. Ich finde nur, unsere Gesellschaft sollte offener damit umgehen.
    Liebe Grüße

    Moni

  10. Huhu 🙂
    Vielen lieben Dank für das geniale Interview!
    Und um deine Frage zu beantworten: Ich persönlich habe noch nie einen Betroffenen kennengelernt und somit keinerlei Erfahrungen mit dieser Krankheit. Aber vor Jahren habe ich mal ein Buch von einem Tourette-Kranken über seine Krankheit und sein Leben gelesen – das hat mich so betroffen und traurig gemacht – vor allem hat mich geschockt, wie wenig über diese Krankheit bekannt ist und wie viele Menschen schlussendlich davon betroffen sind – das geht doch nicht! Hier müsste viel mehr aufgeklärt werden und drum finde ich auch diese Buchvorstellung so klasse!
    Liebend gerne würde ich das Buch gewinnen und lesen und danach in meinem Freundeskreis weiterreichen!

    Liebe Grüße
    Andrea

  11. Wirklich ein sehr tolles Interview, besonders interessant, sein literarisches Vorbild, ungewöhnlich, aber, da würde ich gerne vergleiche ziehen, das er kocht und eine kleine Tochter hat, macht ihn sehr „greifbar“, ich würd e gerne Brians Buch lesen, liebe Grüße, Danie.S

    Das Tourette-Syndrom ist mir im persönlich noch nicht begegnet, ausser in Fachliteratur und im Fernsehen, hatte ich noch keine Berührung damit.

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